Pazuzu – Monster im Portrait

Das 1. „Monster im Portrait“ hat zugegebenermaßen etwas auf sich warten lassen. Das lag aber an meiner derzeit knappen Zeit zum Bloggen und nicht am Monster selbst. Denn Pazuzu begegnete mir bereits vor anderthalb Jahren im Thriller „Das Herz der Hölle“ von Jean-Christophe Grangé (einer meiner Lieblingsautoren). Dabei hätte ich auch schon früher auf Pazuzu aufmerksam werden können, nämlich im Horrorkultfilm „Der Exorzist“. Aber im 1. Teil wird sein Name nicht genannt… und er wird nur sehr subtil als Ursache allen dämonischen Übels gezeigt.

Die monatlichen „Monster im Portrait“ lösen meine schwarzen Horrorskope ab (warum?). Ich habe dazu überlegt, jedes Monster mit einem Steckbrief vorzustellen, um die gruseligen Fakten etwas aufzulockern. Beginnen wir also mit Pazuzu, einem Dämon („Teufel light 😈 ).

STECKBRIEF – Pazuzu

Spitzname(n): schwarzer Engel der vier Winde ODER König der Luftgeister

Monster-Sub-Spezies: Dämon
Dämonen sind Mischwesen aus Tier und Mensch. Der Dämon besitzt jedoch meist einen menschlichen Körper oder zumindest menschliche Beine, somit können Dämonen laut strenger Definition auch nur Zweibeiner sein.

Der Begriff „Dämon“ stammt aus dem Griechischen („Daimon“) und bedeutet „Gottheit“. Das leitet sich von „Daimonion“ ab, welches „Schicksal“ oder „Gewissen“ bedeutet. (Quelle: derzeit inaktives „Paranormal Investigation & Research Forum“)

Treibt sein Unwesen seit: dem 1. Jahrtausend v. Chr.

Stammt aus: Mesopotamien
Pazuzu ist ein Dämon der sumerischen und akkadischen Mythologie.

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Pazuzu (Bildrechte: Wikimedia Commons; PHGCOM, remade with F Lamiot)

Aussehen:

  • Figur eines Mannes
  • zweipaarige Vogelschwingen = 4 Flügel
  • gehörnter, hundeähnlicher oder auch fledermausartiger Kopf mit herausquellenden Augen und gefletschten Zähnen
  • schlangenköpfiger Penis
  • Skorpion-Schwanz (deswegen sehr passend für November ;-))
  • Adlerklauen als Füße

Oft wird Pazuzu mit einer Hand nach oben und mit der anderen nach unten dargestellt, was als Hinweis auf den Grundsatz: „Wie oben, so unten“ gedeutet wurde und so viel wie „Leben und Tod“ oder „Erschaffung und Zerstörung“ bedeutete.

Lieblingselement:  Luft

Magische Charakteristika: Pazuzu war gleichermaßen geschätzt und gefürchtet.

Der mesopotamischen Mythologie folgend verkörpert er den heißen Süd- und den kalten Nord- und Ostwind. Pazuzu bekämpft und besiegt aber auch den Westwind. Da man im Westen 3600 Meilen entfernt die Unterwelt vermutete, kommt der Westwind aus dem Reich der Toten. Also kann Pazuzu den Tod besiegen.

Pazuzu beschützt vor Krankheiten z.B. der Pest, und kann andere Dämonen abwehren. Er ist der größte Gegenspieler der Dämonin Lamaschtu, die der Mythologie nach das gefürchtete Kindbettfieber verursacht. Als Schutz gegen Lamaschtu waren ganz besonders im 7-6. Jhd. v. Chr. Anhänger in Form eines Pazuzu-Kopfes bei Schwangeren und jungen Müttern extrem beliebt. Deshalb besitzen die gefundenen Pazuzu-Köpfe meist auch eine Anhänger-Öse am Kopf.

Gefürchtet war Pazuzu wegen seiner Winde, weil sie Fieber, Hitze, Kälte und dadurch Zerstörung, Dürre und Hungersnot brachten.
(Quelle: Dämonenforum)

Pazuzu trifft man heute:

1. Im Horrorfilm-Klassiker „Der Exorzist“ von William Friedkin. Hier entdeckt der alte Jesuitenpater Lancaster Merrin (gespielt von Max von Sydow) auf einer nordirakischen Ausgrabungsstätte eine Dämonenfigur – wenn man sie kennt, weiß man, dass es Pazuzu ist. Später wird Merrin zum Exorzismus der kleinen Regan MacNeil herbeigerufen und vermutet, dass sie vom Dämon Pazuzu besessen ist.

Yelworc-Brainstorming-cover-PazuzuPazuzu erscheint im Exorzisten nur zu Beginn als mesopotamische Figur (siehe Video). In der westlichen Zivilisation erfährt er im Film eine optische Neuinterpretation und wird in Bruchteilen von Sekunden als Fratze eingeblendet, die u.a. auch das Album der Band yelworC „Brainstorming“ von 1992 ziert.

Wer Pazuzu aus „Der Exorzist“ dämonisch nachahmen möchte, sollte mit tiefer, rauer Stimme, begleitet von mindestens 3 kurzen, fiesen Lachern folgendes sprechen:

„I am PAZUZU, HA-HA-HA. I am a mean son of a bitch of a devil, but then I screw it all up by protecting expectant mothers.“
(Quelle: Urban Dictionary Pazuzu)

2. In „Das Herz der Hölle“ von Jean-Christophe Grangé – hochgradig empfehlenswerter Noir-Thriller.

3. In der US-amerikanischen Cartoonserie Futurama in Episode 9 (Staffel 4) namens „Teenage Mutant Leela’s Hurdles“. Dort ist Pazuzu ein fliegender Gargoyle (Wasserspeier) – erschaffen von „The Professor“ Hubert J. Farnsworth

4. Auf dem Cover des 2007er-Compilation-Album „D-Sides“ der Band Gorillaz

5. In der exorzistischen Version von Queen’s „Bohemian Rhapsody“ 😆  – dieses photoshoppierte Kleinod habe ich soeben gefunden und möchte es euch nicht vorenthalten:

Pazuzu - Bohemian Rhapsody
 

Wo seid ihr dem alten Dämon Pazuzu bisher begegnet? Das fänd ich jetzt mal interessant, denn ich wusste von Pazuzu nicht die schwarze Bohne, bevor ich nach „Das Herz der Hölle“ mal etwas tiefgründiger recherchiert habe…

 

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23 Responses to Pazuzu – Monster im Portrait

  1. solitary_core 14. November 2011 zu 08:52 #

    möchte sagen, das Pazuzu auch in „Excorcist – the Begining“ mit drin ist …
    ausserhalb dieses Kontexts ist mir grad keine weitere Nennung des Names bekannt, aber einen guten Dämonen macht es ja aus, das er seinen Namen verbirgt, denn ihn zu bennenen gibt eine gewisse Macht über ihn, so glauben einige Völker und/oder Kulte.

    Von der Beschreibung her könnte er allerdings auch seinen Platz im Warhammer-Universum haben, als höherer Dämon des Nurgle vieleicht, der Chaos-Gott hatt ja auch die Macht über Leben und Tod. Oftmals verlängert er ja das Unleben seiner Anhänger mit diversen Krankheiten, die andre grosse Leidenschaft des Seuchenlords =P
    bin allerdings nicht wirklich im Fluff mit der Welt, bin eher durch die letzten ComputerSpiele auf das Universum aufmerksam geworden, allen voran „Warhammer 40k Dawn of War“ sowie dessen Nachfolger und Addons als auch „Warhammer : Mark of Chaos“ =P

  2. lecontre 14. November 2011 zu 09:11 #

    Sehr interessant, bitte mehr davon!

  3. Andreas 14. November 2011 zu 17:31 #

    Hab Pazuzu neulich an der Bushalte getroffen… 😉

  4. Alexandra 15. November 2011 zu 20:02 #

    Ich kannte den Herrn noch nicht, aber mit meinem Luft-Sternzeichen Wassermann ist er mir sofort sympathisch 😉 Ein schöner Anfang der neuen Serie! Bin gespannt auf weitere Beiträge.

  5. shan dark 17. November 2011 zu 21:44 #

    Freut mich, dass die neue Serie auch gut ankommt *yeah*. Habe vorhin schon das Monster für Dezember entdeckt… °I^ unter meinem Bett 😛

  6. solitary_core 18. November 2011 zu 17:17 #

    hm hatte vor ner halben Ewigkeit ne MonsterArmee unter mein Bett, inklusive dazugehörigen Sammelalbum und nen Stapel doppelte Aufkleber … „Monster in my Pocket“, fals das jemanden noch was sagt =P

  7. solitary_core 19. November 2011 zu 20:18 #

    hm war grad eben nochmal im Lexicanum schmökern, nen Wiki rund um Warhammer und Warhammer 40k.
    von der Magie her könnte Pazuzu auch zu Tzeentch gehören, „der Wandler des Weges“ is zumindest in den Universen ja der Herr über die Chaos-Magie, die andren 3 Götter verkörpern eben andre Aspekte des Chaos …
    Tzeentch is eher drauf bedacht Wendungen herbeizuführen, ob zum guten oder schlechten is ihm eigentlich egal, solange er mit seinen Taten neue Kreise zieht in der neue Entscheidungen enstehen, kann er durchaus Leben verlängern oder beenden, und da bei Warhammer jegliche Magie aus magischen Winden abgeleitet wird würde das auch passen.
    Ein Mischwesen gespeist von der Macht des Nurgle und Tzeentch is laut Codex von GamesWorkshop eigentlich unmöglich, da beide Gottheiten Todfeinde sind.
    in wie weit der fünfte, der Renegaten-Gott dort eine Ausnahme erlaubt kann ich nich sagen, offfizeil is er ja nich existent, aber die Warhammer-Fangemeinde hält ihn ja dennoch am Leben =P

    es is auf jedenfall Klasse auch hier neues Wisen anzueignen, bzw die Inspiritationsquellen für einige Fantasy-Universen kennen zu lernen

  8. shan dark 21. November 2011 zu 23:44 #

    @solitary_core: You (Spiele-)Freak! 🙂 Da ich keiner bin, musste ich mir zunächst etwas Basiswissen zu Warhammer 40k anlesen. Wirklich eintauchen und nachvollziehen könnte ich es aber erst, wenn ich es spieletechnisch selbst erlebt hätte – und das wird wohl eher nicht passieren (da fehlen mir mehr als nur die Basics *lach*). Du meinst also, dass Pazuzu auch einer der Dämonen im „Dienste“ der Chaos-Götter im Spiel sein kann? Mag sein, dass er dort als Vorlage bzw. Inspiration für die Ausflüsse des Chaos gedient hat. Warum nioht? Dass sie Psi-Kräfte besitzen, könnte sicher auch auf Pazuzu zutreffen (wenn ich da an Regan denke, wie sie in der Luft schwebte…). Jedenfalls ein interessanter Ansatz/Ergänzung – danke!

  9. Melle Noire 23. November 2011 zu 03:51 #

    Hi!

    Echt interessant !
    Dieser Dämon hat auch eine
    sehr eigenwillige Gestalt, wie ich finde.
    Bin mal gespannt, was als nächstes kommt. 😉
    Luft ist derweil auch mein Element
    ( Sternzeichen Zwillinge ).

    Dunkle Grüße. 😉
    Melle

  10. andre 27. April 2012 zu 22:51 #

    ich hatte mal das necronomicon vom berliner verlag() natürlich als neuauflage in deutscher übersetzung, auf der ersten seite war eben der pazsuzu abgebildet als zeichnung…

  11. Melanie 22. Juli 2012 zu 14:10 #

    Ich könnte Dir noch die Comic-Serie „Adeles ungewöhnliche Abenteuer“ von Jaques Tardi anbieten. Pazuzu kam dort auf jeden Fall vor und wenn ich mich nicht täusche war es im 2.Band

  12. Shan Dark 23. Juli 2012 zu 11:39 #

    @Melanie: Danke Dir für die gute Ergänzung.

  13. Samael 5. August 2012 zu 00:17 #

    Pazuzu findet man auch noch als Single von Behemoth und (mit Bild) im vom Necronomicon inspirierten Album „Altars of madness“ von Morbid Angel, das Pazuzu gewidmete Lied nennt sich „Lord of all fevers and plague“.

  14. Shan Dark 5. August 2012 zu 13:25 #

    Hi Samael, danke Dir für die Ergänzung.

  15. sirlongfellow 7. November 2013 zu 21:06 #

    Pazuzu wie er als weiße Faces in deinem Beitrag zu sehen ist erinnert mich definitiv an den Skull von Misfits, der auch in einer Version mit gekreuzten Skeletthänden (siehe Foto mit den 5 Faces) existiert. Na wenn das mal kein Zufall ist.

    Als ich den Exorzisten mit zarten 14 geschaut hatte, dachte ich auch sofort an Misfits, als ich die Fratzeneinblendungen sah – nahm damals allerdings an, es handele sich um nen Fehler am Videoband (!).

  16. Shan Dark 12. November 2013 zu 23:52 #

    @sirlongfellow: Ja, die Misfits haben den Pazuzu aus dem Exorzist gut zu ihrem „Wahr-/Bandzeichen“ gemacht. Ich muss da auch immer dran denken irgendwie.

    Vermutlich haben das mit dem Fehler am Videoband so einige gedacht damals… 😉

  17. Madame Bathory 15. Dezember 2013 zu 20:49 #

    Zum Thema Musik kann ich noch was beisteuern. The Nefilim (metallisches Side-Projekt vom FOTN-Sänger Carl McCoy, wer es nicht weiß) haben auf ihrem ersten und einzigen Album „Zoon“ ein Lied mit dem Titel „Pazuzu – Black Rain“ veröffentlicht. Nile erwähnen ihn zwei Mal auf ihrem ersten Album „Amongst the Catacombs of Nephren-Ka“.

    Interessanter Blog übrigens, ich schau mal wieder rein.

  18. Shan Dark 15. Dezember 2013 zu 23:50 #

    @Madame Bathory: Interessant, danke Dir! Höre gerade in das Stück von Nefilim rein – nicht übel.

  19. Zoon 14. Juni 2014 zu 13:32 #

    Pazuzu ist cool. Was mich allerdings irritiert: Der Bezug des Films „Exorzist“ ist definitiv nicht richtig recherchiert. Wenn Pazuzu vor mehr als 2.000 Jahren eher als „Kinderschutz“ galt, wieso „überfällt“ er dann das Mädchen im Film? Da wäre Pazuzus Gegenspielerin besser geeignet gewesen^^
    Seis drum. Hier ein Song meiner Lieblingsband
    http://www.youtube.com/watch?v=7A_dc_RDr3g

  20. Shan Dark 15. Juni 2014 zu 19:48 #

    Hi Zoon,
    danke Dir für die Ergänzung des Titels von Nefilim – gefällt mir. 😉
    Du hast recht, es ist etwas irritierend, warum Pazuzu im Exorzisten gerade ein Mädchen/Kind anfällt, da hätte tatsächlich die Dämonin Lamaschtu besser gepasst. Aber diese hat es wiederum eher auf werdende Mütter und Neugeborene abgesehen, um Überbevölkerung zu verhindern, also nicht mehr auf heranwachsende Mädchen. Vielleicht haben sie im Exorzisten Pazuzu gewählt, weil er quasi unschlagbar ist, den Tod besiegen kann und andere Dämonen abwehren kann > quasi ein sehr einflussreicher Dämon ist. Dass er ausgerechnet ein Kind befällt halte ich für Hollywood-Taktik. Der Exorzist wäre sicher nicht halb so beeindruckend, wenn der Dämon einen Erwachsenen ‚besessen‘ hätte. Da hat man sich das alles bisschen zurecht gebogen, wie so oft. Finde ich zumindest aber nicht schlimm.

  21. NorthernSon 4. Januar 2015 zu 17:28 #

    Pazuzu erinnert mich irgendwie an den Mottenmann…

  22. Shan Dark 4. Januar 2015 zu 19:20 #

    Danke Dir für den Hinweis, NorthernSon! Wenn man sich das Bild hier bei Wikipedia betrachtet, ist er ihm optisch bis auf ein bis zwei Merkmale sehr ähnlich. Seine Bedeutung oder Kräfte sind jedoch etwas anders. Aber vielleicht stelle ich hier in der Serie „Monster im Portrait“ auch mal den Mottenmann vor. Merci!

  23. one 25. Juli 2015 zu 20:03 #

    es scheint mir fast so als ob man hier über pazouzu lacht , dabei sollte hier einer der vielen möchte gern magier und satanisten wissen ; wer an dämonen glaubt sehr genau weis wie man einen pazouzu provoziert…….. das sogennate monster unter dem bett kan sehr schnell zum immer begleitenden albtraum werder. so hört man das so nennt man das so soll es sein. in diesem fall … kuwa na siku nzuri

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