Die Mumien von Palermo

Das dürre Katzenkind drückt sich zitternd an den Sockel des Hauses, nachdem es uns entdeckt hat. Als wir näher kommen, wirft es mir einen scheuen Blick aus riesigen Augen zu und stakst davon. Wie die meisten Katzen in dieser Stadt ist es nur ein Gerippe – mit Fell überzogen. Dieser Anblick bereitet uns ein wenig auf das vor, weshalb wir überhaupt nach Sizilien gefahren sind: die Mumien von Palermo.

Schon seit 10min laufen wir durch die „berüchtigte“ Hauptstadt Siziliens und ich bin so unruhig, als hätte ich in der zweiten Spur geparkt. Das ist nicht der Fall. Mein Auto steht 50m von einer Kirche entfernt am Straßenrand, dort parken wir zwar unbewacht, aber fast schon mit Gottes Segen – und einem Schloss zwischen Lenkrad und Bremspedal. Doch würde ein Italiener (m)einen Opel klauen? Die haben ja auch ihren Stolz. Wiederum: die Sizilianer sind arm und besonders merkt man das in Palermo.

Unergründliche Wege

Dummerweise sind wir ohne Stadtplan losgelaufen – in der einfältigen Annahme, dass die Stadt nicht besonders groß und die berühmte Kapuzinergruft in Palermo überall ausgeschildert sein wird. Aber mit Hinweisschildern zu den „Catacombe dei Cappuccini“ haben sie es hier nicht so. Wir fragen zwei Carabinieri. Sie sind nett, weisen uns grob die Richtung und schenken uns einen Stadtplan mit dem Hinweis, dass die Kapuzinergruft Palermo dort nicht drauf ist, weil sie zu weit außerhalb liegt. Ich mag es ja, wenn man sich skurrile Reiseziele erarbeiten muss. Besonders bei 35° im Schatten. 🙄

DA! Ein Straßenschild mit „Via Cappuccini“ – von der sprachlichen Richtung her wird es (noch) heißer. Ein alter Mann döst im Schatten eines Baumes. Ich will ihn nach den Katakomben fragen, aber er schaut nur meinen Freund an und fragt „Catacombe, eh?“ Richtig vermutet. Er grinst uns an, zeigt dabei drei verbliebene Kuchenzähne im Mund und bedeutet uns mit Gesten, dieser Via Cappuccini bis in alle Ewigkeit zu folgen.

Der Eingang zu den Katakomben von Palermo – rechts geht es in den Kapuzinerkonvent.

Irgendwann – wir sind nun mehr als 45min unterwegs – stehen wir auf einem Platz mit Verkaufsständen und parkenden Autos. Es ist die Piazza Cappuccini. Das größte Gebäude hier ist ein schlichtes, einstöckiges, größeres Haus in terracotta-ocker-Farben. Es ist das Klostergebäude der Kapuzinermönche und in eine Ecke gepresst entdecke ich den „Ingresso Catacombe“, den Eingang zur Kapuzinergruft. Das habe ich mir zwar etwas spektakulärer vorgestellt, aber auf die Verpackung kommt es letztlich nicht an. Wichtig ist, was im Keller steckt.

Die Mumien von Palermo sind kein Geheimtipp mehr. Das wusste und merke ich an den Postkartenständern am Eingang, flankiert von Büchern zur „Sizilianischen Küche“ in sechs verschiedenen Sprachen. Ein paar fliegende Händler verkaufen Kaltgetränke, die sie aus den abenteuerlichsten Ecken ihrer klapprigen Autos herbeizaubern. Überfüllt ist es am Eingang trotzdem nicht. Ein Kapuzinermönch in Zivil, also ohne braune Kutte, kassiert den mickrigen Eintritt von 3 EUR pro Person. In einen Glaskasten eingesperrte Rosenkränze und Jesuskreuze warten direkt neben der Kasse darauf, gekauft zu werden. Für die zarten Gemüter etwas zum Kneten & Beten… Ich will endlich sehen.

Der größte Mumien-(Alb)Traum der Welt

Es ist nicht direkt ein Abstieg, sondern eher ein Nachuntenlaufen auf der geneigten Ebene. Durch einen Gang mit alten, dicken, geweißten Wänden schreiten wir in die Tiefe. Am Ende des Gangs öffnet sich ein großer Gewölbekeller.

Und dann hängen sie neben mir – schlaff an Haken an der Wand. Schädel mit verzerrt geöffneten Mündern scheinen stumm zu stöhnen oder zu schreien. Augenhöhlen lugen unter Kapuzen hervor. Sie tragen viel zu große Kleider, Mäntel, Kutten oder mit Gold und Staub besetzte Talare. Fast alle haben Handschuhe an. Mein erster Gedanke ist:

Wie in einer riesigen, historischen Kleiderkammer – nur mit Skeletten statt Schaufensterpuppen. 😯

Bis unter die Gewölbedecke stehen, liegen oder hängen sie übereinander – jede Mumie in einer Nische für sich allein. Manche sind in offenen oder verglasten Särgen aufgebahrt oder stehen auf Sockeln an der Wand, ungelenk in sich verrutscht, nur noch vom Draht an der Wand gehalten. Meist hängen die Köpfe wie bei Schlafenden im Zug vornüber.

Zunächst bin ich fassungslos – und zwar über die Offenheit des Todes und seine vielen Gesichter: grotesk, schmerzverzerrt, ergeben, grinsend, leidend. Bin angenehm überrascht darüber, dass sich der Tod hier nicht versteckt oder wissenschaftlich steril präsentiert. Meine bisher gesichteten Mumien lagen immer in Särgen hinter Gittern oder im Museum. Hier brauche ich nur den Arm ausstrecken und könnte sie berühren.

Wie in einem Schlafwagen ins Jenseits – nicht alle Mumien von Palermo hängen.

 

Nach ein paar Minuten erfasse ich erst die schiere Masse an Leichnamen. Es sind ca. 2.000 Menschen, die sich hier post mortem versammelt haben. Es ist so unwirklich – bin ich noch in der Gegenwart oder schon auf Zeitreise in die Vergangenheit? Unmengen von Leichen – nicht weggesperrt, vergraben oder verbrannt. Sie sind zwar tot, aber irgendwie doch nicht, sondern hängen wie in einer morbiden Ahnengalerie an der Wand – statt Öl auf Leinwand stehen die Mumien von Palermo in Nischen. Ein Keller der Erinnerung an vergangene Jahrhunderte und Menschen.

Die Mumien von Palermo sind kein harmloses Memento Mori. Manchmal ist es erdrückend und fast zu viel – je nachdem, wie stark ich mich auf die einzelnen Personen einlasse. Es ist unvermeidlich, über sie nachzudenken. Ich lasse mir viel Zeit, schaue sie genau an, denn jeder Tote ist interessant und hat mir etwas zu sagen. Dank der Kleider wirken sie gar nicht tot, sondern eher schlafend. Als könnten sie jederzeit erwachen und von ihrem Schicksal erzählen – vor 400 oder vor 200 Jahren. Ich hätte sie zuerst gefragt, warum sie sich mumifizieren lassen wollten. Weil es so üblich war in den besseren Kreisen Palermos, um dazu zu gehören? Geschah es eher auf Wunsch der/des Verstorbenen oder der Angehörigen? Konnten sie den Tod ihrer Lieben besser verarbeiten, wenn sie statt zu einem steinernen Grab zu einem mumifizierten Antlitz sprachen? Ich mache mir Gedanken und laufe die Gänge mehrfach entlang. In einem steht eine Mumie, die sehr gut erhalten ist und mich mit den Augen verfolgt, egal wohin ich gehe. Ich muss an diese gemalten Portraits denken. Unangenehm ist das und ja, auch etwas unheimlich.

Aber diese Kleider! Es ist wirklich wie in einer antik-morbiden Kleiderkammer. Stil, Accessoires und Mode vergangener Jahrhunderte, der Chic der High-Society von Palermo, Gewänder von Würdenträgern, die favorisierten Stoffe der betuchten Gesellschaft – all das kann man problemlos der Kleidung der Mumien entnehmen und spart sich das Heimatmuseum. Die Frauen und unverheirateten Mädchen („virgins“) tragen Häubchen, Rüschen und mit Spitze besetzte Kleider oder Röcke. Von Motten zerfressen und durchlöchert. Knöpfe bröckeln, Fäden seilen sich ab. Aus Weiß ist im Laufe der Jahre dreckiges Grau geworden. Manche Frauenmumien wirken dadurch wie Gespensterinnen in alten Schlössern, andere wie aus einem Zombiefilm. Oder wie Norman Bates’ Mutter in „Psycho“ – nur häufig sind die Leichen besser erhalten. Es ist nicht gruselig für mich, eher faszinierend speziell. Kindern unter 12 Jahren würde ich diesen Anblick jedoch ersparen (es sei denn, sie schauen bereits Horrorfilme zum Frühstück). Ich habe einige beobachtet – sie schienen verstört, mit großen Augen, offenen Mündern und sie liefen sehr schnell.
Das Richtige für eine Kinderwelt ist dieser Keller nicht.

Das Kellergewölbe ist übrigens wesentlich größer als ich erwartet hatte und so „rotten“ wie seine Insassen. Das schafft eine unvergleichbare Atmosphäre. Putz bröckelt von den Wänden. Schimmel frisst sich in so manche Nische, aus der ihr Bewohner gerettet wurde. Staub von Jahrhunderten liegt auf Särgen. Spinnweben haften zwischen Nase und Spitzenhäubchen.

Mumien in Palermo – wie es dazu kam

Die Kapuzinermönche siedelten sich 1534 vor den Toren Palermos an. 65 Jahre später wurde es etwas eng für die verstorbenen Ordensbrüder, die unter dem Konventsgebäude begraben lagen und die Gruft sollte unterirdisch erweitert werden. Als die Kapuzinermönche ihre längst Verstorbenen an eine neue Stelle verlagern wollten, blickten ihnen statt Skeletten sehr gut erhaltene Trockenmumien entgegen. Diese wurden auf Geheiß des Abts an den Wänden des Gewölbekellers aufgestellt: zur Mahnung an die lebenden Brüder, sich auf ihren Tod sorgfältig vorzubereiten.

Die nächsten 70 Jahre danach dienten die heutigen Katakomben Palermos ausschließlich den verstorbenen Mönchen als unterirische Grabstätte, von denen einige in Einzelsärgen an den Seiten des ersten Gangs begraben wurden. Allerdings wurde der Druck der reicheren Gläubigen, die gleichzeitig die Wohltäter des Klosters waren, auf die heiligen Brüder immer größer. Sie wollten auch in der Nähe ihrer Ordensleute begraben werden. Sporadische Zugeständnisse an die Wohltäter nahmen zu. Irgendwann wurden nicht nur Mönche, Bischöfe und Priester in ihren besten und typischen Kleidern bestattet und mumifiziert, sondern auch Ärzte, Schriftsteller, Maler, Offiziere und Rechtsanwälte, die alle unter der Bezeichnung „Professionisten“ in einem Gang liegen. Denn – ungewöhnlich für einen Friedhof – wurden die Toten gruppiert in unterschiedlichen Gängen nach ihrem sozialen Rang. Männer und Frauen liegen getrennt. Obwohl die Toten während ihrer Mumienlaufbahn genügend Zeit hatten, sich von jeglichem Standesdünkel zu verabschieden – an den Kleidern erkennt man es doch! So war es wohl auch gedacht: im Tod sind nicht alle gleich, nur gleich tot.

Es gibt auch eine recht große Kinder-Abteilung mit mumifizierten Babys, Totgeborenen und Kleinkindern bis 4 Jahre. Ich muss schlucken. Liebe und Leid. Sein totgeborenes Kind zu mumifizieren… das wäre heutzutage einfach unfassbar. Auch wenn sicher manche Eltern aus Schmerz ihr Kind so festhalten wollen.

 

Körper und Gesichter aus 5 Jahrhunderten, die sich langsam auflösen. Ein Teil der Stirn hat sich bereits zersetzt, Schädeldecken lösen sich ab. Löcher fressen sich durch Wangen und Augenhöhlen. Unterkiefer kippen weg. Ohren schrumpeln. Haut hängt wie Leder in Fetzen. Oft sacken die Köpfe wegen morscher Halswirbel zur Seite oder nach hinten, noch häufiger nach vorn. Manche Mumien wirken regelrecht grotesk, andere wie Statisten in einem Horrorfilm.

Mehr als zwei Jahrhunderte hielt das Verlangen der besseren Kreise Palermos nach dieser Bestattungsart an – ein gesellschaftliches Phänomen, aus heutiger Sicht jedenfalls. 1837 wurde es von der Regierung verboten. Es fanden zwar noch bis 1881 Bestattungen statt, allerdings mussten die Mumien in Särgen aufgebahrt werden.

Drei Methoden der Leichenerhaltung

Wie riecht es eigentlich in der Kapuzinergruft? Nun, besser als in manchem Altenheim. Es mümmelt nach Kellergewölbe, aber nicht nach Leichen. Denn hier unten sind nur Trockenmumien – die können gar nicht riechen. Für faule Gerüche fehlen ihnen das Blut und die Eingeweide.

Wie wurden die Mumien von Palermo mumifiziert?

Die älteste und gebräuchlichste Methode zur Konservierung dauerte fast ein ganzes Jahr. Die Mönche brachten die Leichname in unterirdische Kammern, die von den Gängen der Kapuzinergruft wie kleine Fuchsbaulöcher abzweigen. In eine kann man beim Rundgang hineinschauen. Sie bestehen aus Tuffstein – einem weichen Gestein vulkanischen Ursprungs. In diesen Kammern ohne Luftzufuhr entnahm man den Toten die Eingeweide und legte sie über Terrakotta-Röhren auf den Boden oder auf in den Tuffstein gehauene Bänke. Dort konnten die Leichen aussaften in die Röhren und den porösen Tuffstein – beides saugte die Leichenflüssigkeit gut auf. Diese Grotten wurden „colatoio“ genannt, zu deutsch: „Sickerwasser“. Wie treffend. War der Leichnam nach ca. acht Monaten komplett ausgetrocknet, wurde er herausgeholt, mit Essig gewaschen und einige Tage an die Luft gesetzt. Danach wurde der Oberkörper mit Stroh ausgefüllt, wieder angezogen mit den Sachen, die die Familie für den Toten ausgesucht hatte und in eine Nische gestellt oder gehängt. Bezahlte die Familie nicht genug oder war keine Nische frei, kam die Mumie auch in einen Sarg.

In Zeiten von Epidemien wurden die Toten dagegen in Arsenbäder getaucht, erkennbar an der rötlichen Farbe der Mumien, oder in Bäder aus Wasser und Kalk.

 

Rosalia Lombardo

Die kleine Berühmtheit der Mumien in Palermo – „The Sleeping Beauty“ – ist Rosalia Lombardo. Sie gilt als „schönste Mumie der Welt“ und wurde nachträglich zu einer Zeit in die Katakomben gebracht, als Beisetzungen dieser Art dort schon verboten waren. Rosalia Lombardo starb am 6. Dezember 1920 an der Spanischen Grippe. Ihr zutiefst trauernder Vater, General Mario Lombardo, bat seinen Freund und Arzt Dr. Alfredo Salafia, seinem Kind durch Einbalsamierung ewiges Leben einzuhauchen. Salafia tauschte ihr Blut gegen eine speziell angereicherte Formaldehydlösung, die er über eine Art Tropf in ihre Adern laufen ließ. So sieht dieses tote Mädchen mit seinen heute 92 Jahren immer noch aus als wäre es zwei Jahre – wie bei ihrem Tod.

Der Sarg von Rosalia Lombardo steht in einer speziell für sie eingerichteten Kapelle (also nicht in der Kinder-Abteilung). Diese ist vergittert und ihre Leiche liegt in einem Sarg mit einem Glasdeckel, der gut spiegelt. Das, was ich erkennen kann sieht gut aus, aber die verfallenen Mumien faszinieren mich prinzipiell mehr.

Rosalia Lombardo – die „schönste Mumie der Welt“ – in ihrem Sarg (Mitte) in den Katakomben Palermos und der ihr gewidmeten Kapelle

 

Mumien-Mythen

Im Web wird über die Mumien von Palermo so viel Müll, Pietätloses und jede Menge Unwahrheiten geschrieben, dass es schon weh tut. Ich möchte etwas aufklären. In einem Artikel wird behauptet, die Körper seien zur Mumifizierung angeblich in der Sonne getrocknet worden. Wahrscheinlich hatte der Autor zu lange am Strand gelegen. Im gleichen Text wird auch noch taktlos kolportiert, man könne froh sein, dass dort unten kein Pferd vorbeikommt und die Leichen anfrisst, da die Oberkörper mit Heu/Stroh ausgepolstert sind. WTF??

Der dritte Mumien-Mythos/Hoax stammt aus Zeiten des 2. Weltkriegs. Leider wurden am 11. März 1943 einige Teile der Kapuzinergruft von Palermo durch einen Luftangriff zerstört. Man sagt nun den Amerikanern nach, sie hätten damals einige Mumien aus den Katakomben als Souvenir mitgenommen. Das kann ich mir besonders gut vorstellen: coming home mit einer Mumie unterm Arm! Auch wenn damals die Einreisebestimmungen in die USA noch nicht so streng waren und man froh war, wenn überhaupt jemand aus dem Krieg wiederkam… Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich zu den entsprechenden Artikeln verlinken. Aber ich verlinke nur empfehlenswerte Seiten, keinen Schrott. Berufskrankheit. 😉

Nichts ist für die Ewigkeit

Die kleine Rosalia Lombardo wird die Mumien von Palermo wohl alle ‚überleben’. Denn es ist leider fraglich, wie lange sich die anderen, älteren Insassen noch halten – in Anbetracht des Verfalls ihrer selbst und des Kellergewölbes ringsum. Ich befürchte, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis renoviert, restauriert, konserviert und wissenschaftlich inspiziert wird. Zudem werden die Mönche schon jetzt kaum mehr Herr über den Besucheransturm und werden sich etwas ‚einfallen’ lassen müssen. Wenn es nach mir ginge, wären die Katakomben Palermos längst Weltkulturerbe. Definitiv muss dieser unterirdische Friedhof in seiner Einzigartigkeit unbedingt erhalten bleiben. Aber dafür wird wohl sein morbider Charme geopfert werden, der dieses Totenreich durchzieht wie keine andere gruftige Sehenswürdigkeit. Als Preis für ein bisschen mehr Ewigkeit. Ihr solltet euch also mit einem Besuch in Palermo nicht zu lange Zeit lassen.

Ich bin mir jedenfalls sicher: was Mumien angeht, so habe ich mein Lebensziel erreicht.

Der oberirdische, heutige Friedhof der Kapuziner befindet sich direkt hinter dem Kapuzinerkloster. Nach wie vor stecken die Sizilianer viel Liebe und Hingabe in den Tod…

 

Route planen zu den Katakomben von Palermo

Eine Seite für euch mit den wichtigsten Infos – zum Herunterladen & Mitnehmen auf Reisen: Gothic Guide Mumien von Palermo – Katakomben Palermo

 

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27 Responses to Die Mumien von Palermo

  1. ulf_der_freak 20. Juli 2012 zu 14:42 #

    Ein Grund für den drohenden Verfall ist sicherlich die gestiegene Luftfeuchtigkeit durch den Atem der vielen Besucher. Nur eine trockene Mumie hält sich. Ob sie nun an der Sonne oder in einer Kammer getrocknet wurde. Vielleicht sollte man die Besucherzahlen einschränken und/oder die Luft technisch trocknen, wie auch immer das geht.

    Ich frage mich selbst, der ich eine dreistellige Zahl von Menschen sterben gesehen und danach zurechtgemacht habe, worin eigentlich der emotionale Unterschied zu einer Mumie besteht. Ich kann es aber noch immer nicht sagen. Vielleicht ist die Mumie „toter“ als eine (pardon“ frische Leiche?

  2. Tialda 20. Juli 2012 zu 15:00 #

    Wieder mal ein genialer Artikel…

  3. Andreas 20. Juli 2012 zu 17:19 #

    Interessanter Artikel. Nun ja, ich war nie dort, hab nur Deine Fotos gesehen, aber mitunter sieht es echt so aus, als hätte man dort einfach die Mumien „auf einen Haufen“ geschmissen…

  4. Sabine 21. Juli 2012 zu 12:56 #

    Ein interessanter Bericht. Hätte ich nicht vorher eine Doku zu ebendiesem unterirdischen Friedhof gesehen, hätte ich mir eine derartige Ansammlung von Mumien gar nicht vorstellen können. Leider hat N24 das Video aus lizenzrechtlichen Gründen vom Netz genommen. Ich stelle den den Link trotzdem ein, da sie es wieder einstellen wollen: http://www.n24.de/mediathek/history-siziliens-mumien-reise-in-die-unterwelt_17101.html Ein sehenswerter Film.

    Danke für die Informationen. Dass die Mumien noch öffentlich zugänglich sind, hätte ich nicht erwartet. Wäre eine Reise wert.

  5. Shan Dark 21. Juli 2012 zu 22:07 #

    Danke Euch ^°°^

    @ulf_der_freak:
    Du hast recht, die gestiegene Luftfeuchtigkeit trägt sicher dazu bei. Aber auch die Jahre der Lagerung, die feuchte des Kellers etc. Wenn wir und die Nachwelt Glück haben, dann werden solche Wege gefunden, wie Du sie vorschlägst. Also das Areal wird so belassen und die Zahl der Besucher wird limitiert oder es gibt eine künstliche Trocknung. Die nähere Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern, die die Mönche nun kürzlich doch eingegangen sind (und die auch das Geheimnis der mumifizierten Rosalia Lombardo entschlüsselt haben), wird wohl helfen hier das richtige Maß anzulegen. Ich als Besucher fände es jedenfalls schade, wenn die Mumien ‚umziehen‘ müssten oder hinter Glas kämen o.ä., um sie zu erhalten.

    Dein zweiter Punkt ist echt eine interessante Frage. Ich glaube, es ist der Zeitfaktor, der das emotionale ausmacht. Wobei auch wichtig ist – emotional für wen? Für die Angehörigen? Denen ging es sicher hauptsächlich ums Erhaltenbleiben, dass der liebe Verstorbene so bleibt, wie er ist. Und gerade da ist jeder sehr persönlich. Mir würde es nicht helfen, über meine Trauer hinwegzukommen, wenn ich den Verstorbenen immer sehen würde, zu seinem Antlitz sprechen könnte. Ich hätte dann eher das Gefühl, dass er noch ein Stück weit lebt. Aber das ist es sicher, was denjenigen, die dort mumifizierte Angehörige hatten, gerade ‚gefällt‘. Das Gefühl: er ist gar nicht tot (jedenfalls nicht so ganz).
    Mumien und frische Leichen aus Sicht Fremder > hier ist es garantiert der Zeitfaktor. Die Mumie ist eben tatsächlich toter/schon länger tot als eine frische Leiche, wie Du schreibst, und daher rührt uns das emotional nicht mehr so stark wie bei einem gerade Verstorbenen. Der Tod liegt in der Vergangenheit, nicht in der Gegenwart. Einfacher zu ‚verarbeiten‘, wenn man nicht so daran gewöhnt ist wie Du vielleicht. Für wieder andere ist es dann auch mehr Wissenschaft – als Medizin.

    @Andreas: Wenn Du es in echt sehen würdest, wirkt es überhaupt nicht wie „auf einen Haufen“ geschmissen. Ich weiß auch nicht, wo Du das bei den Bildern so siehst O_O… Die Mumien haben alle ihren eigenen Platz – entweder hängend in einer Nische, liegend im Sarg oder auf einem Brett an der Wand (siehe „Schlafwagenbild“) oder stehend in Gruppen. Unter „auf einen Haufen“ geschmissen verstehe ich eher Knochen, SChädel und Gebein in so manchen Beinhäusern, die ich gesehen habe. Ziemlich heftig war das z.B. in der Michaelergruft in Wien.

    @Sabine: Danke für den Link, mal sehen, ob der Bericht wieder online gestellt wird. Ich habe die Doku auf N24 damals auch gesehen, wir wollten aber schon vorher nach Palermo. Mir persönlich sind die meisten Dokus dazu leider eindeutig zu wissenschaftlich-forscherisch. Sie zeigen nicht die morbide Schönheit dieses Friedhofs.

  6. Tobias 22. Juli 2012 zu 03:01 #

    Wow genial geschrieben!
    Danke dir für den ausführlichen Bericht.
    Man hört ja doch einiges über diese „Totengruft“ – spannend das mal von einem Besucher zu lesen.
    Einige Bilder haben mich als keinHorrorFilmGucker aber doch erschrocken, vor allem dieses erste Kind was so wahnsinnig gut erhalten ist… Brrrr *schüttel*

    Viele Grüße
    Tobias

  7. Marcus 22. Juli 2012 zu 10:17 #

    Wieder mal ein Beitrag, der sozusagen mein persönliches Fernweh schürt. Vor einigen Monaten hat mich schon der Film „Rest In Peace“, der zu Beginn Bilder aus der Kapuzinergruft zeigt, neugierig auf diesen Ort gemacht. Ich empfand das Gezeigte äußerst „spannend“ und man spürte hier schon die einzigartige Atmosphäre. Deine Worte haben dies nun absolut bestätigt und mir die Kapuzinergruft noch ein klein wenig näher gebracht.

  8. Ma Rode 23. Juli 2012 zu 08:50 #

    Von Rosalia Lombardo habe ich auch schon einiges Erstaunliches gelesen und gesehen, allerdings nur virtuell. Wirklich verblüffend, wie gut man verstorbene Menschen erhalten kann. Sehr schöner Artikel mit dem richtigen Fingerspitzengefühl für den Tod und das Leben.

    Im Übrigen, Du weisst es sicher auch, gibt es in Brandenburg eine bekannte Mumie, die des Ritter Kahlbutz. Ein Abstecher dorthin lohnt sich. Es ist zwar etwas touristischer geworden, jedoch die kleine Kapelle, in der der Ritter ruht, hat noch ein bisschen Ambiente bewahrt. Jedenfalls tat sie das noch vor ein, zwei Jahren.

  9. Shan Dark 23. Juli 2012 zu 11:28 #

    @Ma Rode: Gut zu wissen, der Ritter Kahlbutz liegt in wenigen Wochen auf unserer Reiseroute. Soll ja wohl recht touristisch sein, aber wir werden sehen. Wenn das Ambiente stimmt, kann nicht so viel schief gehen. 😉

    @Marcus: Danke Dir für den Tipp zu „Rest in Peace“ – das wusste ich noch nicht und den Film werde ich mir mal besorgen.

    Ansonsten freu ich mich, dass ihr trotz der Länge mit Lesen durchgehalten habt…merci! 🙂

  10. Marcus 23. Juli 2012 zu 15:30 #

    @Shan Dark: Aufnahmen aus der Kapuzinergruft sind nur einleitend zu sehen. Trotzdem ist der Film sehenswert, zeigt er doch recht eindrucksvoll wie unterschiedlich mit sterblichen Überresten umgegangen werden kann.

    http://www.mr-bilderwelten.de/blog/rest-in-peace-film/

  11. Melle Noire 23. Juli 2012 zu 23:01 #

    Hi!

    Superinteressanter Artikel mit
    eindrucksvollen Bildern !
    Sehr schön geschrieben ! 🙂

    Dunkle Grüße !
    Melle

  12. clerique noire 26. Juli 2012 zu 18:52 #

    So, nach einer Woche schaffe ich es nun diesen Artikel zu lesen. Richtig schön!

    Vielen Dank für diesen persönlichen Einblick in die größte antike Kleiderkammer.

  13. kara ben nemsi 26. Juli 2012 zu 23:00 #

    genialer artikel… das teil steht schon seit paar jahren ganz oben auf meine reisewunschliste

  14. Pooly 28. Juli 2012 zu 09:01 #

    Hat ein wenig etwas von den „Körperwelten“. Erinnert mich aber auch ein wenig an meine Kindheit als wir zur Mutprobe in die Leichenhalle gegangen sind.

    Vielleicht etwas Off-Topic aber vor einiger Zeit wurde im WDR5 Zeitzeichen eine Sendung zum Thema „Eröffnung des Bestattungsmuseum in Wien“ gesendet.
    http://medien.wdr.de/m/1339497514/radio/zeitzeichen/WDR5_Zeitzeichen_20120614_0920.mp3

    „Den Wienern sagen wir nach, dass sie eine besondere Beziehung zum Tod, zum Morbiden haben. Wen wundert?s da noch, dass die Stadt ein Bestattungsmuseum beherbergt. Hunderte Kuriositäten um die „schöne Leich?“ herum werden dort ausgestellt. Von Kaiser Josefs wieder verwendbarem Klappsarg bis zur Rettungsklingel für Scheintote und einem Sitzsarg. Außerdem Leichenwagen und Galauniformen der Bestatter. Hinzu kommt im Bestattungsmuseum die Aufklärung über Begräbnisrituale der Vergangenheit.

  15. Shan Dark 31. Juli 2012 zu 07:17 #

    @Pooly: Oh nein, bitte nicht Körperwelten! Von der Anmutung auf den 1. Blick mag es etwas davon haben – aber von der Entstehung her, den religiösen und moralischen Zusammenhängen ist jeder Vergleich mit Hagens Körperzoo unangebracht. Da nehme ich dann lieber Deine Mutprobe, die wirklich ’nicht ohne‘ ist. Ich kenne genügend Erwachsene, denen es beim Gedanken daran schaudert.

    Danke für den Hinweis zum Bestattungsmuseum und den Link > ich werde da mal in Ruhe reinhören. Die müsste ja damals 1967 gesendet worden sein, als das Bestattungsmuseum gegründet wurde. Mal sehen, vielleicht fussle ich den Link auch noch in den Beitrag über unseren Besuch im Bestattungsmuseum Wien.

  16. J._Scheidt 13. August 2012 zu 02:02 #

    Ein schöner Bericht über den ich nur zufällig gestoßen bin! Vieles ist sehr treffend beschrieben und deckt sich mit unseren Erfahrungen in den Katakomben. Wir haben dieses Jahr ein wissenschaftliches Projekt in den Katakomben gestartet und setzen uns für den Erhalt der Mumien ein. Nachzulesen ist sind die Neuigkeiten auf unserer Facebook-Seite (http://www.facebook.com/MumienPalermo). Ich hoffe, dass diese Werbung ok ist 🙂

    @ulf_der_freak
    Das mit der Luftfeuchtigkeit hast du richtig erkannt. Wir haben ausführliche Messungen vorgenommen und arbeiten derzeit fieberhaft an einer technischen Lösung des Problems. Eine Beschränkung der Besucherzahlen ist leider nicht möglich und auch unnötig, da nur in wenigen Monaten wirklich viele Besucher kommen und die Luftfeuchtigkeit auch aus anderen Gründen stark erhöht ist. Wie gesagt: Wir arbeiten dran^^

  17. Shan Dark 15. August 2012 zu 14:26 #

    Hallo Jörg (habe mal auf eurer Facebook-Seite gespickt :)),
    vielen Dank für Deinen Kommentar und den interessanten Hinweis auf das Forschungsprojekt zu den Mumien von Palermo. Sicher wird das einige aufregende Erkenntnisse zutage fördern, besonders auch die Analyse der Kirchenbücher.
    Mir stellt sich allerdings schon die Frage, was die Erhaltung der Mumien für die Kapuzinerkatakomben mittelfristig bedeutet. Eure Forschungen werden sicher „im Hintergrund“ stattfinden. Aber ich rechne schon damit, dass Teile der Gruft bzw. die Mumien hinter Glas verschwinden müssen, um ihren Verfall aufzuhalten. Aber dass es nicht ganz so bleiben wird wie derzeit ist wohl der Erhaltung dieses mumifizierten „Weltwunders“ für die Nachwelt und folgende Generationen geschuldet. Ich bin jedenfalls froh, dass ich es SO in dem Zustand noch erleben durfte. Gleichzeitig bin ich sehr gespannt auf Deine und Mark Benecke’s Forschungsergebnisse. Werde das auf eurer Facebook-Page verfolgen.

  18. J._Scheidt 15. August 2012 zu 15:30 #

    Hallo Shan Dark,

    über die Folgen habe ich mir schon meine Gedanken gemacht. Eine Verglasung hatte ich wirklich in Betracht gezogen, habe mich aber auch dagegen entschieden. Klimatechnisch wäre die nicht weiter relevant und es würde den Gesamteindruck massiv stören. Auf keinen Fall wollen wir den „Museumscharakter“ hervorheben, sondern es als ein Friedhof belassen. Das einzige Argument für eine Glasscheibe wäre, dass die Mumien so vor den Touristen geschützt wären. Wir haben bei unserer Untersuchung Graffitis auf den Mumien gefunden und in einem Fall hat ein Tourist ein Kaugummi auf die Backe einer Mumie gedrückt. Sowas würde ich gerne verhindern, aber das wird wohl nicht möglich sein.

    Ich habe mich vor kurzem mit einem Klimatechniker zusammengesetzt und wir haben schon eine Lösung gefunden, die fast nicht auffallen, aber sowohl Mumien, als auch Gebäude und Kleidung erhalten würde. Leider ist die sehr teuer. Wenn wir Geldgeber finden, dann werden wir das in Zukunft realisieren, wenn nicht wird es schwierig etwas zu bewirken und die Mumien werden wohl in wenigen Jahrzehnten vollständig zerstört. Wir hoffen mal das Beste 🙂

  19. Shan Dark 15. August 2012 zu 22:05 #

    Hallo Jörg,
    Grafitti und Kaugummi auf den Mumien?? Es ist wirklich entsetzlich und ja, auch als wir dort waren, haben wir vereinzelt Menschen gesehen, die die Hände nach den Mumien ausgestreckt haben. Das müssten die Mönche intensiver überwachen und schärfer ahnden. Nicht umsonst haben sie ja die 4 Überwachungsmonitore dort oben stehen, wie ich gesehen habe.

    Deine teure Lösung klingt sehr verlockend – wie wäre es, daraus ein offizielles Spendenprojekt zu machen, so dass ihr die Finanzierung darüber zusammen bekommt? Ich erkläre mich mit meinem Blog gern zum Spenden sammeln bereit und bin sicher, dass auch andere Bloginhaber mit Interesse an den Mumien von Palermo da mitziehen würden. Außerdem könnte man als Eintritt durchaus etwas mehr als nur 3,- € verlangen –> 4 oder 5 € und 1-2 € davon sind Spende zum Erhalt der Mumien. Und wer Kaugummi auf Backen klebt oder bei sonstigen Verstößen erwischt wird, muss auch latzen und das fließt dann in die Spendenkasse. Ich weiß zwar nicht, wie teuer Deine avisierte Lösung wäre, aber über die nächsten 3 Jahre könnte so sicher ordentlich was an Geld zusammen kommen.

  20. J._Scheidt 15. August 2012 zu 23:43 #

    Eigentlich sollte man von den Touristen erwarten, dass sie sich angemessen benehmen, aber das ist wohl zuviel verlangt.
    Die Mönche schaffen eine genaue Überwachung und eine bessere Versorgung der Mumien leider nicht mehr. Von den ehemals 100 Mönchen sind nur 16 im Kloster. Der Alterdurchschnitt liegt bei weit über 70! Der älteste Mönch ist 89. Die schaffen es leider nicht mehr. Der einzige der sich um die Mumien kümmert ist der „Guardian“, das ist der Mann mit Bart der am Eingang steht und der ist ganz alleine. Von daher kann auch in Zukunft viel Mist passieren.

    Das Geld das mit dem Eintritt eingenommen wird geht zu 100% in die Armenspenden, Projekte des Kloster im Ausland (z B. Armenspeisungen in Afrika, etc.) und die bezahlen damit die Gehälter von dem Guardian, den Krankenschwestern des Armenhospitals usw. Da bleibt für die Katakomben nichts übrig, da die außer einigen wenigen Einnahmequellen (Hochzeiten, etc.) nichts mehr haben. Auf die Höhe der Eintrittsgelder bestimmen die Mönche und die werden das sehr wahrscheinlich nicht erhöhen.

    Dein Angebot finde ich wirklich extrem-super und nehme ich gerne an! Danke dir!!! Kannst du meine Email-Adresse sehen, wenn ja schreibe mich einfach an und wir können da sehr gerne was auf die Beine stellen!

  21. Lore 26. August 2013 zu 15:36 #

    Wir haben uns heuer im Mai die Katakomben angesehen.Das Betrachten der so Balsamierten hat mich in keiner Weise schockiert, sicher bei manchen waren auch Zeichen von Gewalt erkennbar aber irgendwie wirkt alles eher friedlich.Man muß sich nur vorstellen dass man vielleicht vor 200 oder mehr Jahren seine eigenen Nahestehenden hier besucht hätte.
    Mich hat nur gewundert dass Sie fotografieren durften. Es waren überall die Schildchen aus Pietätsgründen nicht zu fotografieren angebracht und es hat sich (zumindest als wir dort waren) jeder dran gehalten.Trotzdem haben wir uns gewundert dass keine besseren Sicherheits und Überwachungsvorkehrungen getroffen werden, In erster Linie ist es sicher ein finanzielles Problem.
    Ihre Beschreibung ist zutreffend.

  22. Shan Dark 29. August 2013 zu 00:01 #

    Hallo Lore,
    danke für Ihren Kommentar und es ist ja auch nicht schockierend. Vielleicht für Manche beklemmend. Ich empfand es auf jeden Fall aufgrund der schieren Masse an Mumien als eigenartig. Wie ein Friedhof eben – mit offenen Gräbern. Die Angehörigen haben ja tatsächlich vor 200 Jahren ihre Verstorbenen in den Nischen hängend oder in einem Sarg mit Fenster liegend besucht. Heute eine seltsame Vorstellung, damals Zeichen von Stand.

    Wir durften auch nicht fotografieren und es wird auch überwacht. Oben im Zimmer hinter dem Einlassfenster habe ich Überwachungsmonitore gesehen. Wie ich hörte, ist man da inzwischen noch strikter geworden. Aber mal ehrlich: dieser Beitrag wäre für Sie (und andere) sicher nicht so interessant, wenn er keine Bilder hätte. Außerdem haben wir zusätzlich Broschüren und die recht auf-gruselig-gemachten Postkarten gekauft, die am Einlass angeboten wurden, um die Mönche auch finanziell zu unterstützen. Da ist man ja immer etwas bigott in Italien: auf der einen Seite wird gesagt, dass ihre Toten ein großes Heiligtum sind und man sie deshalb nicht fotografieren darf, auf der anderen Seite kann man die Toten/Heiligtümer dann aber als Postkarte oder sogar Leporello kaufen. Da kann es mit dem Heiligtum dann auch nicht so weit her sein, ist meine Meinung.

  23. eneri 8. Juli 2014 zu 12:04 #

    Hallo, alle zusammen,

    dieser Beitrag verblüfft mich, denn ich habe es genauso gesehen und für mich beschrieben. Habe vor ca. 5 Jhren diese Katakomben mit eigenen Augen gesehen und konnte mir jenes nicht so vorstellen – ich fand es beeindruckend. Es war ein unbeschreibliches Gefühl dort unten, es waren unendliche Gänge. Zum Schluß die kleine Rosalia, ich konnte es kaum glauben, diesen Zustand der Kleinen zu betrachten.
    Bin heute noch sehr betroffen, wenn ich daran denke.
    Vielen Dank für den tollen Artikel – wurde mir aus dem Herzen geschrieben !!!!

    Danke und Gruß von Eneri

  24. Shan Dark 10. Juli 2014 zu 19:47 #

    Hallo Eneri,
    danke DIR – es freut mich unheimlich, dass wir die Mumien quasi mit den gleichen Augen entdeckt haben!
    Liebe Grusels
    Shan Dark

  25. Darkfirequeens 16. Juli 2015 zu 14:33 #

    Ich will den Mumien helfen vorallem Rosalia Lombardo und meine Tochter, und auch den anderen Mumien ich bin dafür Paten und Patenschaften zu machen für alle oder für zumindest viele…der Tod hat ein Recht zu leben…

  26. Shan Dark 29. Juli 2015 zu 15:30 #

    Hallo Darkfirequeens, das ist eigentlich eine gute Idee mit den Patenschaften. Aus Zeitgründen kann ich soetwas nicht anstoßen, aber wäre sofort dabei, wenn es eine solche Initiative gibt. Sobald Du davon mehr weißt, lass bitte wissen.
    Vielen Dank!
    Liebe Grusels
    Shan Dark

  27. Uwe 27. Februar 2016 zu 18:33 #

    Ich war erst vor ein paar Tagen in der Kapuzinergruft und muss sagen, dass Shan Dark ziemlich genau das beschrieben hat was auch ich beim Anblick der Mumien empfunden habe. Das Erlebnis und die Eindrücke sind allerdings wirklich schwer mit Worten zu beschreiben.
    Die Kapuzinergruft hat sich im Vergleich zum Bericht auch nicht viel verändert.
    Die Mumie der Rosalia Lombardo hat jedoch inzwischen eine „Sonderbehandlung“ erfahren, sie wird jetzt in enem äußeren, klimatisierten Glas“kasten“ vor Umwelteinflüssen geschützt.
    Schade nur, dass die Mumien vor einigen wenigen Idioten, die keine Grenze kennen, durch Gitter geschützt werden müssen.

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