Burg-Poenari-titel

Poenari – die wahre Burg Draculas

Ein Reisebericht von Uwe

Uwe aus der Nürnberger Ecke ist vor einigen Monaten bei seiner Reiseplanung für Prag auf dem schwarzen Planeten gelandet. Er ist ein junggebliebener 1963er Jahrgang, liebt alte und etwas morbide Orte und Gemäuer (also hier bei uns genau richtig 🙂 ) und natürlich das Reisen, besucht gern Konzerte (Lieblingsband: ASP), sammelt alte Petroleum-Sturmlaternen und tanzt in einer Gothic & Metal Fusion Gruppe.

Bisher haben wir nur per E-Mail miteinander sympathisiert, Reisetipps ausgetauscht und dabei festgestellt, dass wir beide große Rumänien-Fans sind. Meine letzte Rumänien-Reise ist schon mehr als 10 Jahre her, aber Uwe war mit seiner Frau erst im Juli 2015 dort. Und hat einige Rumänien-Reiseziele entdeckt, die ich selbst noch nicht kenne, aber nun hin muss! Zum Beispiel die Festung Poenari, die „wahre Burg Dracula“. Auf ihr lebte Vlad der Pfähler wirklich längere Zeit (ganz im Gegensatz zum angeblichen „Schloss Dracula“ in Bran) oder er zog sich hierher zurück. Seine erste Ehefrau soll sich von der Burg Poenari aus Angst vor türkischer Gefangenschaft in den vorbeilaufenden Nebenfluss des Argeș, den Râul Doamnei (zu deutsch: Der Fluss der Dame), gestürzt haben. Also Tragik, Geschichte, Ruine > GO!

Die Bergfestung Poenari – Fluchtburg von Graf Dracula

Dieser [Vlad Țepeș] hat gemacht die Burg von Poenari und hat gemacht auch das heilige Kloster von Znagov.
Er hat auch eine Sache mit den Städtern von Tîrgovişte gemacht, denn er hatte bewiesen, dass die Tîrgovişter Bojaren einen Bruder von ihm lebendig begraben haben.
Und um die Wahrheit zu erfahren, suchte er seinen Bruder in der Grube und fand ihn mit dem Gesicht nach unten.
Und als der Ostertag war, als alle Städter bei den Gastmählern waren, die Jungen aber beim Tanz, hat er sie so ohne Nachricht alle gefasst.
So viele also alte Männer waren, alle hat er aufgespießt und sie um die Stadt herum aufgestellt, so viele aber junge Männer waren mit ihren Ehefrauen, mit Jünglingen, mit Jungfrauen, so wie sie geschmückt waren am Ostertag, hat er alle nach Poenari gebracht und sie haben immerzu an der Burg gebaut, bis alle Kleider auf ihnen zerbarsten und sie alle nackt blieben. Dafür haben sie ihm den Namen Ţepeluş hervorgebracht. Er herrschte 15 Jahre.
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Draculas Burg & Festung Poenari in den Bergen der Großen Walachei

Draculas Burg & Festung Poenari in den Bergen der Großen Walachei

 

Viel ist es nicht, was der legendäre Vlad III. Draculea (Vlad Țepeș, Vlad der Pfähler) an sichtbaren Spuren hinterlassen hat. Ein bedeutendes Bauwerk (vielleicht das einducksvollste), das ihm nachweislich zugeordnet werden kann, ist die Bergfestung Poenari (oder Poienari). Sie liegt auf der walachischen Seite des Făgăraș-Gebirges, einem Abschnitt der Südkarpaten, der die Grenze zwischen Siebenbürgen und der Walachei bildet. Das hörte sich doch nach einem interessanten Ziel auf unserer dreiwöchigen Rundreise durch Transsilvanien an!

Wir überquerten mit dem Auto, von Norden (Siebenbürgen) her kommend, auf der Transfăgărășan (Transfogarascher Hochstraße) das Făgăraș-Gebirge. Die Transfăgărășan ist eine wunderschöne und gut zu fahrende Paßstraße, die sich entlang des Flusses Bâlea in gefühlten 1000 Serpentinen bis auf 2042m über NN hinaufschlängelt. Nach der Durchfahrt des engen, schlecht beleuchteten Bâlea-Gipfeltunnels führt die Straße dann genau so kurvig und spannend entlang des Flusses Argeș wieder hinab in die Walachei. Entlang der ganzen Strecke laden zahlreiche Haltebuchten zu einer Pause ein, um die herrliche Aussicht zu genießen.

Da im Bâlea-Tal gelegentlich tiefhängende Wolken die Sicht behindern, wird die Transfăgărășan auch „Straße in den Wolken“ genannt. Während des Winters ist sie zeitweise gesperrt.

Rumanien-Transfagarasan

Die Transfăgărășan Hochstraße windet sich wie eine Schlange bis auf 2042 m hoch in die Transsilvanischen Alpen.

 

Unser "Bungalow" beim kleinen Zauberer ähnelte einem Hexenhaus :)

Unser „Bungalow“ beim kleinen Zauberer ähnelte einem Hexenhaus 🙂

Unsere Unterkunft hatten wir beim „Micuţul Vrăjitor“ (kleiner Zauberer) in Arefu gebucht, unmittelbar an der Transfăgărășan gelegen und nur ein paar Autominuten von der Festung Poenari entfernt. Der „Bungalow“ war klein und nicht gerade luxuriös ausgestattet, aber witzig und urgemütlich. Die Gemeinschaftsduschen und WCs waren sauber, Frühstück war inklusive und man konnte gut und preiswert zu Mittag bzw. Abend essen.

Wir beendeten den Anreisetag mit einem Blick hinauf zur beleuchteten Bergfestung, begleitet vom lautstarken Gesang der Kinder einer großen Pfadfindergruppe, die irgendwo in der Nähe ihr Lager errichtet hatte.

Poenari 01Am nächsten Morgen brachen wir auf zur Burg Poenari. Wir ersparten uns den Fußweg dorthin, wohl ahnend welche Anstrengung uns erwartete. Also fuhren wir mit dem Auto und parkten auf einem bewachten Parkplatz unterhalb der Festung. Dort trafen wir dann auch die Pfadfindergruppe, die sich ebenfalls auf den Weg zur Burg gemacht hatte. Um uns das Gewimmel von schätzungsweise 100 Kindern in einer nicht allzu großen Ruine zu ersparen, beschlossen wir bei ein, zwei Tassen Kaffee gemütlich abzuwarten bis sich die Gruppe dort oben ausgetobt und auf den Rückweg gemacht hatte. Schließlich brachen wir auf.

 

motivierende Infotafeln sehen ja eigentlich anders aus...

motivierende Infotafeln sehen ja eigentlich anders aus…

„Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“ Wie wahr…! 1480 Stufen hinauf zur Ruine sind kein Pappenstiel, besonders dann nicht, wenn man Raucher und auch sonst nicht gerade der Durchtrainierteste ist. Die Temperaturen nähern sich der 30° Marke, und scheinbar endlos ziehen sich die Treppen den Berg hinauf. Meine Gedanken sind bei den Menschen, die vor rund 550 Jahren diesen Weg mit schweren Lasten auf dem Rücken und auf noch unbefestigten Pfaden gehen mussten.

Wenigstens liegt der Aufstieg überwiegend im Schatten und es gibt zwei Rastplätze mit Bänken. Hinweistafeln erzählen, wie viele Treppenstufen man schon geschafft hat und welche Anzahl davon noch zu bewältigen ist. Mir kommt dabei die Frage in den Sinn, ob das Glas nun halb leer oder halb voll ist, was die Strecke angeht.

Wo bitte ist denn hier der Aufzug?

Wo bitte ist denn hier der Aufzug?

Auf etwa halber Strecke kommen uns die Pfadfinder wieder entgegen, und wir sind optimistisch die Burg Poenari einigermaßen in Ruhe und ohne Horden spielender Kinder genießen zu können. Auch sonst hält sich der Ansturm auf die Burg in Grenzen. Wir überholen, wir werden überholt, wir ernten mitleidige, aufmunternde oder belustigte Blicke von denen, die beim Abstieg von der Burg in unsere verschwitzten und angestrengten Gesichter sehen. Ein durchtrainierter Typ im Triathlon-Trikot joggt – scheinbar mühelos – an uns vorbei nach oben.

Schließlich passieren wir ein Eisentor und danach ein Häuschen, an dem es außer den Eintrittskarten (5 Lei / ca. 1,20 €) auch den üblichen Dracula-Kitsch in allen Variationen zu erwerben gibt. Es kann also nicht mehr weit sein!

Und dann taucht endlich die Ruine vor unseren Augen auf. 1480! Stufen! Geschafft!

Poenari 21Auf einer Felskante erheben sich mächtige Mauern aus grauem Naturstein und roten Backsteinen. Zwei auf Pfähle gespießte Figuren begrüßen uns vor der Festung, wohl um uns gleich zu zeigen wessen Bauwerk das war, und warum derjenige den Beinamen „der Pfähler“ erhalten hatte. Daneben führt, wie ein Fremdkörper, eine Treppenkonstruktion aus Beton und Stahl hinauf zum Eingang in die Festung. Spürbar strahlt der von der Sonne aufgeheizte Fels die Hitze zurück. Jetzt erstmal eine Pause, etwas zu trinken, eine Zigarette. Wir rasten auf einer kleinen Plattform, die dekorativ mit einem Galgen, einem Richtblock samt Henkersbeil und einem Pranger ausgestattet ist. Man will den Touristen wohl etwas bieten für ihr Geld…

Poenari 05

Die Ursprünge der Bergfestung Poenari gehen bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde sie unter ungeklärten Umständen verwüstet und verfiel. Bis Vlad III. Draculea die strategische Lage der Burg Poenari erkannte und sie, wie eingangs aus einem alten Text zitiert, im Jahre 1457 durch Zwangsarbeit wieder aufbauen ließ.

Praktisch uneinnehmbar, die Festung und Fluchtburg von Graf Dracula - Burg Poenari

Praktisch uneinnehmbar, die Festung und Fluchtburg von Graf Dracula – Burg Poenari

 

Von der Burg aus hat man einen hervorragenden Blick hinab in das Tal des Flusses Argeș, das auch schon damals eine wichtige Passage bei der Durchquerung des Făgăraș-Gebirges war. Die exponierte Position auf einem Felsvorsprung und ihre dicken, wehrhaften Mauern machten sie nahezu uneinnehmbar. Graf Dracula nutze sie als Fluchtburg während seiner kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Osmanen. Funde bezeugen, dass die Burg im Wohnbereich einst relativ luxuriös ausgestattet war.

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Blick hinab in das Tal des Flusses Argeș

 

Während einer Belagerung im Jahre 1462 wurde die Burg Poenari von einem benachbarten Berggipfel aus durch die Osmanen bombardiert. Es heißt, dass sich die damalige Frau des Vlad III. Draculea, aus Angst den Osmanen in die Hände zu fallen, von dem Burgmauern hinab in die Tiefe des Argeștals gestürzt haben soll. Der Vlad selbst konnte von der Festung fliehen. Eine Legende besagt, er habe anschließend die Hufe seines Pferdes von einem Schmied in Arefu falsch herum beschlagen lassen – so habe er seinen Verfolgern erst einmal entkommen können.

Burg-Poenari-Titelbild

Nach dem Tod von Vlad III. Draculea wurden die Walachei und Transsilvanien (Siebenbürgen) von den Osmanen erobert. Die Burg Poenari verlor ihre Bedeutung, wurde 1552 endgültig aufgegeben und dem Verfall überlassen. 1747 wurde die Burg bereits als völlig zerstört beschrieben, 1888 stürzte der Nordteil der Burganlage bei einem Erdbeben in die Tiefe. Zwischen 1969 und 1974 wurden die Reste der Burg Poenari gesichert und begehbar gemacht. Leider erfolgte dies auf wenig behutsame Weise unter Verwendung von reichlich Stahl und Beton.

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Poenari 13Wir durchstreifen die Ruinen der Festung in der vagen Hoffnung irgendwelche sichtbaren Spuren des legendären Vlad Țepeș zu entdecken. Aber natürlich vergeblich. Außer Mauerresten ist im Inneren der Burg Poenari nicht mehr allzu viel erhalten. Schautafeln und die Phantasie müssen ausreichen, um sich eine Vorstellung vom Aussehen der einstigen Anlage zu machen. Einzig die Reste des einstigen Bergfrieds und dessen Zugang sind noch wirklich gut als solches zu erkennen. Doch bereits der Gedanke, dass wir uns auf solch historischen Boden bewegen, gibt uns ein gutes Gefühl: Es hat sich gelohnt Poenari zu besuchen!

 

Poenari 15Früher Nachmittag, es wird immer heißer. Hunde dösen im Schatten, und wir fragen uns, wie die allgegenwärtigen Streuner in dieser trockenen Steinwüste überleben. Menschen sind fast keine mehr da. Zum Glück weht hier oben ein angenehmer Wind, der etwas Abkühlung bringt, und einige Wolken schieben sich vor die Sonne.

Wir genießen die herrliche Aussicht und stellen uns vor, wie vielleicht gut ein halbes Jahrtausend vor uns Graf Dracula, diese höchst umstrittene Persönlichkeit der Geschichte, den gleichen Blick auf die Karpaten genossen hat. Ob er dabei wohl über sein Handeln und sein Schicksal nachdachte? Darüber wie er sein kleines Fürstentum, die Walachei, davor bewahren konnte zwischen dem Großreich Österreich-Ungarn im Westen und dem Osmanischen Reich im Osten zerrieben zu werden?

Poenari 19

Ein Ausblick, der selbst Vampire noch mehr erblassen lässt…

 

Nach einigen Stunden machen wir uns wieder an den Abstieg. Zufrieden und im Bewusstsein, ein wenig von der Magie, die solche historischen Orte ausstrahlen, abbekommen zu haben.

Wir fliegen die 1480 Treppenstufen fast hinab. Dabei sehen wir vereinzelt in die verschwitzten und angestrengten Gesichter derer, die gerade nach oben steigen – und werfen ihnen aufmunternde Blicke zu. Es lohnt sich! 😉

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1.000 DANK für diesen tollen Burg-Eroberungs-Bericht an Uwe!
Text + alle Bilder sind von Uwe – bitte Urheberrechte beachten. Keine Vervielfältigung oder Nutzung ohne vorherige Genehmigung.

 

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  1. [1]Übersetzung aus der Cantacuzinischen Chronik von Albert Weber

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7 Responses to Poenari – die wahre Burg Draculas

  1. Schwarzer Nieswurz 1. März 2016 zu 13:27 #

    Danke für den spannenden Bericht und die sehr schönen Bilder. Ich hätte sofort Lust in diesem winzigen Hexenhaus zu wohnen und zur Burg hinauf zu krabbeln. Und dort in der Gegend sogar ein paar Tage zuzubringen.

    Es ist ja ganz witzig wenn man wiki fragt: Dracula steht für ….

    Donnerwetter! Inspiriert von dem Poenari-Artikel lese ich mir (tatsächlich zum ersten Mal) den Wiki-Artikel zu Dracula durch und finde Passagen wie diese:

    „Chronisten zufolge fanden die Türken einen „wahren Wald mit Gepfählten“ vor. Eine halbe Stunde lang soll die osmanische Armee an etwa 20.000 gepfählten türkischen Gefangenen und bulgarischen Muslimen vorbeigezogen sein. Unter diesen befand sich auch der verwesende Leichnam von Hamza Pascha, der auf dem am höchsten stehenden Holzpflock gepfählt worden war, was seine ranghohe Stellung symbolisieren sollte. ( … ) Chalcondyles schrieb über die Reaktion des Sultans:
    „Der Imperator war so überwältigt von dem Bild, welches sich ihm bot, und stellte fest, dass er dieses Land nicht von dem Mann nehmen könne, der solche Dinge bewerkstelligen und die Herrschaft über seine Untertanen derart ausschöpfen konnte. Ein Mann, der dieses bewerkstelligt hatte, sei sicherlich zu Größerem berufen.“

    Da war der Sultan also positiv beeindruckt. In diesen Zeiten möchte ich nicht gelebt haben ! Mal von der extremen Schufterei beim Burgbau und dem bergauf-Transport abgesehen. Wie gut wir es doch heutzutage haben. Vor dem Aufstieg zwei Tassen Kaffee ? Den kannte Vlad III vielleicht, vielleicht auch nicht. Kaffee kam ja erst 100 Jahre später nach Europa, aber Vlad III war in türkischer Gefangenschaft. Vielleicht lernte er außer Peitschenhieben auch Kaffee kennen ?

  2. Uwe 2. März 2016 zu 22:00 #

    Es freut mich dass der Bericht gefällt! 🙂 Dort Urlaub zu machen kann ich vorbehaltlos empfehlen, die Gegend hat wirklich sehr viel zu bieten.

    Vlad III Draculea und sein Bruder Radu waren schon als Kinder und Jugendliche eine Art „Geisel“ der Osmanen. Sein Vater Vlad II hatte sich den Osmanen unterworfen, und es war zu jener Zeit üblich, Kinder der Unterworfenen als eine Art Pfand zu nehmen. Die Bedingungen dieses Aufenthalts bei den Osmanen waren aber mit denen einer Gefangenschaft nicht zu vergleichen.
    Ob Vlad III damals den Kaffee kennen gelernt hat weiss ich nicht. Sicher ist jedoch dass er die Hinrichtungsmethode des Pfählens bei den Osmanen kennen gelernt hat.
    Zahlen wie die von 20.000 gepfählten türkischen und bulgarischen Gefangenen sollte man jedoch mit einer gewissen Skepsis sehen, da schon damals die Propaganda gerne als politisches Mittel eingesetzt wurde.
    Unbestritten ist, daß Vlad III Draculea mit harter und aus heutiger Sicht grausamer Hand regierte. Dies ist allerdings auch vor dem Hintergrund zu sehen dass er zum einen sein kleines Fürstentum Walachei von den Großmächten Österreich-Ungarn im Westen und dem Osmanischen Reich im Osten bedroht sah, und zum anderen ständig gegen die Intrigen und Machtgelüste der Bojaren (unterhalb des Fürsten stehender Adel) ankämpfen musste. Er konnte sich einfach keine Änzeichen von Schwäche leisten und war praktisch auf die Abschreckung als Mittel zur Erhaltung seiner Macht und der Unabhängigkeit „seiner“ Walachei angewiesen.
    So wird er in Rumänien heute auch mehr als Freiheitskämpfer und Verteidiger gegen die Expansion des Osmanische Reichs denn als grausamer Tyrann gesehen.
    Vlad III Draculea ist sicher eine sehr interessante und keineswegs eindimensional verdammenswerte Figur der Zeitgeschichte, und es lohnt sich etwas mehr über sein Leben in Erfahrung zu bringen. Zu diesem Thema gibt es auch sehr lesenswerte Biografien.

  3. Frieder Monzer 14. Mai 2016 zu 18:25 #

    Irgendwas wie Heimatliebe scheinen die damaligen Herrscher ja gespürt zu haben, es wäre wirklich interessant zu wissen, ob sie auch für die Natur Gefühle hegten oder ob dies erst eine Entwicklung der Eichendorff-Zeit war.

    Möchte für potentielle Touristen noch ergänzen, dass die beiden höchsten Karpatenpässe für den öffentlichen Verkehr eine wirklich sehr lange Winterpause einlegen, manchmal waren sie bis Juni gesperrt.

  4. Frieder Monzer 23. August 2016 zu 12:49 #

    Sehr erstaunt war ich übrigens bei meiner letzten Tour dort über die Sauberkeit des Landes, da scheint neuerdings konsequent gegen Müll in der Landschaft vorgegangen zu werden. Beste Grüße

  5. Uwe 24. August 2016 zu 11:36 #

    Die „Transfagarasan“ ist normalerweise vom 01.November bis zum 30.Juni gesperrt, die „Transalpina“ vom 01.Oktober bis 30.Juni.
    Dieses Jahr sind wir auch über die „Transalpina“ gefahren, und es war ein unglaubliches Erlebnis.
    Es stimmt, in Rumänien sieht es ziemlich sauber aus. Leider trifft dies aber nicht auf die offiziellen und die vielen „wilden“ Parkplätze entlang der Landstraßen zu. Dies liegt aber zum Teil wohl auch an zu wenigen oder ganz fehlenden Müllbehältern und zu seltener Leerung. Aber dieses Problem gibt es hierzulande ja ebenso, und es ist nichs „typisch Rumänisches“.

  6. jayjay 13. Februar 2017 zu 13:04 #

    Durch Zufall auf diese Seite gekommen. Da steht es ja fast genauso wie ich es erlebt habe.
    Wir waren im September in der Gegend. Sehr schön hier. Die Transfogarascher Hochstraße ist sehr sehenswert. Wir haben auch schönes Wetter gehabt. Die Aussicht war grandios und viele Leute waren auch nicht unterwegs.
    Die Burg Poenari war ein muß für einen Draculafan. Übernachtet haben wir nicht in den kleinen Hütten. Da waren eindeutig zu viele Straßenhunde. Ein ungestörtes Abendessen wäre da nicht möglich gewesen. Daher haben wir im Hotel ( Bild von oben ) eingecheckt. Essen war da nicht so toll. Am Morgen haben wir uns dann gleich auf die Socken gemacht. Wir waren auch die ersten hier oben, außer der Kassierer. Begleitet wurden wir von mehreren Hunden. Die folgten uns hier hoch und warteten. Als später andere Besucher kamen und die ihnen Futter gaben waren sie weg. Auf den Weg zurück begleiteten sie uns dann wieder.
    Die Gegend ist wirklich sehenswert und einen Besuch auf jeden Fall wert.

  7. Shan Dark 9. September 2017 zu 19:17 #

    Nun waren wir auch mal wieder in Rumänien nach vielen Jahren und auch endlich auf der wahren Burg Draculas. Ein Erlebnis. Die Burg an sich hat zwar nur noch Ruinen und Grundmauern zu bieten, aber man muss bedenken, dass nichts an ihr gemacht wurde über die Jahrhunderte und sie seit der 2. Hälfte des 16. Jhds dem Verfall preisgegeben wurde. Es steht also nicht mehr viel, die Reste wurden etwas lieblos mit Beton „haltbar“ gemacht. Aber immerhin – man fragt sich ja eh, wie sie den Beton überhaupt da hoch bekommen haben (per Hubschrauber vermutlich; diverse Sklaven feindlicher Lager, von denen die Burg erbaut wurde, standen ja nicht mehr zur Verfügung).

    Aber die Aussicht von hier oben ist wirklich den Aufstieg wert. Und auch wir haben länger oben verweilt – ich musste direkt an Francis Ford Coppola’s „Dracula“ denken, in dessen Introszene sich Vlad Tepes‘ Frau von der Burg in den Fluss stürzt, weil sie die Nachricht vom Tode ihres Mannes erhalten hatte und nicht ahnte, dass es sich um Fake News handelte. Das basiert ja auf einer wahren Geschichte und ist in besagtem Film gut dargestellt. Steht man oben der Burg, ist einem klar, dass dies ein Sturz mit tödlicher Erfolgsgarantie ist. Aber besser als zu damaligen Zeiten von Türken versklavt zu werden!

    Der Aufstieg lohnt sich also. Die 1480 Treppen fand ich recht konditions-freundlich angelegt im bewährten Serpentinenmodell. Es geht allerdings schon sehr steil nach oben und der Weg ist nur durch ein rudimentäres Eisengeländer flankiert, sonst aber nicht gesichert. Kein durchgehender Zaun, kein Gitter. Völlig normal für Rumänien, wo man generell und überall selbst auf sich aufpassen muss und keiner haftbar gemacht werden kann (oder keiner klagt, das habe ich noch nicht herausgefunden). Wäre mir auch gar nicht als nötig aufgefallen bzw. hätten es nicht vermisst, aber als plötzlich vom Hang zwei Serpentinenwege über uns ein kleiner Junge schreiend auf dem Bauch nach unten gerutscht kam, auf dem ca. 20m über uns befindlichen Betonweg aufschlug und dann mit ordentlich Speed weiter zu unserem Weg herunterrutschte, wo er nach dem 1. Drittel zu seinem großen Glück von einem Baum aufgehalten wurde (wir hatten uns darunter schon in Stellung gebracht ihn aufzufangen) … nun, das wäre nicht mit einem Gitter passiert am Geländer! Der Kleine war erst im Schock, dann kamen die Tränen, dann organisierte der Vater ein Rettungsmanöver. Das war schon krass! Also beim Aufstieg hübsch auf den Wegen bleiben! Fehltritte können schnell böse enden.

    Auch wird die Gegend mittlerweile von Bären frequentiert. Kurz vorm Aufstieg bekommt man mehrere Schilder und Plakate mit Bären zu sehen, dass man kein Essen in den Wald werfen soll. Und im Juni dieses Jahres sollen dort gar Touristen vom Aufstieg von einer Bärenmutter mit Jungen abgehalten worden sein. (Bericht aus der WELT 07/2017) Hier bei YouTube sind die possierlichen Pelztierchen in einer News-Meldung ab Minute 0:30 auch zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=VhQEdawoU_g

    Also in jeglicher Hinsicht einen Besuch wert, die Festung Poenari – entweder man sieht die Burg oder einen Bär! Beides interessant.

    Nur im Restaurant „La Cetate“ zu Fuße der Burg sollte man nicht unbedingt essen. Das Essen ist nur Durchschnitt und besser keine Minze-Limo trinken, die nicht nur voll nach Chemie schmeckte, sondern auch so aussah. Die Pension darin soll aber ja laut Vorkommentator jayjay ganz gut sein. Oder man übernachtet in den Hüttchen zu Fuße der Burg, wo man auch zelten kann.

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