Gothic Friday – April – Cover it black!

Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Eigentlich wollten wir uns ja diesen Gothic Friday mal entspannen. Daher gab es kein zu persönliches, kein seelentiefes Thema – sondern „ganz einfach“ die Top 5 Of The Goth – Filme oder Music Cover. Ich war eigentlich die ganze Zeit voll auf dem Filmtrip, doch bis auf Platz 1 (Nosferatu) und Platz 2 (Interview mit einem Vampir) konnte ich mich bei meinen vielen Leinwandfavoriten nicht entscheiden. Zur Abwechslung dachte ich dann gestern mal über tolle düstere Coverversionen nach – und siehe da: es fielen mir nur wenige ein. Prima, Auswahl einfach, Entspannungsziel erreicht! 😆

Meine Top 5 Best Music Cover – Goth Rock, Wave, EBM

Hier also meine 5 Lieblingskopien, die ich euch ins düstere Ohr legen möchte. Besser als das Original sind sie alle nicht, aber genauso und anders gut in ihrer Interpretation. Die Verreihenfolgisierung – also was Platz 1 und was Platz 5 ist – dürft ihr selbst entscheiden 😉 und gern auch in den Kommentaren mitteilen. Bin gespannt!

Der Amboss – Die Krupps

Musikhammer aus Krupp-Stahl trifft Tanzfläche – für mich ein geniales Stück zum Abtanzen! Das hatte ich zu „Der Amboss“ dann auch schon mehrfach getan bis mir ein Bekannter das Original empfahl. Aha, DAS war demnach nicht das Original! Dieses ist von Visage und heißt „The Anvil“ (also auch bloß Amboss). Lustig ist dabei der deutsche Gesang von Steve Strange – manchmal bisschen schiefe Grammatik, aber alles in allem klingt es phantastisch und sexy, wenn Engländer deutsch singen…

Das Cover der Krupps gefällt mir aufgrund seiner Härte und Wucht, die durch Jürgen Englers Stimme noch unterstrichen wird. Das Original ist dafür schön wavig und mit typischen 80ies Soundsequenzen. Auch toll!

I love the dead – Samael

Noch immer ein echtes Lieblingsstück aus meinen „düstermetallischen Zwanzigern“. 🙄 Im Gegensatz zu Alice Coopers Original schwingt bei Samael hier etwas Diabolisches durch die Boxen – auch durch die Gänsehaut verbreitende, kellertiefe Gruft-Stimme… „the dea-ääääää-d“ kann ich hier wunderbar befreiend mitröhren. Es gab Zeiten, da lief das Cover 5x hintereinander und wurde mir immer noch nicht langweilig.

Natürlich ist Alice Cooper unantastbar in seiner Vorlage – the King of Dark und Hard Rock zelebriert das Stück on stage heute oft mit seiner Guillotine-Performance. Ich ärgere mich bisschen, dass ich nicht auf einem seiner Konzerte letztes Jahr war… er soll ja eine der besten Horror-Bühnenshows haben, die es gibt.

Dead Souls – Nine Inch Nails

Wer kennt es nicht vom The Crow-Soundtrack oder aus den Clubs? NIN haben das Original von Joy Division durch heftigere Gitarren noch eine ganze Spur dreckiger und kraftvoller gemacht. Dabei hat es nichts von der Emotionalität und Düsterness des Originals verloren. Ich habe für „Dead Souls“ von Joy diesen Ausschnitt aus „Control“ gewählt. Wie stark der Schauspieler den Ian Curtis rüberbringt – ich krieg beim Anschauen schon wieder Gänsehaut!

Bela Lugosi’s Dead – Electric Hellfire Club

Was man auf YouTube so alles findet! Zugegeben, ich kannte Electric Hellfire Club aus Wisconsin vorher nicht, aber die Band wurde gegründet von einem der Bandmitglieder von My Life with the Thrill Kill Kult – was mir dann schon eher was sagt. Jedenfalls ist das Cover echt großartig: einige coole und passende Filmsamples drin z.B. von The Hunger /Begierde, dreckige Gitarren und dreckiger Gesang. Etwas atmosphärischer und auf andere Art verzweifelt als das Original von Bauhaus. Dabei hat der Electric Hellfire Club die Achtung vor diesem großen Wave-Musikstück nicht verloren – ein echt würdiges Tribute. Gefällt mir unheimlich gut – auch das Video dazu. Genial in Bild und Ton sozusagen… die Band muss ich wohl mal stärker fixieren.

Faith Healer – The Bollock Brothers

Das Beste zum Schluss und mein persönlicher Platz 1. ONE OF THE BEST COVERS ever! Wohl auch eines der erfolgreichsten im düsteren und punkigen Untergrund, nicht nur was die Tanzflächen angeht. Die Bollock Brothers haben 1985 das rockige Original der legendären Sensational Alex Harvey Band von 1973 ganz neu arrangiert: ein opulentes Fanfarenintro (jeder DJ, der das weglässt sollte sich schämen!), das sanft übergeht in eine 80er-Synthiefläche mit bester SciFi-Soundtrack-Atmosphäre und dann kommen die Gitarren. Dann der Sprechgesang mit schräger Punk-Stimme von Jock McDonald. Ein Kunstwerk, ein Kracher! Leider hört man es heute nur selten in Clubs und auf Dark Parties – echt schade.

„Faith Healer“ – der Klassiker –  ist geradlinig rockig und kam besonders live schön schräg rüber. Der exzentrische und sehr charismatische Sänger Alex Harvey war mit seiner Sensational Alex Harvey Band (SAHB) in den 1970er Jahren einer der gefeiertsten Bühnenstars in Europa.

Ich kann nur empfehlen in die rar vorhandenen Live-Videos der Alex Harvey Band mal reinzuschauen – auch wenn es nicht so leicht ist bei all den „…in deinem Land leider nicht verfügbar. Es tut uns leid.“-Videos fündig zu werden…

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12 Responses to Gothic Friday – April – Cover it black!

  1. Marcus 5. April 2011 zu 13:41 #

    Eigentlich ist doch Robert für die Erzeugung nostalgischer Gefühlswellen verantwortlich 😉 Jetzt „schleudert“ mich Dein Blog also auch weit in die Vergangenheit. „Faith Healer“ habe ja eine halbe Ewigkeit nicht mehr gehört.

    Dem deutschsprachigen Gesang von Steve Strange konnte ich nie so recht viel abgewinnen. Da bevorzuge ich eindeutig die englischsprachige Version. Aber: „Die Krupps“ unterstützt durch „Client“ haben da noch einen draufgesetzt und das Original aus meiner persönlichen Sicht abgehängt.

  2. orphi 5. April 2011 zu 19:01 #

    Meine persönliche shan-dark-Top-5-Liste

    1. Faith Healer – The Bollock Brothers

    Wahnsinn! Ich hab den Song total vergessen und hab wahrscheinlich ähnlich nostalgisch aus der Wäsche geschaut wie Marcus. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich dachte, die 85er-Version sei das Original. Was man nicht alles lernt beim Gothic Friday! 🙂

    2. Bela Lugosi’s Dead – Electric Hellfire Club

    Sehr gelungen und ich stimme zu: Das Video ist herrlich.

    3. I love the dead – Samael

    Wer oder was ist Samael? Nie gehört, aber ne tolle Stimme 🙂

    Die letzten beiden Plätze gehen an Visage und Nine Inch Nails – in beliebiger Reihenfolge. Hat mich beides nicht so überzeugt, wobei ich Visage noch einen Tick besser finde als NIN.

  3. tobikult 5. April 2011 zu 19:35 #

    Du liebe Güte! Das ist ja mal eine Playlist! Bis auf SAHB und Alice Cooper alles aus meiner Heavy Rotation! Damit ich die beiden aber trotzdem regelmäßig auf die Ohren bekomme spielen die meine Metal-Freunde und unsere Stammkneipe ständig in meiner Gegenwart 🙂
    Wunderbar, vielen Dank. Jetzt bekomme ich glatt Lust auf ein Pils, dabei faste ich doch gerade…

  4. stoffel 5. April 2011 zu 21:09 #

    Jetzt haste mich echt überrascht … erwartete ich doch Deine Filme 😉 Macht aber nix, denn Deine Auswahl Cover/Original ist sehr schön gewählt. Nicht oft überzeugen mich die Cover Version, jedoch Deine Auswhal hat es geschafft: Die Krupps Version finde ich um längen besser als das Original. Hingegen gefällt mir Alice Cooper’s Original besser als das Cover, obwohl es nicht schlecht gemacht ist. Bei Dead Souls gefallen mir beide Versionen, wobei ich ebenfalls das Cover wesentlich kraftvoller finde.
    Bin jetzt etwas verwirrt … fehlt bei „Bela Lugosi’s Dead“ ein Video oder spinnt mein Browser oder war das Absicht? *grübel* 😉

  5. Guldhan 5. April 2011 zu 21:57 #

    Wenn ich mir Die Krupps so anhöre, so frage ich mich, wie es die DJs schaffen, soviel neumodischen Unfug in die Abende zu bringen. Wenn man doch selbst mit den unabgelutschten Klassikern ganze Nächte füllen könnte.
    Je öfter nun der Titel beim Tippen seine Runde dreht, umsomehr überkommt mich der Drang danach, am Wochenende mal wieder Aggressionsabbau in einem Club zu betreiben. Den Szenenachwuchs zu verschrecken und Cyberschubsen zu veranstalten.

    Somit gebe ich dem Kruppstahl definitiv den Vorrang. Auch wenn das wohl vorhersehbar war.

    Platz Zwei wird dem Schweizer mit dem Fistelstimmchen gewährt. Hat was…dreckiges. Täusche ich mich, oder gibt es beim Metal ein ungeschriebenes Gesetz: Je besser man den Bandnamen lesen kann, umso mehr verstehen diese von ertragbarer Musik.
    […]Es gab Zeiten, da lief das Cover 5x hintereinander und wurde mir immer noch nicht langweilig[…] Amateur 😉 bei mir waren es schon einmal gut und gerne drei bis vier Stunden für einen Titel in einer Endlosschleife.

    Den dritten Rang dürfen sich dann die anderen teilen. Wüsste dort nicht, wem ich nun Vorrang geben sollte.

  6. von Karnstein 6. April 2011 zu 00:05 #

    Den Krupps-Song kannte ich, wusste aber nichtmal dass es die Krupps sind, geschweige denn, dass es sich um ein Cover handelt…
    Ich kann aber nicht behaupten, dass ich das Original SO viel besser finden würde (wovon ich fast augegangen bin – EBM kann ich mir nur manchmal beim Autofahren geben).
    Der Akzent ist aber wirklich knuffig – wobei man eher den Eindruck hat, dass er keinen Dunst hat, was er da vorliest(?)
    Erinnert mich ein bisschen an „Täuschung“ von den Crüxshadows:
    http://www.youtube.com/watch?v=mYjO1RXGpt8
    🙂

    „I love the dead“ sagte mir so oder so nichts, ist aber auch so oder so nicht wirklich was für mich – die Samael-Version sollte ich meiner Freundin aber mal zeigen 🙂

    Aber „Dead Souls“… woah! 🙂
    So ein genialer Song! Im Original, in der Filmfassung, und natürlich auch in der NIN-Version aus „The Crow“.
    Hätte ich persönlich höher platziert 😉

    Vom Electric Hellfire Club hatte auch ich ehrlich gesagt bisher nichts gehört…
    Interessantes Cover allemal, aber die Stimme finde ich nicht ansatzweise so atmosphärisch wie im Original…
    Aber naja, wer kommt da schon an Peter Murphy ran.
    Kennst du die Version von Nouvelle Vague? Die haben auch etwas ganz eigenes draus gemacht, gefällt mir sehr gut:
    http://www.youtube.com/watch?v=bV7jXVvp9bI

    Peinlicherweise kenne ich von deinem Platz 1 so garnichts… Weder Song, noch Originalband geschweige denn Coverband…
    Aber alles nicht schlecht – da muss ich mich mal richtig reinhören…
    Danke dafür 🙂

  7. Roman 6. April 2011 zu 02:57 #

    Einfach Geil. Ich will gar nicht erst irgendwelche Reihenfolgen aufstellen; zugegebenermassen kannte ich Samael und den Elektrischen Hoellenfeuerclub auch noch nicht; ja, und auch „Der Amboss“ und „I love the dead“ sind an mir vorbei gegangen…
    Aber was ich krass finde ist, dass ich sowohl auf manche Originale damals abgefahren bin – Bela Lugosi – immer wieder geil, aber auch mal auf ein Cover: wow, Faith Healer ist von ’85?!. Mann, dann war die Version offenbar damals grad erst raus, als ich mit 16 zum ersten Mal den Kopf tief gesenkt im Halbdunkel mich wiegend das Ben Hur Intro inhalierte…

  8. shan dark 6. April 2011 zu 12:08 #

    Danke und freut mich echt, dass für Eure Ohren so ein bisschen was dabei war… und ich sogar mit „Faith Healer“ nostalgische Gefühle wecken konnte 😉

    @Marcus: Ja, die englische Version von Visage wo er nur mal so eine Strophe deutsch singt gefällt mir auch besser als die komplett deutsche. Aber die haben sie mittlerweile aus Youtube entfernt *ätz*, da war vor einigen Monaten noch ein schöner Livemitschnitt drin.

    @orphi: Danke für deine shan-dark-Liste 😉 – cool! Und ich hatte mir fast gedacht, dass Dir die Stimme von Samael gefällt. Ist auch eines meiner Hauptargumente für diese Schweizer Düstermetal-Band.

    @tobikult: Oh, bin ich jetzt mitschuldig, wenn Du Dein Fastengelöbde brichst?? :-O Ich stecke aber mit Deinen Metalschergen nicht unter einer Decke, auch wenn der Verdacht nahe liegt. Bleib stark: No Pils til Ostern!

    @Stoffel: Danke, und Du bist ja hier nicht die Einzige, die das Krupps-Cover besser als das Original findet. Ich bin auch fast geneigt, mich anzuschließen…psst! Und ja, ich habe besser mal das Video von Bauhaus noch nachgerüstet. Danke für Deinen Hinweis!

    @Guldhan: 😉 Mir war schon klar, dass Krupps bei dir die Liste anführen würde! Was Samael angeht (mit den je-kürzer-desto-gute-Musik-Bandnamen, das könnte stimmen…): ein Fistelstimmchen ist das aber nicht! Jedenfalls nicht, so wie ich Fistelstimmchen bisher kannte, nämlich als gehaucht in hoher Tonart. Ich weise es von mir, dass ich auf sowas stehe! 😀 Eher auf Kellerstimmchen.

    @Karnstein: Ja, ich gebe dir recht: bin mir auch nicht sicher, ob Steve Strange wusste, was er da so auf deutsch überhaupt singt. Aber besser als bei „Täuschung“ klingt es schon, finde ich. Trotzdem danke für den Link, denn die dt. Deception-Version war mir bislang unbekannt.
    Ok ok, die Stimme beim Electric Hellfire Club kommt nicht an die von Peter Murphy ran. Aber das Cover von Nouvelle Vague aus meiner Sicht auch nicht. Diese „lasziv-erotische Interpretation“ durch die Sängerin(nen) ist zwar mal was anderes, aber passt für mich nicht zu diesem gruftigen Fledermaus-Stück.
    „Faith Healer“ nicht zu kennen muss dir nicht peinlich sein. Ich kannte es auch nicht ‚von früher‘, sondern habe es erst vor paar Jahren bei einer WGT-Disco in der Villa entdeckt. Mein Freund bekam beim Hören hektische, nostalgische Zuckungen und ich fand es schon beim ersten Mal hören einfach nur genial! Man kann ja alles nachholen 😉

    Apropos… @Roman: Ich wusste nicht, dass das Intro aus „Ben Hur“ ist. War der Tag nicht umsonst, wieder was gelernt und kann demnächst noch bewusster „inhalieren“, hehe….

  9. Marcus 6. April 2011 zu 20:12 #

    Hier die rein englische Version von „The Anvil“:
    http://www.youtube.com/watch?v=5Xm8h97yk3Q

    „Nouvelle Vague“ haben sich bei mir überaus negativ ins Gedächtnis gebrannt. Haben sie doch die Seele von „Love Will Tear Us Apart“ herausgerissen und süffisant lächelnd in kleine Teile zerhackt.

  10. r@zorbla.de 8. April 2011 zu 00:08 #

    Lecker, lecker…

    Ich kann mir nur einen technischen Kommentar kaum verkneifen: Du hast zielsicher das scheinbar einzige Video von Amboss erwischt, das nicht auf iOS läuft…
    *hüstel*

  11. shan dark 8. April 2011 zu 07:23 #

    😉 Oooops. Nun, da hab ich auch lange gesucht für!

    @Marcus: Danke for the english version… die find ich auch VIEL besser.

  12. Robert 12. April 2011 zu 22:53 #

    Schon gewusst? Mit Strümpfen kann man ganz prima auf Laminat tanzen. Gerade im Selbstversuch herausgefunden als ich den Amboss von den Krupps bearbeiten ließ. Großartiges Cover eines mir ebenfalls unbekannten Visage Originals.

    Darüber hinaus möchte ich mich bei Bela Lugosi ebenfalls in Begeisterungsstürmen äußern: Großartig! Toll! Allein die Neuauflage des typischen Gitarrenriffs ist Gold wert, für mich kein Cover, sondern eine Fortsetzung des Klassikers, das einst ein ganzen Genre bergründete.

    Mit Samael kann ich leider nichts anfangen, wohlmöglich weil mir auch das Original nicht zusagt, ich denke hier liegt auch der Hasen im Pfeffer. Es ist trotzdem faszinierend für mich zu erfahren das Cover-Versionen nicht pauschal Müll sind und immer wieder Perlen aus den Tiefen des schwarzen Meeres emporkommen, die mir so noch nicht zu Ohren gekommen sind. Und das für mich, als eingefleischten Originalliebhaber 😉

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