Teller mit Lippe

Der schwarze Planet befasst sich u.a. mit Skurrilitäten auf Reisen. Doch nicht nur tote Gebeine oder krumme Bäume, sondern auch Menschen und deren Traditionen und Schönheitsideale können skurril sein. Als mir mein Kollege und Planetenleser Potti die Fotos seiner letzten Äthiopien-Reise zeigte, konnte ich mich kaum halten: er war beim Volk der Mursi gewesen – das sind die mit den Tellerlippen oder Lippenteller! Die Mursi sind natürlich nicht das einzig Spannende an Äthiopien, aber sicher mit das Skurrilste. Pottis faszinierende Bilder von seiner Reise habe ich verschlungen – es sind Einblicke in eine ganz andere Welt! Ich hoffe, auch ihr lasst euch von Pottis Reisebericht & Fotos für ein paar Leseminuten auf den afrikanischen Kontinent entführen und von der Andersartigkeit der Mursi in den Bann ziehen.

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Unterwegs in Äthiopien beim Volk der Mursi

Ein Gastbeitrag von Potti

Eines vorweg: Wir lieben Afrika! Besonders die ganz andere Lebensweise der Menschen dort. Auch wenn der Spruch „Die Europäer haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit“ etwas abgedroschen ist – er trifft zu. Afrika ist Entschleunigung und Ruhe pur. Zudem gefällt uns die afrikanische Flora und Fauna und da meine Frau und ich ‚Wüstenfreunde’ sind, gibt es dort für uns unendlich viel zu entdecken.

Eine der faszinierenden Felsenkirchen von Lalibela / Äthiopien

Eine der faszinierenden Felsenkirchen von Lalibela / Äthiopien

Nach unseren bisherigen Touren durch das südliche und östliche Afrika sollte diesmal Äthiopien das Ziel sein. Oft wurden wir vorher gefragt: „Was wollt ihr in Afrika? Was gibt es dort zu sehen? Äthiopien ist doch eines der ärmsten Länder weltweit überhaupt?!
Aber Äthiopien hat viel zu bieten. Im Norden das Hochland, auch als das „Dach Afrikas“ bezeichnet.
Der Simien-Nationalpark liegt in wunderschöner Berglandschaft, die weit über 4000 Meter hoch ist. Der Norden ist zudem für seine Heiligtümer der äthiopischen Kirche bekannt, hier müssen auf jeden Fall die Felsenkirchen von Lalibela genannt werden.

Zudem sind wir immer wieder von den Afrikanern begeistert! Trotz großer Armut sind die Leute immer hilfsbereit, kontaktfreudig und unglaublich positiv gestimmt. Unvorstellbar, wie man Kinder mit kleinen Mitbringseln wie einem Kugelschreiber und einem Stück Papier glücklich machen kann. Diese Lebensfrohheit trotz Entbehrung und Armut ist schon beneidenswert.

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Rhythmus im Blut – oft gesehen: tanzende Kinder auf den Straßen

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Ich werde meinen Reisebericht auf den südlichen Teil Äthiopiens fokussieren und von unserer Begegnung mit dem faszinierenden Volk der Mursi berichten. Der Süden ist viel ursprünglicher und von der Infrastruktur bei weitem nicht so entwickelt wie der Norden. Also noch viel mehr Afrika pur!
Hier sind viel weniger Touristen unterwegs, wahrscheinlich auch wegen der teilweise schlechten Straßenverhältnisse, die ein Vorankommen oft nur mit einem Geländewagen zulassen. Bei Regen selbst damit nicht.

Im südlichen Äthiopien leben über 80 verschiedene ethnische Völker, oft weit abseits der Zivilisation. Erkennungs- bzw. Unterscheidungsmerkmale dieser Ethnien sind neben Frisur und Kleidung auch ihr Schmuck und Körperbemalungen. Unterwegs haben wir einige Märkte und Dörfer besucht, die Unterscheidungen dieser Völker waren schon eindeutig zu erkennen. Zudem sahen wir viele Einheimische auf den Straßen: transportiert wird fast alles per pedes, der Durchschnittsmarsch eines Äthiopiers beträgt 35 km, täglich!!!
Fast jede Ethnie spricht ihre eigene Sprache. Leider führt das oft zu Konflikten, denn eine Kommunikation der afrikanischen Stämme untereinander ist somit kaum möglich.

junge Frau vom afrikanischen Stamm der Bana

junge Frau vom afrikanischen Stamm der Bana

ältere Bana-Frau - mit Schädelschale auf dem Kopf (?)

ältere Bana-Frau – mit Schädelschale (?) auf dem Kopf

 

Wir sind auf unserer Äthiopien-Tour mit einer kleinen, gut organisierten Reisegruppe on tour und haben einen erfahrenen, lokalen Guide dabei. Individuell und allein den Südwesten zu bereisen ist fast unmöglich und gefährlich, u.a. aufgrund der offen sichtbaren Stammeskämpfe. Es sind viele spärlich bekleidete und bunt bemalte Männer mit Sperren oder gar Kalaschnikows auf den Straßen unterwegs. In der Gemeinschaft der Gruppe fühlen wir uns aber sicher.

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Wir fahren durch die Außenbereiche des Omo-Flussgebietes in Äthiopien, das sich ca. 700 km südwestlich der Hauptstadt Addis Abeba befindet. Im Mago-Nationalpark besuchen wir die Mursi, ein Stamm mit nur noch ca. 4000 Menschen. Sie leben zurückgezogen als Bauern und Viehzüchter – aufgesplittet in viele kleine Dörfern und Clans, oft nur aus ein paar Dutzend Strohhütten bestehend. Strom oder Wasserversorgung haben wir hier keine gesehen.

In etwas Abstand zu den ersten Hütten hält unser Fahrer an. Unser Guide muss erst mit dem Stammesführer sprechen. Sind wir überhaupt erwünscht? Wie lange dürfen wir bleiben?

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Der erste Kontakt zu den Mursi ist recht distanziert. Eigentlich logisch, es treffen zwei völlig verschiedene Kulturen aufeinander. Wir besuchen hier eines der letzten Völker weltweit, die außerhalb der Zivilisation leben. Polizei und Gesetze gibt es nicht, wir müssen uns den Gewohnheiten der Mursi anpassen. Unser Guide sagte noch: „Wenn ihr hier ein Problem mit den Menschen habt, kann ich euch nicht helfen. Wir sind Gast und müssen uns den Einheimischen mit deren Traditionen unterordnen. Die Mursi sind ein stolzes Volk, beachtet das!“
Ein Hallo, ein kurzes Winken und ein Lächeln lässt die Stimmung dann aber schnell auftauen. Im Dorf sind viele Kinder, sie helfen immer die Distanz zu lockern.

mursi-frauen-lippenteller

grosse-tellerlippeWobei unser Blick zuerst nicht von DER typischen Mursi-Tradition ablässt, den Lippentellern. Sie werden nur von Frauen getragen. Die Tonteller haben einen Durchmesser von bis zu 14cm und sind in ein Loch in der Unterlippe eingesetzt. Laut unserem Guide ist es ein Symbol des Erwachsenwerdens. In der Pubertät wird die Unterlippe mit einem kleinen Loch durchstochen und dieses wird über die Jahre mit immer größeren Stöcken und Platten weiter gedehnt. Wenn der Wechsel vom Stock zum Teller folgt, werden den Frauen die beiden unteren Schneidezähne entfernt, diese würden sonst gegen die Teller drücken. Die Tellerlippen gelten als Schmuck, eine Art Schönheitsideal, je größer, umso attraktiver. Die Größe des Lippentellers hat auch Einfluss auf den Brautpreis, die die Eltern der Braut vom Bräutigam verlangen können.

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Zum Essen wird der Lippenteller entfernt. Das Loch in der Unterlippe ist dann eindeutig zu erkennen und hängt weit herunter – nicht so schön anzuschauen.

Mursi-Frau ohne Lippenteller

Mursi-Frau ohne Lippenteller

 

Injera-Fladenbrot bei der Zubereitung

Injera-Fladenbrot bei der Zubereitung

Bei den Mursi essen Männer und Frauen übrigens immer getrennt. Die Hierarchie bzw. Rangordnung untereinander ist im Dorf eindeutig geregelt. Kulinarisch gibt es auch hier, wie überall in Äthiopien, Injera. Ein recht saures Fladenbrot, welches mit Saucen oder Gewürzen gegessen wird, oft dreimal am Tag.

Weitere Schönheits- und Standesmerkmale der Mursi sind geometrisch angebrachte Schmucknarben und auch bunte Körperbemalungen, diese werden auch von Männern getragen. Alles sehr schön anzusehen.
Die Mursi sind sehr traditionsbewusst, leider wird daher die Genitalverstümmelung bei den Frauen immer noch praktiziert. Aber nicht nur hier im Omo-Gebiet, im gesamten Land wird diese Tradition noch recht häufig gelebt, meist aber vor Ort totgeschwiegen.

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Die Lebensweise, nicht nur der Mursi sondern auch von den anderen afrikanischen Stämmen, hat sich in den letzten Jahren ziemlich verändert. Durch die Verringerung der Wildtierdichte kann weniger gejagt werden, die Anbauflächen für Getreide werden immer kleiner, ein großes Problem für ein Volk von Selbstversorgern. Für die Mursi gibt es aber sonst keine andere Einkommensmöglichkeit, außer die eigene Tradition in Form von Bildern an den Touri zu verkaufen. Das macht uns etwas nachdenklich. Das Fotografieren der Mursi-Frauen ist daher schon „ein Business“, bei dem uns die Frauen klar zu verstehen geben, wie viel für ein Bild zu zahlen ist. Hütte, Kind etc. kostet extra, und wenn man nicht zahlt, gibt es erhebliche Probleme…, die wir aber lieber nicht heraufbeschwören wollten.

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Daher verlief unser Besuch bei den Mursi recht harmonisch, wenn auch recht kurz. Nach einer halben Stunde fuhren wir schon weiter. Viel zu wenig Zeit um sich mit den Menschen und derer Kultur zu befassen und auch deren Andersartigkeit zu verstehen. Aber es war ein Besuch, der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, bei einem der letzten existierenden Volksstämme mit lebendigen Traditionen. Nach unserer Äthiopien-Reise habe ich diesmal recht lange gebraucht, um vom Kopf her wieder ins normale, deutsche Leben zurück zu kehren. Die Gedanken sind noch oft im fernen Afrika.

Eine nette Verabschiedung von den Mursi-Jungen

Eine nette Verabschiedung von den Mursi-Jungen

 

Urheber aller Fotos ist Potti – das Urheberrecht ist zu beachten. Die Nutzung oder Bearbeitung zu privaten oder gewerblichen Zwecken ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet. Bei Interesse gern eine Anfrage über mein Kontaktformular stellen.

 

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6 Responses to Teller mit Lippe

  1. Katharina 7. Juli 2014 zu 09:44 #

    Wow- toller Gastbeitrag, wie ein Blick durch’s Schlüsselloch… Vielen Dank dafür!

    Für mich bleibt nach dem Lesen eine große Nachdenklichkeit zurück. Die Lebensweise indigener Völker gemahnt mich oft, dass unsere westlich-industrielle Zivilisation zwar viel Angenehmes beinhaltet, der Preis dafür aber sehr hoch ist und das selbst solche „Paradise“ nicht von Auseinandersetzungen frei sind…

    Tut gut, durch den Artikel die Möglichkeit bekommen zu haben mal wieder eine andere Betrachtungsweise einnehmen zu können.

  2. Melle Noire 12. Juli 2014 zu 20:58 #

    Hi!

    Toller Artikel, beim Lesen dachte ich allerdings vor allem eines: AUA!!!! Da wird zuerst ein Loch in die Unterlippen gestochen, da werden untere Schneidezähne entfernt usw… Und das alles wahrscheinlich ohne irgendeine Betäubung… o.O Da wird mir persönlich schon flau im Magen (aber gut – was Schmerzen angeht, bin ich eine echte Muschi. Vielleicht sind da die Mursi ja härter im Nehmen)… Das mit der Genitalverstümmelung bei Frauen kommt ja auch noch hinzu, diese Tradition finde ich wirklich schauderhaft und unmenschlich (die Frauen haben dann ja auch ihr ganzes Leben lang üble Probleme – wie war das noch? Die Menstruation dauert bis zu 2 Wochen lang, für sexuelle Kontakte sowie für Geburten muss die Frau mit dem Messer geöffnet werden? GRUSELIG und für mich nicht nachvollziehbar, wie solch eine brutale Tradition überhaupt entstehen konnte. Zumal auch viele Mädchen daran sterben).

    Das mit den Tellerlippen ist natürlich schon ausgesprochen interessant. Aber auch hier frage ich mich, wie diese Tradition wohl entstanden sein könnte. Welchen Sinn und Zweck hatte sie ursprünglich, wie entstand dieses Schönheitsideal? Ich persönlich finde die Lippenteller nicht sonderlich hübsch, auf mich wirken deren Trägerinnen optisch fast wie Außerirdische. Aber wahrscheinlich würden afrikanische Stämme auch nicht unbedingt alle Schönheitsideale der westlichen Welt verstehen. 🙂 Bemalungen oder auch Narben bei Stammesvölkern gefallen mir einfach wesentlich besser. Natürlich ist es generell natürlich schön, dass es noch eine solche Vielfalt auf Erden gibt, dass völlig andere Lebensweisen existieren usw – auch wenn manches für den ein oder anderen sicherlich Geschmackssache ist.

    Dunkle Grüße! 🙂
    Melle

  3. Melle Noire 13. Juli 2014 zu 05:09 #

    Hmmm, es wird wohl vermutet, dass mehrere afrikanische Völker (nicht nur die Mursi) ihre Frauen ursprünglich unattraktiv für Sklavenhalter machen wollten durch das Einsetzen der Teller in die gedehnten Unterlippen. Im Alltag tragen die Mursi-Frauen ihre Teller derweil wohl eher selten.

    Habe ein wenig auf Wikipedia geschmökert. 😉

  4. Shan Dark 14. Juli 2014 zu 22:40 #

    Hi Melle Noire,
    nice to read you 🙂 und danke, da sagste was mit dem AUA. Ich hab das auch sehr oft gedacht, als ich den Artikel online gestellt habe. Auf der einen Seite finde ich es faszinierend, auf der anderen befremdlich. Auch „wie Außerirdische“ ist eine gute Beschreibung dafür. Wie fremd uns doch manch andere Kulturen sind.
    Mit der Wikipedia wäre ich trotzdem zumindest skeptisch. Klar, der Tourismus ist auch eine Einnahmequelle, aber AUCH. Fakt ist, dass es immer noch Tradition ist, sonst hätten nicht so viele Frauen einen Teller und noch dazu so einen großen. Kann sein, dass sie ihn im Alltag nicht mehr so oft tragen. Das kann Potti besser sagen, ob er den Eindruck hatte, dass sie alle erstmal in ihren Hütten verschwanden, den Teller anlegten und dann zum Fotografieren wieder raus kamen…? 😉

  5. potti 29. Juli 2014 zu 17:54 #

    Hallo zusammen,
    sorry das ich als Verfasser erst recht spät reagiere….
    Wir waren mal wieder in fremden Kulturen ohne PC-Erreichbarkeit unterwegs, diesmal in der Mongolei. Und auch dort gibt es Nomadenvölker, bzw. eigentlich mehr Familien, weit abseits der Zivilisation. Schon recht bemerkenswert wie die Menschen dort mit ihren Traditionen und auch unter recht schwierigen klimatischen Bedingungen leben….

    Aber nun zu den Mursi und euren Kommentaren,
    Es freut mich sehr, dass euch mein Bericht gefällt, war in dem Sinne auch mein erster dieser Art, also Neuland für mich.
    Tja, wie oft und wie lange die Mursifrauen Ihre Teller tragen, gute Frage? Wir waren knapp eine halbe Stunde dort, und da waren alle Teller in Benutzung;-)
    Das Einlegen der Teller in die Lippe ist eine Sache von Sekundenbruchteilen, ähnlich wie bei uns das Aufsetzen einer Brille. Von daher könnte ich mir schon vorstellen, dass die Teller schon noch oft und auch regelmäßig getragen werden, auch wenn keine Touri in der Nähe ist.
    Ursprünglich durften sich Frauen im Beisein von fremden Männern wohl nur mit Lippentellern zeigen, von daher dürfte von dieser Tradition bestimmt noch etwas hängengeblieben sein.
    Über den Ursprung der Lippenteller-Tradition gibt es viele Gerüchte, genaues weiß da wohl keiner. Aber die Variante mit den Sklavenjäger entbehrt wohl jeder Grundlage, so die Info laut unserem Reiseleiter vor Ort, wie auch unseren Reiseinfos in Buchform, ich hatte das auch bereits vor der Reise in Wiki gelesen…
    Eine andere Variante ist auch die, den Teller als Schutz vor bösen Geistern zu nutzen?!
    Meinen Gefühl nach ist es wohl eher reiner Körperschmuck, und eben auch mittlerweile Business.
    Hier noch ein Beispiel um die Andersartigkeit ggf etwas besser verstehen zu können. Auf einem Markt (nicht bei den Mursi) habe ich mir das Gesicht mit Sonnencreme eingeschmiert, die Einheimischen haben mich so perplex angeschaut, „was macht der da?! „
    Auch als ich den Leuten die Creme zum Riechen oder auch mal zum Einreiben (ok, macht dort wohl nicht viel Sinn;-) anbot, fühlen sie sich regelrecht von der Creme angewidert.
    Wir sind von den Lippentellern fast eher negativ fasziniert, und die Äthiopier können mit meiner Creme nix anfangen, das nenn ich mal nen Konflikt unter verschiedenen Kulturen;-)
    Gruß Potti

  6. Leno 17. Mai 2015 zu 20:24 #

    Was soll der Quatsch mit dem nicht zahlen überhaupt? Ich wäre überfroh, solchen Menschen mit einem minimalsten Teil meines Vermögens große Hilfe leisten zu können. Ihr seit ja schlimmer als Mister Crabs. Aber ansonsten ziemlich interessant.

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