Die andere Seite

Ausstellung „Schwarze Romantik“ im Städelmuseum Frankfurt/Main

Ein Ausstellungsthema, das fast alle bewegt. Viele Leser stürmten das Kontaktformular vom schwarzen Planeten oder machten mich bei Facebook auf die „Schwarze Romantik“ aufmerksam. Liebe Freunde und Bekannte fragten wegen eines gemeinsamen Museumsbesuches. Drüben bei Spontis.de ist eine schwarze Völkerwanderung nach Frankfurt geplant – am 1. Dezember 2012 werden jede Menge düstere Gestalten in die Mainmetropole einfallen und am Spontis-Family-Kunst-&-Musik-Treffen teilnehmen. [1] Jedenfalls scheint es als sei die halbe Szene aus dem Häuschen oder zumindest jene, bei denen Schwarzsein nicht bei Klamotten und Musik aufhört.

Julien-Adolphe Duvocelle – Totenschädel mit hervortretenden Augen

Tatsächlich sind Ausstellungen mit derart düsteren Themen, die dennoch öffentlichkeitskompatibel sind, sehr selten. Die Schädelkult oder die Mumien-Ausstellung in Mannheim fielen mir da noch ein – sind aber fast schon zu speziell.

Die „Schwarze Romantik“ zeigt Bilder von Künstlern mit derselben, düsteren Geisteshaltung aus der Zeit der Romantik und ihrer Fortführung im Symbolismus und Surrealismus. Vorrangig Gemälde, aber auch Plastiken und Filme, die das Schreckliche, das Wundersame, Abgründige, Gruselige und Groteske darstellen. Die sich nicht dem Diktat des Schönen, Makellosen und Tugendhaften widmen, sondern „die andere Seite“ zeigen. Dazu lassen sich Werke vom Ende des 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert finden.

Ein grauer Sonntag im November

Ein „Wir-warten“-Bild vom Städelmuseum

November passt hervorragend zur Einstimmung auf die Ausstellung. Sonntag eher nicht. Aber als arbeitende Bevölkerung geht es nun mal nicht anders. Nur dummerweise glauben an diesig-grauen Novembersonntagen scheinbar ALLE ins Museum gehen zu müssen. Gern auch mit der ganzen Familie und Kindern, die sich garantiert brennend für Malereien der schwarzen Romantik interessieren (an dieser Stelle mein Beileid an alle Kleinen, deren kunstelitäre Eltern eine Museums-Jahreskarte besitzen). Fazit: Wir stehen in der Schlange. Macht aber nichts, können wir mal um uns schauen. Kaum Grufties, aber viele dunkle Mäntel. Winter halt. Dazwischen immer mal Jack-Wolfskin-dress-seriously-People. Trotzdem: wenige Gothics, in unserer Schlange gar keine – außer M.Synthetic, Clerique Noire und mir. Später sollten es aber noch mehr werden und wir auch noch das Glück haben El Mariachi plus Freundin zu treffen – schön!

„Schwarze Romantik“ von außen – sonntags 14 Uhr

 

Drinnen angelangt erwarben wir einen Audioguide für zusätzliche 4 € je Person, aber der lohnt sich wirklich. Damit bastelte ich mir meine persönliche Führung – im eigenen Tempo. Dank des Audioguides gelang es mir auch die Menschenmassen um mich herum auszublenden und beim Betrachten der Bilder in meine eigene Welt vermischt mit der des Bildes abzutauchen. Mit der tiefen, schmeichelnden Stimme von Hanna Schygulla auf den Ohren sieht man sich dabei gleichzeitig schlau. Hätten sich die Ausstellungsmacher jetzt noch mit einem Musiksachverständigen zusammengetan und die Zeit bis zum nächsten Bild per Knopfdruck mit düsteren Sounds verschiedenster Art unterlegt, wäre das (optional wählbar) auch eine feine Sache gewesen.

Wir haben insgesamt ca. 3 Stunden für die „Schwarze Romantik“ gebraucht – ich denke, das ist gutes Mittelmaß. Der intensive Düsterromantiker benötigt länger, wie zum Beispiel Elei, die sich den Werken beachtliche 7 Stunden lang widmete.

Auch empfiehlt es sich etwas mehr Geld als nur den Eintritt mitzunehmen, denn im Museumsshop gibt es allerlei schwarz-romantische Literatur, Filme, Karten, Geschenke und auch viel ‚Schnulli’, wie der Sachse für Nippes sagt. Außerdem könnt ihr danach noch das Gesehene im schönen Museums-Café bei Speis‘ und Trank verdauen.

Untergeschoss – 1. Teil – Die schwarzen Romantiker

Es beginnt mit Johann Heinrich Füssli’s „Nachtmahr“. Ich erschrak – aber nicht wegen des Motivs. Sondern weil ich mir darunter immer ein riesiges Ölgemälde vorgestellt hatte. Dieses hier war gerade mal einen halben Meter hoch, wenn überhaupt. Aber es existieren von Füssli’s „Nachtmahr“ mehrere Versionen. Das Bild in der Ausstellung entstand 10 Jahre später, vielleicht ist es deshalb kleiner und im Original größer? Dieses hier im Blog ist nicht das, was in der Ausstellung hängt – es hat eine ganz andere Perspektive, die mir persönlich aber besser gefällt als der „Nachtmahr“ im Museum.

Johann Heinrich Füssli – Der Nachtmahr (so gefällt es mir am besten)

Es ist unklar, ob die vom Nachtmahr behockte Schöne Gefallen an ihrem Traum findet oder nicht. Der Gesichtsausdruck lässt das nicht erkennen. Man glaubte damals, dass Alpträume bei Frauen nur auftreten, wenn sie auf dem Rücken schlafen und sie wurden als Sex mit dem Teufel gedeutet. Füssli wurde mit dem „Nachtmahr“ berühmt – das Motiv war so beliebt, dass es sogar für Karikaturen genutzt wurde, z.B. mit Napoleon in der Rolle des Alps.

Füssli – Thor im Kampf mit der Midgardschlange

Der erste Raum ist vorrangig Füssli gewidmet, dessen sonstige Werke ich bisher kaum kannte. Besonders gefällt mir auch „Mad Kate“ und sein „Thor im Kampf mit der Midgardschlange“, welches aus heutiger Sicht sehr nach Fantasy anmutet. Tatsächlich ließen sich die schwarzromantischen Künstler häufig von Motiven aus der Literatur oder Mythologie inspirieren. Bei Füssli vermuteten Zeitgenossen, dass er sich durch den allabendlichen Verzehr von rohem Schweinefleisch schröckliche Träume heraufbeschworen habe, die ihn zu seinen abgründigen Bildthemen inspiriert haben sollen.

Wirklich viele Gemälde sind kleiner als ich erwartet hatte und man muss nah herangehen um Details zu erkennen. So auch bei den Werken von Francisco de Goya. Seine Stiche sind gerade mal 20cm hoch. Und doch ist die Dramatik darin ganz groß. Er sagte einmal zu einem Freund: „Ich habe weder Angst vor Hexen noch vor Poltergeistern, Gespenstern, Prahlern, Riesen, Taugenichtsen, Bösewichten etc. Ich fürchte keine Kreatur außer einer: den Menschen.“ Man sieht Bilder mit Kannibalen oder den Schrecken des Spanischen Unabhängigkeitskrieges: Erstochene, Erwürgte, Vergewaltigungen von Frauen und Kindern. Gut und Böse tauschen bei ihm oft die Rollen – in seiner Stichfolge „Los Caprichos“ wird das sehr deutlich. Den späteren Goya vergleiche ich ein wenig mit Quentin Tarantino: abgrundtiefer, deutlich gezeigter Schrecken mit einem Schuss irren Humors – jeglicher Romantik und Hoffnung beraubt. Es gibt kein Morgen, alles ist vorbei, die Menschheit ist degeneriert, soll jeder zusehen, wie er damit klarkommt.

Dann kommt ein Bild, vor dem ich wirklich lange gestanden habe und an das ich mich immer noch zwei Wochen später im Detail erinnere.  Es hat endlich mal ein monumentales Format und zeigt „Hunger, Wahnsinn und Verbrechen“. So der Titel des Werkes des belgischen Malers Antoine J. Wiertz.

Beeindruckte mich sehr: Antoine J. Wiertz – Hunger, Wahnsinn und Verbrechen

 

Das kleine Beinchen im Kessel wird wohl niemand so schnell vergessen, dazu der irre Blick der Mutter und der eigentlich letzte Stein des Anstoßes für diese grausame Tat: ein Steuerbescheid links unten in der Ecke („Contributions“). Auch wenn es ins Groteske überzeichnet ist – das Bild wirkt auf mich mit am stärksten von allen in der Ausstellung. Nach etwas Recherche fand ich heraus, dass Antoine J. Wiertz mit Vorliebe derartige Horrorfilm-Szenarien malte, wie z.B. „Der lebendig Begrabene“ oder „Gedanken und Visionen des Kopfes eines Hingerichteten“.

Victor Hugo – Die segnende Hand der Äbtissin

Eine weitere großartige Entdeckung für mich war Victor Hugo, also der malende Hugo. Nach seiner Meinung sollten Zeichnungen nicht das Idealschöne abbilden, sondern auch das Hässliche, Düstere und Groteske. Die Surrealisten betrachteten ihn als Vorläufer, was ich auch nicht wusste. Von Hugo sind in einem eigenen kleinen Raum mehrere Tuschezeichnungen zu sehen – besonders ist mir „Die segnende Hand der Äbtissin“ in Erinnerung geblieben.

Dann kommt für mich der Inbegriff der schwarzen Romantik: Caspar David Friedrich. Leider mit enttäuschend wenigen Bildern. Von dem Maler, an den man eigentlich zuerst denkt, wenn man deutsche, schwarze Romantik hört, gibt es in der Ausstellung gerade mal drei oder vier Bilder, die noch nicht mal seine düstersten sind. Bei solch einer breiten Palette an Werken. Ach, wie schade!

»Ihr nennt mich Menschenfeind, weil ich Gesellschaft meide, Ihr irret euch, ich liebe sie. Doch um die Menschen nicht zu hassen, muss ich den Umgang unterlassen.« (C. D. F.)

Wieder gut macht es das Städel mit mehreren großartigen Bildern zwei weiterer deutscher Romantiker: Carl Blechen und Ferdinand Oehme, einem engen Freund von Caspar David Friedrich. Von letzterem stammt auch die schaurige „Prozession im Nebel“ – das Bild zur Ausstellung sozusagen.

Obere Etage – 2. Teil – Die Symbolisten und Surrealisten

Eigentlich wäre eine Pause nicht schlecht – wiederum steht uns nach dem Rausch im Untergeschoss direkt der Sinn nach MEHR. Und das schwappt mir bedrohlich und übermächtig gleich beim ersten Bild im zweiten Teil der Ausstellung entgegen. „Die Welle“ ist ein großes, hochkantiges, düsteres Bild von Carlos Schwabe – entstanden 1907. Es zeigt die irre, unkontrollierbare Hysterie, die damals eine Art Volkskrankheit war. Ein starkes Bild, das mich sofort in den Bann zieht. Noch eine „wütende Welle“ beeindruckt mich wenige Bilder später in Form der „Medusa“ von Lucien Levy-Dhurmer.

Léon Frédéric – Vanitas

Die Werke der Symbolisten stehen in der Tradition der Geisteshaltung der schwarzen Romantiker. Doch die Symbolisten waren nicht an der äußeren, sichtbaren Welt interessiert sondern an der inneren. Sie waren die Neu-Romantiker mit Interesse am eigenen Ich und den darin verborgenen Wünschen. Deshalb werden sie auch als Seelenmaler bezeichnet.

Besonders gefallen mir die beiden Werke von Oskar Zwintscher „Gram“ und William Degouve de Nuncques „Der Wald“ – beide von 1898. Auch Albert von Kellers „Zwischenfall bei einer Séance“ ist interessant. Von Keller war dem Okkulten generell sehr zugetan und auf diesem Bild sieht man, dass bei einer Séance ein Feuer ausbricht und alle Seance-Teilnehmer in heller Aufruhr sind und durch das Zimmer rennen. Nur das Medium selbst sitzt seelenruhig auf seinem Stuhl – völlig in Trance.

Arnold Böcklin – Schild mit dem Haupt der Medusa

Schade, dass von Arnold Böcklin nicht seine berühmte „Toteninsel“, „Die Pest“ oder das „Selbstbildnis mit fiedelndem Tod“ zu sehen waren. Dafür aber der „Schild mit dem Haupt der Medusa“ am Eingang zu einem Filmraum und zwei weitere Werke, die ich gar nicht als Böcklin-Werke wahrgenommen hatte: “Villa am Meer” und “Astolf reitet mit dem Haupte Orills davon” (Danke an Solitaire für die Ergänzung).

Gabriel von Max’ „Die weiße Frau“ kannte ich noch nicht – eine faszinierende Überraschung. Ein genialer Maler! Sie wirkt tatsächlich als sei sie nicht lebendig, wie ein Gespenst, obwohl sie sehr menschlich da in der Tür steht. Von Gabriel von Max hätten wir aus den heimischen vier Wänden sogar ein Gemälde zur Ausstellung beisteuern können, nämlich „Der Anatom“. Wäre sicher auch passend gewesen, ebenso „Die ekstatische Jungfrau“.

Eine Entdeckung waren für mich die Bilder von Alfred Kubin. Allesamt sehr klein, aber tatsächlich sehr abgespaced. Tut mir leid, aber ich muss dieses Wort benutzen. Seine Zeichnungen sehen aus wie die Vorlagen für ein Universum der Horrorträume. Zu seinen Bildern habe ich mir die Worte „cool, Splitter, Weltraum, Grusel“ notiert. Sie packen mich innerlich und das Bild „Seele eines Kindes“ ist… nun ja, seht selbst. Ich muss wohl seinen phantastischen Roman „Die andere Seite“ noch lesen – von 1905.

Salvador Dalí – Totenkopf mit Tänzerin

Zum Schluss kommen die Surrealisten. Ich bin schon seit dem Abi ein großer Fan von Salvador Dalí. Die Bilder hier sind mir daher größtenteils bekannt – schön ist es, die „Ballerina als Totenkopf“ mal in echt zu sehen. René Magritte’s schräge Bilder sehe ich mir auch stets gern an. Sie sind so komisch-abstrus-alles-auf-den-Kopf-stellend. Seine „Gestalten der Nacht“ bringen mich gegen Ende der Ausstellung fast noch zum Lachen.

Mein Fazit: Unbedingt ansehen – es lohnt sich!! Die „Schwarze Romantik“ ist ganz nach meinem Geschmack. Auch wenn mir ein paar Werke gefehlt haben, die ich gern einmal „in echt“ gesehen hätte. Das ist auch der einzige Kritikpunkt. Aber sicher ist es auch nicht einfach, die Gemälde von überall auf der Welt für diese Ausstellung einzusammeln und dauerhaft auszuleihen.

Doch mit der Idee, Werke verschiedener Strömungen anhand einer düster-abgründigen Geisteshaltung zusammen zu führen, beweist das „Städel“ Mut für unabgegriffene, etwas randständige Themen – und dass man diese durchaus ‚groß spielen kann‘. Ein Flop ist nicht zu befürchten. Die düstere Seite zieht eigentlich jeden Menschen magisch an. Wie man an den hohen Besucherzahlen und den wenigen Gothics darunter sieht. Auch wenn sich manche angewidert abwenden – sie haben sich damit zumindest mal konfrontiert und eine Sneak Preview in ‚meine Welt’ riskiert. 😉

Interessantes und Neues zur Ausstellung und drumherum gibt es im Städel-Blog zu entdecken – gut geschrieben und gemacht (see the bats fly ^^°°^^)!

 

Welche Bilder haben euch besonders bewegt?

Wie hat Euch die Ausstellung insgesamt gefallen?

Sagt es in den Kommentaren – ich würde mich freuen und bin gespannt.

 

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes
  1. [1]Da wir an dem Tag schon länger verplant sind, können wir leider nicht dabei sein.

Einfach Dranbleiben!

Skurriles, Düsteres, Morbides im Abo! Vernetze Dich mit dem schwarzen Planeten & Shan Dark:

,

24 Responses to Die andere Seite

  1. stoffel 23. November 2012 zu 09:29 #

    Danke Dir für’s Mitnehmen 🙂 Du hast Deinen Bericht so fesselnd geschrieben, das ich komplett die Zeit vergass und gerade merke das ich längst arbeiten muss 😉

  2. Parasita 23. November 2012 zu 11:39 #

    Toller Beitrag, macht richtig Lust hinzugehen. Vielleicht’s klappt’s zum Spontis-Treffen…

  3. Schatten 23. November 2012 zu 11:48 #

    Das ist ja herrlich ! Vom Steuerbescheid zu Hunger, Wahnsinn und Verbrechen!
    Dieses Detail war mir komplett entgangen. Und überhaupt muß ich da unbedingt nochmal hin. Danke auch für den Tip mit dem Audioguide.

    Novembernebelgrüße aus Marburg, vom Schatten

  4. Ma Rode 23. November 2012 zu 15:16 #

    Hach, wie schön. Schade, dass ich so weit weg wohne … aber Dein Bericht hilft, mir eine kleine Vorstellung davon zu machen. Danke dafür.

    Gruß,
    Ma Rode

  5. elei 23. November 2012 zu 21:24 #

    Nun habe ich wohl den Tietel „intensive Düsterromantikerin“ weg 😉 ?
    Es tut mir für euch einwenig Leid das die Ausstellung so überfüllt war (es gibt sichtlich Angenehmeres) ich hatte dann doch sehr viel Glück das es so überschaubar war (aber ich muss zugeben das ich mich ähnlich wie du von der Stimme Hanna Schygulla einlullen lassen habe).
    Ansonsten ein sehr schöner ansprechender Artikel der mich fast bewegt noch einmal nach Frankfuhrt, hinsichtlich der Ausstelung, zu reisen …

  6. mattensan 24. November 2012 zu 12:35 #

    Dieser Bericht ist wieder ein Grund mehr die Ausstellung zu besuchen. Wenn es da noch Entscheidungshilfe bedurft hätte, du hast sie gegeben 🙂

  7. solitary_core 24. November 2012 zu 19:11 #

    ich hätte mir die Fledermaus doch patentieren lassen sollen *lach*

    wirklich schöner Bericht, schade nur das es so weit weg ist und derzeit andere Dinge Vorrang haben müssen, hätte mich aber sicher auch geärgert das da kein Giger mit bei ist, grade seine biomechanischen Landschaften finde ich würden dazu passen.

    Allerdings sind solche Ausstellungen ja auch eher dazu gedacht Augen zu öffen und Grenzen zu erweitern, jedem steht es ja hinterher frei weiter in der Richtung sich zu informieren, dank des Internets heute ja kein Problem mehr 😀

    der Totenschädel erinnert mich ja etwas an das Skellet im „letzten Einhorn“, is ja bald wieder Weihnachten, sollta ja dann wieder im TV kommen, so wie alle jahre wieder (neben Terminator und anderen unpasenden Filmen )

  8. Madame Mel 25. November 2012 zu 02:40 #

    Das kann ich fett unterstreichen; diese einmalige Ausstellung sollten sich unbedingt alle schwarzromantischen Seelen anschauen! Als ich dort morgens zusammen mit meinem „Graf“ ankam, krochen Nebelschwaden den Main hinauf wie die innere Erwartungshaltung. Wenige Leute haben in ihrer Prozession im Nebel den erleuchteten Pfad der Ausstellung gefunden und so konnten wir in aller Ruhe die Werke betrachten, was wohl auch die grunddüstere Stimmung doppelt intensiviert hat. What a perfect morning!

    Unsere Taktik, zuerst den 2. Teil anzusehen, ging voll auf, da war ich/wir teilweise ganz alleine im Raum und nur ab und zu kam der knurrige Museumswächter mit eindringlichem Blick vorbeigeschlurft nach dem Motto „Ja nix anfasse (>Nö, nur mitnehmen, ha<). Später im 1. Teil wurde es voller – aber wo zum Teufel waren all die Grufties?

    Wie du schon schreibst, fehlten einige der bekannten Gemälde (ich vermisste das „Verfrühte Begräbnis“ von Wiertz), aber dafür gab es jede Menge „Neuentdeckungen“! Einige Gemäldehatte ich mir einfach größer oder kleiner vorgestellt, der „große rote Drache" von William Blake war gar nicht so groß (trotz Filmangucken) und kam farblich etwas blasser als auf den Repliken daher (ist trotzdem auch eines der Highlights), Dalis „Biene die um den Granatapfel fliegt“ hatte ich mir auch irgendwie größer vorgestellt. Aber wie im wahren Leben kommt´s ja nicht immer auf die Größe an 🙂

    Hach, ich weiß gar nicht, wie lange mich die weiße Frau regelrecht hypnotisch in ihren Bann zog. Wie sie da in der Tür steht, der Körper fast Mumiengleich in Leinentuch gewickelt, dazu das madonnenhafte leichenblasse Gesicht mit großen schwarzen Augen, der in sich gekehrte Blick… Und ich könnte schwören, dass sie mir ganz leise zuflüsterte "Komm mit mir, ich zeige dir die andere Seite".

    Die Welle, Gram, Der Wald, Villa am Meer, Pest und die Caprichos haben mich lange in den Bann gezogen. Wie ging denn der Zwischenfall bei der Seance aus? Wurde das Medium dann einfach auf dem Stuhl sitzen gelassen? Ein „Danach“-Bild hätte bestimmt Aufschluss gegeben 😉

    Lachen musste ich über Duvocelle´s lustigen Totenkopf mit den Glupschaugen (der im schicken Knochenrahmen steckte) und der mich wie @solitary_core an das besoffene Skelett vom Letzten Einhorn erinnert hat 🙂 Und hey – wie zur Hölle kommt meine ehemalige Musiklehrerin auf Laermans „Blumen des Bösen“?

    Was mich nachhaltig ziemlich negativ berührte, war die Wahnsinnige und je länger ich drauf schaute, verschwamm die Groteskerie und wich einem inneren Entsetzen. Die künstlerische Provokation ist mehr als gelungen.

    Wie fandest du eigentlich die Max Ernst Werke?

    Also die erste Version von Füsslis Nachtmahr gefällt mir persönlich auch viel besser; Walpole schrieb in seinem Katalog für die Londoner Jahresausstellung 1782 ein „Shocking“ dazu und gesundheitlich labile Menschen wurden gewarnt, dem Bild nicht zu Nahe zu treten.

    Angeregt durch die Ausstellung muss ich mir unbedingt noch einiges an Literatur zulegen und noch ein paar Filme komplett anschauen (wie „Der andalusische Hund“). Das Buch und den Audioführer zur Schwarzen Romantik habe ich gleich mal mitgenommen 

  9. clerique noire 25. November 2012 zu 22:18 #

    Hi,

    ich war ja mit Euch mittendrin. Mir haben auch einige Bilder gefehlt, aber eher nicht so, dieses oder jenes, sondern: „Hat Künstler X oder Y nicht noch ein anderes Bild zu diesem Thema?“
    Dann fand ich es auch schön, daß S/W-Filme angedeutet wurden. Das hat noch mal mehr Dynamik reingebracht.
    Alles in allem war es eine gelungene Ausstellung. Macht Lust auf mehr.

    Kleine Kritik, aber rein persönlich für mich gesehen. Surrealismus war mir too much dadrin. Weil er erstens zu bunt ist und die Bilder so „abgegriffen“ sind.

  10. Shan Dark 28. November 2012 zu 23:26 #

    Freut mich echt sehr, dass mein Bericht so etwas wie „Museumsdrang“ auslösen konnte :D. Ich denke, Ihr werdet die Ausstellung nicht bereuen. Ich habe bisher auch nur einmal gehört, dass jemand enttäuscht war – was wohl erstens an der Atmosphäre in der Ausstellung gelegen hat. Stimmt, da hätte man schon noch etwas mehr rausholen können – schwarze statt graue Wände, Grablichter – aber immerhin ist es ein ’normales Museum‘, was man vllt. nicht mit Gothic-Maßstäben messen sollte. Zweiter Kritikpunkt waren die Surrealisten-Bilder, die nicht ‚passten‘. Nun, das ist wohl Geschmackssache, wie diese Kunstrichtung überhaupt. Ich fand, dass es unter dem Motto des Unbewussten, Düsteren, Abartigen, Unrealen gut dazu passte. Aber ich mag halt auch Surrealismus… (kein Maßstab).

    @Madame Mel: Danke Dir für Deinen ähnlich faszinierenden Bericht als Kommentar. Ich habe förmlich den Nebel noch mal den Main mit hochsteigen sehen…*schleich*

    Max Ernst ist nicht so mein Fall, das gebe ich zu. Seine Bäume, die aussehen wie eine Stadt oder umgekehrt (ich kann mich nicht mehr erinnern, wie das Bild hieß, aber es gab dazu glaube ich den letzten Audiokommentar) – fand ich noch ganz gut. Aber andere Künstler und Bilder haben mich mehr beeindruckt. Zum Beispiel eben „die Wahnsinnige“ in Wiertz genialem Bild. Ja, man konnte sich da richtig hineinvertiefen…herrlich grausig.

    Apropos: Du hast den Audioguide mitgenommen??? Das darfste doch hier nicht so öffentlich schreiben… 😛

    @Schatten: Die Sache mit dem Steuerbescheid habe ich auch nur durch den Audioguide erfahren, denn um „contributions“ mit „Steuern/-bescheid“ zu übersetzen ist mein nicht vorhandenes Französisch zu schlecht.

    @solitary_core: Giger hätte wirklich gut dazu gepasst, aber er war nicht dabei, weil es eine Retrospektive war.
    Über die Fledermäuse müssen wir noch mal reden… 😉

    @clerique_noire: Gut, dass Du das mit den Filmen auch noch mal erwähnst. Das ist in meinem Bericht etwas zu kurz gekommen. Die haben wirklich für Abwechslung gesorgt und das breite Spektrum gezeigt. Trotzdem möchte ich warnen vor „Ein andalusischer Hund“ von L. Bunuel > very very weird. Surrealistisch, eben.

    Für alle, die jetzt schon zu weit weg wohnen – die Ausstellung wandert weiter nach Paris – also da ist Frankfurt näher ;).

  11. Melle Noire 3. Dezember 2012 zu 12:11 #

    Hi! 🙂

    Wir waren zusammen mit einer guten Freundin von uns am Samstag mit dabei beim Spontis-Museumstreffen. Die Ausstellung ist ja mal der Wahnsinn, nach der etwas zu kurzen Führung habe ich mich noch lange mit den Bildern beschäftigt.

    Das erste absolute Highlight war für mich „Hunger, Wahnsinn und Verbrechen“. Ich liebe derart groteske Szenerien und ich fand den Malstil toll (der mich auch sehr an die Photoshop-Arbeiten so mancher Fotografen erinnerte BTW). Außerdem sprechen solche Werke meinen schwarzen Humor sehr an. 🙂

    Dann fand ich „Die Welle“ mal sowas von genial. Der absolute Oberhammer… Sehr beeindruckt hat mich des weiteren das Bild „Gram“. Das ist ja so klasse gemacht und wirklich schön gemalt! „Vanitas“ fand ich ebenfalls sehr schön, auch das hätte wieder eine Photoshop-Arbeit sein können – genauso wie „Die weiße Frau“. Wunderschön! Aber so sieht man auch mal, woher so mancher Fotograf seine Inspiration zum Bildbearbeiten hat. 😀

    Da ich generell auf Totenköpfe stehe, fand ich „Totenkopf mit Tänzerin“ sehr cool. Daneben hing irgendwo „Vertrautes Gespräch“ mit 2 Fantasiewesen, das fand ich irgendwie niedlich. Und die Bildtitel von Dalí sind teilweise wirklich witzig. 😀 Sehr interessant fand ich „Sie waren zu lange im Wald geblieben“ – so lange, daß sie schon selbst aussahen wie Baumstämme, die gerade noch so laufen konnten, der Wald hatte sie geradezu asmiliert. Im Gedächtnis blieb mir auch das Bild „Verbotenes Land“. Das fand ich sehr spannend. Dann gab es in der Ausstellung auch ein Bild, das mich von der dargestellten Location her sehr an die Balrog-Szene aus „Der Herr der Ringe“ erinnerte (ich weiß den Bildtitel aber nicht mehr).
    Dann fällt mir noch die Darstellung einer alten nackten Frau wieder ein, die auf einer Art Kirchengebäude platziert wurde. Das war ausgesprochen plastisch dargestellt – man sah die Spuren des Alterns ganz deutlich. Das war für die damalige Zeit sicher ein gewaltiger Tabubruch (und man tut sich ja auch heute noch schwer damit, älteren Leuten eine Sexualität zuzugestehen).

    So ziemlich am Schluß sah ich mir das Bild „Kurz vor dem Weltuntergang“ von Samuel Colman an. Man sieht die Apokalypse, überall Tod und Verderben – und genau in der Bildmitte steht eine männliche Gestalt in Anzug und Hut an einem Pult. Absolut lässig und wie ein Bürgermeister. Der Mann wirkt so, als mache ihm das gar nichts aus, daß gerade die Welt um ihn herum untergeht. Ist dies der Teufel? Ich konnte leider nicht viel über das Bild herausfinden bislang… :/

    Dunkle Grüße! 🙂
    Melle

  12. Mol 3. Dezember 2012 zu 12:43 #

    Hi,

    also wir war insgesamt eher etwas enttäuscht von der ausstellung.
    Das Thema, die idee der ausstellung waren ja sehr vielversprechend und wir hatten uns echt darauf gefreut.

    was am meisten gestört hat, war die präsentation der werke in einem ansonsten fantastischen museum ( ich war noch oben in der dauerausstellung ).
    also erstmal klischeehaft zum ersten ausstellungsteil ‚in den keller‘ 🙁
    wenn’s wenigstens ein schöner feuchter gewölbekeller gewesen wäre…
    Es war überall sehr eng und fast schon beklemmend. kein werk, das man mal aus 2 oder 3m entfernung ansehen konnte. möchte nicht wissen, wie das an einem Sonntagnachmittag sein mag.
    dann die filmvorführungen in engen ‚Schleusen‘.
    Hauptvertreter wie C.D.Friedrich kamen nur kurz oder wie W.Turner garnicht zu Bilde.
    Den zweiten Teil im EG sind wir eigentlich nur noch abgelaufen, obwohl uns vereinzelte exponate noch ganz gut gefallen haben – andere hingegen haben uns nicht zur thematik gepaßt.
    letzten endes muß ich sagen, die atmosphäre hat es mir versaut ! wenn man nicht gerade in der nähe wohnt würde ich es nicht empfehlen

  13. Scyllarus 5. Dezember 2012 zu 03:17 #

    Es ist gar nicht leicht, die Fülle der Bilder im Kopf für ein kurzes Fazit zu sortieren. Beim wunderbaren Spontis-Familienausflug hatte uns die Führerin einen Schnelldurchgang durch die Fülle der Bilder gegeben, der natürlich zwangsläufig ein Kompromiß bleiben mußte. Ich hätte so gerne mehr zu den einzelnen Werken erfahren, Geschichten ebenso wie Kunstgeschichte, und zugleich zu viel mehr Bildern … Aber mehr ging auch nicht, ein oder zwei Werke pro Raum, für mehr reicht am Ende weder die Zeit noch die geistige Aufnahmekapazität.
    Für einen Favoriten kann und will ich mich so gar nicht entscheiden. Füsslis Nachtmahr ist mir besonders im Kopf geblieben, und „Hunger, Wahnsinn und Verbrechen“ von Antoine J. Wiertz. „Die Welle“ von Carlos Schwabe ist ein geradezu umwerfendes Bild, und ich fand es eigentlich schade, über den Titel gleich auf eine Interpretation festgelegt zu werden. Denn die Welle ist zugleich eine Wand und ein Wald aus Gestalten, zu deren Füßen vielleicht Wasser fließt, aber auch Wurzeln wachsen könnten, zugleich Bedrohung und doch auch Schutz vor dem, was sich im Rot des Himmels widerspiegelt …
    Die genannten Werke – unter anderen – beeindruckten mich auch durch die ungewohnte Darstellung, eine Fremdheit von Themen und Bildsprache. Andere überraschten mich durch fast vertraute Motive und Stimmungen. Eine Felsbrücke etwa, die ein Szenenbild aus der „Herr der Ringe“-Verfilmung hätte sein können. Wirklich schön, doch eine Stimme im Hinterkopf fragte „so ein Kitsch, was sucht das hier?“ Dann muß man sich vergegenwärtigen, daß so eine Ausstellung auch eine Zeitreise ist. Heute mag man ähnliches in endloser Vielfalt kennen, kaum ein Fantasy-Illustrator, der sich nicht daran versucht hätte – doch diese Bilder stammen aus einer Zeit, in der die Welt noch nicht von Bildbänden, Online-Galerien und Trickfilmen überflutet war, als das einzelne Bild noch etwas besonderes war, und vielleicht der einzige Zugang in diese Welt der düsteren Fantasie, den man für lange Zeit zu sehen bekam. So können wir uns heute wohl kaum vorstellen, wie die Bilder damals ohne unsere Übersättigung gewirkt haben.
    Besonders aufgefallen ist mir am Ende noch eine Darstellung der Sintflut von Théodore Géricault. Düsterer Regen über einem wilden Meer, Felsspitzen, die wohl Berggipfel sein müssen, zerschellte Boote und gestrandete Menschen ohne Hoffnung. Keine Arche und kein Regenbogen … Das Bild hebt sich wohltuend ab von den modernen Umdeutungen und Beschönigungen. Zur Zeit läuft im Offenbacher Klingspor-Museum die jährliche (und immer sehenswerte) Kinderbuch-Ausstellung. Dort findet man die Sintflut in den unvermeidlichen Kinderbibeln wieder, als fröhliche Bootsfahrt mit netten Tieren, und diese Verniedlichung der schrecklichsten aller Geschichten macht mich immer wieder wütend. Géricaults Bild hebt sich erschreckend wohltuend ab.
    Ich werde mir die Ausstellung auf jeden Fall noch einmal ansehen, und mir mehr Zeit dafür nehmen.

  14. Solitaire 5. Dezember 2012 zu 21:44 #

    So, beim großen Spontis-Treffen war ich leider nicht dabei, aber heute habe ich den Besuch der Ausstellung nachgeholt.

    Bin somit gleich über folgenden Satz gestolpert: „(…) zu kurz kam Arnold Böcklin – nur der „Schild mit dem Haupt der Medusa“ wurde gezeigt (…)“.

    Ist so nicht richtig – gezeigt wurde auch „Villa am Meer“ und „Astolf reitet mit dem Haupte Orills davon“.

    Und eine Version der Toteninsel kennt man ja aus dem Museum der bildenden Künste Leipzig – und wenn nicht: Vormerken fürs nächste WGT!

    Zu Samuel Colmans „Edge of Dawn“ / “Kurz vor dem Weltuntergang”: Die Gestalt in der Bildmitte ist eine Statue von William Shakespeare:
    http://www.welt.de/kultur/article109462045/Kindsmoerderinnen-Kannibalen-Geisteskranke.html

    Ich fand die Ausstellung rundum gelungen, nur ein Raum mit Bildern von Victor Hugo war viel zu dunkel – die Bilder selbst bestehen nur aus Braun- bzw. Grautönen und waren so fast nicht zu erkennen.

  15. Melle Noire 6. Dezember 2012 zu 03:30 #

    @ Solitaire: Danke für den Link, auf die Idee, daß es sich in der Bildmitte um eine Statue handeln könnte, bin ich irgendwie überhaupt nicht gekommen *grübel*… o.O

  16. Solitaire 6. Dezember 2012 zu 16:38 #

    @Melle Noire

    Hab mich da leider vertippt, im Original heißt das Bild „The Edge of Doom“.

    Hab dazu noch folgenden Link gefunden (ist leider ein Word-Dokument):
    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=%22samuel%20colman%22%20%20%22the%20edge%20of%20doom%22%20shakespeare&source=web&cd=1&cad=rja&sqi=2&ved=0CCoQFjAA&url=http%3A%2F%2Fsaa2010historyplay.files.wordpress.com%2F2009%2F12%2Fwalsh-saa-09.doc&ei=nKPAUOXeMpCVswbNt4HQAw&usg=AFQjCNEXZmMcAIZ1q55H-wk5k6gNmROsfA

    Ich zitiere mal den interessanten Abschnitt:
    Samuel Colman’s painting The Edge of Doom—The End of All Things and the Immortality of Shakespeare (1836-1838) depicts an apocalyptic scene in which a Londonesque city and various revered pieces of art collapse around a statue of Shakespeare. Commenting on the pitch this work makes for Shakespeare’s cultural status, Diana Henderson wittily remarks: “in time, Westminster may crumble, Guido Reni may tumble, but our Bard is here to stay.” Colman’s vision of an effigy of Shakespeare amid rubble predicts the ominous scene that would have greeted a visitor to Southwark Cathedral, located near the foot of London Bridge on the South Bank of the Thames, early in 1941. A bomb dropped by Nazi air forces on February 14 had exploded nearby the Cathedral, killing at least six people and destroying within it a series of stained glass windows that stood over an alabaster statue of Shakespeare. While portions of the ancient church’s edifice were shattered, the monument to Shakespeare remained.

    Das Bild von Colman ist also im zweiten Weltkrieg in gewisser Weise Wirklichkeit geworden.

  17. Schatten von Spontis 6. Dezember 2012 zu 19:28 #

    Ich halte mich hier mal kurz 😉
    Fand die Ausstellung echt klasse, auch wenn ich gern noch mehr Zeit darauf verwendet hätte mich den einzelnen Bildern zu widmen.
    Ich kann und habe auch schon die Ausstellung guten Herzens weiter empfehlen, war fantastisch ein paar dieser Bilder mal in Originalgröße zu sehen 🙂
    Nach dem Besuch mit der Spontis Familie bin ich jetzt ein paar wunderschöne Erfahrungen und ein fantastisches CDF Buch reicher 🙂

    P.S. Wenn wir schon ein Wappen haben, habe ich mir einfach mal erlaubt mich zu adeln 😀

  18. Marcus 6. Dezember 2012 zu 19:51 #

    Die Eindrücke dieser Ausstellung in Worte zu fassen, fällt mir schwer. Deshalb habe ich diese Aufgabe sozusagen übertragen und auf meinem Blog einen ausführlichen Gastbeitrag veröffentlicht, der mir aber sehr „aus der Seele“ spricht. Ich fand die Ausstellung ziemlich gelungen. Auf Museumsatmosphäre und eine Vielzahl anderer Menschen habe ich mich eingestellt. Nicht immer konnte ich alles um mich herum ausblenden, aber hin und wieder war dies durchaus möglich. So stand ich eine gefühlte Ewigkeit (wahrscheinlich war es aber gar nicht so lange) vor „Der Welle“. Erst als sich eine Dame vor mich stellte, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Dies war wohl auch das für mich beeindruckendste Werk. Paul Dardes „Ewiger Schmerz“ habe ich einige Male umrundet. Gerne hätte ich diese Skulptur einmal in die Hände genommen. Dieser Versuchung konnte ich allerdings widerstehen. Gerne hätte ich auch eine von Caspar David Friedrichs diversen Darstellungen der Klosterruine gesehen. Vermisst habe ich dies aber nicht. Es gab so viele andere Werke zu entdecken. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir außerdem die bereits erwähnten „Vor dem Weltuntergang“ (man glaubt gar nicht, dass dieses Bild vor über 150 Jahren entstanden ist) und „Die Blumen des Bösen“. Wenn Frankfurt nicht so weit weg wäre, würde ich mir diese Ausstellung sicher nochmals zu Gemüte führen. So bleiben aber schöne Erinnerungen und einige Neuentdeckungen.

  19. Shan Dark 6. Dezember 2012 zu 21:33 #

    Jeder einzelne Bericht von Euch ist wirklich interessant – DANKE dafür! Weil die selben Bilder immer wieder auftauchen, die wohl besondere Faszination für die Meisten besitzen. Oder zumindest für „uns“ mit düsterem Touch?

    Eine Führung wäre für mich übrigens nicht in Frage gekommen, weil ich mich lieber selbst auf die Werke einlasse in meinem eigenen Tempo. Und dank des Audioguides, den ich zuschalten kann wie ich lustig bin, habe ich trotzdem Hintergrundinformationen. Außerdem sind Führungen eben wie alles Menschliche in ihrer Güte immer von der Person abhängig. Wäre es mir zeitlich möglich gewesen nachmittags bei der Spontis-Family dabei zu sein, hätte ich wohl die individuelle Runde wie Marcus & Edith gedreht. Edith’s Gastbeitrag zur Ausstellung werde ich übrigens auch gleich noch lesen.

    @Melle Noire: Ihr seid aber andersrum gegangen, zuerst die Surrealisten und Symbolisten und dann die alten Romantiker in der unteren Etage? Du hast einige Bilder wieder hochgeholt, die mir schon nicht mehr so gegenwärtig sind, aber die mich auch beeindruckten. Zum Beispiel „Sie waren zu lange im Wald geblieben”. Das war echt…öhm…bezogen auf den Titel witzig. Ähnlich wie „Vertrautes Gespräch“. Und ja, vor dem Bild mit der alten Frau habe ich auch länger gestanden. Damals wie heute eine sehr offene Darstellung, die entsprechend ‚wirkt‘.

    @Scyllarus: Ertappt! Das „Balrog-Bild“ – „Vertreibung – Mond und Feuerschein“ von Thomas Cole – fand ich zunächst auch nicht besonders. Aber so gesehen, war das damals wirklich etwas besonderes/seltenes, während wir schon langsam an Übersättigung sterben. Allerdings könnte ich da auch diverse Höllendarstellungen aus dem 16./17. Jahrhundert gegenhalten, die schon auch sehr höllisch-düster daherkommen. Das Spezielle am Bild ist, dass eben niemand darauf abgebildet ist. Kein Teufel, kein höheres Wesen. Wenn ich mich recht entsinne. Es ist unklar, ob es eine Interpretation der Hölle oder die Brücke zu ihr oder was auch immer es ist.

    Apropos „entsinnen“ @Solitaire – stimmt! Ich kann mich erinnern, dass ich die beiden von dir genannten Böcklin-Werke gesehen habe. Aber ich habe sie wohl nicht bewusst als welche von Böcklin wahrgenommen. Danke Dir! Dann darf ich nicht meckern und werde das oben etwas entschärfen im Artikel. Aber es gibt dennoch Schönere von ihm, natürlich ist das immer im Auge des Betrachters. Beim Raum von Victor Hugo gebe ich dir auch recht. Ich hatte zwar nicht Probleme seine Werke zu erkennen, aber der Raum war fast schon klaustrophobisch eng und komisch ausgeleuchtet.

    @Mol: Bei der Atmosphäre musste man wirklich Abstriche machen und auch die Räume waren teilweise sehr eng, das ist wahr. Trotzdem darf man es aus meiner Sicht eben nicht mit Gothic-Maßstäben messen.

    @Schatten von Spontis: Der Name passt damit auch zum Gewand und Adel verpflichtet! 😉

    „Die Welle“ von Carlos Schwabe war wirklich der Wahnsinn, aber auch für diese wäre vielleicht ein anderer Platz besser gewesen? Besser als so direkt nach dem Treppenaufgang und Eingang, finde ich jedenfalls. Die würde ich mir auch sofort in die Wohnung hängen, mir fehlen nur die großen Räume und hohen Wände dafür. *seufz*

  20. Melle Noire 7. Dezember 2012 zu 03:59 #

    @ Shan: Ja, nach der Führung blieben wir zunächst noch in der oberen Etage und haben uns die Ausstellung sozusagen „rückwärts“ angeschaut. Ich wollte zunächst noch bei den Surrealisten und Symbolisten verweilen. Anschauen wollte ich mir aber alle Bilder in der Ausstellung auf beiden Etagen. Auch wenn ich irgendwann am Ende in der unteren Etage kaum noch aufnahmefähig war, irgendwann ging mir der Rolladen übelst runter und ich mußte die Infotexte neben den Kunstwerken teilweise 3x lesen. 🙂 LOL

  21. David Gray 9. Dezember 2012 zu 16:17 #

    Hi Shan,

    toller Artikel hat mir gut gefallen, aber vielleicht – falls Du ihn noch nicht kennst – wäre auch der britische Maler Richard Dadd etwas für Dich mit seinen absolut eigenständigen und ziemlich hintergründigen Fairy Paintings

    Grüße von David

  22. David Gray 9. Dezember 2012 zu 16:35 #

    ..ach da fällt mir gleich noch ein Geheimtipp ein.

    Ernst Jünger „Abenteuerliches Herz“ nämlich. Und da unbedingt die erste Fassung, es gibt nämlich zwei, wobei die zweite länger ist aber auch glatter Jedenfalls findet sich dort die Schilderung eines Alptraums, die selbst E.T. A. Hoffman und in gewisser Weise auch Poe übertrifft. Sie heißt „Der schwarze Ritter“ … sowieso passt manches von Jünger eher in die schwarze Romantik als man das eigentlich angesichts seines nur teilweise verdienten schlechten Rufes glauben sollte

  23. Shan Dark 10. Dezember 2012 zu 14:25 #

    @David Gray: Danke für deine Tipps! Ich hab mir die Bilder von Richard Dadd mal angesehen – nicht schlecht ;). Aber irgendwie für meinen Geschmack nicht düster genug. Fairy halt… Hingegen die Ernst Jünger Geschichte ist finster und heftig genug. Ich habe sie hier gelesen: http://frankzumbach.wordpress.com/2010/02/19/ernst-junger-der-schwarze-ritter-aus-das-abenteuerliche-herz%C2%B4/

  24. David Gray 15. Dezember 2012 zu 22:28 #

    He! Das ist ja cool …das die einer onlinre gestellt hat (ich meine es ist sicher auch irgendwie n bisschen illegal wegen Urheberrecht und so) aber gute kurze Sachen sollte man auch online lesen können … und „Der schwarze Ritter“ ist gut ;ö-)

    glad to be of service …until next time

Schreibe einen Kommentar