Friedhofsgeflüster

Links zum Abbiegen – September 2014

Da bringt eine bekannte Baumarktkette einen Werbespot mit einem Jung-Goth heraus und die gesamte schwarze Szene scheint darüber glücklich aus dem Häuschen. „Ach, wie goldig! Das bin ja ich – ich will auch so ein Haus! Wie lieb vom Papa!“ Endlich sind wir in der Werbung werden die Gothics mal positiv dargestellt im Fernsehen, hat jemand (der rein zufällig damit Geld verdienen will) unsere düstere Seele erkannt: wir sind randständig und freuen uns über schwarz angestrichene Tim Burton Häuser. Aber ich spiele jetzt mal den Spielverderber. Und zwar aus meiner persönlichen Gruftie-Sicht. Denn wenn ich die Business-Brille aufsetze ist der Spot wirklich gelungen, sowohl für Hornbach („wir haben auch Werbung für Dich, Außenseiter!“), für meine KollegInnen von der Marketing- und Werbefront („Mutig! Randgruppen erzählen einfach die besseren Geschichten!“) und für Otto Normalverbraucher, der mit Gothic nichts am Hut hat („Ist das dieses Gothic?“).

Aber warum sollte mir als Gothic „Hornbach goes Goth“ gefallen? Meine erste Reaktion auf die Werbung war: Prima, sind wir endlich im Mainstream angekommen! Das Schmunzeln zur Pointe war eher bemüht. Bin ich die Einzige, die es nicht gut findet, dass unsere Subkultur in der Werbung verwendet wird? Halloooo Leute, das ist WERBUNG! Das ist das, worüber ihr euch sonst immer aufregt. Auch wenn die Story emotional ist und uns nicht lächerlich macht, zeigt sie, wie harmlos wir sind. Stimmt! Mit uns schwarzen Geschmacksverirrten kann man einfach super (Konsum-)Geschichten erzählen und die meisten von uns finden es auch noch prima. Warum eigentlich? Ich bin jedenfalls gespannt auf den nächsten Randgruppen-Spot und empfehle dafür die Punks. Am besten in einem besetzten Haus, das [emotionalen Plot jetzt hier einsetzen] am Ende alle in trauter Bierseligkeit zu ihrem Projekt machen und gemeinsam renovieren. Sicher freuen sich die Punker da draußen auch darüber, falls es überhaupt noch welche gibt.

Soviel zum ungewohnt kritischen Vorspann – lieber Hornbach, die Erwähnung hier ist mein Geschenk an Dich! 😀 Aber Du solltest das nicht überbewerten, ich tue es auch nicht, wollte nur mal zum Nachdenken anregen.

Jetzt habe ich noch jede Menge erfreuliche, skurrile und morbide Links gesammelt über die Sommermonate – weiterlesen lohnt sich also!

Lasst aus Leichen Bäume wachsen!

Zwei italienische Designer haben eine neue Bestattungsform für noch grünere Friedhöfe entwickelt. Ihre sogenannten Capsula Mundi sind eierförmige Kapseln, in die der Verstorbene in Fötusstellung (quasi wie im Mutterleib) eingelegt und unter die Erde gebracht wird. Oben auf das Ei kommt ein Baum oder Baumsamen, der mit dem Leichnam darunter als Dünger umso schneller und prächtiger wächst. Statt toter Grabsteine würden die Friedhöfe künftig Bäume als Grabmäler besitzen. Gar keine so schlechte Idee, oder was meint ihr?

Lieben Dank für die „Entdeckung“ und den Link an Marcus.

Rätsel um den lebenden 162 Jahre alten Mönch Iltigelow

lama-iltigelow-162jahreApropos Tod und Dünger: In Sibirien soll ein 162 Jahre alter Mensch-Mönch tatsächlich noch l-e-b-e-n. Seit über 75 Jahren ist der Körper des 1927 verstorbenen Hambo Lama Daschi-Dorsho Iltigelows nahezu unverändert erhalten. Wissenschaftler sind ratlos. Sein Leichnam ist in all den Jahrzehnten nicht verwest und angeblich reagiert er noch, wenn auch langsam.

Schon arg unglaublich. Aber dann dachte ich: Hm, wenn das ZDF darüber eine Doku dreht? Und auch die GEO und die WELT darüber berichten? Könnte ja was dran sein. Zum Glück erfahre ich bei den Skeptikern vom Dienst (GWUP = Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.) das unser „Qualitätsjournalismus“ Mängel hat: natürlich ist Iltigelow tot!

FSK18 auf dem Friedhof

Die brasilianische Stadt Sao Paolo hat sich für die 8. Ausgabe des Monats der Independent-Kultur etwas Besonderes einfallen lassen: Sie zeigt Horrorfilme nachts – und zwar auf einem Friedhof. Wenn ich mal aktiv in die Friedhofsvermarktung einsteigen sollte, dann wird es sowas auch hier in Deutschland geben, versprochen!

Tritt nicht auf die Gräber…

Es gibt so viel, was wir nicht wissen (und kennen). Quantum est quod nescimus! So heißt auch der Blog von Wotan, der – und das ist schon ein paar Monate her – mit seinem Sohn einen Rundgang auf dem Stadtgottesacker in Halle (an der Saale, also das bei Leipzig) machte. Sehr interessante Einblicke in und Fotos von einem sehr alten, geschichtsträchtigen, aber eher nicht so bekannten Friedhof, der einen Abstecher von Leipzig durchaus wert ist. Zumal er in Form eines italienischen Camposanto gebaut ist – Italien liegt manchmal näher als man denkt!
friedhof-stadtgottesacker-halle-an-der-saale

Da liegt der Hund begraben!

Die „Friedhofsfreunde“ erklären uns, warum da gar nicht der Hund begraben liegt, sondern etwas ganz anderes. War mir auch völlig neu!

Y – The Place of Death

Eine kleine Gemeinde in Frankreich mit einem noch kleineren Namen scheint eine unwahrscheinliche Menge an toten Vorfahren zu haben. Tatsächlich sollen im Ort Y, der so nach der Gablung seiner Hauptstraße (!) benannt ist und deren Bewohner sich „Upsiloniennes“ nennen, sehr viel mehr Menschen verstorben sein als dort jemals gelebt haben. Wie es dazu kam ist gar nicht so mysteriös wie man sich das wünscht.

Spinnen essen

Ich bin kein Arachnophobist oder eine Arachnophobista. Auf Spinnen herumkauen würde ich mir jedoch niemals trauen. In Kambodscha gibt es frittierte Tarantulas an Zitronen-Pfeffer-Sauce als Vorspeise. Im verlinkten Beitrag seht ihr, wie das mehrbeinige Entré so daher kommt. Würdet ihr das essen? Anyone? Soll sogar relativ gut schmecken – wie Soft-Shell Krabben (die ich auch bloß noch nicht gegessen habe), nur nicht ganz so ‚rein‘. Ich bin nicht überzeugt…

Pfingstgeflüster 2014

Das war mir nicht neu, sondern ist jedes Jahr aufs Neue wieder gut – die „WGT-Zeitschrift“ für alle, die nochmal sehnsüchtig zurück oder nach vorn aufs nächste WGT schauen möchten. Da die Veröffentlichung der diesjährigen Ausgabe zeitlich mit unserem Urlaub kollidierte, bin ich jetzt erst im September zum Bestellen und Schmökern gekommen. Es lohnt sich wieder! Besonders gefallen haben mir

  • das Intro von Marcus Rietzsch „Akzeptanz vs. Abgrenzung, oder: Die Geister, die wir riefen…“
  • die Besucher-Portraits mit einigen lieben, bekannten Gesichtern 😉 und der sehr gute Artikel dazu von Robert Spontis, der den schwarzen Mantel bewundernswert um die verschiedenen Zitate der Portraitierten zu den Themen „Farbe Schwarz, düstere Parallelwelten und Old-vs-Young in der Gothic-Szene“ schlägt
  • die Beiträge zu den Ausstellungen von „HR Giger“, „Totenstill – die Schönheit alter Friedhöfe“ und „Schon unser Heut ein Gestern ist“
  • die Leipzig-Berichte von Myk Jung von The Fair Sex und Anne Clark
  • der Artikel über die Symbolik der Pflanzenwelt des Südfriedhofs – von den Nekrobiologen des Schemenkabinetts 🙂
  • und die Kurzgeschichte von Norman Liebold „Dialog mit einer Ulme“

Solltet ihr das Pfingstgeflüster wie ich über den Sommer kurz aus den Augen verloren haben, dann jetzt auf zum Online-Kiosk!

 

Would you dare?

Dieser Artikel beginnt (schon irgendwie) und endet mit einem Haus.

would-you-dare

Obwohl ich kürzlich von einem Lieblingskollegen mit „nimmermüder Onlinehase“ betitelt wurde > kein Internet wäre kein Problem! Es gibt zig Bücher, die ich dann endlich mal lesen könnte. Ich würde viel schreiben. Oder viel schlafen. Viel Natur. Viel Dachboden. Viele Zenobiten. O_O Wenn ich jemand mitnehmen könnte so rein zur Gesellschaft wäre mir das schon lieber, aber ich würde es auch alleine probieren.

Jetzt ihr! 😉 – Würdet ihr euch trauen?
(Disclaimer: Ich habe weder das Haus noch eine Million zu vergeben. Diese Sache dient nur dem gedanklichen Zeitvertreib.)

 

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Einfach Dranbleiben!

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15 Responses to Friedhofsgeflüster

  1. sandra 29. September 2014 zu 07:39 #

    Mal wieder ein toller Beitrag! So laesst es sich doch auf-den-Bus-warten aushalten 😉 Ein guter Start in den Tag. Hihi.

    Für 1 Millionen Euro ohne WiFi in einem Haus leben? Klar! Wie du schon sagtest, lesen, schlafen oder vielleicht mal ein wenig kreativ sein. Aber nicht im Winter, da ist es bestimmt kalt. ^^

    Schönen Tag noch 🙂
    Liebe Grüße

  2. Jason 29. September 2014 zu 09:56 #

    Liebe Shan Dark,

    Deine Kritik zum Hornbach-Clip in Ehren. Ich befürchte allerdings, dass Du da zuviel hinein interpretierst. Ich nehme den Clip mehr oder weniger als Eltern-Kind-Beziehungs-Etwas war. Ein Vater, der seine Tochter so wie sie ist akzeptiert und unterstützt. Das hierbei ein Beispiel aus der schwarzen Szene genommen wird, soll ja den Kontrast zum Mainstream besonders hervorheben. Es hätte auch jeder andere Typ sein können, welcher in Schule und Gesellschaft nicht akzptiert wird oder von sich aus sich nicht integrieren möchte.

    Bye

  3. Mac 29. September 2014 zu 11:41 #

    Der Spot ist gut. Er trittt! Und Punks etc. in Werbung gab es schon. „Wenn ich groß bin werd ich auch Spießer“

    Die Hornbach Dinger sind immer recht frisch, kreativ, provokativ und machen Spaß! Das ist mir als alter Werbefuzzi 1000 mal lieber, als irgendwelche abgefuckten Schauspieler, die ihr Gesicht für Käse, Sportwetten etc. in die Kamera halten.

    Etwas mehr Gelassenheit 🙂

  4. Marcus 29. September 2014 zu 11:52 #

    Auf der einen Seite fand ich die Werbung recht charmant. Ist es doch eher selten, dass Werbung nicht vollkommen nervt. Auf der anderen Seite sehe ich das ähnlich kritisch. Die Szene hat eben längst ihren Schrecken verloren. Ich sage nur Abgrenzung vs. Akzeptanz. (Danke für die Berücksichtigung des Pfingstgeflüsters.)

    Nur noch Bäume auf den Friedhöfen? Und was soll ich denn dann fotografieren? Aber im Vergleich zu den meisten modernen Grabgestaltungen sind mir Bäume auch lieber.

    Auf deutschen Friedhöfen wurden auch schon Filme gezeigt. So beispielsweise in diesem Jahr „Truxa“ und „Der müde Tod“ in der Friedhofskapelle der Alten Zwölf-Apostel-Kirchhofs in Berlin. Oder vor Jahren „Nosferatu“ direkt am Grab von Murnau in Stahnsdorf. Durchaus wäre eine Zunahme solcher Aktionen wünschenswert. Wenn die nicht in eine Art Dauerbetrieb endet, sehe ich darin auch kein Problem. Den Toten dürfte es sowieso egal sein.

    Spinnen essen? Nein, danke.

    Bevor ich mich entscheide, ob ich in diesem Haus einen Monat lebe, würde ich mir gerne den Zustand der Räumlichkeiten ansehen. Mit feuchten Wänden, einsturzgefährdeten Decken und riesigen Müllhaufen könnte ich mich wohl nicht anfreunden. Ansonsten: jederzeit.

  5. Wölfin 1. Oktober 2014 zu 15:39 #

    In dem Haus wohnen? Na klar, Bücher genau ich lese mein Leben gerne und ohne Internet ach wie erholsam, ich wäre dabei unbedingt. Und was die Werbung betrifft, ich dachte genauso darüber,klar ganz witzig aber Werbung bleibt Werbung und das beweist einmal mehr das Gothic längst ein Trend geworden ist.

  6. solitary_core 1. Oktober 2014 zu 19:43 #

    ja die gute Hornbach Werbung … dank meiner selbsterlegten TV-Abstinenz war ich überascht sie auf Twitch.tv zu sehen, ein Onlinedienst der livestreams anbietet über die verschiedensten Themen, meist Video-Spiel-basiert (muss mir wohl was neues überlegen wenn die werbung nun auch dieses Medium überschwemmt ._. ).

    Auch wenn wir in einigermassen liberalen Zeiten angekommen sind, das schwarze Haus geht sicher zu weit in Sachen persöhnlicher Gestaltung, sicher kommt das Ordnungsamt und andre Institutionen weil es eben nicht ins Stadtbild passen etc.

    Es sei denn der Vater ist eine ‚Berühmtheit‘ und darf sowas weil es erwartet wird, aber selbst Ozzy Ozzborn würde sowas wohl nicht durchziehen, in erster Linie weil solche Berühmtheiten eben nicht reale Personen sind sondern gesunderweise Rollen abseits ihrer natürlichen Person …

    oh da hab ich mich wohl wieder verfranst, outmeta’d wie so oft halt ^^

    interresante Links wie immer, grade das Spinnenessen war ein vergnügen zu lesen, auch wenn ich persöhnlich mit dem ‚Pudding‘ mehr Probleme hätte.

    Ein Monat in dem Haus ohne Internet ? warum nicht? gut mit Zenobiten werde ich mich da wohl nicht anfreunden schon allein weil mir das „lament configuration“ fehlt, eher würd ich mich „halo of the Sun“ oder dem „Metatron Seal“ anfreunden, zumal Silent Hill mir eh näher liegt als Hellraiser (auch wenn hier wieder verdammt viele Verbindungen geschaffen wurden, aber die japanische Seite von Silent Hill ist ja Sammlung an verschiedensten Verbeugungen und andren Sachen).

    Falls ihr zufällig eine PS4 habt oder jemanden kennt der eine hatt und auf Horrospiele steht, vor kurzem erschien eine playable techdemo (p.t. 😀 ) von Silent Hill, welches zurück zu den japanischen Wurzeln geht, mit ner Menge Verweisen zur Serie allgemein aber eben auch wieder neuen Zeug.
    Hideo Kojima, bekannt durch seine „Metal Gear“ Serie ist mit seinen Hang zu References gradezu perfekt als ein Teil der Macher, einige Leute halten ihn für Quentin Tarantino der Videospielscene und es ist ganz gut getroffen :D.
    Der andere Part dort ist Guilermo del Torro, bekannt durch seine Filme und seinen Hang zur „uncanny valley“, einen Teil des Horrors der alten Silent Hill Spiele basiert auf diesen Gefühl.

    o.O ok durch Recherchen zum Thema p.t. erkenne ich grad der Norman Reedus eine Figur in Walking Dead ist, dachte nur das der Name quasi als Anküdigung gedacht wurde ….schonwieder sone Anspielungssache =P

    Ok zurück zum Haus im allgemeinen: wichtiger als die Frage ob Internet oder nicht ist eher die Realität der Anbindung, oder anders : wie beziehe ich standard-Sachen wie Strom, Lebensmittel und Wasser ? Wie bewerkstellige ich die Aufrechterhaltung der sozialen Kontakte ? Werde ich in dem Monat eher „under the dome“ sein oder wird das ganze eher zu „Big Brother“ mutieren ?
    Lesen und schreiben ist ne super Idee in der Zeit, sicher ein hilfreiches Werkzeug nicht den Verstand zu verlieren in dem Monat der Isolation, denn der Monat wird in der heutigen Zeit sich so anfühlen da eben eins der größten Medien fehlt, oder eben eins wo man heutzutage die meiste Zeit mit verbringt durch seine interaktive Natur ^^

    je mehr ich drüber nachdenke scheint mir das Haus eine Standardabweichung zu der sonstigen Örtlichkeit zu sein, so nach dem Motto: ‚Was würdest du mitnehmen auf eine einsame Insel?‘

  7. Dunkelelb 2. Oktober 2014 zu 08:16 #

    Ich persönlich finde den Spot eigentlich sehr gelungen und auch emotional, da er mich an mich erinnert. Ich gebe dir jedoch recht, dass es natürlich nur ein sehr kleverer Marketing-Gag ist und somit eine Randgruppe verbraten wurde. Auf der anderen Seite muss ich aber auch wieder sagen, dass die Hornbach-Spots bis dato schon des öfteren sehr düster und unheimlich waren, was mich zu dem Schluss bringt, dass dort in der Werbeabteilung vielleicht doch der ein oder andere Goth sitzt und die den Spot vielleicht doch ernster gemeint haben, als wir glauben. 😉

  8. Nighttears 3. Oktober 2014 zu 10:51 #

    Einen Monat in diesem Haus? Ohne Internet? Warum eigentlich nicht? Die Zeit könnte man doch gut nutzen. Lesen. Geschichten schreiben. Wie haben wir das denn damals nur gemacht? Also im letzten Jahrtausend? Wo es noch nicht einmal Internet gab? Wo die Smartphones noch Wählscheiben hatten?

    Spinnen essen? Warum eigentlich nicht? Ist doch auch nur eine Proteinquelle, wenn auch in für uns ungewohnter Form. Probieren auf jeden Fall, aber nur mit dem Recht, auch sagen zu dürfen, wenn es mir nicht schmeckt.

  9. Melle Noire 6. Oktober 2014 zu 20:16 #

    Hey,

    also ich finde den Spot von Hornbach richtig witzig, musste doch sehr drüber schmunzeln… 😉 Nebenbei gibt es übrigens auch derzeit noch einen guten Spot von OTTO mit seiner Fearless Collection. Ist allerdings mehr auf Horror getrimmt als auf Gothic. Ja, liebe Leute, Halloween wirft seine Schatten eben einfach schon voraus. Konnte man doch vor etwa einem Monat bereits entsprechnde Kürbissuppen in einem großen Discounter kaufen ( etwas früh aber OK – außerdem gibt es ja auch andererseits Weihnachtsleckereien schon ab Ende August. Dominosteine im Hochsomner! YEAH, da wird einem doch ganz… äh… WARM ums Herz… 😀 ).

    Insekten gelten übrigens in manchen Ländern der Erde als Delikatesse. Da werden Spinnen, Grashüpfer & Co mit Genuss verspeist. In unserer Kultur ist so etwas nicht vorgesehen und dementsprechend werden wir erzogen und geprägt. Und finden derartiges Getier daher erst einmal äußerst unappetitlich. Letztlich ist es auch nur eine tierische Nahrungsquelle, dennoch würde auch ich da erstmal zögern. Was ich hingegen ganz gern mal probieren würde, wäre Hund oder Katze. Kaninchen werden schließlich auch gegessen, obwohl man sie sich als Haustier hält. Allerdings bliebe abzuwarten, wie sich der Geschmack eines nahezu reinen Carnivors von dem Fleisch eines Pflanzen- oder Allesfressers unterscheidet. Oder wie schmeckt Schlange oder Krokodil? Hat das hier jemand schon gegessen? Ich habe einen Bekannten, der sich manchmal exotisches Fleisch liefern lässt, allerdings unterhalten wir uns eher selten.

    Dunkle Grüße! 🙂
    Melle

  10. Dirk 7. Oktober 2014 zu 11:12 #

    Also ich finde den Hornbach-Spot ebenfalls gelungen, weil er, anders als viele andere, nicht so tut, als ob jede Randgruppe am Ende irgendwann ja doch Mainstream oder Spießer werden müsste. Sondern ganz im Gegenteil: Das gelbe Mainstream-Haus wird schön schwarz gestrichen. Allerdings bin ich nicht in der Szene. 😉 Ein ähnliches Gefühl wie Du habe ich immer, wenn irgendwelche Indie-Perlen auf einmal in der Werbung (z.B. Edward Sharp & the Magnetic Zeros oder Tipsy) oder im Formatradio verbraten werden. Ist ja leider nicht so, dass ein Formatradio auf einmal nur noch tolle Musik spielen würde.

  11. Gruftfrosch 20. Oktober 2014 zu 02:22 #

    Ich muss sagen, dass ich die verborgene Botschaft des Spots (die vordergründige ist ja, die dusselige Farbe bei Hornbach zu kaufen) schon gelungen finde, nämlich dass der Vater seine Tochter so nimmt, wie sie ist, sich mit ihr solidarisiert und es der Spießersiedlung mit ihren Weiß-, Creme- und Beigetönen auch nach außen zeigt. Ein anderes Beispiel (wenn auch etwas unglücklich, wie ich zugeben muss), was mir in den Sinn kommt, war ein 9-Jähriges Mädchen, das sich aus Solidarität zu ihrer leukämiekranken Freundin den Schädel rasieren ließ.

    Klar sind wir im Mainstream angekommen, aber das weißte doch nicht erst seit Neuestem, oder? Das zeigt sich an solchen Wannabe-„Größen“ wie Unheilig und Konsorten, Erscheinungen wie WGT-LARP-lern und und und, alles im Grunde x-mal durchgekaut.

    Klar ist das kacke, aber diese ganze Wut auf diesen popeligen Spot zu projezieren, naja, ich weiß nicht.

    …und als kleiner Trost bleibt…Hat die Kleine Pluderhosen an, nen Side- oder Undercut, ein Vogelnest etc? Neee? Von daher, einer DER Goth-Prototypen bleibt außen vor… Puhh…Glück gehabt 😉

    und zum Abschluss: Hey, die ganzen Leute da im Spot wollen doch nix mit ihr zu tun haben. Die finden die richtig doof mit ihrem schwarzen Kram und die Alten gruseln sich vor ihr (*hüstel* Türverriegelung). Nix mit….“Ooch, ihr seid ja so toll und normal ihr Grufties, ihr“

    Fast könnte man bissl neidisch werden.

  12. Gruftfrosch 20. Oktober 2014 zu 19:24 #

    Zum Häuslein: Ich würd’s tun. Als Nachwendekind sind wir in so vielen alten Buden rumgekrochen. Das waren unsere (auch wenn man es zugeben muss, nicht ganz ungefährlichen) Abenteuerspielplätze. Vor so manchem menschlichen Zeitgenossen hab ich mehr Respekt als vor ein paar alten Holzbohlen.

    Das Spinnenmahl…naja…nee..ich denke, das müsste ich nicht haben, aber wer weiß…nach nem Schnaps vielleicht? Witzigerweise hatte ich bis jetzt kein Problem auch mal Heuschrecken, Käfer und Mehlwürmer zu probieren…aber Spinnen?…
    Weiß ni ^^

  13. Shan Dark 23. Oktober 2014 zu 09:30 #

    Spannend, was hier so an Meinungen zusammenkommt – sowohl zum Hornbach-Spot als auch zu 1 Monat Internetfasten und zum Verzehr achtbeiniger Gliederfüßer. 😉 DANKE!

    Zu „Hornbach goes Goth“ möchte ich noch mal klarer sagen, was ich meine: Der Spot ist sehr gelungen, ja, andere Randgruppen waren auch schon in der Werbung, was mich aber äußerst irritiert ist, dass die eigene Szene den Spots so toll findet. Das war bei den bisherigen Spots mit Randgruppen nicht so nach meiner Beobachtung, die waren aber eben auch nicht so gut gemacht. Ja, ich weiß nicht erst seit diesem Spot, dass Gothic im Mainstream angekommen ist. Aber hier wird es sehr deutlich (TV hatten wir jetzt so noch nicht mit Gothics). Wütend bin ich deswegen nicht, @Gruftfrosch. Nur insgesamt (nicht von Einzelnen) etwas enttäuscht, aber das ist auch manchmal ganz gut und zeigt mir auch ein neues Gesicht der Szene (was sie – bin ich der Meinung – früher nicht hatte). Aber zum Glück bin ich nicht ganz die Einzige, die das so sieht.

    Zum Lost-Place-Haus ohne WiFi:
    Interessant wie froh wir alle wären mal einen Monat ohne Internet zu sein. Das macht mich selbst nachdenklich – auch über meine Gewohnheiten. Dabei hat es doch jeder selbst in der Hand wie intensiv man online ist. Aber wie @solitary_core schon sagt ist das Internet „das größte Medium der heutigen Zeit“ und dem kann ich mich selbst auch nur schwer entziehen. Es ist nun mal auch mein Haupt- und auch Lieblingsmedium in der Freizeit (im Beruf sowieso) mit allem was dazugehört, also informieren, bloggen, (Online-)Freundeskreis pflegen über soziale Netzwerke oder E-Mail, danach kommt bei mir Filme gucken und an dritter Stelle alles mit „draußen“ oder Freunden 🙂 – also Sport/Laufen, Spazierengehen, Entdecken, Reisen, Party, Festivals etc.
    Ohne Internet würde ich dann Hobby #4 und #5 nachgehen: Bücher lesen und Fotoalben gestalten.

    @Marcus: Der Reiz der Frage ist ja gerade, dass es keine weiteren Infos zum Haus (innen) gibt. 😛 Auch wenn die Frage durchaus berechtigt ist.

    Übrigens Danke für die Erinnerung, dass es doch schon Filme auf deutschen Friedhöfen gab/gibt. Ich wusste es nicht mehr. Aber sicher sollte man es auch damit nicht übertreiben, denn Horrorfilme ziehen eben leider nicht nur Leute, die sich auf Friedhöfen benehmen können. Trotzdem kann ich mich insgesamt für die Idee gut erwärmen.

    @Melle Noire: Ja, ich habe schon mal Krokodil gegessen. Das Fleisch ist recht hell (das von einer Schlange vermutlich auch) und fest, schmeckt aber ein wenig tranig. Ich habe es nicht als Hochgenuss in der Erinnerung behalten. Das von einer Katze/Hund als reine Carnivoren ist da sicher im Geschmack ganz anders. Musste halt mal nach Asien fahren. 😉 Und mir ist es noch nie so aufgefallen, aber Du hast recht, so Fleisch von reinen Carnivoren gibt es wirklich selten. Wird vllt. einen Grund haben…?

  14. Melle Noire 25. Oktober 2014 zu 04:13 #

    @ Shan : In Asien hat man offenbar kein Problem damit, das Fleisch von Carnivoren zu verzehren. Katze könnte evtl schmecken wie Kaninchen. Wie ich darauf komme? Es gibt hier in Ladenburg so eine Geschichte…Vor einiger Zeit vetschwanden offenbar immer wieder Katzen spurlos. So manch einer sah sie wohl in ein bestimmtes Haus hinein gehen, man sah die Stubentiger aber hinterher nicht wieder. Irgendwann flog die Sache dann auf und man entdeckte bei einer Frau eine Gefriertruhe voller toter Katzen. Selbige wurden offenbar ahnungslosen Kunden als Kaninchenfleisch verkauft… 😀 Ob diese Begebenheit wirklich so stattgefunden hat, weiß ich allerdings nicht. 😉

  15. doomed forever 18. Januar 2015 zu 12:56 #

    Hübsches Haus, sieht nett aus…hatte gestern auch so einen alten Kasten fotografiert,
    allerdings nicht wirklich so runter gekommen, wirkt als b&w Foto allerdings auch morbide..ich mag diese Atmosphere sehr… 😉

    ~dF~

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