Vom Rattenkönig und dem blutenden See

 Links zum Abbiegen – Jan 2013

Dieses Internet ist manchmal zum Verzweifeln! Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, aber ich lese täglich viele interessante Artikel und Webseiten, kann sie aber nur selten festhalten. Geteilt, gepostet und empfohlen in diversen Netzwerken und schwupps – vergessen! Vergessen, wo der Artikel zu lesen war oder wie irgendetwas hieß oder wo sich manche Reiseziele befinden. Auf meiner Festplatte im Hirn ist sicher auch nicht mehr so viel Platz wie bei einigen Jüngeren von euch. Doch das soll jetzt ein Ende haben – ab sofort mach ich nämlich ein Backup.  😉

Ein Mal im Monat werde ich in meiner neuen Rubrik „Links zum Abbiegen“ die besten Webbeiträge verewigen und mit euch teilen. Vorrangig dreht es sich bei diesen um skurrile oder mystisch-düstere Reiseziele zum Vormerken, um seltenes Wissen und um das Schräge, Fremde und Morbide. Etwas (schwarzer) Humor wird auch immer dabei sein – zum krönenden Abschluss. Ich mag es übrigens auch bei anderen Bloggern gern, wenn sie sich durchs Netz schnüffeln und Links zum Weiterlesen für mich auswählen. Besonders zu empfehlen sind da die Spontis Wochenschau und die Wochenlinks von Klangwelt-Info. Da entdecke ich als Leser eigentlich immer etwas.

Ich hoffe, dass in dieser ersten Ausgabe auch was für euch dabei ist und freue mich natürlich auch über eure Linktipps oder sonstige Anregungen für die neue Rubrik.

Der unentwirrbare Rattenkönig | Schemenkabinett

Rattenkönig, aufbewahrt im Museum Mauritianum in Altenburg (Foto: Wikimedia Commons)

Rattenkönig, aufbewahrt im Museum Mauritianum in Altenburg (Foto: Wikimedia Commons)

Zugegeben: Von einem „Rattenkönig“ habe ich noch nie zuvor gehört. Ihr etwa? Auf jeden Fall ein Begriff, der mich magisch anzog, mehr darüber zu erfahren. Das noch recht junge, aber sehr lesenswerte Blog „Schemenkabinett“ schlaut uns über das rätselhafte Entstehen von zusammengeknoteten Ratten auf. Hinter dem „Schemenkabinett“ verbergen sich übrigens Katharina und Parm, die Veranstalter der WGT-Ausstellung „Boten des Todes“.

 

„Der blutende See“ bei Füssen im Allgäu | 3sat-Reportage

Der Alatsee liegt besonders idyllisch in den Allgäuer Alpen bei Füssen, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Doch tief unten im See lauert etwas, dass die Haut verätzt und das Wasser blutrot färbt, weshalb er auch „der blutende See“ genannt wird. In 16 Meter Tiefe beginnt die dickste lebende Schwefelschicht Europas. Milliarden von Purpur-Schwefelbakterien bilden eine rosafarbene, meterdicke, giftige, nach Schwefel stinkende Brühe ohne Sauerstoff. Ist der Alatsee der Eingang zur Unterwelt? Jede Menge Sagen, Mythen, Schauermärchen ranken sich um ihn. Auch Menschen sind schon im blutenden See verschwunden – bei den Einheimischen gilt er daher als verruchter Ort. In der Reportage geht und taucht eine Expedition den Geheimnissen auf den Grund.

Nacht auf der Bahre | Spiegel Online

Anfang 2013 – also jetzt so langsam – kann man statt im Hotelbett in einer originalen Leichenhalle aus den 1950er Jahren übernachten. Sofern man in Tasmanien unterwegs ist und nachts nach authentischer Totenstille sucht. Der australische Leichenhotel-Besitzer und Geschäftsmann Haydn Pearce meint, dass es sicher genug verrückte Leute gibt, die das gern mal machen würden. Na, wie wär’s?

RIP, requiescat in pace, rest in peace, Ruhe in Frieden | Bestatterweblog

Gegen RIP auf dem Autokennzeichen hätte ich wiederum nix einzuwenden – wohne allerdings in der falschen Stadt. Um in den Genuss dieses makabren Stoßstangen-Schmankerls zu kommen, muss man nämlich in Pirna bei Dresden wohnen.

Gestatten: Chaos | DNN-Online

Apropos Dresden und Namen – diesmal nicht fürs Auto sondern für Kinder. In der sächsischen Landeshauptstadt ruinieren Eltern besonders kreativ das Leben ihrer Kinder, in dem sie es „Frohmut“, „Chaos“ oder „Leberecht“ nennen. Unter namensbedingtem Erfolgsdruck stehen wiederum der kleine „Lancelot“ oder der junge „Draculus“.

Carthedral by Rebecca Caldwell | Carstyling

Eine fahrende, bizarre Gothic-Kathedrale hat Rebecca Caldwell da aus einem Leichenwagen Marke 1971er Cadillac gemacht! Da läuft einem echt der Sabber… Fotostrecke ansehen und Fahrträume starten.

The Strangest Real-Life Graves in the World | io9

Zu den eigenartigsten Grabstätten der Welt gehören mit Sicherheit die Babybäume von Tana Toraja, in deren Stamm verstorbene Babies wie in eine Schrank-Schublade eingelegt werden. Gerührt hat mich auch das „Gruft-Haus“ von Mary und Jonathan Reed. Als seine Frau Mary starb, ließ ihr Ehemann Jonathan eine Gruft für beide bauen, die zusätzlich zu Mary’s Sarg auch einen leeren für ihn enthielt. Die Gruft wurde fortan sein Zuhause und ausgestattet mit ein paar Möbeln, einem Holzofen, Bildern und einer Uhr lebte Jonathan Reed hier mit seiner toten Frau ganze 10 Jahre (bis 2 Jahre vor seinem eigenen Tode). Eine Ehe und Liebe, die der Tod nicht scheiden konnte! In diesem Beitrag kann man auch noch das Grab des auch im Tode noch im Rollstuhl aufrecht sitzenden Ruphus E. Case entdecken oder den wohl tatsächlich teuersten Mercedes der Welt, der heute auf dem Grabmal des 15-jährigen Ray Jr. in Linden, New Jersey steht.

Das Beste zum Absch(l)uss

Sehen und gesehen werden – das ist ein großer Unterschied. Den diese Sandspinne hier noch nicht gecheckt hat. (via Schlecky Silberstein)

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15 Responses to Vom Rattenkönig und dem blutenden See

  1. Frauschmitt 21. Januar 2013 zu 09:50 #

    Schöne Rubrik, schöner Name! Du Bienenfleißige …

  2. solitary_core 21. Januar 2013 zu 11:22 #

    hm hier in meiner Gegend sind öfter mal tote Autofahrer unterwegs, andere ham nur nen guten DE-AL abgeschlossen, abgeschossen hatt aber Ford Ka mit dem stylischen DE-VL 666 als Kennzeichen 😀

    die Spinne is niedlich mein erster *awwww* moment diese Woche ^,..,^

  3. Shan Dark 21. Januar 2013 zu 12:23 #

    Orrrh, DE-AD auf’m Nummernschild, das wäre ja so ein kleiner schwarzer Traum von mir. DE-VL 666 ist aber auch toll. Aus MZ lässt sich irgendwie so gar nüschd machen.

  4. solitary_core 21. Januar 2013 zu 16:26 #

    hm … als kleiner heimlicher „Raumpatroulie“ wär dann ja MZ-VR (alias MZ 4 ) drin ^^

    zum Thema Rattenkönig : ich weiss das die Skaven von einen Rattenkönig geführt werden, was wohl daran liegt das sie Rattenmenschen sind im klassischen Warhammer-Universum … und auch in Diablo 2 trifft man ihn im Abwasserkanal auch wenn ich nun etwas mehr versteh wieso das kein einzelnes Wesen is sondern ein Verbund.

    der Vollständigkeit halber gibt es ja noch den RatKing bei den Teenage Mutant Hero Turtles, aber das führt hier eher meilenweit vorbei 😀 nich verwechseln mit Meister Splinter, der sieht nur aus wie eine Ratte =P

  5. Shan Dark 21. Januar 2013 zu 21:21 #

    ^Ich war schon im maximalsten Rahmen der Möglichkeiten kreativ und habe MZ-NC, wobei das „NC“ für „Non Character“ steht. 😉

    Die TMHT kenne ich nicht gut (nur vom Namen her), habe da im Wiki aber keinen Ratking gefunden (?), wollt ich mir mal ansehen, wenn er schon „meilenweit vorbei führt“. Aber Meister Splinter sieht ja cool aus. Der war mir auf Anhieb sympathisch ;).

    Grad tüftele ich das neue „Monster im Portrait“ aus. Wird mal wieder Zeit.

  6. Nighttears 27. Januar 2013 zu 09:50 #

    Also, es gibt da schon noch einen Landkreis, wo du diese Kombination bekommen könntest: Regensburg! Da sind Kennzeichen mit der Kombination R – IP möglich.

  7. Shan Dark 29. Januar 2013 zu 15:38 #

    @Nighttears: Stimmt ja! Danke für den Hinweis. Sieht man denn die Kombination R-IP dort auch öfter oder ist das im konservativ-katholischen Bayern eher die Seltenheit?

  8. NIghttears 1. Februar 2013 zu 06:27 #

    @Shan Dark:

    Das kann ich dir nicht einmal sagen, muss ich gestehen. Bewusst aufgefallen ist mir die Kombination noch nicht. Liegt wohl auch daran, dass ich im Landkreis Kelheim wohne. Aber ich werde mal darauf achten, wenn ich mal wieder nach Regensburg fahren sollte.

  9. Emily Byron 1. Februar 2013 zu 12:16 #

    Klasse Memo-Rubrik, ich vergess auch soviel und beiss mich dann in den… ähm ja ^^
    Das mit dem See hatte ich vor Ewigkeiten mal im TV gesehen und war damals schon total von fasziniert, das mit dem Rattenkönig war mir komplett neu und hochinteressant. Vielen Dank dafür!

  10. Irmin 8. Februar 2013 zu 19:34 #

    Von Rattenkönigen habe ich tatsächlich schon mal was gelesen, aber das muss schon ziemlich lange her sein… wüsste jetzt auch gar nicht, in welchem Zusammenhang. Diablo 2, wie von solitary_core erwähnt, könnte aber ein Hinweis sein 😉

    Der „blutende See“ ist ja sehr cool. Vor allem mit so einer schönen Kombination aus natürlichen Eigenheiten und Geschichten, die sich um den See ranken.
    Nur den meine Intelligenz beleidigenden Esoterikmensch hätte man sich sparen können. (Bitte komme mir da keiner mit „Toleranz“ – er soll Wünschelruten schwingen, wie er lustig ist, nur bitte nicht behaupten, „rationale Menschen“ könnten diesen Ort nicht ebenso aufgrund seiner natürlichen Beschaffenheit statt aufgrund irgendwelcher Märchen genießen. Aber gut, das ist ja nicht das eigentliche Thema…)

    Neben dem erwähnten Regensburg müsste RIP laut Wikipedia auch in Rinteln in Niedersachsen (da dann mit RI-P) gehen, Ramsauer und seiner Wiedereinführung alter Kennzeichhen sei dank.

    Die seltsamsten Gräber der Welt finde ich vor allem deswegen schnuckelig, weil „Welt“ da offenbar mit „USA, Kanada und ein Quotenbeispiel aus dem Rest der Welt“ übersetzt wird 😉 Der Babybaum erinnert mich irgendwie an eine Szene aus Sleepy Hollow…

    Und endlich kenne ich das Originalvideo dieser Spinne. In GIF-Form ist mir die schon öfters begegnet.

  11. Shan Dark 10. Februar 2013 zu 22:11 #

    @Irmin:
    Ja, ich finde es beim blutenden See auch sehr eigenartig, dass sich trotz des aufgeklärten Phänomens derartig viele Esoterik-Mythen auch heute noch um ihn ranken. Der Esoteriker ist zwar echt nervig, aber letztendlich disqualifiziert er sich mit seinem Geschwafel trotz schwefelhafter, wissenschaftlicher Erklärung doch selbst. Der See als „Kraftort“ und sowas…nichts für schwache Nerven! 😉

    Rinteln in Niedersachsen – meine Güte, Du gräbst ja Orte aus! Aber es sind oft die kleineren Gemeinden, die zum skurrilen Nummernschild taugen…scheint mir.

  12. Anja 9. Januar 2014 zu 22:11 #

    Hallo Shan,

    also erst mal super Idee mit Deiner neuen Rubrik „Links zum Abbiegen“. Den Rattenkönig habe ich übrigens schon vor ein paar Jahren selbst in Altenburg bestaunt. Das „Mauritianum“ ist allgemein ein recht sehenswertes Museum und Altenburg insgesamt einen ausgiebigen Wochenendausflug wert. Das Schloss inkl. Skatmuseum sind ebenfalls nicht zu verachten.
    Herzlich lachen musste ich über den kleinen Dresdner Einwohner namens „Draculus“. Das hat doch mal was =D

    Sei ebenfalls herzlich im neuen Jahr gegruselt von
    Anja

  13. Shan Dark 9. Januar 2014 zu 22:43 #

    Danke für den Tipp, Anja. Du meinst sicher das Altenburg bei Leipzig, die Skatstadt. Wusste gar nicht, dass es dort auch einen Rattenkönig zu bestaunen gibt. Das ist doch mal was für den nächsten Leipzig-Besuch-Abstecher…MERCI!

  14. Anja 13. Januar 2014 zu 11:31 #

    Moin Shan,

    da ja der Untertitel Deines Blogs schon aussagt, dass Du immer auf der Suche nach skurrilen Reisezielen bist, habe ich da gleich noch einen prima Tipp für Dich. Falls Du Dich mal in der Nähe von Waldenburg rumtreiben soltest, dann mach mal einen Abstecher dorthin: http://www.museum-waldenburg.de/?id=frontpage&s=nature

    Wir waren schon als Kinder bei einem Schulausflug dort und auch später haben wir immer mal wieder einen Ausflug in das Museum geplant, denn es wird dort wirklich nie langweilig. Zu den Attraktionen gehören unter anderem ein Kalb mit zwei Köpfen, eine original ägyptische Mumie und (sicherlich nichts für schwache, sensible Nerven) ein ganzer Schrank mit missgebildeten Babys in Spiritus eingelegt, wie z.B. einem Säugling mit einem Hahnenkamm. Eine schwangere Freundin solltest Du Dir also vielleicht nicht unbedingt als Reisebegleitung aussuchen…

    Lg und eine schöne Woche wünscht
    Anja

  15. Shan Dark 16. Januar 2014 zu 20:53 #

    Vielen Dank für den Tipp, liebe Anja.
    Meine Eltern haben lange in der Nähe von Waldenburg gewohnt, aber bis in das Museum hab ich es nie geschafft. Muss ich unbedingt nachholen… Merci!
    Liebe Grusels
    Shan

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