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Die Wiener Unterwelt

Ab nach unten!

„Obenrum“ ist Wien schon unendlich schön, aber auch „untenrum“ hat es unheimlich viel zu bieten. Ein finsteres, weit verzweigtes Kanalsystem, das dank eines Film Noir weltbekannt wurde, feuchte Katakomben mit Schädel & Gebein oder herrschaftliche Gruften mit opulenten Särgen und natürlichen Mumien. Das alles wartet nur darauf, dass ihr hinabsteigt – zusammen mit mir und Gastautor El Mariachi (Auf Schatzsuche in Hamburg | Und es ward Winter…), der Text und Fotos zur Kapuzinergruft beigesteuert hat. In der war ich nämlich auch noch nicht. Aber mit Wien ist man ja irgendwie nie „fertig“…

Katakomben unter dem Stephansdom Wien

Der Stephansdom Wien ist für die Meisten ein Muss. Ein wunderschönes Bauwerk – in der Tat! Und wer die 343 Stufen hinauf zum Südturm, dem „Steffl“ schafft, hat einen grandiosen Blick über Wien, sieht Wasserspeiher und das Wiener Riesenrad und viele andere Dinge, die einem von unten verborgen bleiben. Ich kann nur empfehlen, den Stephansdom Wien hinauf aber auch unbedingt hinab zu steigen – in die Katakomben. Das ist über den „Katakombenabgang“ im linken Seitenschiff vom Stephansdom möglich, jedoch (leider) nur im Rahmen einer Katakombenführung.

stefansdom-wien-katakombenDie Katakomben Wien lohnen sich durchaus, auch wenn sie (ganz) früher viel „gruseliger“ waren. Heute liegen die Überreste der Toten, Skelette, Schädel und Gebein nicht mehr wüst umher, sondern sind zusammengescharrt, teilweise gestapelt und sämtlich „hinter Gittern“. Aber wie kam es dazu, dass hier überhaupt so viele Tote bestattet wurden?

1363 stiftete Herzog Rudolf IV. die Kellergewölbe unter dem Stephansdom als Gruft für die Habsburger – bis 1576 war sie deren wichtigste Familiengrablege. 1564 bis 1878 wurden in der Herzogsgruft die Eingeweide verstorbener Habsburger bestattet. In Wien gab es nämlich für Monarchen, Fürsten, Herzöge und höhergestellte Adlige den Brauch der getrennten Bestattung. Dies geschah vorwiegend aus praktischen Gründen, denn der Leichnam konnte so bei längeren Überführungen, Aufbahrungen und Trauerfeiern besser konserviert werden. Das Habsburger Hofprotokoll, welches bis 1878 praktiziert wurde, schrieb vor, dass die Eingeweide der Toten zu entnehmen sind und die Organe in Seidentücher gehüllt, in Spiritus eingelegt und die Behältnisse zugelötet werden. Das Herz als „edelster Teil des Menschen“ und Sitz von Seele und Charakter erhielt noch einmal einen besonderen Platz in einer Herzurne. Diese wurden bis 1654 entweder im Sarg selbst oder in der Gruft unter dem Stephansdom beigesetzt. Mit dem Tod von Ferdinand IV. wurden die Herzen ab 1654 bis 1878 im „Herzgrüftl“ der Augustinerkirche bestattet. Und die leeren Körper der Habsburger befinden sich in prächtig verzierten Särgen größtenteils in der Kaisergruft / Kapuzinerkirche, die El Mariachi besucht hat.

katakomben-wien-stephansdom-schaedel-gebeineDoch unter dem Stephansdom wurde nicht nur der Adel beerdigt. Rund um den Stephansdom Wien gab es früher auch einen Friedhof, den Stephansfreithof. Dieser nutzte die Katakomben und Keller unter dem Dom und unter den umliegenden Häusern als Karner / Beinhaus, also als Lagerstätte für die menschlichen Überreste abgelaufener Gräber. 1732 wurde der Friedhof durch die Regierung gesperrt. Nun beantragte die Kirche, dass sie wenigstens die Katakomben unter St. Stephan für Bestattungen nutzen (und damit weiter Geld einnehmen) darf. Das wurde 1745 genehmigt. So legte die Kirche bis 1779 viele Gewölbe unter dem gesamten Chor und Querschiff sowie unter dem nördlichen und nordöstlichen Teil des Stephansplatzes an. Von 1745-1783 fanden hier 10.893 Bestattungen statt. Da kam schon ordentlich was zusammen!

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Skelettöse Überreste

Als nach Vollendung der ersten Hochquellenleitung der Grundwasserspiegel anstieg und in die Katakomben Feuchtigkeit eindrang, wurden sie 1872/1873 geräumt, Gebeine und Särge in kleinere Gewölbe gebracht (die man vermauerte) oder vergraben. Nur die Herzogsgruft blieb unangetastet. Anlässlich der Neupflasterung des Chors (1951) entstand unter dem Südchor die neue Bischofsgruft, in die man die zuvor im Nordchor bestatteten Gebeine von Bischöfen und Erzbischöfen übertrug und in größtenteils neuen Särgen beisetzte.[1]

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Endlich dunkle Kellergänge – so müssen Katakomben aussehen!

Zunächst läuft man bei der Katakombenführung nämlich nicht durch dunkle, modrige Kellergänge, sondern moderne, hell beleuchtete Räume mit neuen Särgen und Kupfergefäßen – die Bischofsgruft, die Herzogsgruft mit den Eingeweiden und ein Lapidarium. Es dauert schon eine Weile, bis man in die Regionen kommt, wo es für Gruftis wirklich interessant wird. Und da plötzlich hastete unser Führer schneller durch die Gänge in dem Glauben, dass die meisten bei den Knochen und Skeletten eh nicht so genau hinschauen wollen. Aber deswegen waren wir ja hier – nicht wegen Bischofsgräbern und verlöteten Eingeweiden! Da darf man sich nicht hetzen lassen. So hingen wir immer etwas hinterher und machten ‚out of sight‘ das ein oder andere Foto.

Mehr über die Geschichte der Katakomben von St. Stephan ist in diesem interessanten Bericht auf Planet Vienna zu finden.

 

Michaelergruft unter der Michaelerkirche Wien

beinhaus-wien-michaelergruftEine Gruft mit Beinhaus ganz nach meinem Geschmack ist die Michaelergruft Wien. Ein Geheimtipp zentral in der Altstadt! Steht man am Kohlmarkt vor der Hofburg ahnt man nicht, dass sich unmittelbar darunter viel Schädel und Gebein und sogar Mumien befinden. Denn die Michaelergruft ist eine der acht in Europa bekannten Grüfte mit natürlicher Mumifikation.

Die Michaelerkirche baute man im 13. Jhd. als Filialkirche zu St. Stephan. Auch sie besaß einen Friedhof, der eine gute Einnahmequelle darstellte. Doch nicht nur auf dem Friedhof der Michaelerkirche Wien, sondern auch unter dem Kirchenboden wurden die Toten bestattet, ab 1560 auch in einzelnen Gruften. Das wurde umso wichtiger, als 1510 der Friedhof auf Geheiß Kaiser Maximilian I. beseitigt (weil zu nah an der Hofburg) und zugepflastert wurde. Die Toten sollten vor der Stadtmauer beigesetzt werden.

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beinhaus-wien-michaelerkircheMit dem Einzug des italienischen Ordens der Barnabiten in die Michaelerkirche wurden ab 1631 in Gemeinschaftsgrüften Adelige, aber auch Hofbedienstete, Pfarreiangehörige, Handwerker und Kaufleute beigesetzt. Der wohl bekannteste tote „Insasse“ ist Pietro Metastasio († 1782), der die Libretti, also die Texte für Mozarts Opern verfasste. Von 1631 bis 1784[2] wurden in der Michaelergruft bis zu 4.000 Tote bestattet, über die die Barnabiten akribisch ein bis heute erhaltenes Totenprotokoll führten. Das macht die Zuordnung der Särge und Leichen einfacher, auch wenn diese im Laufe der Jahrhunderte zig Mal umgeräumt wurden. [3]

Die Michaelergruft besteht aus 19 Teilgrüften verschiedener Größe und enthält insgesamt etwa 250 Särge. Die natürliche Mumifikation so mancher Leiche wurde durch eine geringe und gleichmässige Temperatur des Raumes, geringe Luftfeuchtigkeit und eine Belüftung erreicht – es sollte ein spürbarer Luftzug die Gruft durchziehen. Doch der Erhalt der Mumien war bedroht, da wichtige Lüftungsklappen und Schächte verschlossen wurden und Feuchtigkeit sowie Temperaturerhöhung (auch durch Besucher) das Raumklima veränderten. Deshalb wurde die Michaelergruft über die letzten Jahre restauriert und 2012 sogar eine Umluftkühlanlage eingebaut.[4]

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sarg-michaeler-gruft-wienIn der Michaelergruft ging es bei der Führung gleich hinab ans „Eingemachte“. Särge hier und da, manchmal auch kreuz und quer, teils geöffnet, teils leider zerfressen vom Rüsselkäfer. Man war am Katalogisieren, Restaurieren, Retten. Viele Särge sind aufwändig verziert mit Vanitas-Symbolen wie Totenschädeln, Stundengläsern, Engelsköpfen – all das will erhalten werden. Ein paar wenige Mumien waren öffentlich zu sehen und unser wirklich sehr netter Führer, der auch gleichzeitig Mit-Restaurator war, geriet häufiger mal ins Fachsimpeln, wenn man ihn etwas fragte und zeigte dann so das ein oder andere ’nicht-öffentliche Mümchen‘. Mittlerweile haben Historiker auch die Totenkleidung der Mumien in der Michaelergruft analysiert. In diesem interessanten Artikel erfährt man z.B., dass besonders tiefes Schwarz im 18 Jhd. immer noch sehr teuer und daher eher den Reiche(re)n vorbehalten war – von denen hier in der Michaelergruft durchaus einige liegen.

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Sicher geht es in der Michaelergruft heute etwas geordneter zu als bei unserem Besuch 2010. Die Mumien sind restauriert und zu bestaunen, wie sie da liegen in teuren Seidengewändern. Doch die Atmosphäre in der Michaelergruft ist noch die selbe – einzigartig in Wiens Unterwelt.

 

Kapuzinergruft – Kaisergruft Wien (Gastbeitrag von El Mariachi)

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Verschleierte Wahrnehmung?

Haltestelle „Oper“ Ausstieg, Wegweiser zur Kapuzinerkirche/Kaisergruft gefunden, ab geht es – Kaisergruft, ich komme! Auf dem Weg dahin überall tolle Gebäude, jedes schöner verziert als das andere, der letzte Wegweiser zeigt mein Ziel, meine Erwartungen sind hoch, mein Herz pocht. Fhh, ja wo ist die Kirche denn? Nichts gefunden, ich bin etwas verwirrt, weit und breit keine tolle Kirche zu erspähen, bin ich falsch abgebogen? So schnell lass ich mich aber nicht entmutigen, also zurück zum letzten Wegweiser und der Weg wird nochmals abgelaufen, diesmal bin ich konzentrierter und lasse mich von den tollen Gebäuden und der überall stehenden Gastrowerbung „Hier gibt es leckeren Hugo“ nicht mehr ablenken. Und diesmal werde ich belohnt, ich habe die Kapuzinerkirche gefunden. Aber was ist das? Das kann doch gar nicht sein! Unter all den üppig verzierten und pompösen Gebäuden & Kirchen sticht die kleine schlichte Kapuzinerkirche wirklich nicht hervor. Und die Außenfarbe, die geht gar nicht! Trotz alledem: Ticket wird gekauft und ab geht es die Treppe hinunter in das Gewölbe. Meine Augen beginnen zu funkeln als ich die ersten Särge sehe und ich weiß schon jetzt, all die Anstrengung hat sich gelohnt.

Unter der Kapuzinerkirche - die Kaisergruft mit den Särgen der Habsburger Dynastie

Unter der Kapuzinerkirche – die Kaisergruft mit den Särgen der Habsburger Dynastie (Alle Fotos: El Mariachi)

Die Kaisergruft befindet sich unter der Kapuzinerkirche Wien und ist für Angehörige des ehemaligen österreichischen Herrscherhauses Habsburg bestimmt. Neun Grufträume umfasst die bis ins 20. Jahrhundert nach und nach erweiterte Begräbnisstätte. In der Gruft finden Beisetzungen seit dem Jahr 1633 statt. 149 Habsburger, davon 12 Kaiser sowie 19 Kaiserinnen und Königinnen, haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Unter all der Prominenz, die dort bestattet wurde, erwähne ich jetzt nur die Kaiserin Sissi, die wahrscheinlich allen bekannt sein dürfte.

Kaisergruft Wien

Särge der Habsburger Kaisergruft WienNach einem alten Ritual wird der Sarg mit dem aus dem Herrscherhaus stammenden Toten zur Kapuzinerkirche gebracht. Der Leichenzug hält vor verschlossener Türe an. Ein Herold tritt vor und klopft an das Tor um die Aufnahme in die Gruft zu erwirken. „Wer begehrt Einlass?“ tönt es von drinnen. „Der Kaiser“, ist die Antwort des Herolds. Doch das Tor bleibt zu. Der Herold pocht ein zweites Mal. Wieder dieselbe Frage „Wer begehrt Einlass?“. „Der König“, antwortet der Herold. Aber das Tor bleibt immer noch verschlossen. Ein drittes Klopfen, zum dritten mal die Frage „Wer begehrt Einlass?“. Diesmal antwortet der Herold demütig: „Ein armer Sünder“. Nun öffnet sich das Tor und der Herrscher bzw. der arme Sünder wird in den Kreis seiner Ahnen zur letzten Ruhe aufgenommen.

Oh Kapuzinergruft, wie üppig bestückt sind Deine Särge!

Oh Kapuzinergruft, wie üppig sind Deine Särge! Hat man je Schönere gesehen??

Ein ganz großes Danke an El Mariachi für diesen Gastbeitrag zur Kapuzinergruft.

 

Überirdisch: Café Diglas

alte-kasse-cafe-diglas-wienWenn ihr dann alle dunklen Gemäuer unter euch gelassen habt und wieder nach oben gekrabbelt seid, dann kommt das „Café Diglas“ gerade richtig. Es ist beim Stephansdom um die Ecke. Ein traditionelles Wiener Kaffeehaus mit eigener Patisserie und Backstube im Hinterhof. Hier gibt’s die allerbesten Kuchen und leckersten Wiener Süßspeisen!

Wir lassen die modernen Zubereitungsmethoden an uns vorbeiziehen und verzichten auf Tiefkühlung, Konvenienceprodukte, wir schlagen unsere Tortenmassen ohne chemische Hilfsmittel auf, wie dies schon unsere Vorfahren taten. (www.diglas.at)

Mit dem was die Vorfahren seit 1875 taten, sind wir ja immer gut zu ködern und waren äußerst zufrieden. Fünf Daumen hoch. Und es gibt im Diglas nicht nur kulinarische Highlights… 😆

 

„Der dritte Mann“ Tour – Ab in die Wiener Kanalisation!

der-dritte-mann-tourEin Toter treibt in der schönen blauen Donau, dazu verkündet eine Erzählerstimme lakonisch, dass der Schwarzmarkt im Nachkriegs-Wien nichts für Amateure sei – und schon befindet man sich in einer Geschichte, die es wie keine zweite versteht, aus ihrem Zeit- und Lokalkolorit Kapital zu schlagen.
(„Film Noir – 100 All-Time Favorites“ von Paul Duncan, Jürgen Müller (Hg.))

Der britische Film Noir „Der dritte Mann“ wurde im zerbombten und besetzten Wien von Carol Reed gedreht und wer ihn einmal gesehen hat, wird sich immer an die Filmmusik mit der Zither erinnern. Und auch an die Szenen in Wiens Untergrund, im Kanalsystem unter der Stadt.

Auf den Spuren dieses preisgekrönten Film-Noir-Klassikers von 1949 – mit Orson Welles in der Hauptrolle des vielgesuchten Harry Lime – kann man auch heute noch wandeln. Mit der 3. Mann Tour Wien geht’s zu verschiedenen Original-Schauplätzen dieses Kultfilms, die man sich selbst aussuchen kann (d.h. man kann gezielt nur bestimmte auswählen oder alle im Kombiticket aufsuchen). Uns reizte besonders der Abstieg in die Kanalisation von Wien – sowas ist ja nun nicht alle Tage bei Hauptstädten im Angebot! Am Tag zuvor schauten wir uns im Oldschool Burgkino am Opernring den Film noch mal an, damit die Erinnerung noch hübsch frisch ist.

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Karlsplatz: der Einstieg zum Abstieg

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Ab nach unten in den Wiener Kanal

Bei der Dritte-Mann-Tour lernten wir nahezu alles, was man über Kanalisationen wissen muss. Zuallererst, dass es am Tag des Kanalabstiegs nicht regnen sollte, sonst wird wie bei uns alles verschoben auf den nächsten Tag. Am frühen Abend trafen wir uns mit den Dritte-Mann-Tour Leuten mitten auf dem vielbefahrenen Karlsplatz am Esperantopark und stiegen mit Schutzhelm (Teller, Türme, Iros werden das leider nicht überstehen!), warmer Kleidung und festem Schuhwerk hinab. Wer nicht schwindelfrei ist oder unter extremer Platzangst leidet, sollte von der Führung absehen. Allen anderen kann ich sie nur wärmstens empfehlen – die Kanalisation Wiens ist ein Erlebnis!

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Einer der Original-Schauplätze von „Der dritte Mann“ – schön beleuchtet.

Ab und zu wurden Filmsequenzen jeweils passend zum unterirdischen Schauplatz per Beamer eingeblendet oder atmosphärisch beleuchtet, aber vorwiegend wurden interessante „Kanalgeschichten“ erzählt. Gewürzt vom Witz unseres Kanal-Kommandanten. Also unbedingt machen – diese Führung und der Wiener Kanal sind unvergesslich!

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Jetzt ihr: Wart ihr an einem der hier vorgestellten Orte – und wie war’s? Lasst wissen in den Kommentaren und bitte auch, wenn ihr noch einen weiteren Tipp zur Wiener Unterwelt habt, der hier noch „fehlt“. DANKE!


 

GOTHIC GUIDE – 4 unterirdische Tipps für Wien

Eine Seite für euch mit den wichtigsten Infos – zum Herunterladen & Mitnehmen auf Reisen: Wiener Unterwelt


 

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  1. [1]Quelle: Wien Geschichte Wiki
  2. [2]Ab 1784 waren per Hofdekret von Kaiser Joseph II. Bestattungen in Grüften aus hygienischen Gründen landesweit verboten.
  3. [3]Quelle: Hofkultur
  4. [4]Quelle: Michaelerblätter, Mai 2013

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5 Responses to Die Wiener Unterwelt

  1. Madame Mel 1. Februar 2016 zu 17:32 #

    Hach, vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag – ich sehe mich wieder durch die Wiener Katakomben schlendern. Da komme ich glatt ins Schwärmen! Schönere Särge als in der Kapuzinergruft habe ich auch noch nirgends gesehen, ein wahres „Träumchen“.

    Deinen Tipp werde ich beherzigen und bei der nächsten Steffel-Visite die Stufen hinauf- und nicht hinabsteigen, wobei man „da unten“ immer mit einem unglaublichen Wiener Schmäh hindurch geführt wird. Ehe man es sich versieht, ist man wieder an der Oberfläche, wobei ich ja immer versuche, die Letzte in der Gruppe zu sein, um länger die Atmosphäre genießen zu können. Da wurde ich schon mit einem charmanten „Na kommens jetzt scho, die Toten wollen auch ihre Ruhe haben“ nach draußen bugsiert *grins*

    Was ich noch empfehlen kann, ist der Besuch im Kriminalmuseum, da wird das „dunkle Wien“ der letzten 300 Jahre wieder lebendig!

    http://www.kriminalmuseum.at/krimwien.html

    Bin erst kürzlich bei youtube über das Habsburger Begräbnisritual gestolpert:
    https://www.youtube.com/watch?v=yF6ZasLNHX8

  2. Alex 2. Februar 2016 zu 21:31 #

    Schöner Rundgang!

    So eine Toilette habe ich letztens in Gent (Belgien) vorgefunden. Das Prinzip funktioniert ganz gut, aber ich fand es schon etwas gewöhnungsbedürftig 😉

  3. Shan Dark 4. Februar 2016 zu 21:30 #

    Liebe Madame Mel & Alex –> freu mich sehr, mal wieder von euch zu lesen! 🙂

    Über den Wiener Schmäh Spruch in den Katakomben hab ich schon schmunzeln müssen, ja, das ham sie wirklich drauf, die Wiener! Und auch besten Dank für den Tipp zum Kriminalmuseum, das setze ich gleich mit auf meine nächste Reiseliste für Wien (Kapuzinergruft und Kriminalmuseum, KK, lässt sich gut merken). Wie gesagt, mit Wien ist man nie fertig und man will ja auch immer wieder hin…

    Ja, die Toilette ist wirklich gewöhnungsbedürftig – das muss man sich erstmal „trauen“.

    Liebe Grusels
    Shan

  4. Vampiet 9. Februar 2016 zu 11:28 #

    Während ich mich, am Kaffee nippend, behaglich im Artikel versenkte, setzte sich still der Gedanke auf die Schulter, was für ein Faszinosum doch der Mensch ist: Man mag über die Kirche (und den daranhängenden Glauben) denken was man möchte, trotzdem berührt es mich immer wieder sehr im Inneren, welche Kunst aus Menschenhand hervorging.

    These: Der, der’s Leben liebt, sieht auch in dieser Todesästhetik das Schöne und Erhabene. Mir jedenfalls ging das Herz auf und insgeheim freue ich mich auch ein wenig, es „so“ betrachten zu können; frei von Angst vorm Gevatter oder dem Ekel, den das Morbide auf manchen Mitmensch ausübt.

    Ein Artikel, der mir sehr gut gefällt, merci fürs Informieren, Ausprobieren und Teilen! 😉

  5. clerique noire 10. März 2016 zu 15:33 #

    Die Michaelergruft ist ein absolutes Muss. Wir haben sie auch 2014 besucht. Aufgeräumt ist zwar immer noch anders, aber die tollen Särge und Mumien sind einen Blick wert. Die Kirche oben drüber aber auch. Die Wiener können es halt einfach.

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