Gothic Friday – Juli – Bedeutende Symbole?

Beim Gothic Friday im Juli gehen wir thematisch wieder in die Tiefe. Diesmal ist die Frage: Welche Symbole trägst Du und was willst Du damit ausdrücken? Was bedeuten sie für Dich?

Bei mir ist die Geschichte von Symbolen eine Geschichte voller Unverständnisse. Ich präferiere bestimmte Symbole, aber ich kenne mich mit ihrer Bedeutung nicht sonderlich gut aus. Ich will ehrlich sein und hier keinen auf „Es hat alles einen Grund, warum ich das trage“ machen, weil es bei mir einfach nicht so ist. Vielleicht liegt das daran, dass mich Zeichen und Sinnbilder nie sooo fasziniert haben, dass ich mich stärker damit auseinander gesetzt hätte. Zudem ist mein Interesse an Geschichte und Glaube oder Religion nicht allzu stark ausgeprägt – und mit beidem hängt die Bedeutung von Symbolen ja doch meist zusammen.

Ich mag „meine Symbole“ aus einem anderen Grund: ihrer Form und Ästhetik wegen. Nicht aufgrund ihrer Bedeutung, die man ihnen zuschreibt. Mir kam es noch nie darauf an z.B. mit Kettenanhängern von bestimmten negativ besetzten Symbolen zu provozieren, zu polarisieren oder ein Statement zu vermitteln. Auch nicht aufgrund der Wirkung des Zeichens auf mich selbst. Da ich an so gut wie nichts glaube und spirituell untauglich bin, glaube ich auch nicht an Symbolkräfte, ‚Krafttiere‘ oder magische Rituale in Verbindung mit Zeichen.

The-Encyclopedia-of-Signs-and-SymbolsVielleicht ist das der Grund, warum ich mich nie tiefer in die Bedeutung der „Symbole“, die ich trage oder mag, hineingegraben habe. Obwohl es durchaus einige Zeichen gibt, die mir sehr gefallen und obwohl „The Encyclopedia Of Signs And Symbols“ eines meiner ersten Bücher im Studium war. Damals faszinierten mich – mehr als heute – keltische Zeichen. Ich liebte diese „Knoten-Ästhetik“, umschlungene Vögelköpfe (meist Adler), biestige Kreaturen und Fabelwesen, grimmige Gargoyle-Dämonen mit aufgesperrten Mäulern und optisch einfach die Kombination aus gleichzeitig kantigen und runden Formen. Die ganze Enzyklopädie erstand ich eigentlich nur wegen ihrer schönen keltischen Motive darin, die ich als Vorlagen für diverse Basteleien nutzte: Ex Libris, Geschenke, Geburtstagskarten und Briefpapier (oh, long time ago ;-)).

Auf dieser Seite erfährt man mehr zur Bedeutung keltischer Symbole. Mehr als ich damals wusste, denn Mitte der 90er war das mit dem Internet noch nicht so einfach. 😉

Celtic-Symbols-Encyclopedia

Für mich damals sehr faszinierende keltische Symbole und Muster

Nur wenig später zog es mich zur Symbolik des Jugendstils hin. Weiche, geschwungene, romantisch-florale Formen – alles fließt und rankt sich geschmeidig um schöne Frauengesichter und Körper. Aber auch das Kantig-Bizarre des Designer-Stils Art Déco (1920-40) sind nach meinem Geschmack. Auch wenn sich daraus keine Symbole ableiten lassen.

Einige Jahre später entdeckte ich die Lilie oder entdeckte die Lilie mich? Ich kann es nicht mehr sagen, nur dass ich Lilien als Blumen schon immer sehr mochte (die weißen sind ja auch die „Totenblumen“). Ohne dass sich ein tieferer Zusammenhang offenbarte, tauchten nach und nach immer häufiger Lilien in meinem privaten Umfeld auf. Das Symbol der heraldischen Lilie oder „Fleur-de-Lys“, auch Bourbonen Lilie oder Francica genannt, zog mich optisch magisch an. Vielleicht gibt es ja doch Symbolkräfte? 😀

Symbol Shan Dark

Mein Symbol (gemalt von meiner Cousine Sandra)

Irgendwann hatte ich Lilien als Aufkleber und Patch, als Kettenanhänger, als Ring, als Schlüsselanhänger, bekam von meinen Freundinnen Lilien-Muffinformen, Lilien-Herdplattenabdeckungen und Wein oder Sekt mit Lilien auf dem Etikett geschenkt. So wurde ich „lilientreu“ und bin es bis heute. Seit vergangenem Jahr habe ich sogar ein eigenes Symbol mit „meiner Lilie“, die angedeutete Fledermausflügel hat, dazu einen höchstwunderbaren Siegelstempel „für geheime Depeschen“.

Lilien

Mein kleines Lilien-Arsenal > I just can’t get enough…

Warum die Lilie? Weil mir die Form gefällt! Weil mir das Lilien-Symbol gestalterisch in sich ausgewogen erscheint. Weil ich Lilien als Blumen mag, weil ich Frankreich mag (wenn auch nicht mehr als andere Länder) und die Lilie damit stets assoziiert wird (darauf wurde ich auch schon angesprochen). So einfach kann man die Dinge sehen – oder so oberflächlich, wie Manche/r jetzt sagen wird. Ich habe da noch nie etwas hinein-interpretiert, aber für diesen Artikel dennoch mal die Bedeutung der Lilie als Symbol nachgeschlagen. (Quellen im Folgenden: Wikipedia, Symbole aus aller Welt (Shop))

„Die Lilie ist das Symbol für Reinheit und Unschuld.(…) gilt als Attribut der Jungfrau Maria.“ – **seufz** Da geht es schon los…

„Ihr wird eine starke sexuelle Bedeutung zugewiesen.“ – Oh heiß – Volltreffer! Aber gleich wird’s wieder kalt…

„Der offene weibliche Kelch, der göttliche Lebensessenz beinhaltet, stellt die Möglichkeit des Verschmelzens mit dem Göttlichen dar.“ – Verschmelzen? JA. Mit Gott? NEIN.

„Da die Menschen sich noch schwach erinnern konnten, daß die Lilie ein heiliges und mächtiges Symbol darstellt, malten sie sie auf ihre Flaggen und Waffen, und letztendlich wurde es das Symbol der französischen Monarchie.“ – Das klingt schwer nach Geschichte im Zeitraffer und als hätten die sich das damals so einfach gemacht wie ich.

Das Lilien-Symbol hat stets eine religiös-christliche Bedeutung – soweit man liest und forscht. Die 3 Blütenblätter symbolisieren entweder die Heilige Dreifaltigkeit oder – für das französische Königshaus – die 3 Werte Glaube (mittleres Blatt), Ritterlichkeit und Weisheit.
Aber halt! Da ich wirklich finde, dass die Lilie absolut zu mir passt, erkenne ich hier gerade einen dringenden Bedarf zur Selbstreflektion. Welche meiner „ganz eigenen“ Werte oder Bedeutungen könnte ich den 3 Blütenblättern zuschreiben? Dass ich da jetzt erst drauf gekommen bin… 😯 Danke, Gothic Friday!

Fledermaus-japan-symbol

Fledermaus – Darstellung aus Japan (aus o.g. Enzyklopädie)

Noch ein Lieblingssymbol habe ich, diesmal ganz „gothy“: die Fledermaus. Sie ist mindestens genauso häufig in meiner Nähe präsent wie die Lilie und deshalb auch mit ihr im Shan-Dark-Symbol verschmolzen. Am liebsten mag ich Fledermäuse, wenn sie tatsächlich um mich herumfliegen, was ich schon einige Male in der Dämmerung in Ruinen erleben durfte. Das sind besondere Momente. Ich liebe diese Tiere und ich liebe sie daher auch als Symbol! Wer umgibt sich nicht gern mit etwas, dass er mag? Außerdem kann man sie ganz verschiedenartig darstellen – bizarr, zackig, furchterregend oder herzerweichend – always in best shape sozusagen!

Als Symbol hatte es mein Lieblingskind-der-Nacht nicht immer leicht: Tod, Pest und Vampirismus wurden/werden der Fledermaus zugeschrieben. Angst, Ekel oder Grauen = Fledermaus. Noch weniger schmeichelhaft ist die Definition von Cesare Ripa. Er „ordnet in seinem Werk „Iconologia“ unter dem Stichwort „Ignoranca“ die Fledermaus der Personifikation der Unwissenheit zu, da das Tier lieber im Dunkeln bleibt, statt sich dem Licht der Wahrheit zu nähern.“ (Wikipedia) Damals war wohl nicht die Zeit für Gegenargumente und Antithesen. Ich hätte dagegen gehalten, dass Fledermäuse im Gegenteil ein geschärftes Spezialwissen haben auf ihrem Gebiet der Nacht und gerade so manche Wahrheit im Dunkeln versteckt liegt. Pah!

Fledermaus-Tasche

Meine Handtasche mit Fledermaus (Stiftung orphi ;-))

Obwohl Fledermäuse schon lange keine derartige Ablehnung mehr erfahren, hat Otto Normalbürger im Normalfall nur wenig für die kleinen Nachtaktivlinge übrig. Ganz anders hingegen die Chinesen. Bei ihnen wird die Fledermaus als Glückssymbol verehrt. Das haben sie ein bisschen der chinesischen Sprache zu verdanken, in der das Wort „fu“ sowohl „Glück“ als auch „Fledermaus“ heißt. „Als fünf Fledermäuse („wu fu“) wurden Fledermäuse häufig als Stickerei auf Kleidungsstücken oder als runder Talisman um einen Lebensbaum angeordnet, wo sie außerdem für ein langes Leben, Reichtum, Gesundheit und einen leichten Tod standen.“ (Wikipedia) Falls demnächst mal wieder jemand nach dem Grund für meine Fledermaus an der Handtasche fragt, werde ich genau das antworten! 😀 Es ist auf jeden Fall ein Symbolglaube, den ich gern ‚annehmen‘ mag.

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15 Responses to Gothic Friday – Juli – Bedeutende Symbole?

  1. orphi 14. Juli 2011 zu 22:12 #

    Hatte ich schon erwähnt, dass ich deine Fledermaus mit ganz viel Glück und Wünschen für ein langes Leben und Gesundheit aufgeladen habe? 🙂 Reichtum und leichter Tod sind nicht enthalten . Da bin ich irgendwie nicht drauf gekommen beim „Segnen“ 😉

    Fledermäuse und die Lilie sind für mich auch Symbole, die ich sehr mag, denen ich aber keine Bedeutung zumesse. Also sind es eigentlich doch keine Symbole. Sie gefallen mir. Die Lilie ist edel und die Fledermaus steht für die Nacht und sieht toll aus. Die Liebe zu einer bestimmten Ästhetik – und dazu zähle ich auch deine „Symbole“ – muss nicht zwangsläufig rational erklärt und bedeutungsmäßig auseinander genommen werden.

    Zumindest dann nicht, wenn es sich um sanfte Symbole handelt. Umgedrehte Kreuze und Pentagramme sind da meiner Meinung nach was anderes. Das sind Formen mit sehr starker Symbolkraft und da sollte man vielleicht so zwei bis zwölf Gedanken verschwenden.

    Verrätst du uns deine persönlichen Bedeutungen für die drei Blütenblätter? 🙂

  2. Fera 14. Juli 2011 zu 22:26 #

    Fledermäuse sind toll! Ich freue mich immer, wenn ich abends welche über den Himmel huschen sehe (daheim, auf dem Dorf…).

    Ansonsten… ich trage recht oft eine Kette mit Wolfskreuzanhänger, weil ich den Anhänger so schön finde. Und da es ein altes, keltisches Symbol ist, kann niemand so genau sagen, wofür es eigentlich steht, aber ich habe mal als Bedeutung gefunden, dass es für die lebensspendende Kraft der Sonne und die Schlauheit der Wölfe steht. Lebensspendende Kraft? Sehr gerne! Schlauheit? Auch gerne! Ich wurde zwar deswegen in der Schule häufiger angesprochen, ob ich ‚Satanist‘ sei, weil ich ja ein ‚umgedrehtes Kreuz‘ trüge, aber nach der Bedeutungserklärung waren alle immer baff. Ich finde, man sollte zumindest in Grundzügen wissen, wofür die Symbole stehen. Und wenn man sich ein wenig damit identifizieren kann, umso besser.

    Aber ansonsten: interessanter Artikel!

  3. Andreas 15. Juli 2011 zu 11:23 #

    Mir geht es ähnlich, sporadisch trage ich ein Lederarmband und eine feine Lederkette mit Symbol. Beides an keltischen Vorbildern angelehnt. Es hat mich nie wirklich interessiert, was die Symbole bedeuten. Sie gefallen mir einfach.

    Und Fledermäuse sind klasse, weil sie so süß sind:
    http://www.youtube.com/watch?v=WE46iqqB9SI
    http://www.youtube.com/watch?v=NCS0OGNR1y0

  4. Guldhan 15. Juli 2011 zu 17:46 #

    Ein Kumpel meinerseits hatte bei sich in der Wohnung Flatteratten überwintern lassen. Als er sie einmal auf die Hand nahm sahen sie im Draufblick aus wie pelzige Frösche…
    Es ist schon wahr, dass viele Felltierchen als allgemein hässlich abgestempelt werden, doch bei näherer Betrachtung ein allzu possierliches Wesen besitzen.

    […]Aber auch das Kantig-Bizarre des Designer-Stils Art Déco (1920-40) sind nach meinem Geschmack[…]

    Sowie die Architektur voller großflächigem Protz ist, so feingeistig filigran ist das Detail innerhalb der Gegenstände. Und dennoch wirkt alles so monumental…ohne anzugeben.
    Mich begeistert das Design des Art Déco schon seit längerem. Und oft schon versuchte ich den Stil nachzuahmen, aber es gelingt nur sehr schwer.

  5. Emily Byron 15. Juli 2011 zu 22:40 #

    In Afrika sagt man, dass es Glück bringt, wenn eine Fledermaus über Dir ihre Kreise zieht.
    Neulich im Zoo hat mir sogar eine auf die Schulter ge… Mann, das Glück kommt dann hoffentlich bald eimerweise 😀
    Aber zurück zum eigentlichen Thema – Symbole.
    Mir gehts ähnlich wie Dir. Ich sehe Formen und sie gefallen mir einfach, ganz gleich, wofür sie stehen. Lustig wirds nur, wenn man dann doch irgendwann die Bedeutung herauskriegt. Wie sonst wär ich wohl zu einem Final Fantasy VII Tattoo auf meinen Rücken gekommen 😉 ? Allerdings habe ich es – noch unwissend – deshalb gewählt, weil es für mich persönlich eine ganz besondere Bedeutung hat. Und das hat dann wiederum durchaus Symbolcharakter.
    Jugendstil und Art Deco sind ganz grosse Liebhaberepochen meinerseits. Das Filigrane, das Schnörkelige, wunderbar. Doch eine bestimmte Symbolik verbinde ich damit nicht. Im Endeffekt ist das, was „man“ mit bestimmten Dingen verbindet, ja auch gar nicht so wichtig.
    Wichtig ist nur, was sie für Dich bedeuten ♥

  6. shan dark 15. Juli 2011 zu 22:50 #

    @orphi:
    Danke für Deine segensreiche Mitgift 😉 zur Fledermaus! Einen leichten Tod wünsche ich mir aber auch, sogar sehr. Nur nicht so bald. Aber das muss ich dann wohl bei jemand anderem in Auftrag geben…

    Ehrlich gesagt, ich hatte den Artikel schon fast fertig, da las ich noch mal bei Robert nach und sah den Spruch „Ein Wort oder ein Bild ist sym­bo­lisch, wenn es mehr ent­hält, als man auf den ers­ten Blick erken­nen kann…“. Hmm, da kam ich etwas ins Grübeln, ob „meine Lilie“ und Fledermaus wirklich als Symbole zu bezeichnen sind, weil sie ja bisher nicht mit Bedeutung für mich belegt waren. Aber dann dachte ich: sie dominieren schon sehr, ich präferiere sie immer und immer wieder, sie ziehen mich an und sie sind in einer gewissen Vielzahl vorhanden. Also haben sie doch irgendwie eine Bedeutung für mich.

    Meine Bedeutung der 3 Lilien-Blütenblätter: Liebe (Mitte), Toleranz und Wille.

    @Fera:
    Ich habe mir das Wolfskreuz erstmal er-googelt und es gefällt mir optisch sehr gut, besonders in dieser Ausführung. Allerdings ist es – gerade wegen dem umgedrehten Kreuz – kein „sanftes Symbol“, wie orphi das so schön nannte. Daher hätte ich mich dann schon vorher auch schlau gemacht, was es bedeutet, bevor ich gefragt werde oder rum-provoziere. Die Bedeutung des Wolfskreuzes ist ja auch noch ziemlich ungeklärt bzw. widersprüchlich aber die von Dir genannte Bedeutung des Wolfshammers nimmt man natürlich gern an. 😉

    @Andreas:
    Die Fledermäuse in Deinen zwei Videos sind ja echt zum Adoptieren süß! Echt putzig…Danke dafür!

    @Guldhan:
    Den Ausdruck „Flatterratten“ kannte ich bis heute auch noch nicht. Von Dir kann man doch immer wieder was verbales dazulernen ;-).

    …so feingeistig filigran ist das Detail innerhalb der Gegenstände…
    Das ist vermutlich der Grund, warum einem das Nachahmen so schwer fällt. Das ist weder nur kantig, noch nur fließend in der Form, das ist irgendwas anderes. Außerirdisches.

  7. shan dark 15. Juli 2011 zu 23:09 #

    @Emily Byron: Aha, die Afrikaner auch?? Sieh an! Gut zu wissen 😉 – scheint so, dass nur wir Europäer mal wieder zu „doof“ waren, das Gute in den Tierchen zu sehen.
    Es stimmt, wichtig ist – gerade bei Tattoos – was ein Symbol für einen selbst für eine Bedeutung hat, da ist die „Offizielle“ egal. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass man schief angeguckt wird, wenn es eine ‚umstrittene‘ Symbolik ist.
    Wobei ich zugeben muss, dass ich gerade bei Dir gedacht hatte, dass Du Dich mit Symbolen und der ihnen zugeschriebenen Kraft intensiv auseinandersetzt – wegen Deiner „Gabe“. Jetzt hat das eine nicht unbedingt was mit dem anderen zu tun, aber ich hatte Dir aus diesem Grund eine gewisse Affinität dafür unterstellt. Bin aber nicht enttäuscht 😉 – es beruhigt mich, dass ich nicht die Einzige bin, die erst hinterher sieht, was manches Symbol für eine Bedeutung hat. Wie gesagt: ich halte es auch nicht bei jedem Zeichen für erforderlich.
    Was ist denn das Final Fantasy VII-Zeichen? Das was ich da so bei Google gefunden habe, kann ich mir jetzt gar nicht an Dir vorstellen.

  8. Krähe von Nebenan 19. Juli 2011 zu 12:28 #

    Dazu fällt mir noch einiges aus meiner letzen Kunstgeschichtsprüfung ein:
    Die verschlungenen Linien der keltischen Darstellungen sollen eine Bannung des Bösen bewirken. (Hast du eigendlich Bilder von deinen Ex Libris?)
    Im Jugendstil, als auch viel mit Symbolik (Bezüglich Sex, Tod und weitere Tabuthemen) gearbeitet wurde, gab es auch einige schöne Schmuckstücke mit Fledermäusen (als Nachttier, zB: Phillipe Wolfers „Le jour et la nuit“).

    Da ich seit meiner Kindheit Blumen in Glockenform liebe, kann ich die ästhetische Faszination für Lilien sehr gut nachvollziehen. Schön, dass du darüber schreibst.

    @ Orphi: Das Petruskreuz ist an sich nichts antichristliches, es galt eben Petrus, der (aus Demut?) nicht wie Jesus hingerichtet werden wollte. Leider sehen heute einige nur noch eine Ablehnung des Christlichen. Genau so wie das Pentagramm, was früher aber auch von Gläubigen als Schutzzeichen gegen bösen Dämonen verwendet wurde (und manchmal auch verkehrt herum). Am den Beispielen sieht man aber das Zeichen nicht für jeden dasselbe bedeuten und wandelbar sind, z.B.: „Ein horizontaler Strich: das liegende Weib; ein vertikaler Strich: der sie durchdringende Mann“(Adolf Loos). Was man nicht alles in Zeichen sehen kann!

  9. Melle Noire 20. Juli 2011 zu 00:52 #

    Hi!

    Mit Symbolen allgemein geht es mir
    ähnlich wie Dir. Ich mag manche, weil ich
    sie in erster Linie schön finde. Wobei ich nun
    auch nicht in jedem Muster, Ornament oder
    Tierkopf sofort ein Symbol sehe.

    Fledermäuse finde ich zB auch toll –
    ich bringe sie sogar mit meinem Wesen
    in Verbindung – weil ich auch so gern
    „durch die Nacht flattere“. 😉 Aber kann man
    dies bereits als Symbol für mich deuten?
    Ich weiß nicht… o.0 Bei AOL habe ich eine
    Fledermaus als Avatar. Aber Spinnen zB finde
    ich eigentlich genauso toll. Nur paßte die
    Fledermaus besser zu meinem früheren
    Nickname: DarkVampire666. 😉 Alles letztlich
    eine Frage Der Sichtweise. 🙂

    Dunkle Grüße!
    Melle

  10. shan dark 20. Juli 2011 zu 15:41 #

    @Krähe von Nebenan: Danke für Deinen Kommentar, übrigens finde ich deinen Nickname irgendwie witzig und ausgefallen gut. Dass die verschlungenen Linien der keltischen Symbole das Böse bannen sollten wusste ich noch nicht – interessant. Nein, Ex Libris von damals existieren nicht mehr, es waren auch nur Versuche und Entwürfe, wirklich zu einem fertigen Ex Libris-Stempel o.ä. hat es damals nicht „gereicht“… Aber heute würde ich mein Lilien-Fledi-Symbol als Ex Libris verwenden. Danke Dir auch für den Tipp zu Philipe Wolfers Jugendstil-Motiv „Le Jour et La Nuit“ – wunderschöööön!

    @Melle Noire: „Durch die Nacht flattern“ – das würde auch auf mich passen – und ist ein Grund, warum ich Fledermäuse so liebe! Spinnen mag ich auch, aber dennoch vom „Symbol“ her präferiere ich doch eher Fledermäuse. Und da denke ich kann man dann auch entscheiden, ob es für einen ein Symbol ist oder nur etwas, das man schön findet: wenn man es wiederkehrend nutzt, es einen „irgendwie“ anzieht… dann muss da was dran sein, dann ist es im Unterbewusstsein schon ein Symbol für einen selbst mit persönlicher Bedeutung.

  11. solitary_core 22. Juli 2011 zu 17:01 #

    hm ich würde hier als meine Symbole Drachen und Spinnen erwähnen, Drachen sind für mich eine Verkörperung des Älteren, sie sind Hüter alter Weisheit, Wächter der Zeiten.
    Luis Royo hatt da einige schöne Bilder geschaffen, der „Fatalis“ oder „Kushala Daora“ aus der „Monster Hunter“ Spielserie sind auch schöne Excemplare.

    Spinnen hingegen sind Bewahrer des Geheimnisses, sie sind überall gegenwärtig, auch wenn man sie nicht sieht. Sie sind geniale Baumeister aber rücken eben nich raus wie man solche Netze spinnt oder solche Fäden macht.

    bin aber auch net so Wald-und-Wiesen-Goth, mir fehlt sicher auch die Szene drumrum, anderes Thema XD

    Gruss und Respekt

  12. shan dark 27. Juli 2011 zu 20:18 #

    @solitary_core: Beides sehr schöne Symbol-Tiere, die Du da erwähnst bzw. die Dir was bedeuten. Ich mag auch Spinnen und „Bewahrer des Geheimnisses“ trifft es sehr gut – habe noch keine bessere Beschreibung gehört.
    Aber dein letzter Satz lässt mich Grübeln: Was ist ein Wald-und-Wiesen-Goth? Bist du einer? Musste grinsen bei der Bezeichnung 😉

  13. solitary_core 28. Juli 2011 zu 13:20 #

    hehe freut mich das es dir gefallen hatt 🙂

    wollte damit sagen das ich mich selber nich als Goth sehe, bzw so gesehen werde, wobei ich nich unbedingt abgeneigt bin.
    bin halt ein Thunderdome Baby, und selbst damit bin ich hier relativ alleine, sollte wohl mal ans Umziehen denken …

    Solange wir offen für neues sind und keinen unsren Weg aufzwingen wollen machen wir nix falsch denke ich =P

  14. Robert 29. Juli 2011 zu 13:43 #

    Ich finde die Lilie – und im besonderen Maße die Schwertlilie – ebenfalls sehr schön und faszinierend zugleich. Am Daumen meiner rechten Hand trage ich eine eben solche Lilie, für die ich aber ganz eigene Symbolik habe, denn die nach der Heraldik gängige Definition finde ich ebenso wie Du ein wenig „absonderlich“.

    Aber auch das Kantig-Bizarre des Designer-Stils Art Déco (1920-40) sind nach meinem Geschmack“ Eine weit verbreitete Leidenschaft, wie mir scheint. Und das Musikgenreübergreifend, womit ich aber jetzt auf den Herrn. Guldhan ziele. Ästhetische Verwandschaft ist eben nicht von der Hand zu weisen.

  15. Guldhan 1. August 2011 zu 18:04 #

    […]Eine weit verbreitete Leidenschaft, wie mir scheint. Und das Musikgenreübergreifend, womit ich aber jetzt auf den Herrn. Guldhan ziele. Ästhetische Verwandschaft ist eben nicht von der Hand zu weisen[…]

    Wenn ich das richtig verstehe, stimme ich zu.
    Denn auch wenn sich die Oberfläche unterscheidet, so kann sich doch der Kern gleichen.

    In diesem Sinne: Auf die Verwandschaft

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