R.I.P. – Rest in Pixel

Liebe Mit-Grufties, liebe Nostalgiker.
Ihr müsst jetzt ganz stark sein.
Der Friedhof, unser geliebter Ort der Totenstille und melancholischer Spaziergänge entlang verfallener Gruften bekommt ein modernes Facelift. Friedhof Reloaded sozusagen. Bald können wir die Toten selbst auferstehen lassen. An den Gräbern werden Angehörige oder fremde Besucher über ihr Smartphone oder Tablet statt liebevoll über den Grabstein streichen. Denn dort wartet ein QR-Code darauf, mehr über den Verstorbenen zu erzählen.

QR-Codes – das sind die mit den unsortierten Pixeln. QR steht für „Quick Response“ und ab sofort antworten uns die Toten, wenn wir an ihrem Grab so einen Pixelcode finden.

Als ich Anfang Juli das erste Mal von QR-Code Grabsteinen hörte, war ich irritiert und nicht gerade euphorisch. Friedhöfe bringe ich überhaupt nicht mit Internet, Handy und moderner Technikzauberei zusammen. Sie repräsentieren für mich „die alte Welt“, QR-Codes dagegen „die neue Welt“. Es wollte nicht recht zusammen passen.

QR-Code Grabstein von Andreas Rosenkranz (steinart)

Ich kontaktierte – pikanterweise an einem Freitag, dem 13. – Andreas Rosenkranz, Steinmetz- und Bildhauer-Meister aus Köln. Er ist einer der ersten und wenigen Steinmetze, der Grabsteine mit QR-Codes fertigt – in Deutschland, aber nicht weltweit:

„Ob wir unserer Zeit voraus sind mag ich bezweifeln. Schon 1999 gab es in Schweden den ersten Grabstein mit einer eingemeißelten Internetadresse (www…). Im Jahre 2008 gab es die ersten Meldungen über die Verwendung von QR-Codes an Grabsteinen – aus Japan (sehr schönes Video auf Youtube). (…) Sowohl in Japan – als auch verstärkt seit Anfang 2011 in den USA, wurden und werden die QR-Codes überwiegend in Metall gelasert und auf den Grabstein aufgeklebt.“

„Living headstone“ oder „interactive gravestone“ nennt man den QR-Code Grabstein in Amerika. Aber eigentlich erwecken sie die Toten zum Leben, nicht die Steine, mit einer Trauerseite im Internet, die Bilder, Gedichte, Familienvideos oder ein Gebet enthält. Meist liebevoll gepflegt von den Angehörigen. Wir brauchen nicht mehr rätselnd vor fremden Gräbern zu stehen und anhand von Name, Geburts- und Todestag spekulieren. Wir können unseren Kindern ein Bild von Oma zeigen und vielleicht auch das Rezept für ihren leckeren Pflaumenkuchen anderen Grabbesuchern überliefern. Ungeahnte Möglichkeiten, die dazu führen werden, dass man länger auf dem Friedhof bleibt – als Angehöriger wie als Fremder. Es gibt mehr zu entdecken und die persönliche Andacht wird bildhafter und dadurch intensiver.

„Unser Leben lang versuchen wir in guter Erinnerung zu bleiben. Wir wollen, dass man sich auch nach dem Tod an uns erinnern kann. Nicht nur an Namen und Zahlen. Es ist möglich, sich durch einen persönlichen Stein zu verewigen.“ sagt die QR-Code-Steinmetzin Gitte Rontved aus Dänemark in einer ZDF-Reportage, die das Thema eher kritisch beäugt.

Friedhof Mailand: Statuen erzählen Geschichten, die Toten sind zur Erinnerung in Stein gehauen

Früher erzählte man Geschichten über das Leben der Verstorben mit opulenten Statuen auf Gräbern. Das Privileg, sich so zu verewigen, hatten nur die Reichen. Mit QR-Codes ist das jetzt jedem möglich und es ist sicher nicht ganz so kostspielig wie ein Statuen-Ensemble. Allerdings auch optisch nicht ganz so wertvoll – wie ich finde. Denn die kleinen Codes strapazieren nach wie vor meinen Geschmack und Sinn für Ästhetik.

Allerdings lösen die darin enthaltenen Informationen sowohl das Platzproblem bei Urnengräbern als auch das der Anonymität. Denn häufig ähneln sich die Grabstätten und die Angaben zum Verstorbenen sind knapp oder beschränken alle Gräber auf gleiche Angaben. Gerade in Friedwäldern oder bei Baumgräbern darf maximal der Name und das Geburts- und Sterbejahr angegeben werden, noch nicht mal der Todestag, Geburtsort und Sterbeort. Auch Blumen sind dort nicht erwünscht.

Während sich in Japan, USA und Skandinavien die Steinmetze mit kleinen Mini-QR-Codes auf dem Grabstein zufrieden geben, ist dies dem deutschen Volk der Dichter, Denker und Grabstein-Künstler zu banal und zu schnöde. Die Grabsteine von Andreas Rosenkranz sind QR-Code-Kunstwerke. Der Code wird nicht nur am Grabstein ergänzt, sondern er ist der Grabstein oder die Inschrift. Besonders pfiffig finde ich diese „Neuentwicklung“ von Andreas Rosenkranz’ Firma steinart:

Dieses QR-Code Grabstein-Puzzle verbindet vier Angehörige (steinart)

„Ein qr-puzzel in naturstein. Ein ‚Set‘ ist am Grabstein eingelassen – in ‚Kreuzanmutung‘. Ein identisches Set kann an die Lebenden ausgehändigt werden – die sich am ‚tradierten Tage der Trauer‘ am Grab versammeln – ihre Steine zusammenlegen … und schwupps … schon funktioniert der QR-Code als Transmitter zu webbasierten Inhalten …“

Damit stärkt der QR-Code sogar die Verbindung der Hinterbliebenen untereinander und gleichzeitig hat jeder sein persönliches Stück Grabstein(code) daheim zur Erinnerung.

Für den Einzelnen sehe ich im Toten-Code viel Potential. Wer seine ewige Ruhe will, der muss ja nicht. Aber so kann mehr von einem selbst zurückbleiben als nur ein Stein mit wenigen Daten an einem Ort, den die Angehörigen selten besuchen. Im Netz entsteht so ein weiterer „Erinnerungsort“, wie es Steinkünstler Andreas Rosenkranz nennt:

„Erkennbar ist jedoch der Trend, das internetbasierte ‚Erinnerungsorte‘ entstehen – der Friedhof als vormaliger alleiniger ‚Bestattungsort‘ nicht mehr ausschließlich ‚Erinnerungsort‘ ist. Bestattungsort (Friedhof-Friedwald-Seebestattung etc) und Erinnerungsort driften auseinander – QR-Code an Grabmal ist somit ein Transmitter zwischen realer Grabstätte + virtuellem Trauerraum.“

Offen trauern im Web auf einem Online-Friedhof und digitale Trauerarbeit beim Tod eines Angehörigen ist für mich persönlich nichts. Ich mag einen privaten Todesfall nicht mit Fremden teilen. Um den Verlust zu verarbeiten, muss ich direkt mit jemanden reden, der mich gut kennt, versteht und mich auch mal in den Arm nehmen kann.

Auch schrecken mich Online-Friedhöfe wie Strasse der Besten (uch, schon der Name!!), Memorta oder der Internet-Friedhof ab durch zu viel MySpace-bunt-blingbling (es fehlt der seriöse Touch), schlechte Grafiken und animierte Engel-Kerzen-gifs (fürchterlich!). Und durch nervige Werbung auf Seiten mit kostenlosen Trauerseiten. Die finanzieren sich dann eben über Amazon-Trauer-Psycho-Bücher-Anzeigen oder anderen Schmarrn. Das optisch gefälligste Angebot hat noch mymemorial24.de. Hier sehen die Seiten seriös aus, können individuell um viele Informationen angepasst werden und falls man sich nicht selbst darum kümmern will oder kann, bieten sie einen Komplettservice. Dafür kosten die Gedenkseiten nach 6 Monaten Gratis-Trauer pro Jahr ungefähr so viel wie das Hosting einer eigenen (Trauer-)Webseite. Für 20 Jahre rechnet es sich wieder und man zahlt nur 399,- € – im Vergleich zum echten Grab ein Schnäppchen.

Friedhof Reloaded: Wer bei diesem Grabstein sein Smartphone und QR-Code-Reader vergessen hat, erfährt gar nichts über den Toten. (Grabmal von steinart, A. Rosenkranz)

 

Problematischer sind die QR-Code Grabsteine für die realen Friedhöfe – zumindest sind sie aus meiner Sicht kein Segen. Friedhöfe sind würdevolle Rückzugsorte,  Naturoasen zum Trauern in „Totenstille“. Mit den QR-Code Grabsteinen wird sich die  Friedhofslandschaft und die Art des Besuchs verändern. Es kommt Leben aufs Gräberfeld und Handy-Lärm. Um die Totenruhe fürchtet auch das Grünflächenamt Köln, die Wächter der städtischen Friedhöfe. Die Würde des Ortes sei nicht mit iPhones und iPads am Grab vereinbar, die dort das Lieblingslied des Verstorbenen oder die Hymne des Kölner FC abspielen. Andere Besucher könnten dadurch belästigt werden und das wird wohl auch passieren. Die Erfahrung aus anderen Bereichen zeigt, dass viele sich nicht an ausgeschilderte Handyruhezonen z.B. in Zügen halten. Wie immer wird es auf den Einzelnen ankommen und auf gegenseitige Rücksichtnahme. Vielleicht wird man mehr Personal zur Friedhofsaufsicht benötigen, doch dafür haben die Städte kein Geld.

Trotzdem wird sich der QR-Code Grabstein aufgrund seiner vielen Vorteile für den Einzelnen durchsetzen – davon bin ich überzeugt. Auch Gräber gehen „mit der Zeit“, denn sie sind ein Spiegel unserer Gesellschaft.

Der digitale Tod, ich und ihr

Nachdem ich mich von meinem ersten Schrecken gegenüber der Quadratur des Pixels erholt habe, muss ich sagen: Ich kann mir einen QR-Code Grabstein für mein eigenes Grab gut vorstellen. So kann ich etwas mehr an die Nachwelt weitergeben als nur meinen Namen und zwei Jahreszahlen. Mein digitales Vermächtnis zur besseren Erinnerung sozusagen 😉 .

Ein Beispiel zum Scannen für Euch (erstellt mit qrcode-generator.de )

Für meinen eigenen Grabstein würde ich die kleine QR-Code-Variante wie bei den US-Gräbern wählen, der einfach „dazugeklebt“ wird – auf einen Stein mit traditioneller Inschrift. Für den Code würde ich vorher testamentarisch bestimmen, wo die Trauerseite liegt und mit welchen Bildern und Infos ich mich verewigen wöllte. Natürlich gäbe es auch einen Link auf den schwarzen Planeten ;-). Ein Video gäbe es eher nicht, vielleicht aber schon Musik von Dead Can Dance. Ich würde auch nicht einfach auf ein Profil in einem sozialen Netzwerk, z.B. bei Facebook, verlinken – die kommen und gehen. Beim Planeten stehen die Chancen auf Ewigkeit und Zukunft in der Web-Umlaufbahn viel besser.

Apropos Zukunft: Bis ich sterbe bleiben mir laut meiner Grabstein-App noch 15.428 Tage. Kann man in über 40 Jahren noch QR-Codes lesen und scannen? Oder ergeht es ihnen wie manch altdeutscher Schrift auf verwitterten Grabstätten?

Es interessiert mich sehr, was ihr von den QR-Code Grabsteinen haltet? Könnt ihr euch das für euer Grab oder das von Angehörigen vorstellen?
Wie steht ihr zu digitaler Trauerarbeit, also persönlich?

 

Weiterführende Links

Zuerst vielen Dank an Andreas Rosenkranz von steinart für die Bereitstellung seiner Fotos und Infos zum Artikel. Mehr über seine Grabstein-Kunstwerke ist unter grabmal.info zu finden.

Was heißt schon Tradition? – Andreas Rosenkranz im Interview mit der Frankfurter Rundschau

Mit dem Smartphone zur Trauerseite – guter Bericht der Westdeutschen Zeitung

Graffyard – der Friedhof für Graffiti: Der Berliner Künstler Sweza fotografiert Graffitis in der Hauptstadt und hinterlegt das Bild in einem QR-Code. Sobald das Graffiti entfernt wird, kann es über den Code, der an der selben Stelle wie das Graffiti angebracht wird, „wiederbelebt“ werden. Schwer cool, die Idee.

 

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20 Responses to R.I.P. – Rest in Pixel

  1. Josh Wittmann 6. August 2012 zu 06:50 #

    Lass mich mal ausholen – Wir wissen heute soviel von den alten Ägyptern weil irgendwann mal ein mitteilungsbedürftiger Ägypter ein und den selben Text in drei Schreibweisen verewigt hat. In Stein gemeißelt. Wir können uns heute in die Ästhetik der alten Griechen hineinfühlen, weil sie ihre Vorstellungen in Marmor verewigt haben. Wir kennen die ersten Gesänge der Mönche, weil sie ein schreibkundiger Bruder auf Pergament festgehalten hat.
    Wenn ich heute einem Jungen eine 5 1/4 Zoll Diskette vor die Nase halte, wird er mich vermutlich fragen was das ist. Und ein Lesegerät aufzutreiben dürfte sich schwierig gestalten. Noch schwieriger wird das vermutlich notwendige Rekonstruieren der Daten sein, weil die Datensicherheit auf diesen Magnetscheiben durchschnittlich für 10 Jahre gegeben war. Meine alten Schallplatten konnte ich nach 40 Jahren noch ident abspielen, dafür fällt in meiner CD-Sammlung immer öfter so manche teuer gekaufte CD der Oxydation zum Opfer.
    Wir leben in einer Zeit, die wenig Spuren hinterlassen wird. Auch wenn Festplatten und ähnliches noch so oft kopiert, übertragen und tiefgekühlt aufbewahrt werden. Geschichtlich dürften wir verlorene Generationen werden.
    Und jetzt stelle ich mir vor, dass in einigen Generationen irgendein Erdenbürger vor meinem Grabstein steht und das rätselhafte Pixelmuster betrachten wird. QR gibt es seit 12 Jahren – und möglicherweise noch ein paar Jahre mehr. Wer garantiert mir, dass es in 50 Jahren noch Handys geben wird? Und – was ist das gegen die Ewigkeit meines Todes?
    Natürlich ist es ein reizvoller Gedanke Hinterbliebenen eine Nachricht zu hinterlassen. Noch dazu, wo man mit QR auch ein paar Dinge verpacken könnte, die ansonst nicht gerade passend für Grabsteintexte wären. Aber – es ist ein Gimmick. Eine clevere Geschäftsidee Womöglich bald unheimlich im Trend. Sonst nichts.

    Wenn ich den Wunsch hätte, dass das Wissen um mein Dasein und irgendwelche Informationen für die Zukunft bewahrt würden, dann würde ich mir ein gutes Blatt holzloses Papier, einen Füllhalter und ein Fläschchen Eisengalltinte besorgen. Dann würde ich alles was mich bewegt auf dieses Blatt schreiben. Dann zu einem Kunstschlosser, der mir eine Kupferhülse machen wurde und all das soll man nach meinem Ableben in meinem Grabstein verwahrt werden. Hält mindestens 500 – 700 Jahre.
    Oder noch besser – ich lebe einfach ein so liebevolles Leben, dass man die Erinnerung an mich in Herzen aufbewahrt und weiterträgt.
    Das schafft kein QR-Code.

  2. mattensan 6. August 2012 zu 09:16 #

    Ich kann mich meinem Vorschreiber weitestgehend anschließen. Bei der Schlagzahl an Veränderungen in der Kommunikation und digitalen Welt der letzten 30 Jahre glaube ich nicht, dass man sich darauf verlassen kann, dass die derzeit gebräuchliche Technik in Sachen Speicherung und Abruf von Daten die Zeiten überdauern wird.
    Einerseits kann ich mir gut vorstellen, das eigene Ableben mit einem Link zur digitalen Welt zu begleiten, aber sicher nicht mit einem solchen Code am Grab. Die Vorstellung, auf Friedhöfen ständig auf irgendwelche lärmenden Handy, Smartphones oder Sonstiges zu treffen ist mir schlichtweg zuwieder. Gerade gestern war ich wieder auf dem wunderschönen Bergfriedhof in Heidelberg und habe dort zwei Dinge genossen: das Ensemble von Stein und Pflanzen und die Ruhe.
    Sicher bieten diese Codes tolle Möglichkeiten, Erinnerungen bereit zu stellen, einen Friedhof, Friedwald halte ich dafür aber für völlig ungeeignet. Da halte ich es doch eher mit dem „Link zum mitnehmen und zu Hause anschauen“. Erfüllt den gleichen Zweck, läßt aber diesen seltenen Orten der Stille in Städten ihren Reiz.
    Über die fragwürdige Ästhetik dieser Dinger müssen wir nicht reden, schon gar nicht, wenn man sie mit den Grabanlagen früherer Jahrhunderte vergleicht.

  3. stoffel 6. August 2012 zu 10:20 #

    Ich denke eine Kombination mit klassischen Einträgen und einem QR Code der ggf. zusätzliche Informationen beinhaltet wäre ein Kompromiss. Da ich mein Handy auf Friedhöfen zwar bei mir trage, jedoch es nur für „Notfälle“ nutze käme mir persönlich nie in den Sinn einen QR Code abzurufen, und wenn doch dann nur „offline“, d.h. scannen, speichern und zu Hause online die Inhalte schauen.

    Wie Josh bereits treffend anmerkte, wissen wir nicht wie sich die Technik entwickeln wird und persönliche Erinnerungen sind durch nix zu ersetzten. Da ich verbrannt werde und kein Grab (egal in welcher Form) haben will, steht diese Frage ob QR Code auf dem Grab oder nicht für mich nicht zur Debatte, das Selbe gilt für meinen Mann und meine Tochter.

    Ich spinne dennoch mal weiter … vielleicht sollten die Verantwortlichen der Friedhöfe darüber nachdenken einen bestimmten Bereich ihres Friedhofes nur für QR Code Gräber zu öffnen … also quasi-praktisch eine eigene „Handy-Zone“ auf dem Friedhof … so würden sich Angehörige/Besucher nicht gestört fühlen … umsetzbar auf grösseren, problematisch auf kleineren Friedhöfen.

  4. Ma Rode 6. August 2012 zu 12:03 #

    Mitunter ist gerade die Tatsache, dass man nicht alles virtuell abgreifen kann, viel spannender als die Möglichkeit, einfach nur im Internet zu graben und zu finden. Wir werden bloß faul davon … Und wer weiss denn schon, ob die virtuelle Information auch tatsächlich echt -sprich- nicht manipuliert ist?

    Für mich persönlich muss es nicht mal einen Grabstein geben, ich ziehe eine Naturbestattung vor. Rein in die Urne und ran an den Baum. Das ist mir persönlich mehr wert als ein (digitaler) Nachlass und ich gehe so in den ewigen Kreislauf der Natur ein.

    QR-Codes interessieren bzw. funktionieren in 50 Jahren womöglich garnicht mehr …

  5. solitary_core 6. August 2012 zu 17:55 #

    „stalking dead“ kommt mir da in den Sinn, sicher ne interressante Sache und jeder hatt natürlich die Pflicht das selber zu entscheiden, in Zeiten der sozialen Netzwerke garnicht mal so abwegig das ganze.
    Einerseits ne nette Idee, an Gräber gewisser Berühmtheiten könnte man so Wissen aufbereiten und den geneigten Nutzer zugänglich machen, allerdings wird das wohl eher zu dubiosere Sachen führen. Siehe „best of“ Compilations, dann noch andres unveröffentliches Material sowie die kommerzielle Ausschlachtung sämtlicher anderer Memorablien, zusammengfasst auf einen Webshop verlinkt eben via QR-Code …
    Wers brauch ok, ich für meinen Teil habe derzeit der Nachwelt nichts zu offenbaren, was man nicht anders lösen könnte.

    Möchte hier allerdings dann doch nochmal auf D.Suarez und „Darknet“ zu sprechen kommen, denn der tote Spiele-Entwickler hatte eine ähnliche Idee, er hatte zu Lebzeiten Nachrichten in Form von Videos aufgezeichnet und dann mittels bestimmten Gegebenheiten diese dann wiedergeben lassen. Gut die Darknet-Mitglieder haben da keine Handys mehr, sie setzen eher auf „augmented reality“ mit HUD-Brillen, sodas die reale Welt dann mit der des Darknet überlagert und erweitert wird. So konnte Mathew Sobol als virtueller Geist errscheinen, als Hologramm sozusagen, allerdings nur über die HUD-Brillen sichtbar.

    Intressant ist in dem Zusammenhang auch das die Menschen in dem Roman auch das Vermächtniss eines einstigen Gegners der Sache zu einer Ikone aufgebaut haben, mehr noch sie haben ihn zu einen eigenständig agierenden Nichtspieler Charakter gebaut, als Wächter ihrer Gemeinschaft. Sie achteten ihn als unnachgiebigen Gegner der für seine Überzeugungen alles tut. Quasi die digitale Version einer Statue mit Webinhalt, wenn der Verstorbene eben kein eigens dafür erstellten Inhalt hatt.

    Wobei das letztere durchaus reales Vorbild hatt, gibt es doch in WoW einige NSC die als Erinnerung an ihr verstorbenen Besitzer dort jetz ‚rumgeistern‘, sozusagen.
    Hab dazu leider keine Links aber allmighty.google hift da sicher weiter 🙂

  6. solitary_core 6. August 2012 zu 19:37 #

    Hab dann doch nen Beispiel für eine Ehrerbietung der virtellen Art : Michael Koiter war seinerzeit ein Illustrator bei Blizzard Entertainment und grade diese Spieleschmiede ist für Hommagen und Eastereggs bekannt, viele Zwischensequenzen bei „Starcraft Broodwars“ zum Beispiel waren „Starship Troopers“ nachemfunden.
    Beim Herrn Koiter hatt Blizzard einen Schrein in die Welt of Warcraft gesetzt, einen NPC Heiler spendiert der seinen Nachnamen trägt, und in Starcraft 2 ist es sein Name der auf einem DogTag steht, welcher James Raynor stellvertretend für seine gefallenen Kameraden die letzte Ehre erbietet.

    Nicht so Publikumswirksam wie ein QR-Code dafür aber mit mehr Liebe zum Detail, und finde es so auch nicht störend.

    Kann am Smartphone noch keine Links einfügen …

  7. Josh Wittmann 6. August 2012 zu 21:09 #

    Ein Nachtrag:
    QR ist nichts anderes als eine Weiterentwicklung des Strichcodes. Auch wenn da Links und Verbindungen ins Netz möglich sind: Hand aufs Herz – wer hat Lust als Strichcode zu enden? Nur eine Numer zu sein, das war schon mal vor nicht allzu langer Zeit ein infames Mittel der Entmenschlichens….

  8. solitary_core 6. August 2012 zu 23:33 #

    Naja es ist immer so eine Sache mit gegebenen Namen oder Bezeichnungen, wenn man wie mit den Codes seinen eignen Inhalt einstellt ist einen der Name wo man das finded wurscht.
    Im Grunde kannste ja auch jede beliebige Website per IP erreichen, manchmal ist das sogar kürzer als wenn man die damit verbundene URL eingibt 🙂

    Es kommt halt immer auf den Verwendungszweck an, dem der Name\Nummer dient …

    Davon abgesehen sind wir doch schon längst Datensätze, unsre Kontonummern sind genauso bekannt wie Telefonummern, wir haben auch ne Rentenversicherumgsnummer, und die meisten von uns haben auch noch Einträge in diverse Sozialnetzwerke und\oder andere andere Accounts für eMail, Game-Distributoren oder anderen Datenliefranten …

    Da dann noch einen QR-Tag hinzufügen fällt doch im Grunde nicht mehr so ins Gewicht.

  9. dunkelmunkel 9. August 2012 zu 01:07 #

    Ich finde die Idee klasse. Ich hatte mir vor einiger Zeit mal überlegt, dass es mega-interessant wäre, wenn man Displays in Grabsteinen hätte, in denen Videos der Verstorbenen abgespielt werden. Die Menschen, die dort begraben sind, können dadurch ihre Lebensweisheit, die Essenz ihrer Erfahrungen und diejenigen Dinge, die ihnen ganz besonders wichtig sind und die sie der Nachwelt unbedingt mitteilen wollen, als Video hinterlegen. Dann hab ich mir überlegt, dass es ja totaler Schwachsinn ist mit den Displays, weil die kaputt gehen, dem Wetter nicht standhalten, mit Strom versorgt werden müssen und außerdem die anderen Friedhofsbesucher stören könnten. Dann war ich richtig stolz auf meine Idee mit den QR-Codes auf Grabsteinen…. bis ich gemerkt hab, dass andere viel schneller waren mit der Idee. :-)))

    Im Ernst: Ich gehe gerne über Friedhöfe, lese die Inschriften in den Grabsteinen und überlege mir manches mal, welche Schicksale sich hinter den Inschriften verbergen. Wie interessant wäre es, wenn man sich die Videos von Verstorbenen aus den Jahren 1878 ansehen könnte, in denen sie uns diejenigen Dinge erzählen, die aus ihrer Sicht wichtig sind? Welche Bildungsgelegenheiten würden sich daraus ergeben?

  10. Katharina 9. August 2012 zu 09:07 #

    So, damit wäre das Thema auch auf dem schwarzen Planeten angekommen 😉

    In diesem Zusammenhang bin ich ein absoluter Ablehner/Gegner der Sache. Mit der „digitalen Vernetzlichung“ habe ich, trotz der vielen Vorteile, eh meine Probleme und hier ist für mich eine Grenze absolut überschritten. Klar: ohne das Bestreben der Menschen, der Nachwelt etwas von sich zu erhalten, würde es weder die Pyramiden, noch die schönen Familiengruften oder andere erbauliche Steinmetzarbeiten geben und die Gruftis hätten keinen Ort, an dem ihremem Weltschmerz Ausdruck verliehen würde . Allerdings sind Pyramiden und Co auch aus handfeste Materialien, die einen Stromausfall überleben und die Handwerkin findet es lächerlich, seine weltliche Existenz über deren Verlassen hinaus mit einem Code in der Öffentlichkeit zu verlängern. Dass Videos, Bilder, etc pp für die Verbliebenen zur Trauerbewältigung enorm wichtig sein kann, ist vielleicht ein Punkt, demgegenüber ich zähneknirschend Toleranz üben müsste. Und überhaupt geht es mir auf den Zeiger, dass sich jeder (inklusive ich mich) so furchtbar ernst und wichtig nimmt; einfach mal klar kommen, dass man irgendwann schlicht nicht mehr IST. Irgendwie finde ich es pervers den Tod mit der heutigen Datenflut in Verbindung zu bringen. Kann nicht zumindest der Bereich davon einigermaßen verschont bleiben? Konsequenz für mich wäre, sollte sich das durchsetzen, eben die, dass ich keine Friedhöfe mehr besuchen werde. Mir missfällt der Gedanke, dass die ohnehin schon verkrüppelte Trauerkultur, die ja mitsamt dem Oberthema „Tod“ sowieso eher stiefmütterlich behandelt wird, künstlich mit „Leben“ zu füllen und als (Selbst)Darstellungsfläche zu missbrauchen.
    Hach, da schreibe ich mich echt in Rage. Letztlich kann es meiner Asche ja Schnuppe sein, die übrigens sehr anonym bitte im Friedwald landen soll.

  11. solitary_core 10. August 2012 zu 15:06 #

    Jop die Idee mit der Botschaft für die Nachwelt via Video-Display klingt verlockend, aber da is dann auch die leidige Frage der Pietät, was man da machen darf und was nich.
    Das es inzwischen hauchdünne Displays gibt die man dafür einsetzen könnte ist ne andere Sache, ich würde eher bezweifeln, das man sowas irgendwie gut durch den deutschen RegulierungsDjungel bekommt, da sind die QR-Codes eigentlich die bessere Alternative, zumal damit auch keine Elektronik in die Steine gebaut werden muss.
    Wer wirklich sich dann via Video-Display und Co verewigen will, sollte wohl eher nen FamilienSchrein beginnen, oder ne Ahnengalerie, es ändert sich halt nur das Medium, oder wird erweitert, wenn man die bestehnde Tradition weiterführen will.
    Allerdings hatt ja nich jeder ein Anwesen zur Verfügung sodass auch nich jeder sowas machen kann …

    Sieht so aus als würden wir alle recht einig sein in dem Punkt, zumindest liest es sich so.

  12. Shan Dark 10. August 2012 zu 23:27 #

    Mit Euch lässt sich aber auch kein Geld verdienen! 🙂 hehe (*)

    Ich danke Euch für sehr für Eure Kommentare und Gedanken zu diesem doch persönlichen Thema. Mir war schon klar, dass die QR-Code Grabsteine eher auf Ablehnung stoßen werden (zumal bei Grufties ☺). Das war eben auch mein instinktiver, erster Gedanke dazu, den ich aber im Laufe des Artikelschreibens ziemlich durchs Gehirn gewurstet und ‚überarbeitet’ habe. Da ich sowieso am liebsten eine Gruft mit drei Statuen drin haben wöllte als eigenes Grab (das könnte jetzt was mit Größenwahnsinn zu tun haben, doch es ist nicht so), täte mir so ein kleiner Ami-QR-Code nicht weh – er käme sogar gelegen. Und er macht dann das finanzielle Kraut eh nicht mehr fett. Ich spare bereits dafür… (für die Gruft, noch nicht unbedingt für den Code – das kann ich dann immer noch entscheiden, wenn es soweit ist dass ich mein Testament mache)

    Will denn keiner von Euch einen Grabstein, eine Gruft oder eine Statue? Denn egal ob ihr statt QR-Code ein anonymes Massengrab, Friedwald oder Naturbestattung a la „Rein in die Urne und ran an den Baum.“ (sehr schön, @Ma Rode!) – ihr sorgt damit auch nicht für Überlieferungen aus unserer Zeit. Und schafft nicht die geliebte Friedhofs-Welt für Nachfolgegenerationen. Die gibt es nun mal nur mit verwitterten Steinen… Gedanklich komme ich hier vom 100sten ins 1.000ste. Sterben die Grufties aus, wenn es keine Grabsteine und Friedhöfe mehr gibt (Offtopic ☺)?

    Jedenfalls würden von meinem Grab aus Stein und mit QR-Code nachfolgende Generationen, Fremde und Außerirdische viel mehr Erkenntnisse mitnehmen (auch wenn sie die URL nicht mehr aufrufen können) als von eurem zurückbleibenden „Nichts“, längst vergangen in der Natur. Es ist jedem seine persönliche und daher auch richtige Entscheidung, ich möchte das nur bei aller „QR-Verteufelei“ & Co. zu bedenken geben. Sicher kann man QR-Codes in 50 Jahren vllt. nicht mehr lesen. Das wäre aber nicht schlimm. Dann steht immer noch meine Gruft, wenn ich jemanden finde, der sie bezahlt.

    Um die Friedhofsruhe bin ich ebenso besorgt, aber ich finde die Idee von Stoffel mit den Code-Ruhezonen irgendwie gut, wenn es auch eine seltsame Vorstellung ist. Und solitary_core hat mich noch mit seinem Familienschrein auf eine Idee gebracht, bei der es solche Ruhezonen gar nicht braucht. In Italien auf den friedhöfen in Rom, Mailand etc. sind die Nekropolen ja mit einem Altar und einer Bank drinnen angelegt. Nur die Hinterbliebenen haben einen Schlüssel dazu und setzen sich dann in die Gruft an den Altar setzen um dort in Ruhe zu trauern. Dort könnte man dann z.B. auch noch Videos schauen. QR-Codes dürfte es künftig vielleicht auch nur bei Gräbern mit Schutzmauern geben – also entweder in einer Gruft oder Nekropole. Oder man gestaltet die Code-Ruhezonen mit lärmschluckenden Heckenpflanzen.

    @solitary_core: Ich besorge mir jetzt das Buch von Suarez. Du hast es geschafft… 😉

    @Josh: Ich würde den Code in geschichtlicher Hinsicht nicht überbewerten. Da kannst Du auch die üblichen Grabnummern hernehmen, die jeder hat – das kommt aufs Gleiche raus.

    * Ja, es ist vor allem auch eine clevere Geschäftsidee, das stimmt absolut.

  13. Katharina 11. August 2012 zu 13:41 #

    An den Punkt, für die kommenden Gothen-Generationen eine passable Nachwelt zu hinterlassen/erhalten, habe ich jetzt überhaupt nicht gedacht^^
    Bei einem Friedhofsbesuch in Offenbach hatte ich aber die Idee, dass ich Patenschaften für Grabdenkmäler hübsch fände. Dort stand eine wunderschöne Engelsstatue auf einem Grab, dass in absehbarer Zeit wohl eingeebnet wird (da gibt’s doch diese roten Aufkleber von der Friedhofsverwaltung, die darauf hinweisen). Letztlich könnte ich das so ausgegebene Geld aber dann ebenso gut für eine eigene Gruft investieren, das bleibt dann wohl gehüpft wie gesprungen 😉

    Mit der südländischen Beerdigungs/Friedhofskultur kenne ich mich offen gestanden nun gar nicht aus, aber wenn es dort tatsächlich so ist, dass es eine Gruft gibt, die nur für die Familie (den Schlüsselinhaber) zu betreten ist, stellt sich die Sache ganz anders dar… unter den Umständen kann ich mir das wiederum recht gut vorstellen…

    Spannend finde ich aber das Gedankenspiel, WAS derjenige dann eigentlich tatsächlich als Video zeigen möchte. Ob man dann „in der Blüte des Lebens“ einen Kurzfilm macht, der dann nach dem Tod den jungen Menschen zeigt, oder ob ein Zeitpunkt im späteren Leben gewählt wird… oder einfach ein Lied, dass man gerne mag? Puh… da stände ich schon mal vor dem Problem, dass ich mich gar nicht entscheiden könnte und es (bei der Vorstellung) total schwer fände, mich festzulegen. Bei dem Gedanken, dass das ja postmortem was über mich aussagt, spüre ich da schon eine gewisse Verantwortung. Andererseits würde man aber ohne diesen „Druck“ gewiss auch nicht so gründlich über sein Ableben nachdenken, was ich wiederum begrüße.

    Hm… gut, der Diplomat in mir kann sich in vieles hineindenken, für mich selbst würde ich aber wahrscheinlich trotzdem keinen QR-Code wollen (aber wer weis, was es da in 70 Jahren gibt *g)

  14. solitary_core 11. August 2012 zu 22:03 #

    Und ich dachte Grufties machen mehr als nur auf Friedhöfen rumzuhängen ]:>

    Da ich keinerlei echte Ambitionen derzeit ne echte Botschaft zu hinterlassen (oder sollt ich eher sagen derzeit, vieleicht finde ich ja doch noch was weltkulturwürdiges 🙂 ), mach ich mir momentan darum weniger Gedanken an welcher Pilgerstätte dann meine Jünger meine Gebeinen huldigen dürfen.
    Aus aktuellen Anlass hab ich ja eher die Einrichtung meiner 4 Wände im Sinn, und ab da hoffentlich noch viele viele Neumonde vor mir.

    Ich weis das ich mit meinem Musikgeschmack mir sicher keine Freunde machen würde, die meisten meiner Bekannten tolerieren es maximal es gibt sogar Leute die nennen es liebevoll Kopf-Aua-Mucke 🙂 .Fällt das also auch raus, bliebe dann nur noch ein Gruss an meine Liebsten, die sollten aber wissen was ich ihnen sagen will.
    Das gerade meine Hinterlassenschaften für anthropologische Studien ausgewählt werden halte ich für einigermassen unwahrscheinlich angesichts der aktuellen Beerdigungsgeflogenheiten zumindest hier in in Deutschland ist es derzeit doch schon eher zu einen Geschäft verkommen, und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten sind auch nur gewissen gesetzlichen Rahmen möglich.
    Um nachzuvollziehen was Fremde an meinen Stein faszinieren soll fehlt es mir wohl auch am geistigen Zugang zur Materie im allgemeinen.

    Was ich mir ganz gut Vorstellen könnte wäre eine Statue, bezweifle aber das eine 1:1 Replik des Xenomorphen aus Ridley Scott’s Alien bei Fremden so gut ankommt, geschweige denn andere Werke von H.R. Giger.

  15. solitary_core 20. August 2012 zu 18:10 #

    scheint so das der „Daemon“ nun ein neues Opfer gehackt hatt. 😉

    Andernfalls is die liebe Shan grad vom Sommerloch verschluckt worden …

    Vieleicht ist das DER Ort um seine gesunde Kellerbräune zu erhalten allerdings würd ich da einige Highlights derzeit verpassen, schlimm genug das ich Prometheus noch nich gesehen hab 🙁

    Oder der Auftakt der Neuen Saison der Intel Extreme Masters für Starcraft2 in Köln, warn shöne Matches bei diesmal 🙂 .

  16. Shan Dark 21. August 2012 zu 14:06 #

    solitary_core: 🙂 ich hocke tatsächlich im sommerlichen Urlaubsloch und hier scheint esnahezu unmöglich, den blassen Teint zu bewahren. Auch ist mobiles Kommentieren anstrengend – kann dir also nachempfinden, was Du da auf dich nimmst immer… Umso Danke!

    Eine Alien-Statue am Grab, das wäre genau mein Fall! Oder wie wäre es mit dem Pilot(ensitz) des Raumschiffes, den die Mannschaft von Ripley entdeckt? Das ist übrigens auch im „Prometheus“ als wichtiges Element aufgegriffen und der Film ist das reinste Giger-Festspiel 🙂 – echt empfehlenswert! Filmkritik folgt hier auf dem Planeten bis Ende August.

    Ich halte es nur für komisch bis kritisch, wenn wir den Fremden und etwaigen Aliens, die etwas über unsere Kultur erfahren wollen, als Statuen unsere Vorstellungen von Aliens darstellen. Aber diese Perspektive sollte bei Überlegungen zu einem persönlichen Grabstein keine Rolle spielen. Da ist nur wichtig, was einem selbst wichtig (zu hinterlassen) ist.

    @Katharina: gutes Gedankenspiel, was man da von sich aufzeichnen würde – den jungen oder schon gereiften, älteren Menschen? Ich persönlich würde sicher Bilder von mir aus verschiedenen Lebensstadien verwenden, aber die Videoansprache (falls ich das machen würde) würde ich erst aufnehmen, wenn ich älter bin. Ich finde sowas im Stil von Christopher Lee hier im Beitrag http://der-schwarze-planet.de/christopher-lee-der-unsterbliche/ besser weil lebenserfahrener, überlegter fur ein Grab und meine Hinterlassenschaft als meine Träume und Ansichten zum jetzigen Zeitpunkt (die sich wohl auch noch ändern werden in den nächsten 40 Jahren).

  17. solitary_core 21. August 2012 zu 17:11 #

    ok, wenn ich mich attestieren lassen darf wenn ich ne weile nich da bin, sollte unsrer PlanetenOberhaupt das auch 🙂

    Auch wenn das Alien sicher am bekanntesten, die ganzen Sachen aus der biomechanioden Ära sind ohne Frage ein schönes Beispiel zeitgenössischer Kunst, ganz unabhängig davon ob das nun woanders wiederverwertet wurde, siehe Giger’s ELP welches ja einerseitz eben eins seiner Werk ist, andererseitz ein Albumcover von „Emerson, Lake and Palmer“.

    Das das Alien eine Vorstellung ist, wie eine solche Drohne aussehn könnte musste den eigentlichen realen Alien nicht erzählen (auch wenn ich eine solche Lebensform für wahrscheinlicher halte als die klassichen Grey 🙂 )

    Was ich im Kern sagen wollte ist : wenn ich mir stattdessen ein barocken Engel dahinstellen würd ist das für Ausserirdische genauso verwirrend, weil ihnen der Kontext fehlt, oder nur bruchteilhaft vorhanden ist

    Hab ich schon erwähnt, das ich touchscreen Tastaturen mag? Nein? Könnte einen Grund haben …

  18. Shan Dark 22. August 2012 zu 20:15 #

    Ich hoffe, mein Attest wird im Nachhinein noch ausgestellt und genehmigt – so wie Deines 🙂

    Weiß nicht, ob Aliens die Giger-Aliens als Projektion von Außerirdischen erkennen würden. Als eigenartige Lebensform sicher, vor allem wenn nebendran nur Engel, Jesus und Putten auf dem Friedhof zu finden sind. Vielleicht halten sie sie auch für Tiere. Definitiv wäre das aber eine Auftragsarbeit für HR Giger (wie auch die Plattencover für ELP, Debbie Harry, Atrocity, Pankow… seinerzeit welche waren), wofür tief in die Tasche zu greifen wäre. Und für Repliken sind sicher Lizenzrechte sehr teuer, wenn überhaupt erhältlich.

    Was meinst du mit den „klassischen Grey“?

  19. solitary_core 23. August 2012 zu 17:26 #

    Wie kann Mann dir böse sein ? :p

    Na ein klassischer grauer Alien halt , kleiner gedrunger Körper, lange dürre Extremitäten, grosser Kopf mit grossen mandelförmigen schwarzen Augen, keine Nase, gelegenlich kein Mund, graue Hautfarbe, daher der Name ^^

    „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ ist einer, die Asgard aus der Stargate-TV-Serie sind welche, ebenso „the Silence“ mit denn sich Dr Who rumschlagen muss.
    Mein Lieblings-Grey is allerdings „Edgar“ aus dem Egoshooter „Area 51” , was wohl nich zuletzt daran liegt das Brain Warner ihm seine Stimme lieh. Auch wenn der Text aller Edgar-Nahrichten gut zu Brain’s eigentlicher Kunst-Figur passen würde, muss dir ja nich sagen,das Brain auch Marilyn Manson ist. 🙂

    Die Beispiele sollten dir ja reichen damit nun ein Bild im Kopf hast was ein Grey ist, und nicht vergessen „die Wahrheit ist irgendwo da draussen…”

    Wenn ich mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehne, war der erste Grey in (den 50rn möcht ich sagen) „the outer Limits“ der ersten TV-Auftritt in den USA, seitdem häufen sich in den Entführungs-Geschichten solche Alien-Beschreibungen.

    Diese archetypische Form hatt auch Ridley Scott veranlassst was völlig anderes als Ausserirdischen zu nehm, auch wenn FOX deswegen garnich begeistert waren von den ersten Entwürfen, weils eben so anders war zu den klassischen Grey (siehe director’s comentary zum ersten Alien Film)

  20. Shan Dark 23. August 2012 zu 21:59 #

    Ahaaaaa, Danke Dir für die außerirdisch gute Aufklärung 🙂 – spannende Fakten, ich habe einiges mal nachgegoogelt.

    Die Hautfarbe der klassischen Aliens hab ich allerdings immmer als „grün“ im Kopf gehabt, nicht als grau. Daher war mir auch die Bezeichnung der „Grey“ nicht geläufig. Aber ich hab mir auch grad mal eine Szene aus Area 51 angesehen mit Edgar. Interessant. Wiederum wäre das für Ridley Scotts „Alien“ als Figur wirklich etwas zu ausgenudelt gewesen, der Überraschungs- und Gruseleffekt wäre dahin gewesen. Irgendwie sehen sie ja alle bisschen (so süß) aus wie ET. Schon deshalb hat er sich eine andere Figur genommen bzw. Giger werkeln lassen. Werden heute wohl mal wieder den ersten Alien gucken, um alles wieder bisschen aufzufrischen. 🙂

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