Skinny Puppy live beim Amphi 2010 – Konzertbericht

Kaum Blut, viel Schweiß und ein paar Tränen

14:30 Uhr: Wir kommen auf dem Amphi an und hören als erstes von Günni, einem langjährigen Skinny-Fan und stellv. Chefredakteur von MSTOS, dass wir Nivek Ogre und cEvin Key knapp verpasst haben. Die beiden haben auf dem Festivalgelände eine Runde gedreht und wären wir eine halbe Stunde früher gekommen, hätten wir mal „hallo sagen können“. Unglaublich! Zum Beweis zeigen Günni und sein Kumpel tolle pics, die mich vor Neid weiter erblassen lassen. Gnagnagnrrr….

15:00 Uhr: Das Treffen der Wer-kennt-wen-Gruppe „Skinny Puppy Addiction“ entpuppt sich als Grüppchentreffen: nur sieben lustige Gestalten stimmen sich mit Pils auf das anstehende Konzert ein.

ich am Cologne Beach

Manches war unterirdisch und die Mülleimer am Cologne Beach waren außerirdisch (Bildrechte: www.amphi-festival.de)

16:15 Uhr: Wir wollen uns mal den Gothic Beach anschauen. Auf dem Weg dahin kommen wir an der Hauptbühne vorbei. Es spielen Welle: Erdball. Da ich von diesen Billig-Kraftwerk-ern schon einiges vorgeschwärmt bekommen habe, bleiben wir für ca. 4 Lieder in sicherer Entfernung mit Blick zur Bühne stehen. Man muss sich ja ein eigenes Urteil bilden. Doch die Show ist Kindergarten, aber dafür ist die Musik noch schlimmer: „unterirdisch“, wie ein Bekannter sagte. Haben die eigentlich auch Eigenproduktionen? Vor lauter „Coverei“ erkennt man diese kaum. Als sie auch noch „Ein bisschen Frieden“ von Nicole spielen, bleibt nur die Flucht nach vorn an den Strand. Danach treten Blutengel auf. Es muss dringend mehr Alkohol her.

18:00 Uhr: Auf dem Amphi gibt es – very international (!) – „Signing Sessions“. Das Beste: Skinny Puppy signieren ab 19 Uhr. Eine Seltenheit, sagt Günni, der SP-Kenner. Eine lange Schlange wartet da gerade auf Welle: Erdball-Autogramme. Wir sind noch etwas traumatisiert und haben Angst, dass wir dann eins von den Erdbeeren bekommen statt von Nivek oder Cevin. Also stärken wir uns erstmal mit Pommes. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellt.

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Nivek Ogre strikes back und holt mit verschmitztem Lächeln seine Kamera heraus

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Ein schöner Mann - ganz ohne Maske

18:45 Uhr: Mit Pommesbauch schlängeln wir uns wieder zäh an der Autogrammstunde. 19.15 Uhr erscheinen die Puppies mit etwas Verspätung und in der Einzahl: es kommt nur Nivek. Endlich sehe ich den „Mann mit den 1.000 Masken“ mal ‚oben ohne’ :-D. Nivek Ogre ist ca. 1,75m und sehr schlank. Er sieht wirklich gut aus, trotz Ü45. Ich bin hingerissen. Zudem ist er auch noch sehr sympathisch – es ist kaum auszuhalten. Er wechselt mit jedem Fan, der es will, ein paar persönliche Worte („Oh, you came all the way to see us here? Thank you.“ – „Hey, unique language. I like it.“). Er nimmt sich Zeit. Das freut diejenigen, die an der Reihe sind. Wir bangen etwas, weil wir noch einige vor uns haben.

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**auch haben will**: Hat man es geschafft, gibts ein "Fotogramm" und Nivek ist für jeden Spaß zu haben (Bildrechte: Niels - Danke!)

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Ogre holt zum fotografischen Gegenschlag aus

20:05 Uhr: Der Signing Session-Spannungsbogen droht zu platzen. Jetzt sind noch 10 Leute vor uns. Nivek Ogre wurde bereits mehrfach ermahnt, dass er zum Schluss kommen soll. Schnell macht er noch Fotos von den Fans – wie goldig! Dann ist es Zeit to get ready for the show.  Wir stehen immer noch da – OHNE Autogramm… Mist, Mist, Mist! Nun, ein bisschen tröstet mich das bevorstehende Konzert.

20:45 Uhr: Im „Staatenhaus“ (was’n Name!) treten sie in 30min auf. Ich muss wieder an der Hauptbühne vorbei – diesmal eröffnen gerade And One ihre Show. Das klingt gut, aber ich muss weiter. Ich darf nach dem Autogramm jetzt nicht auch noch das Konzert verpassen und will mich weit vorn an der Bühne platzieren. Habe Skinny Puppy schon zwei Mal gesehen (Zillo-Festival auf der Loreley mit der „Greater Wrong Of The Right“-Tour 2004 und „Mythmaker“-Tour in Prag 2007). Immer stand ich recht weit von der Bühne weg – diesmal will ich die Nah(tod)erfahrung machen.

 

 

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cEvin Key richtet die Soundanlagen ein kurz vor Start der Show

21:00 Uhr: Peter Spilles verabschiedet sich und sein Project Pitchfork mit den Worten: „Wir freuen uns jetzt mit Euch auf Skinny Puppy. Das. Wird. Richtig. Geil.“ Trotzdem verlassen einige Nasen tatsächlich die Halle. Gut, das schafft Platz. Wir postieren uns mittig rechts kurz vor der Bühne. Es beginnt der Bühnenaufbau. Was die da alles anschleppen … das kann ja wieder was werden! Irgendwie ist am Ende kaum noch ein Fitzelchen Bühne übrig für die Performance. Es gibt wieder einige Beamer und tolle Projektionsflächen, denn das Mischpult und ein Käfig sind mit weißen Stoffbahnen eingehüllt. Das Beste sind aber 4 mit etwas Abstand hintereinander hängende, transparente Stoffleinwände über cEvin Keys Maschinenpark: alles was darauf projiziert wird, erhält einen 3D-Effekt. Coole Idee! Das alles dauert etwas, aber „der Aufbau ist ja auch hinreichend kompliziert“, wie r@zorbla.de neben mir treffend anmerkt. Bin aufgeregt, voller Erwartungen und betrachte zur Beruhigung diese unsägliche Halle: sehr niedrige Decke (die dieses Jahr nicht bröselte), zig Säulen überall (aber alle hinter mir, ha!) und eine armselig kleine Bühne für eine Skinny Puppy-Show.

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Nivek humpelt zum Auftakt mit Gehhilfe herein

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neue Tour - neue Show

21.35 Uhr: Es geht los! Schlagzeuger Justin Bennet und cEvin Key fangen schon mal an und produzieren die ersten Soundflächen von „Love In Vein“. Dann wankt Nivek herein, eine Gehhilfe vor sich her schiebend. Ich muss ein bisschen schmunzeln: alter Mann…! Die Maskerade ist mal wieder vollflächig und in weiß – natürlich nicht sauber, sondern bisschen verschmiert. Von oben nach unten: Weißer Zuckertüten-Burgfräulein-Hut, weiße Ku-Klux-Klan-Maske mit schwarzen Barthaaren-Troddeln aus Stoff, PVC-Schürze mit kreuzartig angeordneten Reflektoren, weiße Stoffhose darunter, Blutlappen an den Händen. Die Beamer schießen grelle, bunte Farben und Sequenzen auf die Bühne und Ogre ist mit seiner weißen Kleidung eine gute Projektionsfläche für das Farbgewitter. Das ist Teil der puppyesken Kunst-Performance. Manchmal und besonders später auf Fotos erkennt man ihn dadurch kaum.

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Der Mann mit den 1.000 Masken - hier sind es allein schon 3 übereinander.

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Nivek im Käfig und weibliche 'grabbing hands'

21.50 Uhr: Nach „Hatekill“ kommt „Addiction“ im Doghouse-Mix. Damit kommt so richtig Bewegung in die Menge. Links von mir verwandeln sich die Menschen in einen Moshpit – aber ordentlich! Die gehen voll ab, schubsen, schieben, tanzen, helfen sich aber auch auf, wenn mal einer hinfällt. Oben auf der Bühne macht Nivek wieder eine grandiose Show, von der so mancher Mosher sicher nicht viel mitkriegt. Ich könnte Ogre stundenlang zusehen. Trotz all dem visuell Verzerrten und Verstörenden haben seine Bewegungen eine … nun ja … unbeschreibliche Erotik. Er zuckt, ruckt, schwankt, schaukelt, gleitet, balanciert…und es sieht alles g-u-t und geschmeidig aus.

Beim 4. oder 5. Song krabbelt Nivek in einen Käfig auf der linken Bühnenseite. Diese etwas wackelige Konstruktion hat verschwenderisch einen Flatscreen oben drauf. Darin hat Ogre jetzt die Zuckertüte abgesetzt und nur noch die Ku-Klux-Klan-Geistmaske auf. Ist die glow-in-the-dark? Sieht so aus. Leider fällt sie nach dem Käfig früher als gewollt ab, was ihn so ein bisschen nervt. Er kämpft damit, dann nimmt er sie weg und bleibt doch verhüllt mit einer Art Fechtmaske: vorn schwarzes Gitternetz und der Rest sind Binden um den Kopf gewickelt. Gesundheitsförderlich ist so was nicht, vor allem nicht über 60min lang. Aber der Performance opfern Skinny Puppy fast alles – dafür lieben wir sie ja (unter anderem). Vllt. ist aber auch ein Sauerstofftank oder Kühlsystem in seine PVC-Kutte eingebaut? Wer weiß.

Gesundheitsgefährdend ist inzwischen auch der Moshpit, der bei „Pedafly“, „Politikil“ und „Pro-Test“ völlig abtickt und öfters mal schock- und ruckartig nach rechts oder links ausschert, alle mitreißt und ‚nass’ macht. Überhaupt diese feuchten Dämpfe, die da aufsteigen… öh! Ab und an saftet etwas Mosher-Schweiß an meinen Arm und klebt. Einen Moshpit bei Skinny Puppy zu erleben, noch dazu ‚hautnah’ hätte ich auch nicht erwartet.

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Skinny meets Ku-Klux-Klan - coole Maske!

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Fechtmaske und Krückenkreuz bei "Ugli"

Ich muss  wieder mal feststellen, wie gut Justin Bennet optisch und musikalisch  zu den beiden Ur-Skinnys passt – klasse! cEvin steht wie immer unspektakulär in seinem elektronischen Anlagenpark und schraubt Töne. Naja, und Nivek ist „beweglich animalisch“ (steht auf dem T-Shirt eines Moshers und ist ein Song von Sielwolf). Bei „(Jesus wants to be) Ugli“ hantiert er wild mit Krücken herum, die zu einem Kreuz zusammengebunden sind. Das kommt echt gut!

22.30 Uhr: Zum Schluss setzt Nivek zu „Assimilate“ noch mal seine Zuckertüte auf – diesmal mit Räucherkegel oben drin :-). Bei diesem Skinny-Puppy-„Gassenhauer“ ist der Moshpit nun gar nicht mehr zu bremsen. Wegen mir hätten sie mal ruhig was anderes spielen können, z.B. „Hexonxonx“, „Testure“, „Tin Omen“ oder „Inquisition“. Diese Favoriten fehlten mir, wenigstens einer davon wäre toll gewesen. Stattdessen haben Skinny Puppy auf dieser In Solvent See-Tour eher die unbekannten Stücke im Gepäck. Viele alte, selten gespielte Tracks a la „Morpheus Laughing“ von der „Too Dark Park“ oder „Dogshit“ und „Hatekill“. (Er-)Kennen nur Eingefleischte. Nach „Assimilate“ verabschieden sie sich…

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Nivek ohne Maske aber mit kurzer Ansage und Zugabe "Worlock"

22.35 Uhr: …Nur um nach einer kurzen Masken-Ableg-Pause für die Zugabe wieder auf die Bühne zu kommen. Nivek ist jetzt ‚oben ohne’ Maske! Und er macht eine Ansage ans Publikum. Normalerweise nicht seine Art, weil nicht passend zur Show. „Hello Amphi-Festival! Thank you. You fuckin’ rock! … This is Worlock.“ Ja und dann kommt’s. Es war mein erster (Lieblings-)Song von Skinny Puppy und er wird es immer bleiben. Ich bin glücklich. Danach kommt „Shore Lined Poison“. Ich genieße noch die wenigen Minuten, bis sie gegen 22.45 Uhr endgültig von der Bühne verschwinden.

Hier gibt es die Setlist / Playlist – Skinny Puppy – Amphi 2010 – sogar mit Videos und Lyrics dazu.

Fazit: Es war mal wieder ein einzigartiges Konzert und ein Genuss! Nicht zu vergleichen mit anderen elektronischen Bands, von denen sich Skinny Puppy nicht nur durch die Musik sondern auch stark mit ihren Performance-Konzepten abheben. Oft kopiert – nie erreicht!
Doch wir sind „Skinny-Puppy-verwöhnt“, wie ein Freund sagte. Mir haben Skinny Puppy in Prag 2007 besser gefallen, obwohl ja jede Tour und Bühnenshow anders und daher kaum zu vergleichen ist. Aber bei der Amphi-Show behagte mir die Titelauswahl nicht so sehr – mal abgesehen von dem Addiction-Mix, Deadlines, Pro-Test und Worlock. Der ‚helle‘ Sound in der Halle tat sein übriges, es kam (zumindest vorn) nicht mehr so „dreckig“ von der Stimme und den Sounds rüber wie ich das eben bei Skinny mag.

Trotzdem … Skinny Puppy waren für mich das audiovisuelle Highlight vom Amphi 2010!

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25 Responses to Skinny Puppy live beim Amphi 2010 – Konzertbericht

  1. Clerique Noire 2. August 2010 zu 09:10 #

    So ist das, wenn man nicht selbst auf das Amphi fährt. Man wartet und wartet, hört von allen wie toll es war…. Aber niemand gibt detailliert Auskunft. Aber das war einmal, dank Shan Dark.

  2. Tina 2. August 2010 zu 10:53 #

    Gerade habe ich wieder eine Gänsehaut bekommen und ein krippelndes Gefühl im ganzen Körper.
    Allein die Fotos treiben meinen Herzschlag in die höhe und ich fühle mich einige Tage zurückversetzt, vor die Bühne. Leider ist es schon wieder vorbei….
    Danke für den Bericht!
    Ich kann aber nicht allem zustimmen, denn gerade die ur-Stücke wie Morpheus laughing, dogshit usw…haben mich völlig ausser Kontrolle gebracht!
    Der Klang hätte besser sein können, aber hauptsache sie waren da!
    Ich kann nur allen „neueren“, wirklichen Skinny Puppy Fans empfehlen, sich die fehlenden, alten Scheiben zuzulegen!!!! Da waren die Klänge noch skuriller und abgrundtiefer, Niveks Stimme noch gemeiner und vorallen Dingen meistens unverzerrt! Mich haben sie von Anfang an berührt und in eine Welt gezogen, der ich (selbst wenn ich wollte) nicht enkomme!
    Grüße an alle Skinny Fans,
    Tina 😉

  3. Günni 2. August 2010 zu 17:47 #

    Huhu, super toller Bericht und Dankeschön für dein Einsatz und dein Erwähnen:-)

  4. klangwelt 3. August 2010 zu 01:24 #

    Ein unglaublich stimmungsvoller Bericht, da schwappt einem die Begeisterung gleich in mehreren Wellen entgegen! Ein bisschen neidisch wird man dabei schon und auch die gespielten Tracks überraschen teilweise: Addiction, Morpheus Laughing und Shore Lined Poison – WOW!

    Dazu richtig stimmungsvolle Bilder- Hoffentlich ziehen Skinny Puppy jetzt auch mit gutem Studiomaterial nach, die letzten Alben konnten mich nicht mehr richtig überzeugen.

  5. Nexus7 3. August 2010 zu 11:21 #

    Hi
    Klasse Bericht. Auch weil ich ja im Mob wenig von der Show mitbekam. Aber auch so macht SP Spaß 🙂
    Ich freu mich immer wenn’s rund geht vorne, weil ja bei den meisten Konzerten die Leute nur rumstehen. Da ist es dann immer erfrischend wenn mal die Luzie abgeht 😉
    Ich freu mich aufs nächste konzi…. SP wird’s wohl nicht sein, aber dafür FLA 🙂

  6. shan dark 3. August 2010 zu 19:47 #

    @all Erstmal Danke für Eure Kommentare und Lob – freut mich, dass ihr trotz der Länge des Artikels durchgehalten habt mit Lesen 🙂

    @Nexus7 Toll, dass sich mal einer aus dem Mob/Moshpit meldet 😀 ich finds auch immer doof, wenn Leute wie die Ölgötzen rumstehen **ätz** . Aber das ist ja bei Skinny eh nicht der Fall. Moshpit war auch gut, aber dass ihr so abgeht…WOW, das hab ich schon lange nicht mehr erlebt bei einem Konzert. Mir wurde gesagt, dass letztes Jahr beim Amphi bei fast allen Konzerten so gemosht wurde – kann das jemand bestätigen?

  7. r@zorbla.de 4. August 2010 zu 07:16 #

    Schöner vollständiger Bericht. Liest sich direkt wie ein Tour-Tagebuch-Eintrag…
    Doch Worte, und sogar Fotos oder Videos können das Erlebnis nicht wirklich transportieren. Es war ein allumfassendes Spaktakel, was die da auf diese Mini-Bühne gequetscht haben. Soweit ich das mitbekommen habe, war das eigentlich die einzige derart durchgestylte Show auf dem Amphi. Sowohl im Ablauf als auch im Aufbau. Und kaum bemerkt man dazu was, wird man schon zitiert – vielen Dank für den Link.

    Bei „gequetscht“ fallen mir die Moshpits wieder ein: Ich habe mir sagen lassen, dass auch draußen bei And One in Bühnennähe die Personen recht tief geflogen sind. Vielleicht hättest Du dich einfach bei SP tiefer in die Pit wühlen sollen. Mit etwas Glück hätten sie dich auf die Bühne geschmissen 😉

    Und dann die Akustik… Auch wenn der Bass bei SP knackig war (mein Hut wäre fast davon geflogen) war der Sound im Staatenhaus leider insgesamt etwas merkwürdig. Insbesondere bei den lauteren Shows gerieten die Klänge abseits des Basses etwas ins Hintertreffen.

    Spaß hats fast immer trotzdem gemacht. Bei SP mit Abstand mehr als bei FLA, wie ich finde.

  8. Der Katzenmann aus dem Westerwald 4. August 2010 zu 12:25 #

    Wie immer grandios geschrieben. Vielen Dank für den hautnahen Bericht. Schön auch, dass Du Welle:Erdball überlebt hast. Die waren schon zu meiner Schreiberzeit lästig wie die Fliegen. 😉

  9. Steffi 4. August 2010 zu 14:56 #

    Toller Bericht und super Fotos!! Das Konzert fand ich supergeil! Ich war auch da und hab genau wie Du in der Schlange gestanden. Als ich kurz vorm Zelt war, ist Ogre leider gegangen 🙁 Dafür hab ich das erste Autogramm von Blutengel bekommen. Na ja, vielleicht nächstes Mal?!

  10. shan dark 5. August 2010 zu 06:40 #

    Tja, da ist man schon bisschen satt, wenn man sich angestellt hat und kriegt kein Autogramm mehr ab. Aber da kann ja NIvek nix für sondern wir hätten uns wirklich früher anstellen sollen…

  11. Thorleif Wiik 6. August 2010 zu 00:58 #

    Schöner Bericht, da bin ich jetzt doppelt gespannt auf die Skinny Puppy Show auf dem M’era Luna am Sonntag!

  12. Olli 15. August 2010 zu 00:40 #

    Ja wirklich klasse Bericht und tolle Fotos.
    Konnte leider nicht auf´s Amphi (heul).
    Deine Homepage ist überhaupt gut.

    Ach ja, eigentlich ist Welle Erdball eine geile Live-Band, aber das „Ein bißchen Frieden-Cover“ von Nicole ist wirklich schrecklich.

    Gruß

  13. Stephan 27. September 2010 zu 22:14 #

    Ich habe Skinny Puppy 1986 im Bochumer Logo Club live gesehen……, einfach nur klasse. Schon damals eine super Bühnenshow.
    Heute mit 47 Jahren würde ich mir so ein Event wieder antuen , obwohl ich mit dem heutigen „schwarz“ und „Gothic“ nichts zu tuen habe .
    Damals hies das noch Wave mit schwarzen Klamotten, spitzen Schuhen, GI, etc etc ….das war eine ganz andere Scene als heute 😉

  14. shan dark 27. September 2010 zu 22:24 #

    @Stephan: Ich hätte sie auch gern 1986 live gesehen, aber da hättest Du mich als Erwachsener begleiten müssen ;-). Mich würde ja mal interessieren,wie so der Unterschied ist von früher zu heutigen Konzerten. Ich kenne nur die „Ain’t it dead yet“-DVD von Juni 1987 – geniales Konzert. Definitiv anders, heute sind sie nicht mehr so krass und blutig, bieten aber immer noch großartige Performance und haben einzigartige Live-Show-Konzepte.
    Jawohl, die Szene hat sich tatsächlich ziemlich gewandelt, ob zum Guten oder Schlechten empfindet jeder anders. Aber was sind GI ?

  15. Stephan 27. September 2010 zu 22:34 #

    Was mich positiv überascht ist das Skinny Puppy immer noch so Soundbeständig sind.
    Die damalige bühnenshow war aber sehr Blutlastig…….Literweise 😉

    Wenn es interessiert, hier die damalige Setlist:
    1. Film
    2. One Time One Place
    3. Deadlines
    4. Smothered Hope
    5. Assimilate
    6. Dig It
    7. Last Call
    8. The Choke
    9. Glass Houses
    10. Brap
    11. Far Too Frail

    Fotos habe ich damals leider nicht gemacht, was mich heute noch ärgert.

    Glaube im Anschluss an Skinny Puppy kamen dann “ a´groumph“
    Sind die heute auch noch aktuell ?

  16. Stephan 27. September 2010 zu 22:44 #

    Gi ….. lach damals einen blondgefärbten amerikanischen GI Haarschnitt oder auch Flat-Top genannt, die Seiten kahl rasiert ( war in der Elektroscene absolut angesagt )
    Ob die Scene sich geänder hat , ja hat sie .
    Damals waren Boarderleiner oder solche die es sein wollen unbekannt.
    Die Scene ist aus meiner Sicht extremer geworden. Mag sich doof anhören wenn sowas ein heute alter Sack erzählt 😉
    Aber ich kann mir ein ganz gutes Urteil erlauben da ich auch aktuell mit Leuten aus der heutigen schwarzen Scene zu tuen habe .
    Damals war ich mit dabei , heute fotografiere ich Modelle ….auch aus der Gothic und Metall Scene. Hobbies und Interessen ändern sich im Leben 😉

  17. shan dark 27. September 2010 zu 23:23 #

    Ahaaa, GI – alles klar! Danke 😉 Trägt MANN ja heute auch noch, heißt aber nicht mehr so. Habs jedenfalls noch nie gehört. Ich weiß nicht, wie man heute dazu sagt. Anyone??
    Manche können sich auch mit der Szene, wie sie heute ist, nicht mehr identifizieren. Das muss jeder für sich selbst entscheiden und was er für sich aus der Szene holt, die doch sehr vielfältig geworden ist. Ich weiß was Du meinst mit „extremer“…aber ich würde auch sagen, sie ist zu einem guten Teil auch oberflächlicher geworden.

    à;GRUMH gibt es noch oder wieder – guckst Du hier: http://www.agrumh.com/
    Sind schön schräg 😉 und ich wusste gar nicht, dass die damals mit Skinny auf Tour waren…Danke auch für die Setlist.

  18. Stephan 28. September 2010 zu 00:00 #

    shan,
    Danke für den Link, jetzt bin ich wieder „Up To Date.“
    Lach Skinny und agrmh haben damals sogar anschließend zusammen geplaudert.

    Oberflächlig…. nun ich gebe heute jedem seinen Spielraum..jeder so wie er mag ohne wenn und aber. Identifikation….das war damals viel intensiver ….pseudos oder möchtegerne gabs auch , waren aber in der absoluten Minderheit. Heute zählt oftmals es ist „Chick und Trendy……da mache ich mal einwenig mit“
    Naja, so ändern sich die Zeiten.

    Aber bevor das hier in einem privaten Chat ausatet….
    Ich schau bestimmt ab und an mal rein

    Stephan

  19. shan dark 28. September 2010 zu 07:32 #

    Genau so meinte ich das mit dem oberflächlich. Sind natürlich nicht alle so, aber bedingt durch die Masse gibt es davon eben auch paar mehr. Vllt. mache ich das Thema noch mal zu einem eigenen Artikel hier im Blog demnächst. Da gibts bestimmt paar interessante Meinungen zu…
    Freu mich, wenn Du öfter mal vorbeischaust.

  20. EBMQuetzalcoatl 15. Oktober 2010 zu 03:03 #

    Hi..

    Konzert war super nur leider hatten wir Pech bei der Autogrammstunde.
    Erst kamen die Jungs zu späte-satte 20 min
    und 5 Personen vor uns wurde dann pünktlich für die nachfolgende Band geschlossen.
    War etwas schade, da ich endlich mal ein paar CDs signiert haben wollte.
    Nun muß ich es wohl beim nxt mal versuchen und auf Pünktlichkeit der Herrschaften hoffen.

  21. Death Disco 29. August 2011 zu 17:21 #

    à;GRUMH… sind heute nur noch wenigen Electro-/EBM-Heads der 80er und 90er ein Begriff. In der aktuellen „Szene“ sind sie völlig unbekannt. Die heutige Electro-Szene, falls man das so nennen kann, sollte man besser schnell vergessen. Was die Leute dort „Electro“ nennen, nannten wir in den frühen 90ern Tekkno House oder Trance. Genau so klingt der Kram heute. Gaaanz furchtbar. Es gab in der letzten Dekade nur wenige Electro-Bands, die ich mir anhören konnte, darunter Tri-State (Album: Synopsis, 2001) und Necro Facility (Album: The Room, 2007). Auf Disharmony (Album: Moonflower, 2002) könnte man vielleicht noch einen Blick werfen.

    Skinny Puppy und à;GRUMH… hatten übrigens nicht nur zusammen geplaudert, sondern 1988 gemeinsam auch eine 2-Track-EP unter dem Namen A Chud Convention veröffentlicht.

  22. shan dark 31. August 2011 zu 23:04 #

    Dank eines Freundes habe ich einen ziemlich großen Bestand an à;GRUMH-Titeln, ich mag sie auch sehr. Aber nicht alles und nicht immer ;-). Aber Du hast recht, sie sind ziemlich in Vergessenheit geraten und heute kennt sie nur noch „die alte Garde“. Was die heutige Electro-Szene so hervorbringt ist auch für mich meist uninteressant, manche neue Alben von älteren Bands mal ausgenommen. Necro Facility fand ich anfangs mit dem von Dir genannten Album auch ziemlich gut und hoffnungsvoll, deren neues Album „Wintermute“ ist aber überhaupt nicht mehr mein Ding. Es hat auch viel damit zu tun, wie heute Musik gemacht wird – es sei wohl regelrecht schwierig, derartig dreckige Sounds wie die von Skinny Puppy mit modernem Equipment und am Computer zu erzeugen (habe ich mir sagen lassen, ich bin kein Musikbastler). Außerdem liegt es nicht mehr im Gehörtrend. Schade, aber es hat auch was für sich. Wer will schon hören, was die Masse der Szene hört??
    Danke jedenfalls sehr für den Tipp zu der 2-Track-EP! Bin den zwei Tracks mal nachgegangen aber man kann nirgends reinhören, außer mal 16 sek in einem völlig anderen Video bei Youtube http://www.youtube.com/watch?v=eyHrQapj6zk. 🙁

  23. Death Disco 6. März 2013 zu 20:30 #

    2011? Wie die Zeit vergeht. 😉

    Hör mal hier rein. Ist zwar aus den 90ern, aber immerhin klangverwandt:

    PF7

    http://www.youtube.com/watch?v=2iCJ9zyAn6I
    http://www.youtube.com/watch?v=gPPCwuuETJc
    http://www.youtube.com/watch?v=N0gnl1UGfj4

    Retina

    http://www.youtube.com/watch?v=55BZLoQNVhE

    Ich halte ja immer wieder mal Ausschau nach Bands in dieser Richtung. Leider sieht’s auf dem Markt echt schwach aus. Es gibt einige aktuelle, die sich an Skinny Puppy, Benestrophe oder Mentallo & The Fixer orientieren, aber auf Albumlänge überzeugen sie mich meist nicht.

    http://www.youtube.com/watch?v=0LgP4i5K-W4
    http://www.youtube.com/watch?v=7NPadYZHkn4
    http://www.youtube.com/watch?v=QehyXywLj30

    Bands, die man vielleicht im Auge behalten sollte, sind Pyrroline und Red+Test.

    http://www.youtube.com/watch?v=F49T-q6HLRA
    https://soundcloud.com/redtest/inhuman-2012-preview

    😉

  24. Shan Dark 8. März 2013 zu 15:52 #

    Hi Death Disco,

    japp, dieses und damit mein letztes Skinny Puppy Konzert ist schon wieder viel zu lange her. Das letzte SP-Album „Handover“ hat mir auch nicht gefallen, aber live sehe ich sie mir immer wieder gern an. Vielleicht schaffen sie es ja dieses Jahr wieder nach Deutschland, wäre super.

    DANKE Dir für die guten Tipps und Links. Ich habe in alles reingehört und PF7 ist tatsächlich eine hörmäßige Erleuchtung für mich. Auch cool, dass Du Benestrophe kennst – aber wiederum wundert es mich bei einem Musikfreak/-kenner wie Dir auch nicht ;).
    Retina ist aber auch ganz nett. Ich habe kürzlich festgestellt, dass die alten/frühern Haujobb auch sehr stark nach SP klingen, auf der „Homes & Gardens“. Krass! Bis Haujobb ihren eigenen Weg gefunden haben, der mir dann besser gefallen hat.

    Finite Automata und Red+Test sind nicht ganz so meins, kicken mich nicht. Aber Pyrroline find ich wieder recht gut. Aber nicht so gut wie PF7. In die muss ich mich mal vertiefen… 🙂 – also merci!

  25. Death Disco 28. April 2013 zu 14:03 #

    Von PF7 hatte ich mir mal in den 90ern drei CDs zugelegt. Aber wie das so ist… nach all den Jahren aus den Augen, aus dem Sinn. Die sind heute nahezu unbekannt. Schade eigentlich. Ein besserer Skinny-Puppy-Klon ist mir bisher nicht begegnet. 😉

    Bei Necro Facility stimme ich Dir zu. Das Wintermute-Album finde ich nicht wirklich gelungen. Keine Ahnung, was sie da geritten hat. Hab’s mir auch nicht gekauft.

    Das Pyrroline-Album ist inzwischen draußen. Da sind ein paar nette Songs drauf, aber so berauschend wie auf dem Erstling find ich’s auch nicht mehr. Etliche Songs, wie das melodischere „Decision“, sind auch nie auf CD erschienen.

    http://www.youtube.com/watch?v=-7jXk4bl788

    Ich finde es übrigens erstaunlich, dass es zwar zig DAF- und Nitzer-Ebb-Kopisten gibt, aber Skinny Puppy als eine der einflussreichsten Combos kaum nennswerte Nachzügler hat. Wahrscheinlich ist die Musik zu komplex und für die breite Masse nur schwer „reproduzierbar“. 🙂

    Schönen Sonntag!

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