Verwandelt und entlarvt

Als Soundtrack zu meinem März 2013 hätte Speed-Metal besser gepasst als getragener, sich dahinschleifender Goth. Jedenfalls vom Rhythmus her. Es begann mit der Elektronischen Nacht, danach Goth-at-work on Tour, letztes Wochenende die herausragend tolle Geburtstagsparty eines Freundes und :flupp: Ostern mit Familien-Besuch aus Sachsen. Ich hatte kaum Zeit zum Verschnaufen. Auch im Web herrschte keine Langeweile und so warten einige interessante Artikel darauf, von Euch entdeckt zu werden.

Postpunk-Bildband coming soon!

Zuerst ein kurzer Rückschwenk zu den Links zum Abbiegen vom Februar: HURRA, es hat geklappt – die $ 8.000 für den Postpunk-Bildband über die 80s kamen durch viele kleine Spenden zustande und er wird nächstes Jahr im Mai 2014 erscheinen. Zwar noch ein Jahr warten, aber es lohnt sich: „We only want to show the world how beautiful goths, postpunks and the like were in this amazing era.“

Himmelsziege und Zombie-Schnecke

„Bekassine“ klingt eher nach etwas Warmem aus dem Ofen. Aber die zwei „Boten des Todes“ erklären uns, dass es sich bei der Bekassine um einen Vogel handelt – ja sogar um den Vogel des Jahres 2013! Die Gallinago gallinago gibt solch eigenartige Töne von sich, dass sie als dämonischer Totenvogel durch manch abergläubisches Oberstübchen schwirrt. Lesetipp Nr. 2 im Schemenkabinett sind die armen Zombie-Schnecken, die von einem Parasiten befallen werden, den sie über Vogelkot aufnehmen und der ihre Fühler cyber-artig pulsieren lässt bis zum Tod der Schnecken. Die Natur kann grausam sein! Außerdem: wer möchte schon gern von einem Cyber-Parasit befallen sein?

Erklärt: Gruftige Band-Logos

Der Herr von Karnstein wandelt stets auf unausgetretenen Themenpfaden. Diesmal erklärt er uns, woher die Logos von Sisters Of Mercy, Bauhaus, Sopor Aeturnus, Clan of Xymox, Joy Division, der Einstürzenden Neubauten und seiner eigenen Band Farblos stammen und fördert dabei manch für mich bisher Unbekanntes zutage. Wünsche zu weiteren Logo-Forschungsarbeiten sind bei ihm im Blog abzugeben – auf dass daraus eine Artikelserie werde!

Gezielt vorbei: das ZEIT-Dossier zu Filmpiraterie

Ich bin schon länger kein Freund der ZEIT-Kultur-Redaktion. Zum Beispiel das Review zu Light Asylum’s neuem Album „Light Asylum“ fand ich ziemlich daneben, auch wenn es positiv war. Aber mit dem Begriff „Pathos“ in Bezug auf die Band konnte ich gar nichts anfangen. Immerhin hat dieses ganze abgehobene Textgeschwurbel bei mir einen bleibenden, negativen Eindruck hinterlassen.  Hab mich geärgert, die Zeit zum Lesen in die ZEIT investiert zu haben, aber am Ende tröstete ich mich damit, dass die Band dem Blatt überhaupt einen Artikel wert war.
Der Wortvogel Torsten Dewi, deutscher Journalist und Autor von Romanen und TV-Drehbüchern im Bereich Science-Fiction- und Fantasy, nimmt nun einen larmoyanten ZEIT-Artikel über Filmpiraterie und wie sie den Erfolg von Blockbuster-Produktionen wie „Cloud Atlas“ nachhaltig zerstören können, kritisch aufs Korn. Oder besser: er nimmt ihn auseinander. Und er zeigt, dass dieser Artikel ganz gezielt entstanden sein könnte… Auch hierfür braucht ihr Zeit zum Lesen, aber die lohnt sich.

Die Verwandlung…

Kaki im Museum (Foto: Meike Winnemuth)
Kaki im Museum (Foto: Meike Winnemuth)

… zu einer Kakerlake kann man während der „Cockroach Tour“ im Science Museum London erleben. Ihr müsst dazu auch keine 45min die Luft anhalten, so wie Kakerlaken das können. Im wunderbaren, wenn auch nicht ’schwarzen‘ Reiseblog der Journalistin Meike Winnemuth erfahrt ihr mehr über diese außergewöhnliche Museum-Tour, die ich mir gleich mal für den nächsten London-Trip vorgemerkt habe.

Meike hat bei Günter Jauch eine halbe Mio. Euro gewonnen und mit dem Geld (bzw. einem Bruchteil davon) 12 Städte in 12 Monaten besucht und die Erlebnisse auf ihrem Blog zeitnah festgehalten. Getreu dem Spruch von Mark Twain: „In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast.“ gab sie dem Aufforderungscharakter dieses Gewinns nach und ging auf Weltreise. Dabei gab sie viel weniger Geld aus als eingeplant war pro Monat: „Es geht immer mehr als man denkt.“ Food for thought.

Lehrstück für schlechte Interviews

Die Offenbacher Band Adversus, die sich für meine Begriffe in keine Musik-Schublade stecken und nur als düsteres Gesamtkunstwerk begreifen lässt, hätte durchaus etwas Besseres verdient als beim 13. Castle Rock Festival 2012 von einer Praktikantin interviewed zu werden. Beim nachfolgenden Videofundstück (ab 1:14 min) können angehende Journalisten auf jeden Fall lernen, wie man es bitte absolut nicht macht und dass man sich mit einer Band vor einem Interview zumindest ein bisschen auseinander setzen sollte. Man fragt sich, wie Torsten, Aysel und Stefan dennoch so freundlich bleiben können? Da beweist sich einmal mehr, was ich im Januar in einem Konzert schon feststellen konnte: sie sind einfach zu sympathisch für diese Welt ;). Der jungen Interviewerin kann ich neben ihrem guten Aussehen nur die geringe Interview-Erfahrung gepaart mit wohl ehrenamtlichem Hobby-Journalistentum zugute halten. Trotzdem wünsche ich ihr einen Blixa Bargeld als Interviewpartner – da hätte man als Zuschauer wenigstens seinen Spaß!

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3 Kommentare zu „Verwandelt und entlarvt“

  1. solitary_core

    hm das wär dann sicher ne Mischung aus Slipknot (sublimal verses vol3 ) und Arch Enemy (khaos rising), abgerundet mit ner runde Dethklok ( the Dethalbum ) 😀

    getreu dem Dethklok-Motto „wir machen Kaffee metal, wir machen alles metal, schwärzer als das schwärzeste schwarz mal unendlich …“

    http://www.youtube.com/watch?v=vpv9_NCY4z4

    wobei ob das dann wellness-tauglich is o.O , zumindest möchte ich nich auf ner Massagebank liegen wenn das läuft ^^

    aber nen Kaffee könnte schon noch sein =P

  2. solitary_core

    dürfte wohl nih lange dauern bis irgendeiner mit dem Gesang der Berkassine nen Dubstep-Lied macht :D, obwohl im industrial sicher auch einige nette Experimente zu machen wären =P

    Zombie-Schnecken? Cyber-Parasiten? Haben wir doch schon längst, dank Facebook, Twitter und irgendein.vz sind doch betroffene Opfer nur noch am pulsieren und neue Wirte suchen 😀

    naja back to the roots: hab „Resident Evil 6“ für mich entdeckt, nach den letzten beiden Enttäuschungen is das wieder mal richtig spassig 😀
    un Musikalisch bin ich grad wieder auf Omkara Techichi gestossen, Hardcore Darkcore bzw Breakcore DJ.

    Warnung : „Als Lärm werden solche Höreindrücke bezeichnet, die uns belästigen und mißfallen. Lärm zerstört die innere Ruhe des Menschen und macht krank“
    (K-Lab – Lärm =P )

    hab sein Promo Mix fürs Hardschock Festival bei utube gefunden :
    http://www.youtube.com/watch?v=SHwh-jueQ6k

    1. Lieber @solitary >> ein Dubstep-Song aus der Bekassine – super Idee! 😉 Ich höre gerade Deinen Omkara Techichi und mein Laptop fängt auch schon heftig an mit den Flügeln zu schlagen, äh zu vibrieren… mal interessant, was Du so hörst! Aber es ist mir definitiv zu hart, das muss ich zugeben. Gibts davon auch ne Speed-Metal-Version? 🙂 FAlls ja, dann ist das vermutlich wie Wellness-Urlaub.

      …wobei ich so langsam beginne mich einzuhören… nur das mit dem klaren Denken klappt nicht ganz dabei!

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