Galgenhumor, Street AvantgART & HiFi4ever

Links zum Abbiegen – März 2014

Halt doch bitte mal jemand den März fest! Sonst rennt der vorbei ohne das ich einen Blogbeitrag geschrieben habe. Und das wollen wir ja alle nicht. Also STOP! Durchatmen. Päuschen machen, Kaffee, Tee oder wat Alkoholisches holen. Dann den Blick langsam nach unten wandern lassen zu den skurrilen Links des Monats. Entdecken und laaangsam einwirken lassen. Zeit ist Glück!

Apropos: Nächsten Samstag ist es schon wieder Zeit für die 5. Elektronische Nacht . Wir beide (M.Synthetic und ich) freuen uns ganz offen und unheimlich auf liebe Freunde und alle Planetenleser, die es bis nach Wiesbaden schaffen! JUHU!

Großes DANKE diesmal für die skurrilen und morbiden Links zum Abbiegen an Julia, Raquel, Schatten, Jan, Hasejoe, Ulf_der_Freak und Andre aus Österreich.

Der Leichenfotograf

Der Tod seiner Frau im Jahre 2009 und die Reaktion seines Sohnes bewegten Martin Kreuels dazu Totenfotograf zu werden. „Das Bild muss so sein, dass Angehörige es sich ins Wohnzimmer hängen und auch in 30 Jahren noch angucken können. Sie müssen damit leben können.“ 

Dr. Caligari in Full-HD

"Das Cabinet des Dr. Caligari" D 1919/20 R.: Robert Wiene Conrad VeidtSitzt ja gleich hier bei mir um die Ecke – die Friedrich-Wilhelm-Murnau Stiftung in Wiesbaden. Einen Besuch hebe ich mir allerspätestens für den Vorruhestand auf. Die Mitarbeiterin Anke Wilkening und ihr Team haben in handwerklicher Kleinarbeit den Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“ von 1920 auf Full-HD-Qualität restauriert. Am 9. Februar feierte er in Berlin seine High-Definition-Uraufführung. Zu hoffen bleibt, dass nicht alles Authentische des damaligen Stummfilms zugunsten der zeitgemäßen Sehgewohnheiten mit korrigiert wurde.

10 Mumien, die Sie unbedingt kennen sollten

Nun nicht unbedingt persönlich – die Zeiten sind vorbei. So reißerisch der verlinkte Artikel streckenweise geschrieben ist, es sind einige interessante Mumien und Fakten darin zu finden. Rosalia Lombardo kennt ihr ja vom schwarzen Planeten, aber ein mumifiziertes Rippchen? Richtig gelesen, die Ägypter haben auch Steaks mumifiziert, damit die Toten im Jenseits was zu Beißen haben. Auch sehr faszinös: der gleich dreifach getötete Lindow-Mann und die älteste am besten erhaltene Mumie Lady Dai von 163 v.Chr.

Die Angst von früher – in Bildern

Kann man nicht besser machen! Joshua Hoffine visualisiert mit seinen Horrorfotos die Angst von Kindern vor Monstern unterm Bett & Schlimmerem. Wenn ich die Bilder so sehe, bin ich fast froh, dass ich in der DDR wohl behütet aufgewachsen bin und von Horror in Film, Literatur und TV verschont blieb.

Street Avantgarde Art

Fra.Biancoshock aus Mailand bezeichnet seine avantgardistische Street Art als „Ephemeral Experiences“. Er will bleibende Erfahrungen beim Betrachter erzeugen mit Kunstwerken, die nur kurzzeitig existieren. Das ist Fra.Biancoshock mit seiner subversiven Street Art definitiv gelungen: unvergesslich sind mir z.B. „Antistress for free!“, das ToiToi mit Strohhalm oder die zwei Obdachlosen beim Essen in der Mülltone.

Foto: Fra.Biancoshock - Ephemeral Experiences

Foto: Fra.Biancoshock – Ephemeral Experiences

Der Schädel vom Großen Löwenmaul

Das Große Löwenmaul – auf englisch übrigens Snapdragon 🙂 – hat aufgrund seines maulartigen Blütenstandes schon etwas mehr zu bieten als das schnöde Gänseblümchen von nebenan. Aber es muss noch einen draufsetzen. Wenn es verwelkt sehen seine Blüten aus wie Totenschädel. Frappierend!

Der Gletscherleichen-Look

Ein wunderbarer Blog für alle, die gern wie ich im Gestern schwelgen: er heißt dann auch vongestern.com und zeigt lustige, nostalgische Werbeplakate, Anzeigen, Dr. Sommer Tipps und Fotostories von den 60ern über die 80er bis max. 2001. Unter anderem auch Schminktipps aus den 80ern für den unterkühlten Gletscherleichen-Look. „Das gibt es nur in MÄDCHEN!“

Unterwasserfriedhof in La Palma

Reisetipp für den Sommerurlaub: Im Süden der kanarischen Insel La Palma liegt ein faszinierender Tauchplatz – der Unterwasserfriedhof von Malpique. 2003 wurden dort 40 Steinkreuze versenkt, um das Andenken an eine Gruppe Missionare zu ehren, die hier bereits 1570 von Piraten niedergemetzelt wurden. Wer also lieber auf sonnigen Inseln Strandurlaub macht, sollte dort unbedingt mal abtauchen. Da würde sogar ich mich zum Tauchen überreden lassen.

Schon mal einen Tauchkurs wert: der Unterwasserfriedhof in La Palma (Foto: la-palma-tauchen.de)

Schon mal einen Tauchkurs wert: der Unterwasserfriedhof in La Palma (Foto: la-palma-tauchen.de)

HiFi4ever – oder: Die Musik danach

Ein noch nicht ganz so alter Schwede namens Fredrik Hjelmquist hat den Sarg mit Musik erfunden. Fredrik gibt uns damit eine Antwort auf die wichtige, postexistenzielle Frage: Wie kann ich auch nach meinem Ableben noch gute Musik hören? Dazu braucht man nur sein CataCombo Sound System, das aus einem Grabstein besteht, der auf den klingenden Namen CataTomb hört und mit dem CataCoffin verkabelt ist. „Über einen Touchscreen wird die Musik von der Außenwelt programmiert. Scheuen die Hinterbliebenen den Weg zur Grabstätte oder sind vielleicht einmal unpässlich, können sie den Soundtrack auch mittels Spotify oder der Catacomb App updaten.“
Sparen solltet ihr dafür allerdings schon zu Lebzeiten – für 23.500 € seid ihr dabei! 😉
Ich weiß noch nicht recht, was ich davon halten soll, aber ich finde die Vermarktung beispiellos gut. „Expect nothing less than godlike comfort and heavenly sound from the CataCoffin.“
Artikelfoto: CataCoffin by Pause/Fredrik Hjelmquist

Galgenhumor

NEON-Userin Irre-parabel hat 9 Hangman-Arten gezeichnet. Mein Favo ist definitiv „The IKEA“, dicht gefolgt von „The Alien“. Welchen findet ihr am besten?

Foto: Irre-parabel (Neon Bildergalerie)

Foto: Irre-parabel (Neon Bildergalerie)

 

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7 Responses to Galgenhumor, Street AvantgART & HiFi4ever

  1. Schatten 31. März 2014 zu 17:09 #

    Aus einem Löwenmäulchen wird ein Totenschädel ! Donnerwetter; ich weiß wo nebenan im Botanischen Garten sowas blühen wird. Na da lege ich mich aber auf die Lauer mit dem Fotoapparat *freu*
    Vielleicht kann ich sogar mit dem hiesigen Binokular-Mikroskop fotografieren. Liebe Planetenkönigin, dann bekommst Du von solch Foto die erste Postkarte!
    Was „Die Angst von früher – in Bildern“ betrifft stimme ich zu, daß man es nicht besser machen kann. Mir wirds aber unbehaglich. Ich weiß genau, daß ich als kleiner Junge Angst vor Totenschädeln hatte. Jetzt kommt mir das seltsam vor (ich habe inzwischen einen als Schmuck in meiner Kammer), aber es war so. Ich bin mir sicher, solche Bilder wären für mich der Horror gewesen und hätten ernsthafte negative Wirkung auf mich gehabt. Sogar jetzt als alter Knabe sehe ich das mit Beklemmung.
    Und der genannte Schädel hat mich mal fürchterlich erschreckt. Da pennte ich auf einer Matratze auf dem Boden und daneben standen zwei große schwarze Musikboxen übereinander; unten die große, oben die kleinere. Und obenauf der Schädel. Wie ich morgens verschlafen die Augen öffne steht unmittelbar neben mir ein mittelgroßer Gnom im langen schwarzen Mantel und grinst mit leeren Augenhöhlen auf mich runter. Nie wieder will ich so erwachen !

  2. Madame Mel 2. April 2014 zu 12:17 #

    Die Fotos von Joshua sind wirklich beeindruckend und teilweise verstörend! Ich hatte zwar als Kind auch keine Berührung mit Horrorfilmen, aber die Urangst vor dem Monster im Schrank oder unter dem Bett steckt wohl in jedem Kind (mehr oder weniger). Zumindest die Angst vor der Dunkelheit. Auch heute mag ich es nicht, mit offenen Schranktüren zu schlafen 🙂 Warst du wirklich völlig angstfrei, liebe Shan, mmh?

    Die Verstorbenen abzulichten, mag Geschmackssache sein (solange es pietätvoll ist) und es mag vielleicht auch zur Trauerbewältigung gehören, aber bei mir hängen und stehen trotzdem nur die Fotos von den zu Lebzeiten abgelichteten lieben Menschen. Früher hatte man noch Totenmasken der Verstorbenen abgenommen, heute ist es da viel einfacher geworden 🙂

    Diese „Totenkopfblume“ grasiert gerade im Netz… gesehen habe bisher noch keine in echt. Vielleicht ist es doch nur eine gute Fotomontage?

    An den Gletscherleichenlook kann ich mich sogar noch erinnern *lach* Habe es nie selbst ausprobiert, da blau nicht zu meinen bevorzugten Farben gehört.

  3. Krähe 2. April 2014 zu 20:35 #

    Die Löwenmäulchen sind klasse wenn man die anpflanzen kann, weis ich was ich später im Garten haben werde oder auf der Fensterbank. =)

    Und die Hangman sind alle gut =) aber die Zombie Apokalypse, Ikea und saturday night gehören zu den besten.

    Lg Krähe

  4. Shan Dark 2. April 2014 zu 22:41 #

    Was die Löwenmäulchen angeht, so schlage ich vor, lassen wir unseren Botanikkenner Schatten mal vor – ich bin gespannt, was Du beim Auf-die-Lauer-legen dann für Beobachtungen machst. Rein vom Blütenstand her kann ich mir das schon vorstellen, dass es aussieht wie ein Totenkopf, daher glaub ich nicht an einen Fake/Fotomontage.
    Ja, Krähe, es gibt gerade jetzt überall Löwenmaul-Samen zu kaufen.

    @Madame Mel: Völlig angstfrei war ich natürlich nicht, aber auch nicht von den auf den Bildern dargestellten Monstern verfolgt. Es gab mal eine Phase – ich glaube so mit 7 Jahren – da hatte ich tierischst Angst, wenn meine Eltern weggegangen sind und ich allein zuhause bleiben musste. Warum oder wovor weiß ich allerdings nicht mehr, an eine klare Figur vor der ich Angst hatte, kann ich mich nicht erinnern. Wohl einfach nur vorm Alleinsein in der Wohnung. Aber Du hast recht: offene Schranktüren wären mir auch heute noch unangenehm, warum auch immer…

    Wir haben auch schon jemand Verstorbenen aus dem engsten Familienkreis fotografiert bei der Aufbahrung – zur Erinnerung. Es ist ein schönes Bild, was ich mir heute noch gut ansehen kann. Ins Zimmer hängen würde ich es nicht, aber nur deshalb, weil es uns zu privat ist (und man ja auch mal Besuch bekommt). Der Leichenfotograf ist auch nicht ausgebucht, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass solcherlei Dienste heutzutage häufig in Anspruch genommen werden. Er verdient ja den Hauptteil mit Ausstellungen und Fotobänden.

  5. solitary_core 2. April 2014 zu 23:52 #

    hm, meine netzpräsenz leidet sehr unter den aktuellen umständen ._. Das was und warum gehört denke ich mal nicht hierher …
    Wenn ich dran denk werde ich das we dem einen oder anderen Link folgen

    Caligari in 1080p zu sehen spricht mich an, die restaurierte und digitalisierte Fassung von Fritz Lang’s „Metropolis” hat da hoffentlich Vorbildfunktion gegeben 🙂

    Alien und Zombie-Apokalypse, ich hab eben ein Herz für diese Klischees, und das is schon beinah pythonesque Absurd 😉

    Hm CataCoffin und CataTomb, als Familienausführung sicher auch mit nen Mausoleum in der CataCombo-Ausführung erhältlich … Einerseits ne charmante Idee werde ich dann sicher musikalisch auf den neusten Stand gehalten, auf der andren Seite hab ich dann wenig Einfluß auf die Musikauswahl meiner Ruhestätte, so dass ich evtl doch anfange zu rotieren …

  6. Shan Dark 3. April 2014 zu 21:57 #

    @solitary_core: Hab Dich auch schon wieder vermisst -__- aber schön, dass Du vorbeischaust. Hatte selbst ja auch eine ziemlich lange Sendepause jetzt im März.
    Stimmt, der nicht mehr vorhandene Einfluss auf die Musikauswahl im CataCoffin gibt mir auch zu denken. Gut wäre, wenn man sich vor dem Ableben schon seine Playlist4ever zusammenstellen könnte. Nachher kommen dann irgendwelche Passanten oder Omis, die da Helene Fischer einstellen…da bekommt „sich im Grab umdrehen“ gleich wieder eine ganz neue Dimension („anfangen zu rotieren“ ist aber auch lustig ausgedrückt 😉 ).

  7. solitary_core 5. April 2014 zu 23:14 #

    Wortspielereien sind auch total unabsichtlich 🙂 gut sollte wohl drauf verzichten mit der psvita hier schreiben zu wollen …

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