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11 Erkenntnisse aus 365 Tagen

Auch wenn das Jahr 2016 hinsichtlich der Sterberate „der großen Alten“ beschämt in der Gruft verschwinden müsste – persönlich war es für mich ein echt gutes Jahr! Harmonisch und erfüllend. Obwohl es gegen Jahresende im Freundeskreis einige schwer verdauliche Krankheitsnachrichten gab, die alles etwas eintrübten. Aber insgesamt hatte ich in 2016 viele schöne Erlebnisse, einen der besten Sommerurlaube in Italien, tolle Konzerte [1] und ich habe Freundschaften durch Besuche und gemeinsame Wochenenden vertieft. Dabei ist der schwarze Planet leider etwas „unterartikuliert“ geblieben und eine Elektronische Nacht gab’s aus Zeitmangel auch nicht. Aber hey, das wird schon wieder in 2017 – ich weiß es!

In den letzten 365 Tagen habe ich vieles richtig oder besser gemacht als die Jahre zuvor, aber auch manches falsch und daraus gelernt. Das alles nehme ich jetzt mit zur weiteren Verfeinerung ins neue Jahr und dachte mir, ich liste mal meine wichtigsten Erfahrungen auf. Vielleicht ist etwas Hilfreiches oder Passendes für euch dabei oder ihr steckt gerade in ähnlichen Situationen und Herausforderungen. Kann ja sein. 😉

1. Klein beginnen

Direkt was für die Neujahrsvorsätze: Veränderungen immer im Kleinen beginnen – und ich meine wirklich „klein“ in jeglicher Hinsicht. Das trifft besonders auf neue Gewohnheiten zu, die man sich zulegen will. Nehmen wir meinen schwierigsten Lieblingsvorsatz „täglich oder mehrmals pro Woche Sport machen“ und darin die Ausgeburt der Hölle: das Bauchtraining. Damit ich nicht nach 3x entmutigt aufgebe, habe ich mit genau der Menge an Wiederholungen je Übung angefangen, die so leicht fallen, dass es ein Klacks ist und man die Durchführung nicht verweigern kann! Zu Beginn waren das bei mir 5 – in Worten „fünf“ – Wiederholungen je Bauchübung. Das hab ich solange gemacht, bis ich unterfordert war und dann täglich um eine Wdh. gesteigert. So ist man nach 3-4 Wochen auch bei einer wirkungsvollen Menge, die sicht- und spürbar wird. Aber man bleibt eher dabei, weil es „nicht weh sondern gut tut“ und so ist es einfacher, daraus eine Gewohnheit zu entwickeln. Mit klein anfangen meine ich außerdem, dass man nicht zu viel auf einmal ändern oder sich angewöhnen wollen sollte. Maximal 2 neue Veränderungen auf einmal, sonst ist der Faulpelz in uns überfordert.

2. Für Kreativitäten 3-4 Stunden am Stück einplanen

Wiederum sind kleine Schritte und Zeiteinheiten bei Kreativ-Taten genau falsch. Denn zur Entfesselung des schöpferischen Ichs braucht es Muse und Flow. Doch die Muse hält sich nicht an Termine und stellt sich erst durch viel Zeit am Stück ein (mind. ununterbrochene 4h Arbeiten an einem Thema). Zerstückeltes Arbeiten nur um der Regelmäßigkeit willen funktioniert für mich gar nicht. Anfang des Jahres hatte ich mir einen Master-Wochenplan erstellt, der an bestimmten Tagen in der Woche „Blogschreiben“ vorsah. Aber das Termin-Kommando im Kopf bewirkte entweder gar nichts (zu müde) oder es schleppte sich, mehr einer Zwangsarbeit gleichend, dahin und „floß nicht“. Stückweises Schreiben á 1-1,5h, bei denen ich allein mal mind. 30 Minuten brauche um überhaupt wieder reinzukommen und meine meist langen Artikel nicht fertig werden, finde ich total unbefriedigend! Daher reserviere ich mir lieber mal einen Wochenend-Tag oder schaufel mir wochentags einen Abend mit 3-4h für ununterbrochenes Bloggen frei. Anyway, das ist mein Learning, nun muss nur noch die Umsetzung in 2017 besser werden. 😉

3. Eine Armbanduhr tragen

Zurück zur Uhr! Meine beste Anschaffung in 2016 war eine Armbanduhr, die kaufte ich mir direkt im Januar. Jederzeit einfach die Zeit ablesen zu können entspannt mich total, so eigenartig das vielleicht klingt. Es erspart mir das ständige nach dem Handy kramen – und hat man es dann gefunden, wird man von irgendwelchen Push-Nachrichten darauf abgelenkt und hat plötzlich vergessen, was man eigentlich wollte (oder geht das nur mir so?? 😯 ). Hilft also auch, dass ich weniger oft zum Handy greife. Und sich verrenken um bei anderen Leuten auf die Armbanduhr zu linsen ist ja auch nicht so ganz profi.

4. Privates Glück pflegen statt öffentlichem Fame

Dieser Punkt könnte auch OFFLINE vor ONLINE heißen. Lieber öfter Freunde real treffen und sich gemeinsame, kostbare Zeit schenken. Das hab ich dieses Jahr intensiviert und es gibt mir so viel mehr! Das bedeutet allerdings auch, dass weniger oder keine Zeit für die Online-Schmusis bleibt. Aber sind die auch so wichtig im E-Fall? Zudem halten es meine engen Freunde auch so wie ich: nicht zu viel von sich öffentlich preisgeben, nicht von jedem Treffen oder Event ein Foto posten und bei Frust oder Trauer lieber mal mit jemandem telefonieren/sprechen, als eine Statusnachricht bei Facebook zu posten. Denn wenn man einmal anfängt etwas öffentlich zu machen, setzt man sich selbst unter Druck, das Thema auch öffentlich fortzuführen (Nachfragen beantworten, kommentieren, follow-up etc.). Kann auch schon mal anstrengend werden. Und je weniger Leute von etwas wissen, umso besonderer ist das Erlebte für den Einzelnen oder den eingeschworenen Kreis. 🙂

5. Seltener kommunizieren, aber dafür inhaltsreicher

Ganz ohne Internet und Kommunikation geht es nicht und soll es auch nicht. Zum einen bin ich kommunikativ und mag den Austausch über Goth und die Welt mit Freunden. Zum anderen habe ich mich früher mit dem Antworten zeitlich sehr unter Druck gesetzt und war unzufrieden mit mir, wenn ich es nicht schnell genug schaffte. Die heutigen Medien lassen einem oft keine andere Wahl. „instant messages“ und Whats App sind für mich ein pain und immer erreichbar sein das Grauen. Ich antworte nur spontan, wenn es gerade geht und mir danach ist. Ansonsten lieber mit Ruhe, Zeit und Hingabe 🙂 und erwarte auch von anderen nicht, dass sie mir sofort antworten, wenn ich sie kontaktiere. Also bin ich nicht bei Whats App und halte Instant Messages oder SMS knapp aufs Wichtigste. Auch wenn der Andere sieht, dass ich „gelesen“ habe, lasse ich mich davon nicht mehr unter Druck setzen. Für längeren Austausch hält meist die E-mail oder lieber noch der Brief/Postkarten her, aber auch da habe ich die Frequenz bewusst reduziert und somit auch das Gesamtaufkommen. Lieber weniger, dafür tief und intensiv ist mein Credo.

6. Draußen Power holen

Ein Spaziergang oder ein bisschen Wetter im Direktkontakt tun sowas von gut! Manchmal besser als eine Mütze Schlaf. Die Natur ist voller Wunder, ich sperre immer alle Sinne auf und es ist für jeden was dabei. Gern nehme ich auch den Eierfön mit und mache Bilder von diesem Draußen  ➡ Instagram-Profil – so trainiert man den Blick fürs Detail und es macht gleich doppelt so viel Spaß.

7. Kräutern (nach)gehen & gesund bleiben

Schafgarbe im Frostmantel

In diesem Draußen wachsen auch Wildkräuter, meine neuen grünen Freunde. Sie werden gemeinhin verunglimpft als Unkraut, was ein bescheuerter Begriff ist, weil es zum großen Teil tatsächlich Heilkräuter sind. Nur ist dieses Wissen den meisten Menschen verloren gegangen – gibt ja für alles Tabletten. Dabei kann man mit allem, was sich so auf Wiesen und am Wegesrand tummelt sehr gut gegen Krankheiten vorbeugen oder sie heilen, ohne sich mit Chemie zu belasten. Vogelmiere, Brennessel (ganz dicke Freundin!), Brombeere, Klettlabkraut, Gundermann, Knoblauchrauke, Dost, Spitz- und Breitwegerich… ich habe sie gesammelt, getrocknet, gesalbt, gegessen und getrunken, Anflüge von Erkältungen buchstäblich über Nacht damit auskuriert und mein Immunsystem gestärkt. Zum allerersten Mal in meinem Leben war ich im letzten Jahr nicht krank und mein Freund, der widerstandslos mitversorgt wird, auch nicht. 🙂

Dieses Kräuterwissen hat neben den gesundheitlichen Vorteilen noch weitere: ich werde in der Natur nicht so schnell verhungern (gut bei Apokalypse!), ich spare Geld für Tee, Salat, Tabletten/Medizin und ich bewege mich noch mehr. Gerade schaffe ich mir noch das andere Wissen drauf – über Giftpflanzen. Wer weiß wofür’s mal gut ist, also legt euch nicht mit „Shan Kräutergrufti Dark“ an :mrgreen:  Wer von euch auch nur ansatzweise Antennen fürs Kräutern hat, sollte unbedingt mal auf Empfang gehen. Ich kann auch Starthilfe leisten… 🙂

8. #coffeetostay ordern

So sieht #coffeetostay aus…

Ich bin in unserer profitorientierten Gesellschaft sehr optimistisch, dass wir die Erde und ihre natürlichen Ressourcen bald ruiniert haben werden. Aber durch Fatalismus hat sich noch nie was geändert. Am häufigsten ärgere ich mich über unseren Wohlstandsmüll. Unnötige Verpackungen, Plastik überall, Berge von Elektroschrott, überquellende Mülleimer, u.a. mit Coffee to go-Bechern. In Deutschland werden stündlich 320.000 Pappbecher nach einmaliger Nutzung weggeschmissen. Das ist doch abartig! Ich hab da auch nie so drüber nachgedacht und den Gedanken weggeschoben, weil das mit dem to-go ja so bequem ist. Alle machen es. Aber seit (leider erst) November 2016 gibt’s für mich größtenteils nur noch #coffeetostay > ich bestelle mir statt zum Mitnehmen einen „Kaffee zum Hiertrinken“ aus der Kaffeetasse und plane dafür etwas mehr Zeit ein. Entschleunigt nebenbei auch noch. Mit einem eigenen Mehrweg-Becher aus Porzellan oder Edelstahl habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Diese werden wegen der Hygiene nicht überall gefüllt oder es führt zu abstrusen Sinnlos-Effekten, bei denen der Kaffee in einen Pappbecher gezapft und dann auf der Theke in meinen Mehrwegbecher gekippt wird. Toll! Also ist es am umweltschonendsten, entweder den Kaffee daheim (hab ich aber abgeschafft, weil er mir im Café einfach am besten schmeckt auf die italienische Art) oder im Café zu trinken.

9. News hinterfragen

Ich habe in den letzten zwei Jahren gelernt, dass gute Recherche selten und Vor-Ort-Korrespondenten ein für die Medien oftmals zu teures Gut in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist. Das wird auch von der Presse offen zugegeben. Also schreiben sie lieber voneinander ab – ist ja auch einfacher, kostet nix und Medienhaus X hat’s ja auch so gebracht. Und ich habe festgestellt, dass jeder Bericht, Reportage, Kurzmeldung (Wetter und Verkehr ausgenommen) auf irgendeine Art gefärbt und motiviert ist. Das betrifft vorrangig die Wortwahl (möge sie noch so neutral und sachlich aussehen), manchmal auch die Platzierung im Kontext zu anderen Nachrichten oder zur Sendezeit, manchmal Bilder oder auch das bewusste Weglassen einer Information. Ich glaube mittlerweile bei Nachrichten nur noch 50% (immerhin!), den Rest hinterfrage ich, vergleiche bei Themen, die mich wirklich interessieren die Informationen verschiedener Quellen, höre oder sehe auch mal zu außergewöhnlichen Sendezeiten. Daraus bilde ich mir meine eigene Meinung. Macht das mal bewusst und checkt diesselbe News in einem links-, rechts- und öff-rechtlichen Medium – ihr werdet staunen, was es da für Unterschiede gibt, selbst bei den sogenannten Fakten! Zur Beurteilung der Unterschiede frage ich mich immer: 1.) Wem nützt das Verbreiten dieser Information? und 2.) Wird etwas ständig von vielen Medien im selben Wortlaut wiederholt? Dann könnte es auch eine Lüge sein, die zur Wahrheit gemacht werden soll.[2]Hinterfragen statt zu kolportieren kann sehr erhellend sein, aber glücklich macht es mich nicht. Aber das macht Aufwecken ja nie. 😉

10. Nicht persönlich nehmen und abwarten

Sich lieber locker & entspannt hängen lassen…

Ich bin jemand, der selten etwas persönlich nimmt oder Aussagen gleich auf sich bezieht. Damit macht man sich und Anderen nur unnötig das Leben schwer. Meist wäre es auch ein unnützer Aufreger, denn es war vom Anderen überhaupt nicht so gemeint oder nur eine gedankenlose Äußerung. Passiert mir auch manchmal. Ich erzähle z.B. von etwas, dass ich nicht mag und hab völlig vergessen, dass der andere genau das ganz gut findet. Dann bin ich dankbar, wenn er/sie es leicht nimmt und mit einem lockeren Spruch drüber hinweg geht. Es ist eben oft keine Absicht, man selbst ist gar nicht gemeint. Ich hatte letztes Jahr ein paar Mal auch die Situation, dass sich Freunde oder Kollegen nicht gemeldet haben, obwohl ich ihnen etwas geliehen oder geschenkt hatte. Ich wartete auf Feedback. Kommt nix, wird man innerlich etwas knurrig. Aber ganz meist oft liegt es beim Anderen auch bloß an der mangelnden Zeit oder es kam etwas dazwischen oder er/sie antwortet mir in einem längeren Brief oder Mail dazu (dauert also) oder bringt mir beim nächsten Treffen eine Überraschung mit. Also Erwartungshaltung zügeln oder ihrer entledigen (warum hab ich die überhaupt?), nicht nachhaken oder hinterhertexten, vom Besten/Harmlosen ausgehen und warten bis sich der-/diejenige wieder meldet – damit bin ich in solchen Situationen immer am besten gefahren. Das erleichtert auch das Leben des Anderen, was einem meist viel dicker und subkutan gedankt wird.

11. Mal einen Klassiker lesen

Hurra, ich habe Hermann Hesse für mich entdeckt! Großes Danke an Schatten fürs „Draufschubsen“! Was für ein literarischer Schatz und wunderbarer Schriftsteller! Er schreibt so detailliert bildhaft, interessant, auf eine subtile Art humorvoll, mit schönen Worten, von denen viele schon lange ausgestorben sind. Aber jetzt nicht so veraltet, dass es schwer fällt. Hesse hat ja immerhin bis 1962 gelebt. Sondern so, dass man die damalige Zeit gut erspüren kann. Manchmal wie ein Misanthrop, der er zwar nicht war, aber durchaus eigen und gern allein. Seine Werke und Gedichte strotzen von einsam verträumter Schwermut und sind sehr in der romantischen Tradition. Ich habe mir für 2017 noch einige seiner Bücher vorgenommen. Aktuell ist die „Nürnberger Reise“ dran, es folgen noch „Der Steppenwolf“ und „Eigensinn macht Spaß“ – ein Querschnitt durch seine Werke. Meine Empfehlung für einen klasse klassischen Autor!

Bücher

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.

Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, danach du frugst,
In dir selber wohnt.

Weisheit, die du lang gesucht
In den Bücherein,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt –
Denn nun ist sie dein.

April 1918 – Hermann Hesse

 

So, das sind sie – meine gar nicht mal so düsteren Erkenntnisse aus den letzten 365 Tagen. Das Jahr war nicht umsonst!  😆 Welche hattet ihr? Ich freue mich, wenn ihr sie in einem Kommentar teilt oder eure Meinung zu meinen schreibt.

2017 wird ein spannendes Jahr – hoffentlich auch ein gutes für uns alle! Möge es friedlich bleiben und wir alle gesund (werden). Ich wünsche euch, dass ihr alles schafft, was ihr euch vornehmt und mit Energie verfolgt. Und genügend Zeit füreinander und die Dinge habt, die euch wichtig sind. Lasst uns das Leben in tiefen, dunklen Zügen genießen und der Realität mit positiv gestaltetem Apokalyptismus entgegentreten.  :mrgreen:

Als nächstes gibt’s wieder Reiseberichte, versprochen! 🙂

 

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  1. [1]A Split Second, à;GRUMH, Yello, Men Without Hats, The Human League
  2. [2]„Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.“ ―George Orwell

Einfach Dranbleiben!

Skurriles, Düsteres, Morbides im Abo! Vernetze Dich mit dem schwarzen Planeten & Shan Dark:

13 Responses to 11 Erkenntnisse aus 365 Tagen

  1. Doomsack 6. Januar 2017 zu 11:30 #

    Herman Hesse ist mein Lieblingsautor. Verwunderlich, dass ich Dir das noch nie vermittelt habe?!

    Erkenntnis des Jahres 2016: Aufregen bringt nichts. 🙂

  2. Conny 6. Januar 2017 zu 12:16 #

    Sehr schön, wenn man das Ende eines Jahres nicht benutzt um zu bejammern, was man NICHT hatte, sondern das Positive zu sammeln. Mach ich jedes Jahr – 2016 war das nicht ganz leicht, weil es in vielen Punkten ein hartes Jahr war, aber ich seh’s trotzdem positiv. Hätte es das, zum Teil recht Negative, nicht gegeben, wäre ich sicher langsamer oder gar nicht voran gekommen, hätte in alten Mustern verharrt und mich weiter blockiert ;-): Zu Punkt 8 einen Tipp: ich habe mir einen lustigen Becher aus Bambusmaterial (also Naturmaterial und spülbar – allerdings hab ich ihn lieber noch nicht in die Spülmaschine gepackt) gekauft, mit einem lustigen Spruch und wenn es jetzt doch mal eine „Kaffee to go“ sein soll, die meisten Verkaufsstellen haben kein Problem damit, da leckere Heißgetränke in den eigenen Becher zu füllen :-). Dir wünsche ich ein tolles Jahr 2017.

  3. Vampiet 6. Januar 2017 zu 18:11 #

    Ich subsumiere 2016 unter dem Sinnspruch: Vernünftig ist wie tot, nur vorher.
    Oder, um das diesbezügliche Empfinden in eigene Worte zu kleiden: Ist es nicht tanzbar, ist es für’n Ar… (kann ich hier jetzt nach dem Planetenknigge eigentlich „Arsch“ schreiben, ohne die Kommentarfunktion zu entweihen?)…

    Bloß zu existieren, macht die Seele nicht bunt und voll. Aus 2016 destilliere ich diesbezüglich meinen Treibstoff fürs neue Kalenderjahr, in dem exorbitant mehr freier Himmel, Radfahren, Kreativität, Staudammbauen im Fluss, viel viel mehr Tanzen und all-you-can-eat-Wildkräutergelage vorkommen müssen, um mein Seelchen bunt und glücklich zu machen. Ach, und natürlich Zeit für und mit lieben Menschlein! Auch sehr wichtig.
    Wenn ich dann noch den beruflichen Salto in ein, zwei Jahren stehen kann..? Fabelhaft! Aber eben Schritt für Schritt und mit sauberer Technik.

    Ein inspirierender Blogbeitrag, der mir gut gefällt! Das Royalschwarz der hiesigen Planetengefilde färbt angenehm ab und über einige Parallelen musste ich schmunzeln, zB die Kleinschrittigkeit großer Dinge, Kreativitätspflege und den Herrn Hesse.

    Auf auf! 🙂

  4. Alexandra 7. Januar 2017 zu 21:38 #

    Sehr schön geschrieben. Freue mich, dass es dein Blog auch immer noch gibt. Alles Gute für dieses neue Jahr!

  5. Burgdame 8. Januar 2017 zu 16:39 #

    Auf ein erfolgreiches 2017 und hoffentlich friedliches!

    Wie oft hab ich mein Jahr und meine Vorsätze da wiederentdeckt, aber ich muss gestehen, dass ich leider nicht stringent dran geblieben bin. Blogger-Planung ist bei mir kläglich gescheitert, hab mich so unter Druck gesetzt, dass ich nichts anderes geschafft hab. Spaß blieb dabei auf der Strecke, also wieder abgeschafft. Jetzt schreibe ich wenn ich Lust habe und wenn nicht, dann eben nicht.

    Sport kommt immer phasenweise… eher oder später geht er dann wieder. Verschwindet so ganz heimlich. Daher keine Vorsätze, irgendwann überfällt mich der Wahn wieder.

    Das Kennenlernen der Kräuter finde ich toll, so gerne würde ich mich auch viel mehr mit Kräutern auseinander setzten. Also hab ich nun auch einen Vorsatz für 2017!

    Hesse sollte ich auch wieder lesen, vor allem jetzt, so ich sämtliche Werke in verschiedenen Ausgaben vom Schwiegervater geerbt habe.

  6. Schwarzer Nieswurz 10. Januar 2017 zu 00:45 #

    Dank an Vampiet; der Sinnspruch: „Vernünftig ist wie tot, nur vorher.“ gefällt mir sehr und diene mir für 2017 für alles Unvernünftige!

    Bisher hatte ich für diese Denkweise den Spruch einer Postkarte: „Alt genug um es besser zu wissen. Jung genug um es trotzdem zu machen.“

    Danke an ShanDark für die Empfehlungen der Weltflucht. Übrigens wurde die für den ollen Hesse mit der Zeit immer wichtiger. Beispielsweise erwähnt er in ‚Die Nürnberger Reise‘ (1925 geschrieben), daß er ganz entschieden darauf verzichte, die Tageszeitung zu lesen, weil man sich damit die beste Zeit des Tages verderbe und die Gedanken mit Unrat und Ärger überschwemme. .

    Kräuter sammeln ist schön, oder immerhin welche kennenzulernen. Dieses Jahr sammelte, mischte und trocknete ich mir einen Rotklee-Wasserminze-Tee. Er schmeckt echt nach: „Den Rotklee hätte man weglassen können“ *lach* Aber er ist schon alle. Nächsten Sommer will ich aus dem hiesigen Botanischen Garten Pfefferminze und Zitronenmelisse mitfinden.

    Feine Giftpflanzen gibt’s da auch. Wenn man mit dem hübschen Blauen Eisenhut anfängt kann man sich die anderen sparen. „Die ehemalige Kommission D der Bundesregierung (zuständig für die Bewertung homöopathischer Arzneimittel) empfahl Blauen Eisenhut bei Entzündungen, chronischen Schmerzen und Angstzuständen.“ – das könnte klappen wenn diese Alchemisten den Eisenhut-Tee nicht wieder Quintilliardenfach verdünnt hätten.
    Andererseits … es ist zwar ein Gebot der Zeit sich zu vergiften, aber ich mache das lieber mit Pfeifentabak und massenhaft Rotwein.

    Griffbereit habe ich noch ein schönes Hesse-Zitat das vielleicht weniger bekannt ist, denn es stammt weder aus Siddharta noch aus Steppenwolf. Und Gift kommt darin auch vor:
    ——————-
    Hesses Beobachtungen im Speisesaal eines Kurhauses

    „Eine alte Jungfer mischte zwei Pülverchen in ihrem Glas, Medizinen,
    um sie dann nach dem Essen einzunehmen. Sie sah ein wenig aus wie
    eine von den gefürchteten älteren Damen in den Märchen, welche
    Zaubermittel zum Schaden anderer und hübscherer Leute mischen.

    … jener strenge moralische Herr mit den Falten und dem starken
    Nacken lastete wie ein ganzes Schwurgericht auf seinem Stuhle und
    machte ein Gesicht, als habe er soeben seinen eigenen Sohn zum Tode
    verurteilt, während er doch bloß einen Teller voll Spargel gegessen
    hatte. …

    Wie seltsam und drollig war das alles. Warum aßen wir und warteten
    auf weitere Speisen, da wir doch alle längst nicht mehr hungrig
    waren? Alles war so unbegründet und unwahrscheinlich. Alles reizte
    heftig zum Lachen.“

  7. Marcus 11. Januar 2017 zu 15:24 #

    So viele wundervolle Erkenntnisse…

    Die letzten 12 Monate brachten mir keine neuen Erkenntnisse. Es haben sich höchstens bereits vorhandene verfestigt bzw. bestätigt. Leider auch die Erkenntnis, dass zu viele Menschen einzig von Hass und Egoismus geleitet werden. Im Kleinen wie im Großen. Eine traurige Feststellung. Großartig fand ich hingegen, dass die Vertiefung von Freundschaften eine außerordentliche Bereicherung für das eigene Leben darstellt.

    Eines hat mir das letzte Jahr aber doch gezeigt: Schimpfende Autofahrer sehen vollkommen dämlich aus. Also einfach mal entspannt bleiben und die kleinen Aufreger im Straßenverkehr mit einer gewissen Gelassenheit zur Kenntnis nehmen…

  8. solitary_core 24. Januar 2017 zu 05:15 #

    hm 9,10 und 11 kann ich bedenklos unterschreiben 😀

    wobei ich 11 sicher um die eine oder andere Sparte erweitern würde, so in die audiovisuelle Richtung, Filme, Musik, oder generell Kunst und auch VideoSpiele je nach eigenen Geschmack
    gerade das Betrachten älterer Werke sollte einen die Augen öffnen in wieweit sich das Medium generell weiterentwickelt hatt, sich der wurzeln bewusst werden für mich zumindest macht den Reiz aus ältere Sachen zu erleben, mich in staunen versetzen lassen oder generell die Brillianz bewundern mit welchen Mitteln auch heute noch diese Klassiker noch heute persöhnliche Relevanz haben 😀 und damit auch der eigene Neugier immer wieder erneut anregt =P

    bin derzeit auf ErkundungsTour in der Citadel Station im originalen System Shock, nen Spiel aus einer Zeit wo Rechner nichtmal so leistungsfähig waren wie dein EierPhön, spassig is auch das die SpielWelt sich vom hintergrund nahtlos in einen alten William Gibson Roman einfügen könnte, augerastete K.I. (die sich selber für eine Gottheit hält und so handelt 😀 )Korruption in der Chef-Etage einer MegaCorperation und das übliche Kloschee das nur ein einziger Mensch das ganze in Gang gesetzt hatt und nun darauf aus ist die K.I. zu „verbrennen“ um im Gibson’s Terminologie zu bleiben, heist das Shodan den Gar auszumachen
    Für mich als Spieler deswegen interessant weil es eben verdammt viele Anleihen der Cyberpunkwelt aus der Sprawl-Trilogie enthält bis hin zu der Tatsache das der Cyberspace im Spiel selber ebenso grafisch präsentiert wird wie in den Romanen beschrieben, wenn acuh verdammt stark vereinfacht … wen man bedenkt das das Spiel auf 1994er Maschinen laufen sollte … sprich den originalen Pentium oder 486er DX2 ist es schon erstaunlich
    rückwürkend betrachted seh ich sogar den Einfluß des Spiels auf andere Spiele die viel viel später kamen, so Sachen wie eben Dead Space, oder Alien Isolation, alles ist verknüpft mit allem, butterfly effect, chaos theory = mind blown 😀

    aber ich schweife (mal wieder o.O ) ab ^^

    persöhnliche Entdeckung 2016 war wohl Diamanda Hagan, eine der vielen Movie Reviewer auf Youtube, welche einen interesanten Geschmack und Humor hatt, nicht jederman’s Sache aber das is ja normal und sicher auch gewollt, Geschmäcker sind halt Grundverschieden aber ihren Reviews kann ich einiges entnehmen und sie hatt einen recht eigenen Blickwinkel mit ihrer Analyse und Sichtweise, davon abgesehen komme ich so auch die eine oder ander Empfehlung von filmen die die eben unter dem Radar fliegen, ManBorg zb fand ich schräg, VikingDom … muss ich noch aufspüren aber Versus hatt auch seinen Reiz, andere Sachen kann ich getrost liegen lassen …

    ältere Filme 2016 … hab endlich Plan9 from outer Space gesehen, Little Shop of Horror 2 Ed Wood Klassiker und auch die Schwarweiß Version von the Thing from outer space, der Film auf dem das Carpenter Remake basiert =P

  9. Shan Dark 24. Januar 2017 zu 22:41 #

    DANKE euch für die interessanten Kommentare – auch wenn ich erst spät antworte, ich hab sie alle verschlungen! 🙂

    Die Quintessenz daraus scheint mir zu sein:
    – wir brauchen mehr Hesse! mehr Zeit für Hesse!
    – weniger Vernunft, mehr kreatives Chaos
    – Klassiker tun auch im Filmformat gut
    – nicht aufregen, das macht nur hässlich
    – das Negative zum Lernen nutzen
    – einen langen Atem haben!

    @solitary: Diamanda Hagan ist…nun ja, wirklich Geschmackssache und die Filme, die sie auseinander nimmt auch. Aber immerhin, ich habe meinen Horizont um sie erweitert 😉
    „Plan 9 from outer space“ hab ich auch schon gesehen – der ist doch echt lustig! Wenn man überlegt, was heute für Schrott gedreht wird streckenweise, obwohl die Technik da ist, ist das hier wenigstens amüsant. Ich mag Ed Wood echt!

  10. Jimmy 10. Februar 2017 zu 15:41 #

    Das sind wirklich nützliche Erkenntnisse. Wichtig ist letztendlich, dass man diese auch zu nutzen vermag…richtig nutzen. Vorallem aber auch vorsätze Umsetzen: Bei mir haben viele Erkenntnisse in meiner Vergangenheit mehr dazu geführt, dass ich mich immer mehr zurückgezogen habe. Ich habe „Freunde“ mehr unbewusst als bewusst aus meinem Leben gestrichen, mich von der Presse und den Medien der Flimmerkiste vor Jahren abgewandt (meinen Tv habe ich vor nun 14 Jahren frustriert fast Buchstäblcih aus dem Fenster geworfen, letztendlich doch nur einfach verschenkt), mich isoliert. Das Leben, die Menschen in ihrer heilen Welt, haben mich nur noch angewidert. Durch einen unfassbaren Zufall bin ich vor einigen Jahren auf diese Szene aufmerksam gemacht worden, die mich sofort in ihren magischen Bann zog. Doch war ich so lange isoliert, dass ich bemerken musste, wie schwer es nun (immer noch) für mich ist neue Bekanntschaften aufzubauen.
    Dennoch schaffe ich es endlich langsam meine Vorsätze in Taten zu verwandeln. Es ist schwer und ich fragte mich, warum es so schwer ist. Schüchtenheit? Angst?
    Meine wichtigste Erkenntnis jüngster Zeit ist: Es braucht seine Zeit. Vorsätze sind gut, doch bringen sie nichts, wennn man gleich mehrere gleichzeitig umsetzen möchte und zusätzlcih auch noch versucht den Vorgang zu beschleunigen. So fällt man doch immer wieder hin. Coffee to stay. Die Zeit entschleunigen, das fehlte noch.
    Deine „11 Erkenntnisse aus 365 Tagen“ werden mir sicherlich inspirierend auf meinem weiteren Weg begleiten.
    Statt über Probleme nachzudenken, ist es letztendlich sinnvoller und nützlicher über Lösungen nachzudenken. Zum Beispiel werde ich jetzt in den Keller gehen und meine Armbanduhr suchen…

    ps. sollte mein Kommentar etwas wirr und zusammenhanglos wirken, könnte es am Schlafmangel liegen ;D

  11. WereSnail 13. Februar 2017 zu 21:29 #

    Mir hat Dein Text wieder sehr gefallen, schon als ich ihn las war mir danach mit etwas bestimmtem zu antworten – doch nun: 1 1/2 Monate sind wieder ins Land gezogen und haben neuen Staub aufgewirbelt, der die Sicht trübt.

    Neujahrsvorsätze klein anzusetzen, damit liegst Du so etwas von richtig!
    Als Neujahrsvorsatz wollte ich nach meiner Erkältung wieder mit dem Rauchen anfangen; scherzhaft war es gemeint, doch bis heute komme ich auf gerade einmal 5 Zigaretten. Mir eine Zigarette drehen zu lassen und den Tabak dann zu ihnhalieren macht einfach keinen Spaß mehr. Auch habe ich beschlossen, nicht wieder mit Meditation zu experiementieren, weil mir dazu einfach die Ausdauer fehlt, diese Übung täglich durchzuziehen. Dachte ich so… Nun habe ich seit Januar fast jeden Tag dagesessen, für 5 Minuten um die Herausforderung nicht zu hoch anzusetzen, und lasse mir Binaurale Beats durch den Kopf rauschen; die Beschallung sehe ich eher als optional, mit dem Vorteil, daß diese automatisch endet, ohne daß ich auf die Uhr gucken muss. Beinahe eine Art Paradoxe Intervention vom Allerbesten. 😉

    Kreativität geht bei mir seit längerem ziemlich unter, da ich einfach zu viel am sozialen Medium herumsitze. Dabei habe ich mir schon Grenzen gesetzt was Inhalte aus dem Tagesgeschehen angeht, mit dem man dann inflationär beschmissen wird. Auch die Anzahl der „Freunde“ habe ich ein ganzes Stück reduziert, um nicht unnötig mit Datenballast beladen zu werden, unter dem mein schwächelnder Geist ächzt und ganz konfus wird.
    Ich meine nicht, daß ich kreativ sein müsste, doch letztlich hätte dies mehr Substanz, ein Gefühl der Sinnhaftigkeit und Lebensfreude zu vermitteln, als diese nervigen Meinungsschlachten auf denen viele hängen bleiben.
    Dabei scheint es sich auch oft eher um ein Gruppenzuweisungsphänomen zu sein, als ein echtes Interesse an den behandelten Themen. Meine Inhalte zum Ableismus bleiben dabei ohnehin meist aussen vor, und den ewigen, unbeliebten Rufer in der Wüste darzustellen (pathetisch ausgedrückt) bringt mir persönlich nichts; also genauso wenig als wenn ich mich mitsuhlen würde im Ansichtentümpel.
    Der Plattform zum Austausch werde ich nicht ganz fernbleiben können, dafür ist sie dann doch zu nützlich. Es gibt ja immer noch Leute, die man als Verbündete betrachtet oder die einfach in irgend etwas für einen gut sind. Fürs erste habe ich allerdings eine FB-Pause eingelegt. Sie sollte besser länger als kurz ausfallen. Mal sehen… Sicher ist, dieses medium zerrt ziemlich an der Konzentrationsfähigkeit und führt zumindest bei mir zu einer gewissen Beliebigkeit an Kurznachrichten und Inhalten, die wenig bis nichts miteinander zu tun haben können.

    Vor einigen Jahren habe ich mich eingehender mit Vitaminen, Pflanzen und heilenden Effekten bei der Nahrung befasst. Hängen geblieben ist bei mir fast nichts; leider überleben bei mir nur die harten Pflanzen, von einem grünen Daumen oder einen Draht zur Kräutern kann wirklich gar nicht die Rede sein.
    Inspiriert durch ein virtuelles Selbsthilfeforum zu meiner Form der Beeinträchtigung habe ich mir Anfang des Monats einiges an Nahrungsergänzung geordert, und nehme es täglich. Zeug was die Knochen festigen, Entzündungen vorbeugen, Krankheiten verhindern – und dergleichen mehr – soll. Dabei setze ich auch ein wenig auf den Placebo Effekt. 🙂
    Mit einer Kräutersuche ist das wirklich gar nicht zu vergleichen, es ist die kalte, industrielle Variante – praktisch die inhärente Kritik ihrerselbst.

    Hesse habe ich schon gelesen oder gehört, das meiste in meiner Jugend. Es kann mich nicht so gefesselt haben, denn meine Erinnerungen an die Inhalte sind extrem dünn. Vielleicht versuche ich es in meinem forgeschrittenen Alter noch einmal, der Zugang, den ich heute möglicherweise habe, wird dann sicher ein anderer sein als zuvor. Ein bestimmtes Gedicht von Hesse begegnet mir immer wieder einmal, es gefällt mir sehr. Es kommt auf Sammtpfoten daher und versetzt einem einen plötzlichen Hieb mitten ins Gesicht (weil es so wahr ist):

    Im Nebel

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den anderen,
    Jeder ist allein.

    Voll von Freunden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben licht war;
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkel kennt,
    Das unentrinnbar und leise
    Von allem ihn trennt.

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Leben ist Einsamsein.
    Kein Mensch kennt den andern,
    Jeder ist allein.

  12. Shan Dark 17. Februar 2017 zu 00:15 #

    Hallo Jimmy & WereSnail,

    danke für eure langen und auch sehr persönlichen Kommentare – ich freu mich, dass meine Erkenntnisse bei euch etwas angestoßen haben.

    @Jimmy: Armbanduhr gefunden und reaktiviert? Und ja, es braucht seine Zeit. Aber man sollte auch immer mal was wagen und ausprobieren. Denn wenn es ‚Angst‘ ist, was dich von manchem abhält, so hilft Warten selten etwas, sondern manchmal ist es besser, wenn man einfach ins kalte Wasser springt. Meist kann ja gar nicht viel passieren. Oder du versuchst es öfter mal mit der von WereSnail erwähnten „paradoxen Intervention“. Aber ja, nicht zu viel auf einmal – immer hübsch in „snackable bits“ verpacken. 😉

    @WereSnail: Ich musste an manchen Stellen echt schmunzeln und werde mir die Formulierung „mitsuhlen im Ansichtentümpel“ für künftige Gespräche und Gedanken mal von dir klauen. Einiges musste ich nachschlagen, weil ich es nicht kannte: binaurale beats und paradoxe Intervention. Hab ich wieder was gelernt! 🙂

    Ja, das Nebelgedicht von Hermann Hesse ist auch eines meiner liebsten, es trifft einen ganz schön. Auch sein Gedicht „Stufen“ gefällt mir, aus dem die Zeilen „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ sind. „Stufen“ enthält auch so unbequeme Wahrheiten und sagt, dass man sich nicht zu sehr in geliebten Gewohnheiten, Räumen, Eigenheiten aufhalten soll. Man würde erschlaffen. Nur Aufbruch und Neugier dient der innerlichen Entwicklung. Das stimmt, aber wiederum finde ich es auch schön ab und zu in meiner geliebten Umgebung zu erschlaffen. Das kann man auch, solange der Geist wach und vor allem neugierig bleibt. Neugier hält uns alle jung!

    Ich hoffe, du machst mit den chemisch verpressten Kräutervariationen auch so gute Erfahrungen wie ich mit den „echten Pflanzen“. wer nicht sammeln gehen kann, muss eben auf so etwas zurück greifen. Alternativ kann man sich von Anbietern im Internet auch lose Kräuter liefern lassen und zu Tees zusammenstellen. Das mache ich mit den Kräutern, die ich hier nicht finde oder wo es mir zu mühselig ist, sie zu sammeln in der entsprechenden Form. Für die Zusammenstellung braucht man aber auch Wissen. Ich greife hier auf einige Bücher zurück aus früheren Zeiten. Jeder Tee ist mMn besser als Tabletten, schon allein wegen der Flüssigkeit. Aber da muss jeder seinen Weg finden.

    Facebook-Abstinenz finde ich gut. Dieses Netzwerk ist wirklich so eine Hassliebe, oder? Es ist wirklich gut, um den Kontakt zu einigen Menschen nicht zu verlieren, aber kommt streckenweise auch einer absolut sinnlosen Ablenkungsmaschine gleich, die einen innerlich leer macht. Und die man trotzdem benutzt. Aber wenn man es mal vergleicht mit dem realen Leben: Wenn ich mit allen Freunden und Bekannten in einem hongkongartigen Hochhaus wohnen würde und jeder würde mir jeden Tag nur eine Story von sich erzählen und dann mit mir noch darüber diskutieren … ich wäre kaputt am Ende des Tages und würde nach einer Woche nicht mehr rausgehen, nur um ja keinem zu begegnen. 🙂 Also ist öfter mal Abstinenz durchaus verständlich und auch völlig gesund.

    Dann bis hoffentlich bald auf ein Wiedersehen & liebe Grusels.

  13. Frieder Monzer 23. Februar 2017 zu 20:59 #

    Stimmt außer 1 (manches muss man eher auskippen statt auslöffeln) und 3 (mach ich zwar auch, hab mir nach laaanger Zeit sogar auch zufällig 2016 eine neue gegönnt, finde ich für den Lebensstil aber nebensächlich) erstaunlich mit meinen Ansichten überein! Beste Grüße

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