9 Gründe, den Herbst zu lieben!

Der Herbst ist der beste Beweis dafür, dass man einen Abschied auch schön gestalten kann.

Eigentlich hat jede Jahreszeit ihren Reiz, aber un-eigentlich sind die Monate September, Oktober und November für mich die schönste Zeit, die das Jahr zu bieten hat. Kürzlich schnappte ich irgendwo auf, dass uns der Herbst nur überraschen könne. Man macht sich wettertechnisch auf das Schlimmste gefasst und es könne nur besser kommen, da man nichts erwarte. Ich kann nur sagen: Strand, Wärme, Sonne sind auf die Dauer langweilig und eintönig. Nichts ist aufregender als der Herbst. Diese mystische Atmosphäre in der Natur! Meine Phantasie rollt schneller beim Anblick von Nebelsuppe, die über modrigem Laub aufsteigt. Das Glück der kleinen Dinge entdecke ich im Bunt der Blätter, im feurigen Rot von einst saftigem Grün, das langsam in ein Gelb und später in das Braun des Erdbodens übergeht.

Mit Hilfe dieser Fotos, die ich an einem fabelhaften Herbst-Wochenende in Mainz gemacht habe möchte ich beschreiben, was den Herbst für mich ausmacht.

1. Teetrinken macht wieder Spaß – in allen Sorten und Farben.

2. Vergängnis ist überall. Fäulnis und Moder füllen die Luft.

3. Melancholie genießen – beim Spaziergang durch den Park oder bei Kerzenschein.

4. Endlich wieder Mantel tragen!

5. Wein, Federweißer und die Vorfreude auf Glühwein! Oder einen Whisky 😉

6. Lange Filmnächte im Dunkeln bei Kerzenschein.

7. Daheim Eigenschimmel ansetzen – ohne schlechtes Gewissen!

 

Weiß, was Waver wollen: die Schokoladen-Manufaktur www.zotter.at

8. Schokolade hat im Herbst den Vorteil, dass sie nicht wie im Sommer schmilzt, nicht wie im Frühjahr die Diät verkorkst und nicht wie im Winter zwischen all den süßen Sachen untergeht. Sehr zu empfehlen ist diese fairtrade-organic Schokolade von Zotter , von deren Wave-Lady-Motiven ich mich gleich magisch angezogen fühlte und die noch dazu phantastisch schmeckt. Sehen schwer wavig aus, die Ladies auf den Tafeln. Oder was meint ihr? Hat dieser Wahnsinn (Geschäfts-)Methode – oder ist das zufällige Kunst? Ich weiß es auch nicht… 😕

9. Aber das Allerschönste und Wichtigste am Herbst ist der Nebel.
Dicht, sehr dicht, schwer und undurchdringlich muss er sein.

Alfred Lichtenstein (1889-1914)

Nebel

Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört.
Blutlose Bäume lösen sich in Rauch.
Und Schatten schweben, wo man Schreie hört.
Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.

Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen.
Und jede flackert, dass sie noch entrinne.
Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen
Der giftge Mond, die fette Nebelspinne.

Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen,
Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht.
Und stechen stumm die weißen Elendsaugen
Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht.

Ich behaupte: wer den Herbst, seine Nebel und mystischen Stimmungen nicht mag, bei dem ist innerlich doch nicht so viel schwarz wie außen. Und umgekehrt. 😯

Als Nachtrag noch ein stimmungsvolles Gedicht von Erich Kästner – Danke dafür an Schatten:

Der November

Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor…

Der Sturm ritt johlend durch das Land der Farben.
Die Wälder weinten. Und die Farben starben.
Nun sind die Tage grau wie nie zuvor.
Und der November trägt den Trauerflor.
Der Friedhof öffnete sein dunkles Tor.

Die letzten Kränze werden feilgeboten.
Die Lebenden besuchen ihre Toten.
In der Kapelle klagt ein Männerchor.
Was man besaß, weiß man, wenn man’s verlor.

Der Winter sitzt schon auf den kahlen Zweigen.
Es regnet, Freunde. Und der Rest ist Schweigen.
Wer noch nicht starb, dem steht es noch bevor.
Und der November trägt den Trauerflor.

Erich Kästner


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17 Responses to 9 Gründe, den Herbst zu lieben!

  1. Pooly 31. Oktober 2012 zu 07:13 #

    Tolle Bilder! Der Herbst ist wirklich schön, bringt aber auch eine gewisse Melancholie mit sich.

    Was für eine Kamera hast du benutzt?

  2. solitary_core 31. Oktober 2012 zu 13:02 #

    hm Herbst is standesgemäs die Zeit der Erneuerung, die Zeit um neues den Weg freizumachen, aber auch die Zeit um zu seinen Ruhepunkt zurück zukehren.

    Im Regen wird der ganze Grossstadtdreck … oder Feinstaub runtergewaschen, die Bläter die nun runterfallen werden wieder zu Nahrung für die nächsten Generationen, ebenfalls die abgestorbenen Pflanzenreste.

    Der Herbst ist auch die Zeit der Dinge die weder Fisch noch Fleisch sind … oder Pflanzen, denn Pilze passen ja bekanntlich in keine dieser Kategorien vollständig hinein. Auch sie sind Erneuerer, zersetzen sie doch Millionen von Tonnen totes Material jedes Jahr um sich zu ernähren und die gebundenen Nährstoffe wieder zugänglich zu machen …
    Ohne Pilze, so glauben einige Biologen, wäre Leben auf der Erde garnich möglich denn ohne ihr Wirken würden die Wälder langsamer verrotten und Jungpflanzen würden unter umständen niemals das Licht sehen ….

    da zumindest in meiner Region eher weniger Wasser diesjahr runterkam is wohl essig derzeit mit Pilzen, werde mir wohl diesjahr keine Pilzpfanne mit Schirmpilzen ansetzen können ._.

    Genug Biologie-Wissen, nun eher die metaphorischen Bedeutungen 😀

    Der Herbst ist die Zeit der längeren Nacht, wo ich als Nerd länger draussen bleiben kann ohne braun zu werden 😛
    Ne im Ernst die längere Dunkelheit läd doch ein sich mehr Zeit für sinnliche Zweisamkeiten bei Kerzenschein zu nehmen, oder mal den einen oder anderen Klassiker wieder anschauen/anhöhren, bin sicher der eine oder andere hier wollte schon vor ewigkeiten mal wieder die Plattenkiste rauskramen und Musical-Aufnahmen höhren. Nun habt ihr die Zeit für 😀
    Im Herbst sollte man auch cleverer weise sein Jahr Revue passieren lassen, sicher normal macht man zu Neujahr, wenn man aber das jetzt macht werden die Feiertage ab Weihnachten weniger stressig.

    Tolle Bilder, vor allem das Gegenlicht Motiv find ich klasse, die Blätter erinnern entfernt an ein Schmetterling Wrack (oder ne Clevere Tarnung eines bösen Raubschmetterlings, Mimikri als Tarnung benutzend is ja nix neues in der Natur)

  3. elei 31. Oktober 2012 zu 21:32 #

    Ich find das Gedicht wunderschön! und die Schokoladenpackungen sehr kultig, mal sehn ob ich hier ( in meiner kleinen Stadt) irgend welche auftreiben kann, wenn diese aufgemacht sind eignen Sie sich ja noch wunderbar für Deko… und ja, ich muss dir zustimmen wer die Äußere Dunkelheit (wie den Herbst) ablehnt in dem kann nicht viel innere Dunkelheit stecken … dir noch ein schönes Halloween.
    Elei

  4. Marcus 1. November 2012 zu 11:59 #

    Zum Thema Nebel fällt mir ein Gedicht von Hermann Hesse ein:

    „Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den anderen,
    Jeder ist allein.

    Voll von Freunden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben licht war;
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkel kennt,
    Das unentrinnbar und leise
    Von allem ihn trennt.

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Leben ist Einsamsein.
    Kein Mensch kennt den andern,
    Jeder ist allein.“

    Und wenn ich an Nebel denke, kommt mir auch mein Lieblingsland Norwegen in den Sinn. Dort lässt sich auch im Sommer eine gewisse melancholisch-mystische Stimmung finden. Nebelschwaden, die unaufhörlich aus den Wäldern emporsteigen oder dichter Nebel, der in kürzester Zeit die wenige Minuten zuvor noch sonnenbeschienene Landschaft zu fressen scheint und unweigerlich an einen Roman von Stephen King denken lässt.

  5. Schatten 2. November 2012 zu 11:16 #

    @Marcus

    Da gibts noch ein wunderbares Herbstgedicht vom Altmeister Hesse:

    ——————————————-
    Vergänglichkeit

    Vom Baum des Lebens fällt
    Mir Blatt um Blatt,
    O taumelbunte Welt,
    Wie machst du satt,
    Wie machst du satt und müd,
    Wie machst du trunken!
    Was heut noch glüht,
    Ist bald versunken.

    Bald klirrt der Wind
    Über mein braunes Grab,
    Über das kleine Kind
    Beugt sich die Mutter herab.
    Ihre Augen will ich wiedersehn,
    Ihr Blick ist mein Stern,
    Alles andre mag gehn und verwehn,
    Alles stirbt, alles stirbt gern.
    Nur die ewige Mutter bleibt,
    Von der wir kamen,
    Ihr spielender Finger schreibt
    In die flüchtige Luft unsre Namen.

    Februar 1919

    ————————————

    Der Hesse hat ja ausgesprochen häufig eine jahreszeitliche Stimmung (meist Herbststimmung) genommen um dann aufs Thema der Vergänglichkeit zu kommen.

    In dem untenstehenden Herbstgedicht von Trakl bewundere ich den enormen Bogen: Vom klar leuchtenden Himmel mit „glücklichen Vögeln“ gehts runter in den Garten, in die Dämmerung, Klage, Rost, Verfall, und schwubbs hinunter in das schwarze Brunnenloch …
    ————————————
    Verfall

    Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
    Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,
    Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,
    Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.

    Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten
    Träum ich nach ihren helleren Geschicken
    Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken,
    So folg ich über Wolken ihren Fahrten.

    Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
    Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
    Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,

    Indes wie blasser Kinder Todesreigen
    Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
    Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.

    Georg Trakl (1887-1914)

  6. Shan Dark 3. November 2012 zu 12:28 #

    Ich werde nie verstehen, wie manche Menschen Langeweile empfinden können. Ich würde die Zeit nutzen, um mich mit Hesse vollzusaugen. Was Worte, welch Wirkung! Beide Gedichte sind wunderbar, aber das vom Nebel hat es mir noch mehr angetan. Danke euch sehr für die poetischen Ergänzungen!

    Oder ich würde durch die Natur wandern, beobachten, fotografieren (es reicht manchmal auch nur ein Eierfön 4 und die Hipstamatic-App @Pooly). Das Jahr Revue passieren lassen und überlegen, was ich vllt noch erledigen muss bis Ende des Jahres. Ein weiterer Grund, das vorzuziehen. @solitary_core – deine Gedanken haben mir sehr gefallen und der Ausflug in die Pilzwelt ist gelungen.

    — Sorry, eigentlich kam hier noch viel mehr Kommentar, aber mobil funst das alles nicht so. Mal sehen, was ich noch vom eben geschriebenen rekapitulieren kann. *nerv* —

    Pilze sehe ich eigentlich zu selten als Erneuerer, aber du hast recht! Lieber suche, finde und esse ich sie 😉 doch man muss sich öfter mal auf die Metaebene begeben, um festzustellen, dass jedes Lebewesen seine Bedeutung und Berechtigung in der Natur hat (außer dem Menschen vielleicht). Und selbst die kleinste Pilzspore ist wichtig. Ohne Pilze würde definitiv der biologische Kreislauf gestört. Aber diejenigen, die immer nur über das Wetter schimpfen und gern das ganze Jahr Sommer hätten, wissen oder können das wohl nicht.

    Einen von Dir erwähnten Grund sollte ich noch ergänzen: „länger draußen bleiben ohne braun zu werden.“ Haha, sehr grufti-esk übrigens 😉

    @Elei: Wenn du die Schoki nicht bekommst, kannst du auch online bei Zotter bestellen und dann einen kleinen Laden mit „Needful Things in einer kleinen Stadt“ aufmachen… ^^

    @Marcus: morgennebel im Sommer hat auch was, das stimmt. Allerdings bevorzuge ich doch den Herbst nur im Herbst. Immer diese herbstähnlichen Verhältnisse zu haben wie in Norwegen und Schottland – da weiß man es gar nicht mehr zu schätzen. Oder?

  7. Schatten 4. November 2012 zu 19:38 #

    @Shan Dark

    Dein Anfangsatz: „Der Herbst ist der beste Beweis dafür, dass man einen Abschied auch schön gestalten kann.“

    ruft doch gleich wieder nach einem Hessegedicht worin es heißt:
    ———————–
    Bang wächst ein Wunsch in der erschreckten Seele:
    Daß sie nicht allzu sehr am Dasein klebe,
    Daß sie das Welken wie ein Baum erlebe,
    Daß Fest und Farbe ihrem Herbst nicht fehle.
    ————————

    Paßt doch, oder ? Laßt uns feiern !

    Frohe Düstergrüße vom Schatten

  8. solitary_core 7. November 2012 zu 13:17 #

    naja so ganz ohne Berechtigung is der Mensch ja auch nich, würd ihn nur nich als Mitglied der nützlicheren Seite der Evolution einordnen.
    Er ist, im Gegensatz zu den anderen Schmarotzern ja in der Lage den Schaden, den er verrursacht zu erkennen und zu beheben im günstigsten Fall, er kann Leben in fremde Welten bringen (was Ridley Scott ja mit „Prometheus“ beleuchten wollte )…
    Die Frage is hierbei nur ob er das schafft bevor sein eignen Wirtskörper Erde vorher zerstört und umziehen muss oder nur kolonisiert …

    Aber gut das is sicher wieder zu tief in der MetaEbene 😀

  9. Shan Dark 7. November 2012 zu 13:53 #

    Aber eine sehr interessante Metaebene und ja, dass der Mensch zur Klasse der „Schmarotzer“ gehört – darauf können wir uns einigen. Du hast für meine Erkenntnis des Tages gesorgt bzw. einem latenten Gefühl einen Namen gegeben! merci 🙂

    Was mich zu der Frage bringt: Haben Schmarotzer eine Daseinsberechtigung? Was würde fehlen, wären sie nicht im Kreislauf der Erde? Momentan habe ich den Eindruck, gäbe es den Menschen nicht, wäre das zwar schade für uns aber gut für die Erde und alle Lebewesen auf unserem Wirtsplaneten.

    Hab mal bei der Wikipedia unter „Parasitismus“ geschaut:
    „Im Allgemeinen ist ein Parasit stark von seinem Wirt abhängig. … Wirte verhalten sich allerdings keineswegs passiv gegenüber ihren Parasiten, sondern sind meist imstande, Zahl und Schadeffekt durch geeignete Abwehrmechanismen zu begrenzen. In einer gemeinsamen Entwicklung (Koevolution) passten sich Wirte und ihre Parasiten einander an. Dadurch entwickelte sich in jedem Stadium der Evolution ein Gleichgewicht, bei dem der Parasit profitiert, ohne dem Wirt, der ja seine „Existenzgrundlage“ darstellt, mehr als nötig zu schaden oder ihn gar völlig zu vernichten.“
    Die Bedeutung von Parasiten und Schmarotzern für das Ökosystem findet man hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Parasitismus#Parasitismus_in_der_.C3.96kologie

    Wenn man jetzt Aliens z.b. als invasive Art/Neobiota sieht, dann hätten wir eine Bedeutung als Mensch, zu der alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten nicht fähig sind – nämlich diese abzuwehren oder weiteres Übel durch Aliens auf dem Planeten zu verhindern. Oder auch bei vom Planeten selbst erzeugte Bedrohungen, für die ausnahmsweise mal nicht der Mensch verantwortlich ist. Das ist zwar ein sehr seltener Fall, aber es soll ja Arten-Mutationen geben, die unsere Ökosysteme bedrohen, bei denen dann der Mensch regulierend eingreifen kann um seinen Wirt und damit sein eigenes Bestehen zu schützen.

    Was für eine metaebene! Aber ich liebe sie! und juhu, ich habe doch eine klitzekleine Daseinsberechtigung – im Kampf gegen Aliens und Mutanten. Ich muss mehr Horrorfilme gucken 😉

  10. solitary_core 17. Oktober 2014 zu 08:36 #

    hm der Mensch als Antikörper für ausserirdische Invasoren, eine interrasannte Ansichtweise 😀

    allerdings bezweifle ich das wir in der Lage währen einen solchen Einfall zu stoppen, eher würde sich dann die Well’se Lösung einchalten, wenn die Alienphysiologie allenfalls anfällig ist für unsere Mikro-organismen. Rein von der Logik her sollte jede Raumfahrende Rasse die mit Schiffen hier ankommt uns technisch um Jahrhunderte vorraus sein, fällt also konventionelle Kriegsführung aus.
    Und wir haben natürlich Raumanzüge, also sollten die neuen auch welche haben

    Und dennoch mag ich ‚ID4‘ … zumindest bis zu dem Punkt wo Jeff Goldblum ein Virus schreibt für ein außerirdisches Betriebsystem von dem kein Mensch was weis.
    Immernoch besser als „Battleship“ oder „Battle : Los Angelos“ beides eher bescheidene Hurrapatriotismus-Filme denk ich …

    Anders sieht es aus zum Beispiel ‚Sil‘ gegenübertreten müßten, eine Chimera aus einer menschlichen Eizelle geschwängert mit ausserirdischer DNA gebaut nach einer Anleitung empfangen via SETI.
    Durch diesen Zusatz wird sie zu einen „apex predator“ und wie alle überlegenen Jäger hatt sie keine biologischen Feinde, ganz im Gegenteil sie macht eher Jagd auf Menschen (glücklicherweise für uns nur in der ersten Phase, denn sie ist schrecklich einsam und sucht nur nach Paarungspartner, nicht auszudenken was los wäre wenn sie nicht mehr so allein wär ).

    Eine 3.te Alternative wären dann dann meine Lieblinge von Kledathu, Arachniden die sich eher wie Ameisen im Schwarm verhalten statt Intelligenz im mesnchlichen Maßstab an den Tag legen, und sich unter andern über mit Eiern und Sporen besetzten Asteroiden auf anderen Welten verbreiten, gut Starship Troopers sollte man nich zu ernst nehmen, zumindest nicht die Verfilming von Paul Verhoefen, dennoch ein gelungener Film der eher den Schrecken des Krieges versinnbildlicht als für Hurra-Patriotismus steht, meine lieblingszene ist immernoch die mit dem Rekrutierungs-Offizier, der beide Beine und eine Hand im Gefecht verlor und er stolz verkündet das „die mobile Infanterie ihn zu dem Mann gemacht habe der er heute sei“

    Fazit entweder wir sind so glücklich und es geht aus wie „Krieg der Welten“ oder wir werden von anderen gefunden und uns steht ein „Skyline“-Szenario bevor beides meiner bescheidenen Meinung nach sehr gelungene Erstkontakt-Streifen mit sehr unterschiedlichen Ausgang trotz der einigermaßen gleichen Ausgangslage :D, wenn ichs recht betrachte ist Skyline die bessere Reinkarnation von „War of the Worlds“ (die 50er Version wohlgemerkt, die 2005er Version hatt nicht mehr den Effekt von damals ) wenn auch mit eine Twist 🙂

    mehr mit Augenwzinkern ist „Mars Attacks!“ zu sehen aber wenn du ein Tim Burton Film siehst, weist du das es eher fantastisch als seriös zu geht.

    für tiefgründige Unterhaltung bist dann mit „the Abyss“ gut beraten, aber denke mal den sollte jeder schon gesehen haben denk ich.

    ohne jetz zu sehr zum „Alien“ zu werden oder noch mehr „the Thing“s zu erwähnen …

    verbleib ich dann mal mit ‚alles wird galaktisch gut‘ , muss jetz noch ein paar Verbündete finden um die Erde im Mass Effect 3 endlich zu befreien 🙂

  11. Melle Noire 18. Oktober 2014 zu 03:55 #

    Hi!

    Der Herbst hat schon seine schönen Seiten und gerade genieße ich den goldenen Oktober bzw den restlichen Altweibersommer sowie die letzten warmen Sonnenstrahlen. Allerdings denke ich dabei auch : Verdammt, bald schon wird es wieder arschkalt draußen sein (ich wundere mich ohnehin, dass derzeit das Quecksilber tagsüber noch so hoch klettert)… Und den Winter mag ich überhaupt nicht. Ich finde es nicht so prickelnd, mich in 2 Pullis stopfen zu müssen, mir dazu noch einen Schal + Handschuhe anziehen zu müssen, um draußen bei eisigen Temperaturen nicht zu (er-)frieren. Und ich komme im Winter auch viel schwerer morgens, sollte ich denn Frühschicht haben, aus dem Bett, im Bad muss erstmal die Heizung großzügig aufgedreht werden, draußen ist es noch stockdunkel… BRRRR… (Aber immerhin kann ich meinen Freund wieder ärgern mit meinen eiskalten Händchen 😉 ). Irgendwann wird die Wetterlage mit einem Mal umschwenken und die kalte Jahreszeit endgültig einläuten. Das trübt mir ein wenig die Freude am Herbst, den ich sonst recht angenehm finde (genauso wie den Frühling – nur finde ich bei letzterem die Prognose für die nächsten Monate besser *fg* – wobei ich mit der großen Hitze im Hochsommer wiederum mehr schlecht als recht klarkomme und speziell zum Arbeiten kühleres Wetter bevorzuge).

    Dunkle Grüße 🙂
    Melle

  12. Shan Dark 19. Oktober 2014 zu 22:27 #

    @solitary_core: Nun, die Ausgangsfrage war ja – wozu ist der Schmarotzer Mensch auf der Erde gut? Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin, dass er Aliens abwehren könnte. Aber zumindest hat der Mensch von allen Spezies auf der Erde als einzigster potentiell die Möglichkeit dazu, wenn auch nicht unbedingt mit konventioneller Kriegsführung 😉 (das schaffen wir ja noch nicht mal mit der IS).
    Aber im Prinzip ist der Mensch intelligent genug. Ansonsten könnte er auch noch überleben durch Anpassung, falls er diese Chance bekommt. Ich gebe Dir recht: gegenüber SIL oder andere außerirdische Wesen können wir nicht mithalten. Zumindest wie es in den meisten Filmen und Büchern so aussieht. Aber halt! Auch die haben Schwachstellen. Wenn wir den ersten Schock überwunden haben und der uns nicht kollektiv das Leben bis zur totalen Ausmerzung gekostet hat, dann haben wir durch Beobachtung der Aliens und Anwendung der eigenen Schläue ja schon gar nicht mal so schlechte Karten.

    Du kennst bestimmt „District 9“. Das ist das beste Beispiel für meine kleine These.

    Kürzlich habe ich im Pfingstgeflüster eine interessante Geschichte gelesen. Sie heißt „Dialog mit einer Ulme“ – und genau darum geht es. Doch die beiden unterhalten sich über die Arroganz des Menschen in der heutigen Welt, der Mensch, der sich mit der Ulme unterhält denkt ähnlich wie ich, ist entsetzt, was der Mensch der Erde antut etc. pp. Die Ulme betrachtet das alles mit ihren Jahrmilliarden alten Baumwurzeln, in die ihre Erinnerungen an die vergangenen Äonen eingewebt sind. Sie sagt in der Kurzfassung: Der Mensch sei zwar arrogant, ja, aber das sei nicht weiter wichtig und auch nicht schlimm. Auch er ist zu einem gewissen Zweck auf der Welt – die Menschheit hat über die Jahrmillionen gesehen – einen Anfang und ein Ende. In dieser Zeit hat der Mensch die Aufgabe, zu verhindern, dass es eine zweite Eiszeit geben wird. Er ist dazu da, die Erde aufzuheizen, was er mit seiner Industrie ja auch fleißig tut. In einem atmosphärischen breiten Kontext gesehen, ergibt das sogar Sinn. Zumindest als taugliches Gedankenspiel. Auch wir haben einen Sinn, eine Mission, die wir erfüllen ohne davon zu wissen. Vielleicht ist genau das, was schlecht für uns ist, weil es der Erde als Ressourcenlieferant schadet, in Wirklichkeit auf längere Zeit gesehen gar nicht so schlecht? Durch irgendwas werden wir umkommen, meine Theorie ist, insgesamt wird es die Menschheit eben wegen Ressourcenknappheit dahinraffen. Und dann beginnt ein neues Zeitalter – die Erde erneuert sich (hoffentlich) oder es kommt eine neue Eiszeit und danach haben wir fette Grund- und Endmoränen und wissen aber nix mehr davon… Tolle Story war das jedenfalls!

    @Melle Noire: Kann es sein, dass Du das alles viel zu praktisch siehst? Etwas mehr Melancholie und herbstliche Endzeitstimmung, bitte. 😀
    Kürzlich habe ich gehört, dass ein warmer Oktober auf einen kalten Januar schließen lässt. Du solltest Dir also einen weiteren warmen Pulli jetzt schon auf Vorrat zulegen.

  13. solitary_core 20. Oktober 2014 zu 01:51 #

    ok ao gesehen macht dann die StarChild-Lösung dann doch Sinn. da ich bezweifle das du die Zeit hast Mass Effect zu spielen hier die Kurzfassung:

    eine Leviathan genannte Rasse erkennt das es immer zum Konflikt zwischen biologischen und synthetischen Leben kommt, und beschließt kurzerhand eine dauerhafte Lösung : alle 50000 Jahre kommen sogennante Reaper um die fortschritlichsten Zivilisationen davor zu bewahren einen endlosen Krieg gegen ihre Schüpfung zu führen indem sie eben diese konserviert und Platz macht für neue Zivilisationen bis ihre Zeit reif ist für die Ernte, der erste Reaper trägt den Namen Harbinger daher die Ernte 😀

    Problematisch wird das ganze erst als Shepard (die Spielfigur der Trilogie) eben als erste organische Lebensform überhaupt nach unzähligen Zyklen den Kreislauf unterbrechen kann und wird dann vor eine schicksalhafte Wahl gestellt :die Reaper auslöschen, die Kontrolle über sie übernehmen oder die Synthese erreichen, das heist biologisches und synthetisches Leben zu einer neuen Lebensweise kombinieren …
    Was ich sagen wolte ist sollen wir unsere Rolle spielen oder nach mehr greifen, weil wir das Bewusstsein dafür haben…

    ja District 9 ist ein Begriff, ist auch ein netter Film bis zum Bruch des Stils, fand den Reportagenstil am Anfang klasse eingesetzt 🙂
    vermute aber das die Schrimps entweder zu lange auf ihren KonlonieSchiff waren und ein Großteil ihrer Technologie vergessen haben oder das sie eine Arbeiterklasse waren und die Kontrolle übernommen haben, anders kann ich mir den langen Aufenthalt und der quasi kaum vorhandenen Ausrüstung in den AlienLabors nicht erklären in dem Beispiel …
    und die Sache mit Vikar war eher ein Unfall, gut die PMC
    (Private Military Corperation, ist denk ich auch eine realistische Maßnahme der Regierungen, solange man sowas outsourcen kann hatt mann immer einen Sündenbock fals etwas nicht nach Plan läuft und man kann ausserhalb gewisser Gesetze agieren welche nationale Armeen in Schranken weist, im Erfolgsfall ist das der Erfolg des Klientenstaates , ist ja heute schon gängige Praxis … )
    hatt alles versucht um deren ShrimpTech unter ihre Kontrolle zu bringen, allerdings stießen mir deren Versuche eher auf Ablehnung und hatte Ekel vor der Skrupelosigkeit (sicherlich gewollt), schon allein weil die Schrimps keinen Konflikt wollten, es bestand also keinen Grund in meinen Augen sie sie zu foltern.
    Die ganze Anfangssequenz mit der Zwangsevakurierung hatte ebenfalls Widerstand geweckt, die Menschen haben sie einfach übern Tisch gezogen, trotz der Tatsache das die Aliens eben Aliens waren waren sie in unterlegen weil sie zb von Katzenfutter abhängig waren und der schon erwähnte Mangel an Technologie hatte natürlich auch auswirkung auf deren Verhandlungsmißstand

    aber genug von den Gedankenspielen, vielleicht hab ich auch nur zu viele schlechte SciFi-Sachen gesehen (sollte echt mal überlegen eine eigenen Blog zu erstellen 🙂 )

    um zurück auf eigentliche Thema zu kommen : ist es nich eher der Herbst der alles neu macht ? gut im Mai sprießt alles wieder, aber der Herbst ist die Zeit in der das Laub und den Boden düngt, den einen oder anderen Baum umpustet …

    hm merk grad hab selber grad wieder nen Zirkel geschloßen, war die erneuernde Wirkung mein EinstiegsArgument zu diesen Beitrag =P

  14. Gruftfrosch 20. Oktober 2014 zu 02:36 #

    An so einem ungewöhnlichen warmen Tag wie es der gestrige war, weiß ich, was ich am Herbst habe. Das Laub leuchtet, das Licht ist fahl, nicht mehr so übel grell und zeichnet lange Schatten. Es ist wie ein Innehalten, ein letztes Geschenk des Sommers, das der Herbst sich noch durch den Türspalt schieben lässt. Mit einem Augenzwinkern, die Wärme und das Leuchten in den Bäumen…wohl wissend, dass der nächste Sturm, der nächste ungestüme Regenschauer nur einen Katzensprung entfernt sind, um es von den Bäumen zu reißen. Was verbleibt, verhüllt der Nebel… Toll 🙂

    Es gibt ein altes Buch aus dem Reclam-Verlag, darin finden sich viele wunderbare, bissige, ironiebesetzte und pointierte Gedichte Erich Kästners über die Zeit, die Monate, das Jahr, die Jahreszeiten. Ich lieb’s.

    http://www.amazon.de/Zeit-f%C3%A4hrt-Auto-Erich-K%C3%A4stner/dp/B005SR3BT2/ref=sr_1_cc_1?s=aps&ie=UTF8&qid=1413765247&sr=1-1-catcorr&keywords=Die+Zeit+f%C3%A4hrt+Auto

  15. Melle Noire 22. Oktober 2014 zu 03:03 #

    @ Shan: Möglich. Zumindest bin ich momentan eher nicht melancholisch drauf und kann mit dem Nebelgewaber grad wenig anfangen (mit morgendlichem Nebel assoziiere ich vor allem eines: KÄLTE, nasskaltes Wetter). Und nun ist der goldene Oktober auch erstmal vorbei, Kaltluft ist im Anmarsch und draußen riecht es schon nach Winter. Zum Glück haben wir heute, also zum perfekten Zeitpunkt, die Kiwis vom Strauch geholt (so konnten sie noch maximal Sonne tanken) und zur Nachreifung im Keller eingelagert. Bald muss mein Freund auch seine Pflanzen reinholen. Schöne Seiten an der kalten Jahreszeit: Keine Herbstgrasmilben mehr (wobei diese mich 2014 gar nicht mal arg geplagt haben), Stechmücken ade, wieder ausgiebigst mit dem Kater kuscheln, warmen Kakao mit Sahne obendrauf schlürfen, sich zu Hause einigeln und Filme gucken (wenn man grad net raus ins Freie muss), Plätzchen backen, Kiwimarmelade kochen… 😉 Ein Herbstblues zeichnet sich bislang bei mir noch nicht ab. Immerhin. 😉

  16. Melle Noire 22. Oktober 2014 zu 03:09 #

    Achso und BTW: Der Januar ist eigentlich meistens arschkalt, nur der Februar ist schlimmer. Aber diesen muss man dann halt überstehen, ehe im März wieder die ersten warmen Sonnenstrahlen locken… 😉

  17. Shan Dark 23. Oktober 2014 zu 08:19 #

    @Gruftfrosch: Danke Dir, auch für den Buchtipp zu Erich Kästner. Schon der Titel ist prima. 🙂 Ich habe es mir eben bei ebay bestellt und bin gespannt!

    @solitary_core:

    sollen wir unsere Rolle spielen oder nach mehr greifen, weil wir das Bewusstsein dafür haben…

    Um diese Frage zu beantworten muss man sich erstmal der Tatsache bewusst werden, dass wir Menschen hier auf der Erde eine Rolle haben und welche. Gesamt gesehen ist das Wissen und Bewusstsein darüber kaum vorhanden, noch dazu ist ja auch die Frage: Welche Rolle? Finde ich eine interessante Konstellation in Mass Effect, danke für die Einblicke. Bei der Ulmen-Geschichte ist es auch nur eine Theorie, wenn ich auch geneigt bin ihr zu glauben. Aber ich denke, der Mensch strebt immer nach mehr und das ist eigentlich auch gut so. Vielleicht dient die Weiterentwicklung, das Greifen nach mehr, auch dazu seine implizite Rolle zu erfüllen? Jetzt wirds schon wieder hypothetisch und philosophisch zugleich.

    Was „District 9“ angeht: Stimmt, es war zwar eher das Proletariat, wenn auch ein paar kluge Köpfe darunter. Sah mir so aus, als hätten die schlauen Aliens das Schiff auf die Erde geschickt um zu sehen, wie die Menschen darauf reagieren und Wissenschaftler untergebracht, die im Notfall die Alienpopulation wieder zum Heimatplaneten zurückmanövrieren können. Trotzdem waren die Aliens nicht dumm, sondern man hat sie nur bei ihren Bedürfnissen (essen) gepackt und überrumpelt. Auf dem Gebiet der Technik, mit Waffen etc. waren die Menschen ihnen nicht so ganz ebenbürtig, wenn ich mich recht entsinne.

    Ob der Herbst alles neu macht… hm, in meinen Augen nicht so ganz. Er schafft die Vorlage für den Frühling (Humus bilden).

    @Melle Noire: Eigene Kiwis in einem deutschen Garten? Nicht schlecht. 😉
    WEnn ich mich recht entsinne waren der Januar und Februar 2014 nicht so sehr kalt. Wir haben noch darüber gesprochen, dass das Ungeziefer nicht wirklich hops gegangen ist diesen Winter, weil es kaum gefroren hat. Aber das war wirklich eine Ausnahme – bald wirds ’schattig‘ und dann ist Zeit fürs Einigeln und Kakao trinken.

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